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Marineflieger an der Front (Teil I): Flugobermaat Heinrich Hahn

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jaba:
Ich hatte vor Jahren eine Reihe von Beiträge zu Marineflieger im 1.WK in einem anderen Forum begonnen, die ich auch hier für die interessierte Leserschaft vorstellen möchte.

Meistens entstehen solche Beiträge mit einem einzelnen Foto eines Fliegers oder Beobachter dass mir zugeflogen kommt.
Im Rahmen der Recherche tauchen interessante Aspekte auf, die zusammen einen Einblick in das Leben der Protagonisten geben.


Das Bild zeigt den Flugzeugobermatrosen Heinrich Hahn (später Flugobermaat) 1916. Zu dieser Zeit war der 19 jährige Hahn bei der Landflugstation (LFS) Nordholz eingesetzt wo er das Landfliegerabzeichen am 05.03.1916 erhielt. Er stand noch am Anfang seiner Karriere als Landflieger.
Am 08.06.1916 wurde er zum Flugmaat befördert und am 20.10.1916 ging die Reise von Nordholz nach Warschau zum Versuchs- und Übungsflugpark (VÜFP) Ost. Der VÜFP Ost war eine reine Heereseinheit. Hier absolvierte Hahn eine Ausbildung zum Kampfpilot bei der Einsitzerschule Warschau. Nach zwei Monate kehrte er am 23.12.1916 zurück nach Nordholz als Ersatz für einen Ausfall.

Doch sein Weg sollte ihn wieder an de Ostfront führen. Seine Kommandierung zur LFS Wainoden kam am 28.12.1916. Diese Einheit wurde kurze Zeit später in LFS Schlütterhof umbenannt und nahm an der großen Offensive (Unternehmen Albion) zur Eroberung der baltischen Inseln teil.
Hier flog er unter anderem mit dem Abteilungsführer Lt.d.R.M.I. Karl Wippermann (B). In den Flugbüchern von Wippermann sind 14 Flüge mit Hahn verzeichnet. Die sehr vielfältigen Aufgaben der Einheit spiegeln sich in den Aufträgen wieder. Artilleriebeobachtung und Luftaufnahmen gehörten genauso wie Nahaufklärung und Bombardierung feindlicher Ziele zum Aufgabenspektrum. Weiterhin flog Hahn auch eins der zwei Einsitzer der Einheit unter anderem eine Halberstadt D.V 1107/16.
Während seines Einsatzes bei der LFS Schlütterhof erhielt er das Eiserne Kreuz II (16.04.1917).

Folgenden Eintrag findet sich in den Unterlagen der LFA:

--- Zitat ---Am 30.07.1917 hat ein Flugzeug der LFS Schlüterhof Führer: Fl.Mt. Hahn, Beobachter: Lt.d.R: Scheffler, sich aus 3000m Höhe südlich Slock auf 2000m zum Luftkampf auf einen feindlichen Jagdeinsitzer gestürzt. Dem Gegner gelang es leider infolge seiner größeren Geschwindigkeit und des gutliegenden Flakfeuer, über See zu entkommen. Das eigene Flugzeug kehrte mit 2. MG-Treffern im Seitenruder zurück.
--- Ende Zitat ---

Beide sind an diesem Tag von Tukkum aus zu einer Nahaufklärung gestartet. Der Gegner war ein russicher Jagdflugzeug.
Für diese Leistung erhielten beide eine Anerkennung.

Einen Monat nach dem letzten Flug mit Wippermann folgte die Kommandierung, des inzwischen zum Flugobermaat beförderten Hahn (28.07.1917), zur Marine-Feld-Jagdstaffel 1. Hier erhielt er das Eiserne Kreuz I am 27.12.1917. Das sollte der Höhepunkt in seiner Laufbahn als Landflieger werden.
Am 16.05.1918 wurde Hahn während eines Luftkampfs durch einen Oberschenkelschuß verletzt. Er konnte eine glatte Landung bei Ghistelles hinlegen musste sich aber ins Lazarett begeben. Am 13.09.1918 wurde er zur Fliegerschule nach Johannisthal als Lehrer kommandiert und erlebte dort das Kriegsende.

Gruß
Alex

Rast:
Hallo,

sehr guter und intressanter Beitrag!!! :TU:)
Wenn du hast "mehr davon"!!!

Gruß Rast :MG:

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