Webseite Historisches Marinearchiv > Schiffsverluste Griechenland

Die sechs griechische Zollmotorboote A1-A6

(1/6) > >>

Dimitris Galon:
Hallo in die Runde.

Im Jahr 1926 wurden vier Zollmotorboote in Italien für den griechischen Staat fertig gestellt. Diese Boote hatten eine Große von 58 T, waren 13 Meter lang, hatten zwei Maschinen und bekamen die taktische Zeichen A1 bis A4. Später wurden sie von der griechischen Königlichen Kriegsmarine übernommen und erhielten die taktische Zeichen Phi 1 bis Phi 4 (Phi = griech. Φ). Drei davon wurden im April 1941 von der Luftwaffe versenkt, aber alle vier wurden später zur Kriegsbeute erklärt und als Vorpostenboote für die 12. Küstensicherungsflottille (später Küstenschutzflottille Attika) in Dienst gestellt. Eins davon, spezifisch das Zollmotorboot Nr. 4, wurde am 24.04.1941 vor Petalli (Insel Euböa) von der Luftwaffe versenkt (s. Anhang 1).

In der OKM-Verlustliste wird erwähnt, dass am 31.05.1944 das „Zollboot Nr. 4“ bei der Insel Milos nach Minendetonation sank (s. Anhang 2). Das wird auch vom KTB Admiral Ägäis bestätigt. Darüber hinaus wird die deutsche Identität des Bootes bekannt gemacht. Es war nämlich die GA 05.

Nach vorsichtige und intensive Forschung im KTB der 12. Küstensicherungsflottille (später Küstenschutzflottille Attika) lässt sich feststellen, dass die GA 05 die frühere 12 V 11 war. Hier eine kurze Chronik des Schiffes aus den deutschen KTBs.

08.08.1941 als 12 V 11 in Dienst gestellt
15.10.1941 beide Maschinen ausgefallen
01.11.1941 Strm.Mt. Dicken
16.02.1942 Ob.Strm. Noack
01.11.1942 in GA 05 umbenannt
12.11.1942 Ob.Strm. Ehlebracht
16.01.1943 Ob.Strm. (Sdf. Schulz)
29.01.1943 Geschützeinbau in Salamis
01.06.1943 Strm.Mt. Kolozei
16.06.1943 Strm.Mt. Okunik
16.08.1943 Strm.Mt. Peldzus
20-30.03.1944 beim Unternehmen „Landratte“ und „Iltis“ teilgenommen
31.05.1944 nach Minendetonation in Milos gesunken

Das Einstudieren der KTB der 12. Küstensicherungsflottille und der Küstenschutzflottille Attika zeigte, dass das Schiff niemals ausgetauscht wurde und von dem 08.08.1941 bis 31.05.1944 immer dasselbe war. Gleichzeitig in dem deutschen Bericht „Stand der Bergungsarbeiten am 15. Oktober 1941“ (s. Anhang 3 aus BA-MA RW 19/5524) wird berichtet, dass der griechischer Zollkreuzer Phi 4 in Bergung sich befindet. Die Frage ist wie ein Schiff das am 15.10.1941 in Bergung sich befand, bereits am 08.08.1941 als 12 V 11 in Dienst gestellt wurde?

Kann jemand helfen?

Vielen Dank
DG   

Dimitris Galon:
Die griechische Zollmotorboote A1 bis A4 (bzw. Φ1 bis Φ4) sahen alle gleich aus. Hier zum Vergleich ein Foto der GA 04 (ex 12 V 9) aus dem Archiv von Jean Louis Roba.

Gruß
DG

Zerstörerfahrer:
Moin Dimitri,

Fritz Ehlebracht spricht in seinem Buch von insgesamt 5 Zollkreuzern in der Vorpostengruppe der 12. KSFl. (Evtl. 12V7 bis 12V11???)
Die OKM-Verlustliste beweist, daß GA 05 definitiv ein Zollkreuzer war. Aber ist Zollkreuzer Phi 4 = Zollkreuzer Nr. 4? Wäre logisch.
Aber haben die Deutschen hier ihre Boote einfach nur durchnummeriert? Anders kann ich mir nicht erklären, warum 12V11 am 08.08.1941 in Dienst gestellt wurde, während sich Phi 4 noch in der Bergung befand.
Was helfen würde, wären Fotovergleiche von 12V11 bzw. später GA 05 und Vorkriegsaufnahmen von den Zollbooten A1 bis A4.

Grüße
René

Dido:
GA.04 (ex 12.V.9) was indeed one of the former Greek Customs' "A1 class" chasers.

However there are some wrong conclusions here:

--- Zitat von: Dimitris Galon am 13 April 2017, 17:15:08 --- und bekamen die taktische Zeichen A1 bis A4. Später wurden sie von der griechischen Königlichen Kriegsmarine übernommen und erhielten die taktische Zeichen Phi 1 bis Phi 4 (Phi = griech. Φ). Drei davon wurden im April 1941 von der Luftwaffe versenkt, aber alle vier wurden später zur Kriegsbeute erklärt und als Vorpostenboote für die 12. Küstensicherungsflottille (später Küstenschutzflottille Attika) in Dienst gestellt.

--- Ende Zitat ---
First of all, the four Italian-built chasers, were not originally named A1-A4 but D1-D4 (Δ1-Δ4). Τhe letter "Δ" potentially meant "Διωξης"=Chaser. Under these names they were delivered to the Greek Customs, a department of the Greek Ministry of Finance, and operated in anti-smuggling duties. Hence, as they were not warships, they were registered like civilian ships are.
Attached (no.1) is a photo of D1 taken in Ithaki Island. One will note that the ship is not flying the Greek flag but the Italian flag which was apparently used for the delivery voyage. The assumption that the photo was taken during the delivery reason justifies why she has that extra barrel on the stern deck (for additional fuel) and why all these people are on board (visitors for the new vessel).

Secondly, when the ships were transferred from the Customs' to the Navy they took the names F (Φ) 1-F4. They were then renamed A1-A4 and are mentioned as such all the way until their loss.

Lastly, from the four lost "A1 class" boats, at least two of them were never commissioned in the 12. Küstensicherungsflottille. The research conducted a few years ago with Italian researcher Marco Ghiglino, prooved that A2 and A3 were seized by the Italian occupation forces and were towed in January 1941 towards Italy, although A3 never made it there.  Attached (no.2) is a photo (provided by Marco to include in the book "Salvaging History") of A2 being prepared to refloat from a sandbank at Rio, Patras.

From the Greek ex-Customs' chasers, three were surely commissioned by the Kriegsmarine. A1 which was captured in Piraeus largely intact, and the smaller A5 and A6 (both were constructed at Lavrion, Greece in 1927). It needs to be established if "Zoolboot Nr.4" is related to a potentially salvaged A4. I agree with Zerstörerfahrer that a photo of GA.05 would help.

kgvm:
Thanks for these additional informations, but probably there is a typo: "towed in January 1941 towards Italy".

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

Zur normalen Ansicht wechseln