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Autor Thema: Antriebskraftvergleich Luxusyacht/Fregatte  (Gelesen 552 mal)

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Offline Manfred Heinken

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Antriebskraftvergleich Luxusyacht/Fregatte
« am: 09 März 2018, 16:14:47 »
Moin zusammen,
gelesen habe ich in einem Bericht folgendes, richtig erstaunlich:
die bei Lürssen in Vegesack gebaute Motoryacht "Azzam", IMO 9693367, 180 m lang und mit einer Vermessung von 13136 Gt
verfügt über eine Maschinenleistung von 69.137 KW. Damit erreicht die "Azzam" eine Geschwindigkeit von 31.5 kn.
Die "Azzam" liegt in der Rangliste der Megayachten an erster Stelle. Sie ist auch die leistungsstärkste Megayacht der Welt.

Zum Vergleich:eine Fregatte der Sachsenklasse verfügt nur über knapp die Hälfte an Antriebskraft.

Auch die an Nr 2 der Rankingliste liegende Megayacht "Rising Sun" , 138 m l, verfügt noch über eine Leistung von 36.000 KW.

Das alles entspricht wohl dem PS Wahn der superreichen Gesellschaft.

Der KW Vergleich bezieht sich nicht auf unsere Fregatten, die absolut ausreichend ausgerüstet sind.


Beste Grüße
Manfred Heinken

In der Anlage die Motoryacht "Azzam"
und die etwas kleinere Motoryacht "Rising Sun"

Meine Fotos, mein Copy

Offline RonnyM

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Re: Antriebskraftvergleich Luxusyacht/Fregatte
« Antwort #1 am: 10 März 2018, 09:49:13 »
...naja Manfred, vergleiche mit der SCHEER hinken natürlich. :angel:

Aber wir waren damals nicht böse, wenn wir - bei mindetens 47 m Wassertiefe - mit 30 Knoten durch die Botanik brackerten. :-D

Wir hatten zwar nur 36.000 PS / 26.478 KW z. Vfg. aber gefreut hat`s uns trotzdem - den Anderen davon zu fahren oder einzuholen - am Plotttisch... :biggre: Aber heute ist man mit weniger zufrieden. :cry:

Grüße Ronny
...keen Tähn im Muul,
over La Paloma fleuten...

Offline RonnyM

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Re: Antriebskraftvergleich Luxusyacht/Fregatte
« Antwort #2 am: 10 März 2018, 10:32:31 »
...noch etwas...

Beim FALLEX-Manöver 1964 mit allen 6 Fletcher und 4 120er vor Norwegen - wenn der KdOZ Kapt. z. S. Mutius auf 30 Kn befahl mussten die 120er erst einmal auf 12 - 14 Kn mit der Fahrt runter, um die Gasturbinen einzukuppeln.

Da habe ich schon damals als kleiner Gefreiter gedacht: Ein gefundenes Fressen für die russ. U-Boote, denn die waren damals schon fleißige Beobachter der Manövere :angel: Während die Fletcher von NULL auf Höchstfahrt in einem Rutsch fahren konnten.

Grüße Ronny
« Letzte Änderung: 11 März 2018, 09:28:24 von RonnyM »
...keen Tähn im Muul,
over La Paloma fleuten...

Offline Smutje Peter

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Re: Antriebskraftvergleich Luxusyacht/Fregatte
« Antwort #3 am: 10 März 2018, 10:48:12 »
Moin zusammen!

etwas off Topic

Das war auch ein Problem bei den leichten Kreuzern der Reichsmarine. Leipzig musste zum Umstellen der Mittel-Anlage von Marsch- auf Höchstfahrt anhalten. Dann wurde die ganze Mittelwelle verschoben um den Propeller  zu verstellen. Das wurde dann bei einem Umbau korrigiert. Danach hatte Lpz. eine normale Schiffsschraube auf der Mittelwelle, die zwar in beiden Fällen (Höchst/Marschfahrt) einen geringeren Wirkungsgrad hatte, aber praktikabler im Gefechtsbetrieb war.
Die K-Kreuzer mussten ihre Wellen stoppen um die Marschdiesel ein oder auskuppeln zu können.  Gemischter Betrieb war hier unmöglich.
Daher halte ich den gemischten Antrieb bis einschließlich der Bayern- und Köln-Klassen für  ziemlich unpraktisch.

geändert 10.58
« Letzte Änderung: 10 März 2018, 10:58:17 von Smutje Peter »
Gruß

Peter aus Nürnberg

Offline Matrose71

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Re: Antriebskraftvergleich Luxusyacht/Fregatte
« Antwort #4 am: 10 März 2018, 11:43:27 »
Salve,

ich muss sagen, dass ich die Leistungsangaben der Yachten für völlig "normal" halte, wenn man mit entsprechenden Rümpfen die angebenen Geschwindigkeiten ereichen möchte.

Die Azzam hat von den Ausmaßen einen "klassischen" Kreuzer Rumpf des WWII ( fast identisch mit der Deutschland/Lützow) und ist größer als eine Arleigh-Burke-Klasse Klasse, die Maschinen Leistung ist in etwa identisch zur  Arleigh-Burke-Klasse. Wenn man 30kn fahren möchte, kommt man nicht mit weniger Leistung aus.
Die WWII Kreuzer in dieser Größe führen 100000-130000 WPS spazieren, um auf 32-33kn zu kommen, insoweit kann man an der Azzam ganz gut die technische Weiterentwichlung sehen.

Die Rising Sun ist z.B von den Rumpfausmaßen gut mit der F123 zu vergleichen, wobei die Yacht das etwas schlechtere L/B Verhälniss mitbringt und etwas weniger Lestung hat, entsprechend ist sie langsamer als eine F123. Dabei fährt sie anscheinend ähnliche/größere MTU Diesel als die Sachsen spazieren und gleich 4 davon, anstatt 2, allerdings muss so eine Yacht auch nicht unbedingt wie ein Kriegsschiff beschleunigen insoweit verzichtet man bei der Rising Sun auf eine Gasturbine.

Die Azzam hingegen sieht vom Antriebskonzept sehr ähnlich zur F124 aus, wobei sie 2 Gasturbinen hat und wohl analog zur Rising Sun etwas "größere" Marschdiesel.

1 X Volltanken bedeutet bei diesen Yachten wohl aber auch mehr als 2000t Sprit, also mehr als 2 000 000 Liter, was je nach Region und Lage in Deutschland 2-3 Vorstadt Villen sind.
Viele Grüße

Carsten

Offline Manfred Heinken

  • Kapitän zur See
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Re: Antriebskraftvergleich Luxusyacht/Fregatte
« Antwort #5 am: 10 März 2018, 13:40:19 »
Moin Carsten,
tolle Informationen, einfach Klasse.

Beste Grüße
Manfred Heinken