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Autor Thema: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine  (Gelesen 64405 mal)

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Re: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine
« Antwort #90 am: 18 Juli 2016, 14:18:26 »
Magnus habe ich in der Crewliste einen Werner und Alexander Magnus gefunden.
Weiß jemand , ober einer der beiden in Griechenland war?

Alexander Magnus (*1893, Crew 10) war August 1943 bis November 1944 Seekommandant Westgriechenland.
Gruß, Thomas

Offline bettika61

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Re: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine
« Antwort #91 am: 18 Juli 2016, 18:11:14 »
Hallo,
der Vormarsch der Russen führte im Sommer/Herbst 1944 zur Räumung der Konzentrationslager in den eroberten Ostgebieten bei Riga und Reval . Über  20.000 Häftlinge wurden per Schiff nach Danzig "evakuiert". Die Frauen kamen ins KZ-Stutthof, die Männer Richtung KZ-Buchenwald
Weitere Informationen liefert
Buch der Erinnerung des VDK
dabei ein Transport am 17.2.1945 von Libau mit dem Dampfer "Balkan"
 nach Hamburg zum Zuchthaus Fuhlsbüttel, dort kam das Schiff am 25.2.1945 an.
Hallo,
zum gleichen Transport
Zitat
.....Als sich wenige Tage später die Russen Riga näherten, verlegte man uns nach Libau. Hier erlebten wir schwerste Fliegerangriffe. In unseren Reihen gab es 14 Tote. Die Verschiffung nach Lübeck war eingeleitet. Acht Tage waren wir in ständiger Minen- und Fliegergefahr in einem Kohlefrachter auf leeren Kartuschen und Munitionskisten auf hoher See.
Ein Funkspruch lenkte uns nach Hamburg um, wo wir am 27. Februar 1945 ankamen und sofort von der SS ins Polizeigefängnis geführt wurden. Nach etwa vier Wochen ging der erste Transport mit 56 Gefangenen nach Bergen-Belsen ab. Als auch ich wegkommen sollte, wurde der Transport wegen Platzmangel im dortigen Konzentrationslager nicht durchgeführt. Zu Fuß mussten wir dann 100 Kilometer nach Kiel zurücklegen...
http://www.tenhumbergreinhard.de/1933-1945-lager-1/1933-1945-lager-r/riga-1.html
Da mehre Zeugen vom "Frachter mit Wehrmachtsgut " schreiben, habe ich nach einem Frachter "Balkan" gesucht.
Bei Witthöft/ Dinklage habe ich nur eine "Balkan" gefunden, die auch bei Schmidtke als Flüchtlingsschiff auftaucht:
"Balkan" ex Clanwood BJ. 1924 2209 Brt
am 19.4.45 mit Soldaten und Flüchtlingen vor Hela versenkt , später mit Giftgas im Skagerrak versenkt
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Offline bettika61

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Re: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine
« Antwort #92 am: 18 Juli 2016, 18:21:23 »
Hallo,
"nur" ein schwimmendes Strafgefangenenlager
Zitat
Das Strafgefangenenlager Elberegulierung Post Griebo bei Coswig (Anhalt) wurde im Jahre 1936 für 400 Gefangene eingerichtet. Weitere 150 Gefangene waren auf dem Wohnschiff „Biber“ untergebracht. Durch die Entnahme von Kies aus dem Strombett der Elbe sollte das Flussbett vertieft und einer Versandung entgegen gewirkt werden, um so eine reibungslose Binnenschifffahrt zu gewährleisten
https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/7YGNABZJWAWI4T26NUHC7FYP7PPDS3EF
Grüße
Beate

