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Autor Thema: Transport KZ-Häftlinge durch die Kriegsmarine  (Gelesen 51238 mal)

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Offline bettika61

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Re: Transport KZ-Häftlinge durch die Kriegsmarine
« Antwort #240 am: 12 September 2018, 21:46:22 »
Hallo Thomas,
Das sehe ich leider ähnlich .
Aktuell dazu anlässlich der geplanten Anklage gegen 2 mutmaßliche SS-Wachmänner aus Stutthof https://www.suedkurier.de/ueberregional/baden-wuerttemberg/Mord-verjaehrt-nie-Warum-den-Nazijaegern-aus-Ludwigsburg-dennoch-die-Zeit-davonlaeuft;art417930,9859500
Zitat
Gegen rund 170.000 Beschuldigte haben deutsche Staatsanwaltschaften seit 1945 wegen NS-Verbrechen ermittelt. In knapp 17.000 Fällen kam es zur Anklage, in rund 7000 zu einer Verurteilung. Die Zahl der Urteile wegen Tötungsdelikten: 1417...
Hier setzen Kritiker der Ludwigsburger Stelle an. „Die Aufarbeitung von NS-Verbrechen in der Bundesrepublik ist katastrophal gescheitert“, sagt etwa der Berliner Historiker und Jurist Dr. Klaus Bästlein. Er hält die Zentrale Stelle von Anfang an für eine Fehlkonstruktion, politisch beeinflusst, erst untätig, dann übereifrig, so sein Urteil.
Das Versagen der Behörde war und ist politisch gewollt.

Edit: mein Filmtip https://www.zeit.de/kultur/film/2015-09/staat-gegen-fritz-bauer-lars-kraume
« Letzte Änderung: 12 September 2018, 21:52:51 von bettika61 »
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Offline t-geronimo

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Re: Transport KZ-Häftlinge durch die Kriegsmarine
« Antwort #241 am: 13 September 2018, 00:45:17 »
Den Film kann ich absolut empfehlen, auch wenn er einen aus heutigen Maßstäben absolut kopfschüttelnd zurück läßt.
Damalige Maßstäbe kenne ich nicht.
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

Offline jockel

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Re: Transport KZ-Häftlinge durch die Kriegsmarine
« Antwort #242 am: 13 September 2018, 08:18:45 »
Fritz Bauer im Frankfurter Kellerklub 1964
Generalstaatsanwalt Dr. Fritz Bauer über sein demokratisches Verständnis, insbesondere auch vor dem Hintergrund der Parteigründung einer nationaldemokratischen Partei. Auch über die aktuelle Rechtsprechung, die Rechtsauffassung und Urteile aus der Zeit.

Gruß
Klaus

Offline bettika61

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Re: Internierte Schiffsbesatzungen
« Antwort #243 am: 28 September 2018, 12:50:08 »
Hallo,
was passierte eigentlich mit den Besatzungen der "gegnerischen" Handelsschiffe, die "interniert" wurden?
Im KTB KMD Danzig wird ersichtlich , wie bei finnischen Schiffsbesatzungen aus der der anfänglich  "zuvorkommenden Behandlung als Gäste der Kriegsmarine" ein Weg ins KZ Stutthof wurde.
An anderer Stelle http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php?topic=9820.0 #5
wird sogar der Weg eienr Besatzung bis nach Neustadt aufgezeigt
Zitat
1944: When the Government of Finland agreed on armistice with the Soviet Union on 2 Sep. and severed relations with Germany, the Mercator was after having discharged a cargo of iron ore from Luleå to Danzig loading there coal for Finland. Loading was immediately stopped and on 5 Sep. discharging was started. Mercator tried on 12 Sep. to leave Danzig in ballast but it was prevented. She was on 16 Sep. arrested and on 24 Sep. taken over by KMD Kriegsmarinedienststelle Danzig (Naval Intendancy Service) in Danzig on request of OKM Oberkommando der Kriegsmarine (Commander-in-Chief of the Navy). The crew was taken ashore on 25 Sep. and 3 weeks later they were interned in a concentration camp at Stutthof. British armoured troops finally released them on 3 May 1945 at Neustadt, whereafter they returned via Denmark and Sweden back to Finland

Hallo,
die MERCATOR war nicht das einzige finnische Schiff, deren Besatzung in das KZ STUTTHOF kam.
https://naszahistoria.pl/finscy-marynarze-w-obozie-stutthof/ar/11658318
Zitat
Finnische Seeleute im Lager Stutthof
Es gab 90 Finnen, 78 Männer und 12 Frauen. Sie kamen nach Danzig an Bord der finnischen Schiffe
s / s Mercator,
s / s Ellen, s / s Bore  VI / und  s/s Wappu. Sie hatten nicht erwartet, dass sie die Hölle von KL Stutthof kennenlernen würden......
Die anderen drei finnischen Schiffe kamen im September und Anfang Oktober 1944 in Danzig an und wurden wie Mercator s / s fast sofort beschlagnahmt.

