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Autor Thema: Einleitungstext f. Pionierlandungsfähren im HMA  (Gelesen 448 mal)

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Offline Aquarius

  • Seekadett
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  • Beiträge: 192
Einleitungstext f. Pionierlandungsfähren im HMA
« am: 21 Juni 2018, 14:26:43 »
Liebe Forumsmitglieder,

im Unterbereich Landungsfahrzeuge/Siebelfähren im HMA stelle ich unter "Grafiken Heinemeyer" masstäbliche Zeichnungen dieser Fahrzeuge zur Verfügung. Demnächst möchte ich diese um Darstellungen von Pionierlandungsfähren ergänzen. Einen Entwurf für einen Einleitungstext zu diesem Abschnitt möchte ich hier gern vorstellen und darum bitten, diesen kritisch zu diskutieren.
Hinweise auf Unrichtigkeiten und jeden brauchbaren Verbesserungsvorschlag möchte ich gern berücksichtigen. Mein Dank gilt also im Voraus all den Kundigen, die sich an dieser Diskussion beteiligen. Und hier ist jetzt mein Entwurf

Grafiken von Pionierlandungsfähren

Eine Unterscheidung zwischen "Siebelfähren" und Pionierlandungsfähren ist m. E. unglücklich gewählt, aber in der Welt. Möglicherweise wäre es geboten zwischen "Luftwaffenfähren" und "Heereslandungsfähren" zu unterscheiden, um dem historischen Hintergrund gerecht zu werden. Von den deutschen Soldaten des 2. Weltkrieges wurde der Begriff "Siebelfähre" wohl überwiegend unabhängig von der Zuordnung eines Fahrzeugs zur Luftwaffe oder zum Heer, für alle diese ähnlichen Fahrzeuge gebraucht. Während die Luftwaffe in Gestalt von Oberst Siebel als "Spiritus rector" der Verwendung des schweren Schiffsbrückengerätes für Katamaranfähren gelten darf, wäre ohne die Pioniertruppen des Heeres die Entwicklung dieser Fahrzeuge wohl auch nicht gelungen.
Spätestens nach dem Ende von "Seelöwe" kam es aus meiner Sicht auch zur technischen Differenzierung zwischen Luftwaffen- und Heeresfähren. Aus den ursprünglich zur Luftabwehr konzipierten Luftwaffenkampffähren wurden Fahrzeuge, die auch zum Kampf gegen gegnerische Schiffe und Landziele Verwendung fanden. Dazu traten die Nachschub Transportbedürfnisse der Luftwaffe die auch zu reinen Transportfähren führten. Diese Fahrzeuge waren aber nicht für Landungsoperationen konzipiert und führten deshalb keine Einrichtungen zum Absetzen von Fahrzeugen und Gerät an offener Küste.
Bei den Heeresfähren war die Landungsoperation neben dem reinen Materialtransport dagegen führendes Entwicklungsziel. Entsprechend führten diese Fahrzeuge Spurträger und verschiedene Varianten von Einrichtungen zu deren Ausbringung mit sich. Die Verwendung der wassergekühlten BMW VI Flugzeugmotors für den Antrieb der Fahrzeuge war eine "Seelöwe"-Entscheidung die aus der Notwendigkeit, schnell eine hinreichende Anzahl von Motoren einsetzen zu können, geboren wurde. Ihre Konsequenz war die Entwicklung des BMW-Endschiffs, welches zunächst sowohl für Luftwaffen- wie für (frühe) Heeresfähren eingesetzt wurde. Die Pionierentwicklung der mit LKW-Dieselmotoren bestückten Endkaffen als Ford-Endschiffe kam nicht in voller Breite, und auch nur bei Heeresfahrzeugen, zum Einsatz. Die Nachteile (hochendzündlicher knapper Brennstoff, komplizierte Bedienung und Wartung), welche die Verwendung der BMW-Endschiffe mit sich brachte, wurde nur von der Luftwaffe akzeptiert. Für die Heeresfähren wurden, mit dem Büssing-Endschiff und später dem Deutz-Endschiff, Antriebsalternativen ohne dies Nachteile entwickelt. Und diese wurden auch sukzessive nach Verfügbarkeit unter Aussonderung der BMW-Endschiffe eingeführt. Dadurch wurden neben den 2 stöckigen Aufbauten Büssing- oder Deutz-Endschiffe kennzeichnende Merkmale der späten Heeresfähren.


Euer Aquarius