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Offline bettika61

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Re: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine
« Antwort #93 am: 19 Juli 2016, 20:37:20 »
Hallo,
seit dem 4.September 1944 waren Weisungen in Kraft, die die Evakuierung des Reichsgaus Danzig-Westpreußen betrafen Deckname "Eva Fall". Dies beinhaltete auch die Pläne für die Evakuierung des KZ-Stutthof, der im Stab des Gauleiters Forster ausgearbeitet worden war. Später wurde darüberhinaus ein anderes Konzept erwogen, das die Evakuierung des KZ "über den Meerweg nach Lübeck oder zum KZ Neuengamme unter der Verwendung der Transportmittel der Kriegsmarine vorsah"
Das zitiert Buch verwendet leider keine Quellenangaben , im Gegensatz zum polnischen WIKI "Eva-Fall"

Hat jemand mehr Hintergrundinformationen/Quellenangaben zum "Eva-Fall" oder hat das zitierte Buch von Dieter Schenk über Albert Forster "Hitlers Mann in Danzig" die den geplanten Einsatz der Kriegsmarine belegen könnten?
« Letzte Änderung: 19 Juli 2016, 22:00:55 von bettika61 »
Grüße
Beate

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Re: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine
« Antwort #94 am: 20 Juli 2016, 17:02:49 »
Liebe Beate
Zumindest die Zusammenstellung des polnischen Wiki-Artikels ist grauenhaft.
Die Einflechtung der Passage über die Flüchtlingstransporte (Gustloff, Goya, Steuben) gehört nicht dorthin und weckt den Anschein, als seien mit der "Gustloff" auch KZ-Häftlinge transportiert worden. Das kann ich nach den vielen Augenzeugenberichten, die es dazu gibt, nicht glauben.

Mitautorin des Kongressdokuments "Die nationalsozialistischen Konzentrationslager : Entwicklung und Struktur / hrsg. von Ulrich Herbert ... " ist Kathrin (nicht Karin) Orth <Berlin>, die eine Menge Ahnung von Schifffahrtsgeschichte hat. Sie wäre möglicherweise am Projekt KZ-Transporte auch sehr interessiert. -- Ich kann sie ja mal an-mailen.

Ein Konzept, das die Evakuierung des KZ "über den Meerweg  unter Verwendung der Transportmittel der Kriegsmarine vorsah", ist nicht zwingend ein Konzept der Kriegsmarine. Die Untersuchung von Konzeptionen und Überlegungen irgendwelcher Schreibtischtäter ist ein weites Feld. Ich würde mich auf die tatsächlichen (schrecklichen) Gegebenheiten beschränken.

Gruß, Thomas
« Letzte Änderung: 21 Juli 2016, 13:13:24 von TW »

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Re: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine
« Antwort #95 am: 22 Juli 2016, 09:50:41 »
Ich habe ja schon zum Ausdruck gebracht, dass ich skeptisch bin, ob man "die" Kriegsmarine für die KZ-Transporte verantwortlich machen kann. Eine Kollegin von mir äußerte die Frage, ob eigentlich nicht, wie schon im Falle der Reichsbahntransporte, Adolf Eichmann als Koordinator und Transportorganisator infrage komme. Ein Blick in Wiki bekräftigt diese Vermutung:

"Als Leiter des Referats IV D 4 bzw. IV B 4 war Adolf Eichmann für die gesamte Organisation der Deportation der Juden aus Deutschland und den besetzten europäischen Ländern zuständig. Ihm unterstand die Koordination sämtlicher Transporte, er sorgte für die Einhaltung der Fahrpläne und die Zusammenstellung und Auslastung der Eisenbahnzüge, die die Menschen in die Ghettos und Konzentrationslager transportierten. Er war somit direkt mitverantwortlich für die Enteignung, Deportation und Ermordung von rund sechs Millionen Juden."

Organisierte er auch die Schiffstransporte?

Auf der anderen Seite muss ich nochmal sagen: Man findet in der Regel nicht einen einzelnen Schuldigen für die Verbrechen an verschiedenen Orten. Die Requirierung der Transportkähne, die konkrete Misshandlung von Häftlingen vor Ort sollte man nicht versuchen, einem Einzelnen oder einer Organisation und ihrem OB anzuhängen. Das simplifiziert die Dinge einfach zu sehr.