Edit, die Erinnerungen des  Überlebenden Aarne Kovaala https://www.thesudburystar.com/2013/04/27/a-survivors-story/wcm/80695aa4-8ed0-6366-9b05-f86a935b9bc3
sind von seiner Tochter als Buch herausgebracht worden http://liisakovala.com/?page_id=462
"Surviving Stutthof"




« Letzte Änderung: 28 September 2018, 14:30:27 von bettika61 »
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Offline RonnyM

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Re: Transport KZ-Häftlinge durch die Kriegsmarine
« Antwort #244 am: 28 September 2018, 17:38:29 »
...wenn ich an den geschredderten NSU-Akten denke - wir haben noch immer nicht aus der Vergangenheit gelernt... flop

Grüße Ronny
...keen Tähn im Muul,
over La Paloma fleuten...

Offline bettika61

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Re: Transport KZ-Häftlinge durch die Kriegsmarine
« Antwort #245 am: 01 November 2018, 14:27:31 »
https://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,30620.msg346629/topicseen.html#new
Zitat
Ich habe andernorts gelesen, dass Du etwas über KZ-Transporte geschrieben hast. Dazu gibt es bei Taddey etwas. Liest sich jedenfalls so. Er war zu dem Zeitpunkt 1943 in Trondheim. Er schreibt:

"Die Stationierung des Aviso "Hela" mit dem Flottenchef im Hafen von Drontheim brachte mancherlei neue Erkenntnisse auf Gebieten, die uns völlig fremd schienen und mit denen wir in dieser Form noch nicht in Berührung gekommen waren.

Im Hafen lag eines Tages ein typisches norwegisches Passagierschiff in Rufweite an der Tonne. An Oberdeck wurden Leute in Anzügen, die eher einem Schlafanzug glichen, herumgeführt. Einem Admiral kann man schlecht die Auskunft verweigern, und so hörten wir, daß es sich um sogenannte "Jössing-Leute" handele, norwegische Lehrer, die inhaftiert und als KZ-Häftlinge mit unbekanntem Ziel nach Norden transportiert werden sollten.

Kurze Zeit später lag uns gegenüber am Quai ein deutscher Frachter mit einer seltsamen Menschenfracht. Sie trugen zwar keine einheitliche Kleidung, nach ihrem Aussehen jedoch schienen sie in Yugoslavien oder Griechenland zusammengetrieben worden zu sein. Ihr Alter ließ sich schlecht schätzen, es waren meiner Ansicht auch Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren darunter. Erstaunlich war für uns jedoch die Tatsache, daß die auf diese Menschen einprügelnden Bewacher ganz normale deutsche Polizeibeamte waren, mit Gamaschen, Tschako und der typischen Schmeisser-MPi 18. Man sagte uns zynisch, die Leute würden zu Befestigungsarbeiten an die Eismeerfront transportiert. Die Arbeit sei so schwer und die Sterblichkeit so hoch, daß man sich um den Rücktransport keine Sorgen machen brauche."

Gut, da geht jetzt nicht hervor, dass die Kriegsmarine mit diesen Transporten etwas zu tun gehabt hätte, aber ich dachte, es interessiert Dich vielleicht.
Hallo Matze,
 :MG: diese persönlichen Eindrücke sagen mehr als nackte Zahlen
Zum Transport der inhaftierten norwegischen Lehrer https://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,26430.msg300129.html#msg300129 das war 1942

Yugoslawische Gefangene z.B.
Zitat
24.09.1942      Moero   01.10.1942   stettin   Tr.heim   860   Yugoslav prisoners
Allein für Norwegen konnten bisher über 100 Transporte mit über 80.000 Gefangenen erfasst werden.
Viele Daten hat geliefert Michael Stokke vom Narvik Krigsmuseum  :MG: https://narviksenteret.no/kontaktinformasjon/


Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana