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Autor Thema: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine  (Gelesen 69318 mal)

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Offline bettika61

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Re: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine
« Antwort #225 am: 10 Februar 2017, 20:57:10 »
Hallo,
Zitat
Die I. SS-Baubrigade auf Alderney, genannt Lager „Sylt“, unterstand der Verwaltung des KZ Neuengamme. Die Häftlinge, die die laufenden Häftlingsnummern des KZ Neuengamme zwischen 16000 und 17000 erhielten, mussten aufgrund der befürchteten Invasion der Alliierten im Auftrag des Oberkommandos der Wehrmacht und der Organisation Todt Befestigungsanlagen auf der Insel errichten. Am 24. Juni 1944 wurde das Kommando „evakuiert“. Bei der Evakuierung befanden sich von den ehemals 1000 Häftlingen nur noch 636 im Lager
http://www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de/geschichte/kz-aussenlager/aussenlagerliste/alderney-i-ss-baubrigade/

Hallo,
in den Lagern auf Alderney wurden schon seit 1942 Zwangsarbeiter vor allem Russen aber auch Juden   unter unmenschlichen Bedingungen gefangen gehalten .
Über einen Rücktransport mit den Inselversorgern "Xaver Dorsch" und "Franka"gibt's es einen Zeitzeugenbericht
Danach saßen beide Schiffe zwischen Felsen vor der Küste 2 Wochen ohne Verpflegung vor Alderney fest.
Ein Foto der "Xaver Dorsch" und des ebenfalls gestrandeten  "VP 703"
Das KTB des HAKO Alderney beschreibt die Ereignisse  anders: Danach wurden die Russen und die Besatzung   am  14.1.43 von der "Xaver Dorsch" geborgen und  das Schiff am 17.1.43 im Hafen auf Grund gesetzt. Am 26.1.43 lief das Schiff nach Cherbourgh aus. Entweder stimmt die Bergung nicht, oder die Russen wurden an Bord im Hafen wieder auf das Schiff geberacht und eingesperrt.
« Letzte Änderung: 10 Februar 2017, 21:09:16 von bettika61 »
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Offline bettika61

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Re: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine
« Antwort #226 am: 10 Februar 2017, 22:08:40 »
Hallo,
überliefert ist ein weiterer Transport, der  bis zu 250 Häftlingen edit Zwangs?"Arbeitern" das Leben kostete ,
der Untergang der "SS Minotaure"
Zitat
In another covey on the night of 3 July 1944, approximately 500
workers, including a number of Jewish forced workers, were loaded onto
the SS Minotaure. The convoy, escorted by four escort vessels came
under Allied attack. Denis Le Cuirot a Jersey hospital worker who had
stowed away on the Minotaure recounted the tragedy to Military
Intelligence: ‘[British MTB’s ordered the] convoy to stop. The Germans
refused to stop and tried to run … In a quarter of an hour the four escort
vessels were sunk and we had a torpedo in the bows and a shell aft’.
After the war Le Cuirot stated ‘of the 500 passengers about half lost
their lives when the crowded ship was hit’

aus  "THE JEWS IN THE CHANNEL ISLANDS DURING THE GERMAN OCCUPATION 1940-1945"
FREDERICK COHEN
President of the Jersey Jewish Congregation

Ist über dies Ereignis mehr bekannt ?
« Letzte Änderung: 10 Februar 2017, 22:39:08 von bettika61 »
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Offline Urs Heßling

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Re: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine
« Antwort #227 am: 11 Februar 2017, 12:06:34 »
moin, Beate,

Ist über dies Ereignis mehr bekannt ?
Ja, siehe "Chronik des Seekriegs" :

