Flotten der Welt > Die italienische Marine

Ermordung des führenden Codebrechers der italienischen Marine: ein Einzelfall?

<< < (2/2)

Götz von Berlichingen:

--- Zitat von: Urs Heßling am 13 Juni 2018, 12:09:11 ---Meines Wissens ist H. an einer Blutvergiftung aufgrund der mit den Bombensplittern in den Körper eingedrungenen Fasern der Wagenpolsterung verstorben.
--- Ende Zitat ---

Das ist die Version, die geheimdienstlicherseits gerne gehört wird (in jenen Kreisen nennt man das wohl »Legende«, bzw. »cover up«).

Tatsächlich ist die Todesursache wohl weiterhin ungeklärt:

»Sepsis
Die Autopsiebefunde widerlegen die pathologische Diagnose eines "septischen Organversagens" und erklären nicht das beim entfiebernden Patienten unvermittelt eingetretene Koma« (S. 161)
Prof. Dr. Dr. Nicolas Hardt, Departement Chirurgie Kantonsspital Luzern, »Das Attentat von Prag 1942 und die Chirurgie - Zwischen Wissenschaft und Politik«,  in: Deutsche Gesellschaft für Chirurgie - Mitteilungen 02/2012, S. 157 - 164
https://www.dgch.de/uploads/tx_news/2012-02_DGCH-Mitteilungen.pdf

Prof. Hardt schreibt weiter, daß »die Hypothese, daß die Handgranate mit Botulinustoxin oder mit MIlzbrandsporen imprägniert worden war [...] sich gleichfalls als unzutreffend erwiesen [hat]« (ebenda, S. 162)

Jedenfalls gibt es zwei »smoking guns«:

* Das wiederholte Geständnis des Leiters des britischen Biowaffenzentrums Porton Down, Paul Fildes. Angelsächsische Autoren versuchen, diese für sie unangenehme Tatsache mit der Bemerkung vom Tisch zu wischen, Fildes sei eben »exzentrisch« und als notorischer Aufschneider bekannt gewesen. Man kann sich lebhaft vorstellen, wie dieselben Kreise ein ebensolches Eingeständnis des Leiters des russischen Biowaffenlabors im Falle Skripal und "Novitschok" bewerten würden, bzw. auf russische Versuche, ein solches mit der Bemerkung, der russisches Biowaffen-Chefentwickler sei halt ein wenig exzentrisch und für seine Aufschneidereien bekannt, als irrelevant zu erklären, reagieren würden...
* Die überaus merkwürdigen Manipulationen, die vom britischen Geheimdienst an der Tatwaffe vorgenommen worden waren. Dabei handelte es sich nämlich nicht um eine englische Eierhandgranate (die gab es bekanntlich auch mit Aufschlagzünder, was sie für das Attentat zum Mittel der Wahl gemacht hätte), sondern »Britisch No, 73 hand anti-tank grenades. Normally the grenades were 9.5 inches long and weighed 4 pounds. The grenades the Czech carried were special conversations, consisting of the Top third of the grenade, with adhesive tape thickly binding the open end. The grenades each weighed just over 1 pound.« [http://www.stratetgypage.com/articles/biotoxin_files/biotoxinassasination.asp  Seite nicht mehr erreichbar, wie so manch andere angelsächsiche, die vor einigen Jahren zu dem Thema noch abrufbar war]
»The bomb used in the assasination was not of standard isse but instead was of distinctly unusual design: the upper third of a British hand grenade had been cut off and the open end and sides wrapped with tape« [Atter the battle No. 24 (1979), S. 2 - 37]
Dr, John L. Middlebrook (»Chief, Life Science Division, West Desert Test Center, Dugway Utah, formerly Scientific Advisor, Toxinology Division, US Army Medical Research Institute of Infectious Diseases, Fort Detrick, Frederick, Maryland«) und Dr. David R. Franz («Colonel, Veterinary Corps, US Army, Commander US Army Medical Research Institute of Infectious Diseases, Fort Detrick, Frederick, Maryland«) bewerteten diese verräterische Manipulation in ihrem - ebenfalls unter der genannten Adresse nicht mehr abrufbarem Aufsatz »Botulinum Toxins« - http://web.usf.edu./sequence/feces/MedicalAspetsofNBC/chapters/chapter_33.htm - wie folgt:
»This strange modification becomes understandable if a way was needed to contaminate its contens with a foreign substance« und weiter: »Heydrich's clinical course does not explain his death. Although infection was likely to accompany his injury, his sudden deterioration and death do not conform to the usual expression of fatal sepsis.«
Die "Erklärungsversuche", die allerlei angelsächsische Autoren sich seither abringen, um diese Indizien zu entkräften, entbehren nicht der unfreiwilligen Komik: Es wird behauptet a) sei die Granate ja angeblich nicht vom Biowaffenzentrum Porton Down, sondern "nur" vom britischen Geheimdienst aufgeschnitten und manipuliert worden und b) habe man dies ja nur getan, weil die ursprüngliche »Anti-Tank-handgrenade« "zu schwer und unhandlich" gewesen sei. Und aus diesem Grund sägt der britische Geheimdienst also mit einer Eisensäge zwei Drittel der Granate weg und umwickelt den Rest dann dick mit Klebeband, anstatt einfach eine viel leichtere und handlichere gewöhnliche Eierhandgranate, die es mit Aufschlag- oder mit Zeitzünder gab, und somit von Fabrik ab das benötigte geringere Gewicht und die entsprechend geringere Größe und bessere Handlichkeit hatte, aus der Waffenkammer zu holen...

Navigation

[0] Themen-Index

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln