Flotten der Welt > Die Rote Flotte

Ausbildung

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der erste:
Ich habe alle Bücher von Clancy und lese sie eigentlich sehr gern. Allerdings hat er nicht in der sowjetischen Flotte gedient und wird vieles vom Hörensagen her wissen. Zudem wird ja in Filmen und Büchern auch immer alles künstlerisch verdichtet und überhöht dargestellt, und aus dramaturgischen Gründen nicht so wie es wirklich ist bzw. war. Ich glaube auch nicht, das bei den Filmen immer russische Fachberater dabei waren. Eine gewisse ideologische Stimmungsmache kommt natürlich auch dazu. Jede Armee hat ihre Eigenheiten, die auf bestimmten Erfahrungen und Traditionen beruhen, auch die sowjetische und die russische. Wenn ich richtig informiert bin, gibt es in den USA nur eine Berufsarmee. In der sowjetischen Flotte gab es Wehrdienstleistende und Berufssoldaten-Offiziere, Fähnriche (Mitschmänner), länger dienende Unteroffiziere. Matrosen gingen nach 3 Jahren wieder nach Hause, die anderen bleiben. Die Bedienung bestimmter Anlagen setzt natürlich  bestimmte Kenntnisse und vor allem Erfahrungen voraus. Deshalb wurden sie in der Regel von Fähnrichen bedient und Matrosen waren dabei als Gasten eingesetzt. Offiziere fingen auf großen Einheiten, dazu zähle ich auch die U-Boote und Schiffe, im Normalfall als Gruppenkommandeure (auf kleineren Einheiten als GA Kmdr.) in den einzelnen Gefechtsabschnitten an. Und konnten natürlich auch alle der ihnen unterstellten Gerätschaften bedienen. Es ist also nichts besonderes, wenn auch mal ein Offizier an den Anlagen sitzt.

Big A:
Die "Mischmänner" entsprechen in anderen Armeen wohl den "Warrant Officers" - also de facto Unteroffiziere mit Portepee auf Offiziersdienstposten.
Vergleichbar in der Deutschen Marine sind hier wohl am ehesten die "Offiziere des Militärfachlichen Dienstes".
Zu "Hunt for Red October" ist zu sagen, dass dieses Erstlingswerk von Clancy, das den Grundstock für alle weiteren Bücher und den Erfolg legte, in enger Zusammenarbeit mit dem US Naval Institute entstanden ist und Clancy von dessen Quellen sehr profitiert hat.

Axel

hillus:
Moin,

die Mitschmänner in der Seekriegsflotte hatten und haben eine hervorragende Ausbildung und sind grundsätzlich "längerdienend" bzw. "Berufssoldaten.
Interessant war für mich immer ihre internationale Wertschätzung. So ist in den verschiedensten Veröffentlichengen immer wieder von den Leistungen der Mitschmänner zu lesen. Es herrschte die allgemeine Einschätzung, die Seekriegsflotte hatte recht gute Kriegsschiffe, schlechte Kommandanten, aber hervorragende Unteroffiziere und Besatzungen. Man mag zum sowjetisch-russischen Ordens- und Medaillensegen stehen wie man will, wird genauer hingesehen, dann haben eine hohe Anzahl von Mitschmännern hohe militärische Auszeichnungen für ihren Dienst bekommen. Was für die vergangenen deutschen Militärs das Ritterkreuz war, so ist es für die ehemalige Sowjetunion und heute der Russischen Föderation die Auszeichnung als "Held der Sowjetunion" bzw. "Held der Russischen Föderation".

Das gilt natürlich auch hinsichtlich unserer eigenen militärischen Vergangenheit wie für den militärischen Korpus all der Länder, die die Unteroffiziere zu schätzen wissen!!

hillus

olpe:
Hallo,
ich kann den vorangegangenen posts nur zustimmen. Die Michmany (Мичманы, Plural) sind die Bindeglieder zwischen dem Offizierskorps und den Unteroffizieren/Mannschaften ... vorrangig auf militärfachlicher Ebene. Abgeleitet aus dem englischen Midshipman (daher die phonetische Ähnlichkeit) ist dieser Dienstgrad mit dem deutschen Begriff Deckoffizier vergleichbar ( --/>/> wikiD), der allerdings Anfang der zwanziger Jahre d.v.Jh. personell nicht mehr aufgefüllt wurde. Nicht so in den russischen und sowjetischen Marinen. International ist der Michman wohl in die Dienstgradgruppe der Warrant Officers einzuordnen. Unten zwei Beispiele aus der Seekriegsflotte:





(Q Link: wiki.gcdn.co, www.sammler.ru)
Grüsse
OLPE

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