[Zitat]
1.– 31.7.1944
Nordsee / Kanal / Biskaya

Brit. MTB-Flottillen greifen mehrfach dt. Schiffsziele an.
...
Vor der bretonischen Küste wird die kanad. 65. MTB-Flottille (LtCdr. Kirkpatrick) eingesetzt. Am 3./4.7. greifen MTB 748, MTB 743, MTB 735 und MTB 734 ein deutsches Geleit an, torpedieren den dt. Nachschubdampfer Minotaure (889 BRT), versenken die Vp.-Boote V 208 / R. Walther Darré und V 210 / Hinrich Hey und beschädigen V 209 und M 4622.
[Zitat Ende]

Hiernach - und auch nach Deiner Quelle - ist es nicht vollkommen klar, ob die Minotaure wirklich unterging.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Offline bettika61

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Re: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine
« Antwort #228 am: 11 Februar 2017, 12:34:04 »
Hallo Urs,
danke  :MG:,
die Quellenlage ist wirklich unterschiedlich,
Zitat
badly damageg beached at St.Servan
https://www.theislandwiki.org/index.php/Prisoners

Zitat
On 4 July 1944 the Minotaure an ocean going tug sailing from Alderney to St Malo with about 500 OT workers was hit three times by torpedoes but somehow managed to stay afloat, some 250 died with the ship being towed into St Malo. Two of the escort vessels, V-208 (Walther Darré) and V-210 (Hinrich Hey) were sunk.[5]:81
https://en.m.wikipedia.org/wiki/Alderney_camps
DDK Bd. 6 26.6.(oder 5.7.)44 + ~ bretonische Küste... geh. 1947 rep.
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Offline Schulz

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Re: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine
« Antwort #229 am: 13 Februar 2017, 03:16:41 »
KZ-Schiffe und Häftlingstransporter
Zusammenfassung
Schiffe als Zwangslager

Dazu muss man noch ein Wohnschiff für französischen Zwangsarbeiter und Gefangenen NORDENHAM (4592 BRT, Union Handels- und Schifffahrtsgesellschaft mbh), sogenannte Bananendampfer zulegen, der in Stettin am Parnitz vor Anker gelegen war (Arbeitskommando XIII/226, März 1941-Sommer 1942)
[Quelle: Janusz Moczulski "Wolnosc za 5 marek" Zeitschrift SZCZECINER, Nr. 8/ 2016, S. 18-24 (nach dem Buch von Jean Hélion, They Shall Not Have Me)].

Offline bettika61

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Re: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine
« Antwort #230 am: 13 Februar 2017, 11:25:09 »
Hallo ,
vielen Dank für den Hinweis  :MG:
schön wenn sich jemand der polnischen Literatur annimmt.
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Online Manfred Heinken

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Re: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine
« Antwort #231 am: 13 Februar 2017, 11:44:57 »
Moin zusammen
Verwundetentransportschiff "Nordenham" war ein Bananendampfer der Union Handelsgesellschaft m. b. H. in Bremen.
Stapellauf 1914, -  4.592 BRT.
Das Schiff war Verwundetentransportschiff  vom Oktober 1944 bis zum 7. Dezember 1944. An diesem Tag wurde das Schiff 8 sm westlich von Libau durch ein U-Boot versenkt.
Beste Grüße
Manfred Heinken

Quelle: Schiffschicksale Ostsee 1945

Offline Schulz

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Re: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine
« Antwort #232 am: 13 Februar 2017, 15:47:08 »
Hallo ,
vielen Dank für den Hinweis  :MG:
schön wenn sich jemand der polnischen Literatur annimmt.
Sorry, habe ich vergessen. In dem "Szczeciner" gibt es auch eine kurze Zusammenfassung.

Offline bettika61

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Re: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine
« Antwort #233 am: 20 Januar 2018, 19:20:05 »
Hallo,
Am 26.4.1942 kamen in Telavåg bei der Festnahme von Widerstandskämpfern 2 SS Angehörige ums Leben.
Als Vergeltung wurde am 30.4.1942 das Dorf zerstört , die Überlebenden Frauen und Kinder kamen in norwegische Lager, die Männer in deutsche KZ.
An- und Abtransport von Tätern und Opfern erfolgten mit Schiffen von Bergen.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Telavåg
https://www.nzz.ch/article9K775-1.249479
Zitat
Om kvelden 2. mai ble de stuet ombord i tre tyske båter og transportert til Bergen http://web.hist.uib.no/delfag-h97/jenny/krigentel.htm

Welche Schiffe waren daran beteiligt?