Viele Grüße
Thomas
« Letzte Änderung: 22 Juli 2016, 11:58:45 von TW »

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  • Kapitän zur See
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Re: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine
« Antwort #96 am: 22 Juli 2016, 13:16:07 »
  KZ-Schiffe und Häftlingstransporter
   Zusammenfassung
NR/ ABFAHRTSCHIFFGEBIET
01/ 06.11.1942 HohenhörnFinnland
02/ 26.11.1942 DonauNorwegen
03/ 24.02.1943 GothenlandNorwegen
04/ 20.03.1943 Namentliche RaddampferDonau
05/ 02.10.1943 WarthelandDänemark
06/ 09.06.1944 TanaïsRhodos
07/ 11.06.1944 etc. Korfu
08/ 23.07.1944 etc. Namenlose MotorseglerÄgäische Inseln
09/ 10./12.08.1944 MarsDänemark
10/ 07.08.1944 BremerhavenLettland
11/ 11.10.1944 ... Lettland
14/ 17.02.1945 BalkanLettland
15/ 25.03.1945 Zephyr, Elbing IVGotenhafen
16/ 07.04.1945 Schleppkahn WilmaKZ Mittelbau Dora
17/ 24.04.1945 Zugschiffe Adler, Bussard, Danzig ; Schleppkähne Vaterland, Wolfgang, Anne-Maria, ...KZ Stutthof
18/ 27.04.1945 MFP 862KZ Stutthof
19/ 28.04.1945 ApolloKZ Sachsenhausen
20/ 29.04.1945 Schlepper Groß-Heydekrug, Pregel ; Schleppkahn RuthKZ Stutthof
21/ 04.05.1945 Olga SiemersKZ Sandbostel
22/ 05.05.1945 Schleppkahn BreslauKZ Stutthof
23/ 03.05.1945 Cap Arcona ; Thielbek ; AthenKZ Neuengamme
24/ 06.05.1945 Rheinfels KZ Neuengamme
  Schiffe als Zwangslager
NR/ EINSATZJAHRSCHIFFORT
A/ 1933 Peilboot IIIBremerhaven
B/ 1933/34 NDL 86 = Weser IIBremen-Ochtumsand
C/ 1936 BiberElbe bei Coswig (Anhalt)
D/ 1939-1943 BremerhavenStettin-Pölitz
E/ 1943 Hamburg Stettin-Frauendorf
F/ 1944 AlexStettin-Frauendorf
G/ 05.1945 Elmenhorst, OtterbergLübeck-Vorwerk
« Letzte Änderung: 22 Juli 2016, 16:04:31 von TW »

Offline bettika61

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Re: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine
« Antwort #97 am: 22 Juli 2016, 16:52:01 »
Liebe Beate
Zumindest die Zusammenstellung des polnischen Wiki-Artikels ist grauenhaft.
Die Einflechtung der Passage über die Flüchtlingstransporte (Gustloff, Goya, Steuben) gehört nicht dorthin und weckt den Anschein, als seien mit der "Gustloff" auch KZ-Häftlinge transportiert worden. Das kann ich nach den vielen Augenzeugenberichten, die es dazu gibt, nicht glauben.
Lieber Thomas,
 "EVA-Fall" war der Evakuierungsfall von Danzig-Westpreußen, die "Evakuierung" vom KZ Stutthof war nur ein Teil davon
Zitat
Unter diesen Bedingungen entwickelte sich die Evakuierung der deutschen Bevölkerung aus Pommern bald in eine ungeordnete Flucht.  - Unter den Bedingungen der strengen Winter, überfüllt und bombardowanymi Straßen, Massen Flüchtlinge (250 000 wurde ihre Zahl auf 200 000 geschätzt) [10] in Panik und Chaos floh nach Westen, en masse vor Kälte, Erschöpfung oder aus sowjetischen Bomben sterben.  Die NS - Regierung keine wirksamen Hilfe für die Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen [8] .  Der tragische Verlauf war besonders Evakuierung auf dem Seeweg.  Tausende von Flüchtlingen haben sich aufgrund von Dumping durch die sowjetische starb Luftwaffe oder U - Boot - Schiff Evakuierung MS "Wilhelm Gustloff" (c. 9600 Opfer), MS "Goya" (ca.. 6.000 Opfer) oder MS "Steuben" (c. 4900 Opfer).
die Untergänge der Flüchtlingsschiffe gehören in diesen Zusammenhang und erwecken im polnischen wiki Artikel nicht den Eindruck einer Vermischung mit der Evakuierung des KZ Stutthof
Zitat
Mitautorin des Kongressdokuments "Die nationalsozialistischen Konzentrationslager : Entwicklung und Struktur / hrsg. von Ulrich Herbert ... " ist Kathrin (nicht Karin) Orth <Berlin>, die eine Menge Ahnung von Schifffahrtsgeschichte hat. Sie wäre möglicherweise am Projekt KZ-Transporte auch sehr interessiert. -- Ich kann sie ja mal an-mailen.

