collapse

* Benutzer Info

 
 
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren. Haben Sie Ihre Aktivierungs E-Mail übersehen?

* Suchfunktion


* HMA

Autor Thema: Wassertaxi “Sea Bubble”  (Gelesen 121 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Ulrich Rudofsky

  • Boardinventar
  • *
  • Beiträge: 5341
  • USN GÖSCH: DONT TREAD ON ME
    • Mein Google Picasa Album
Wassertaxi “Sea Bubble”
« am: 01 Juli 2018, 18:29:01 »
Wassertaxi “Sea Bubble”
Solche Sachen sind doch Blödsinn, zumindestens in meinem Alter von 83.  :/DK:   Aber alles Neue ist heutzutage als fantastisch anerkannt. 
Testing the Sea-Bubble Fly-By-Wire Control System  [Testen des “Sea Bubble” Fly-by-Wire Steuersystems]
http://www.oldsaltblog.com/2018/06/testing-the-seabubbles-fly-by-wire-control-system/ 

Videos:  https://youtu.be/HeAmbKeHuiE   https://www.youtube.com/watch?v=YoNbtIT4isU
Ulrich Rudofsky

Offline VINI

  • Seekadett
  • *
  • Beiträge: 177
Re: Wassertaxi “Sea Bubble”
« Antwort #1 am: 12 Juli 2018, 12:40:41 »
Hallo Ulrich,

habe mich mit dem Schiffsbauingenieur Herbert Bernau öfters ausgiebig über den Bau von Tragflächenbooten unterhalten. Auch gerade im Bezug auf Vorteile und noch wichtiger auf deren Altagstauglichkeit.
Herbert Bernau beschäftigte sich in der damaligen Ernst Thälmannwerft mit der Entwicklung, Konstruktion und den Bau, bis zur Serienreife, von kleinen Tragflächenbooten für die Konsumgüterproduktion – sprich für den kleinen Mann ein Sportboot mit Tragflächen.
Er konstruierte und baute ein Mahagonisportboot mit Tragflächen mit der Bezeichnung H 4. Dieses Boot war mit einem Wartburg- Innenborder- Motor mit damals 42 PS ausgestattet. Herkömmliche Sportboote fuhren in der Spitze 45 km/h auf der Havel. Mit seinen Tragflügeln schaffte er 70 km/h. Der Geschwindigkeitszuwachs und die Treibstoffeinsparung auf Grund der geringeren Wasserverdrängung waren enorm.
Das Projekt war praxistauglich und einsatzbereit. Dann bekam er Besuch von der Stasi und Herbert sagte „Sie klopften mir auf die Schulter und fragten mich, ob ich jetzt Fluchtboote in Serie bauen will? - Somit war das Projekt gestorben.
Die Wasserschutzpolizei der DDR wurden auch mit russischen Tragflächenbooten ausgestattet. Auf der Havel waren sie eher ungeeignet. Um um so manche Biegung zu kommen um den Flussverlauf folgen zu können, musste die Gleitfahrt unterbrochen werden. Die Manövrierfähigkeit bei voller Fahrt reichte für die Havel nicht aus.
Verfing sich ein Schilfblatt  am Tragflügelarm bekam das Boot Schlagseite oder eine Gleitfahrt war nicht mehr möglich. Auch treibendes Holz beschädigten die Tragflügel und das Boot musste zur Reparatur.

Ein weiteres Problem waren der Überstand der Flügel über der Rumpfbreite des Bootes hinaus. Ein bei drehen, Rumpf an Rumpf war sehr problematisch. Ein Anleger brauchte schon eine gewisse Länge bzw. der Liegeplatz eine entsprechende Tiefe.

Tragflügelboote sind eine feine Sache. Nur sie müssen Alltagstauglich sein.
Bei dem Sea Bubble ist zu sehen, das die Tragflügel nicht über die Rumpfbreite herausragen, welches ich als sehr positiv beurteile. Auch sorgt die Konstruktion der Tragflächen für eine stabile Lage des Bootes. Deshalb der Test mit dem Mann im Heck der durch wippen und schaukeln demonstriert, das das Boot nicht „durchsackt“.
Allerdings sieht man auch schönes klares Wasser, keine kleinen Krautinseln, Schilf oder Treibholz.
Somit haben wir es wieder mal mit einem schönen Werbefilm zu tun, der mir wenig über die Praxistauglichkeit auf allen Flüssen und Seen zeigt.

Später unter der Ruprik ETW mehr.

LG
VINI

Anbei ein Bild des Prototypen des Tragflächenbootes H 4