Vermutung Bei axis https://forum.axishistory.com//viewtopic.php?t=159681
Zitat
KM units involved came from Küstensicherungsverband Norwegische Westküste, and should be from one or more of the following units :52. Minensuch-Flottille , 51. Vorposten-Flottille , 53. Vorposten-Flottille , 55. Vorposten-Flottille
regards
Hat jemand passende KTB aus dieser Zeit?
Grüße
Beate

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Offline Erling Skjold

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Re: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine
« Antwort #234 am: 21 Januar 2018, 14:30:18 »
Hallo,

Quote
Hallo,
Am 26.4.1942 kamen in Telavåg bei der Festnahme von Widerstandskämpfern 2 SS Angehörige ums Leben.
Als Vergeltung wurde am 30.4.1942 das Dorf zerstört , die Überlebenden Frauen und Kinder kamen in norwegische Lager, die Männer in deutsche KZ.
An- und Abtransport von Tätern und Opfern erfolgten mit Schiffen von Bergen.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Telavåg
https://www.nzz.ch/article9K775-1.249479
Zitat
Om kvelden 2. mai ble de stuet ombord i tre tyske båter og transportert til Bergen http://web.hist.uib.no/delfag-h97/jenny/krigentel.htm

Welche Schiffe waren daran beteiligt?

Vermutung Bei axis https://forum.axishistory.com//viewtopic.php?t=159681
Zitat
KM units involved came from Küstensicherungsverband Norwegische Westküste, and should be from one or more of the following units :52. Minensuch-Flottille , 51. Vorposten-Flottille , 53. Vorposten-Flottille , 55. Vorposten-Flottille
regards
Hat jemand passende KTB aus dieser Zeit?



None of those KTBs excist for 1942, but anyway, it was Hafenschutzflottille Bergen who assisted:
KTB Adm. Westküste 27.4.42:
"15.00 Hafenschutzflottille Bergen unterstützt eine S.D. Unternehmung in Tellevaag auf Store Sotra durch Bewachung und Überführung verhafteter Norweger sowie Abtransport von grösseren Mengen Waffen, Munition und Sprengstoff."

30.4.42 was S-Boot S15 used to transport Reichkommisar Terboven to Telavåg, but S15 was probably not used to transport prisoners, as she is far away on another task already the next day.

MfG
Erling


Offline bettika61

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Re: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine
« Antwort #235 am: 22 Januar 2018, 21:09:46 »
Hello Erling,
 :MG: thank you for the information.
If the newspaper https://www.nzz.ch/article9K775-1.249479
Is right,  :? on 26.4 it could also have been an e-boat
Zitat
Am 26. April landete morgens ein Schnellboot mit 12 Gestapo-Offizieren und kollaborierenden norwegischen Polizisten an Bord.

.
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Offline Erling Skjold

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Re: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine
« Antwort #236 am: 23 Januar 2018, 23:26:45 »
Hallo,
Difficult to say, but nothing mentioned in KTB Seekommandant Bergen, KSV Westküste nor Adm Westküste. In KTB Adm Norwegen it's stated that HS.Fl Bergen assisted both 26. and 27.4.
Both S15 and S16 might have been tasked, as both seems to have been operational (supported a minelaying operation), but SD had their own boats, and the same had the Hafenkommandant. Anyway, strange that such task wasn't mentioned as long the task 30.4. was.
Maybe somewhere in a SD report it's stated...