Bist Du sicher das es die gleiche ist Karin Orth
dann gerne
Zitat
Ein Konzept, das die Evakuierung des KZ "über den Meerweg  unter Verwendung der Transportmittel der Kriegsmarine vorsah", ist nicht zwingend ein Konzept der Kriegsmarine. Die Untersuchung von Konzeptionen und Überlegungen irgendwelcher Schreibtischtäter ist ein weites Feld. Ich würde mich auf die tatsächlichen (schrecklichen) Gegebenheiten beschränken
.
Ich nehme Deine Hinweise ernst, die Botschaft ist verstanden  :O-O:
Für eine Einschätzung der einzelnen Fälle bin ich gerade deshalb an Hintergrundinformationen interessiert.
Das Buch von Schenk über Forster ist bestellt.
hiernach wurde die "Evakuierung" des KZ Stutthof auf dem Seeweg von Forster überwacht
Zitat
As to the official report about the occupancy level of the 23rd April 1945, two days before the beginning of the evacuation, shows, there were on that day 4,508 prisoners in the camp, including 1,690 Jews (265 men and 1,425 women). The evacuation was controlled by Albert Foster, who was on Hela on the 27th of March to the 8th of May, 1945. As chief of staff for all matters of the evacuation in Gau Danzig-West Prussia, he was personally responsible for the provision of the relevant transport. The evacuation should go in three stages : from the camp after Nickelswalde from there to the half-island Hela and then by barges to Lübeck.
Grüße
Beate

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Offline Manfred Heinken

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Re: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine
« Antwort #98 am: 22 Juli 2016, 17:06:42 »
Moin zusammen,
über den Transport von KZ-Häftlingen mit der "Donau" habe ich folgendes gefunden:
Siehe  Anlage.
Quelle: Wikipedia

Gruß
Manfred Heinken

Offline bodrog

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Re: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine
« Antwort #99 am: 22 Juli 2016, 17:38:03 »
Kathrin Orth ist nicht Karin Orth, letztere arbeitet hauptsächlich zu NS und KZ, die erstere war bei der DGSM zusammen mit Herrn Kliem angestellt (hatte beide Damen anfangs auch wegen ähnlicher Vornamen verwechselt)

 :MG:
« Letzte Änderung: 22 Juli 2016, 19:11:01 von bodrog »

Offline bettika61

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Re: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine
« Antwort #100 am: 22 Juli 2016, 19:48:54 »
Zitat
In der Nacht vom 26. auf den 27. April um 2 Uhr 30 wurden die Häftlinge auf Schiffe gebracht. Um 6 Uhr erreichten sie Hel von der südlichen Seite der Halbinsel https://www.facebook.com/notes/muzeum-stutthofstutthof-museum/25-april-jahrestag-der-see-evakuierung-von-kz-stutthof/516252808431758/
Diese Schiffe waren Landungsboote des General Henke, ersichtlich in der Skizze des Häftlings Basler, dessen Tagebuch ein wichtiges Beweisstück im Stutthof Prozeß war.
Ein Landungsboot konnte bereits identifiziert werden http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,13909.msg262029.html#msg262029
Hallo,
dazu ein Funkspruch des AOK. Ostpreussen O.Qu i.A. R i t g en, Major i.G.
Zitat
G e h e i m !