MfG
Erling

Offline Darius

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Re: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine
« Antwort #237 am: 07 April 2018, 19:25:43 »
Hallo zusammen,

KTB Skl. vom 30.11.1944 zur Versenkung der RIGEL:
Zitat
MOK Norwegen: Bei dem am 27. von Flugzeug versenkten Dampfer „Rigel“ werden 4 Offiziere und 236 Mann der Bewachung, 2098 Russen, 93 Strafgefangene, 19 Mann Besatzung, 4 Mann Bordflak und 2 Dienstreisende vermißt.


 :MG:

Darius

Offline bettika61

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Re: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine
« Antwort #238 am: 12 September 2018, 15:30:00 »
So hat es bis heute noch keine Anklage für die Ermordung der Häftlinge der Schuten "Wolfgang" und "Vaterland" gegeben, die im Vorfeld der "Cap Arcona" Katastrophe in Neustadt strandeten und dort an Land nicht nur von Wachleuten sondern auch , so steht es bei Wolfgang Lange und Elsbieta Grot, von Angehörigen der Kriegsmarine, erschossen wurden.
Hallo,
es wird vermutlich nie zu einer Anklage wegen der Morde in Neustadt kommen , das Verfahren wurde  eingestellt
Zitat
Mord an 208 Juden in Neustadt bleibt ungesühnt
....Das letzte strafrechtliche Verfahren im Zusammenhang mit der Cap-Arcona-Katastrophe trägt das Aktenzeichen 702 Js 22512/84. Es wurde im November 2015 eingestellt.
.....Lange spricht von Tötungsdelikten, die von bewaffneten Kräften entlang der Wegstrecke vom heutigen Cap-Arcona-Friedhof bis zum Gelände der Kriegsmarine und in Merkendorf stattfanden. „Diese ,Sammelaktion’, man kann auch aufgrund der mindestens 208 jüdischen Toten von dem ,Judenmord in Neustadt in Holstein’ sprechen, dauerte offensichtlich bis in die frühen Nachmittagsstunden des 3. Mai an“, sagt er. Einen konkreten Täter habe man nicht ermitteln können. „Allerdings sind die Gruppierungen bekannt, die diese Sammelaktion durchgeführt haben. Sie kamen unter anderen aus der ehemaligen Marinekaserne am Sandberger Weg“, sagt Lange.

Hinsichtlich der in der Vergangenheit zu diesem Ereignis befragten Zeitzeugen sei festzustellen, dass bewusst weggesehen wurde. „Bis heute werden die Fakten ausgeblendet, dass zum Beispiel am heutigen Strandbad am 3. Mai seit den Vormittagsstunden zahlreiche Stutthof-Opfer am Ufersaum lagen“, sagt Lange.
http://www.ln-online.de/Lokales/Ostholstein/Mord-an-208-Juden-in-Neustadt-bleibt-ungesuehnt
Die Akten im Landesarchiv sind nicht vor 2046 einsehbar.
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Offline TW

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Re: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine
« Antwort #239 am: 12 September 2018, 21:30:57 »
Nachdem wir in der Vortragsreihe der Bibliothek für Zeitgeschichte vor einigen Jahren einen Vortrag des Leiters der Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen (Kurt Schrimm) gehört haben, bin ich zutiefst ernüchtert über die Unfähigkeit und den Unwillen der Justiz in unseren Ländern. Die halten nur ihre Bürokratie am Leben, damit keine Arbeitsplätze verloren gehen. Was die Zentralstelle an Vorermittlungen weiterreicht, stapelt sich in den Justizverwaltungen bis an die Decke. Heraus kommt da nix mehr. Offizielle Begründung: "Kein Personal".

http://www.zentrale-stelle.de/pb/,Lde/Startseite

https://www.bundesarchiv.de/DE/Navigation/Meta/Ueber-uns/Dienstorte/Ludwigsburg/ludwigsburg.html

P.S. Wenn Du Dir die Internet-Adresse anschaust, siehst Du, was Bürokratie ist
« Letzte Änderung: 12 September 2018, 21:41:09 von TW »