Funkspruch.

Von AOK. Ostpreussen O.Qu. ----------------------------------------------------------28.4.1945

 An
 1.) OKH./Gen.Qu./Qu 1 (Roon)
 2.) OKH./Gen.Qu/Qu 1 (Zeppelin)
 3.) SKL./Qu 6 Hamburg.

Schiffsmeldung: 27./28.4.1945

H e l a ab: 28.4. abends:    
........
Nacht zum 27.4. von Schievenhorst im MFP-Verkehr:
 3975 Flüchtlinge, 870 Verwundete, 2680 Soldaten,
2750 K.Z.-Häftlinge, 15 Lkw., 3 Kräder, 5 Anhänger, 3 Pzw

http://www.forum-der-wehrmacht.de/index.php/Thread/2518-Sperrriegel-Frische-Nehrung-1945/?pageNo=3
Dank an das FdW  :MG:
(Ritgen war schon mal hier Thema)
dazu auch KTB SKL Bd 68 28.4.45
Zitat
4.Transportlage
A)1) Seetra-Lage noch nicht eingegangen.
26.bis 27. von Nehrung/Weichsel 11.000 Mann (davon 4.000 Flüchtlinge) 9.000 Verwundete,
3.500 Gefangene und KZ-Häftlinge, 2.600 Soldaten und 6 MFP mit Heeresgut abtransportiert.....
Nach Eingang erwarteter 7 Transporter Auflockerung Flüchtlings- und Verwundetenstau Hela 28. zu erwarten.
Grüße
Beate

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Offline bettika61

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Re: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine
« Antwort #101 am: 23 Juli 2016, 20:34:36 »
Hallo,
um ihre Bauprogramme in Norwegen zu realisieren verschleppt die Wehrmacht mehr als 100.000 Kriegsgefangene als Zwangsarbeiter nach Norwegen, vorwiegend aus der Sowjetunion.
Im Juni 1942 wuden erstmalig jugoslawische Partisanen nach Norwegen verschleppt, die nicht als Kriegsgefangene behandelt wurden . Zuständig war der Reichskommisar, die Gefangenenlager wurden von der SS errichtet. Die ersten 2600 jugoslawische Häftlinge wurden mit 3 Schiffstransporten  im Juni 1942 von Stettin nach Norwegen verschleppt "Krieg und Verbrechen"..Timm C.Richter

Eins der Gefangenlager war "Beijsfjord":
Zitat
Am 24.Juni 1942 brachte der deutsche Frachter "Kerkplein" 900 Häftlinge aus dem früheren Königreich Jugoslawien in den Hafen von Narwik http://cultureandmore.viacontext.net/content/StreamingMedia.pdf;jsessionid=efqBMheVkwiyUYuWbAsHjGze?id=8039&fileid=00006890
Am 18.Juli 1942 wurden beim "Beisfjord Massaker" 288 Häftlinge ermordet.

"Kerkplein" DDK Bd.7 S.127

Über den Transport der russischen Kriegsfangenen wird hier über Transporte von Stettin über die Ostsee berichtet.
« Letzte Änderung: 23 Juli 2016, 20:42:17 von bettika61 »
Grüße
Beate

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Re: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine
« Antwort #102 am: 23 Juli 2016, 22:54:49 »
Hallo,
Nachdem die Rote Armee Kirkeness 1944 erobert hatte, kam es zur Evakuierung der Nordnorwegischen Gefangenen- und Arbeitslager
Zitat
Am 21. November verließ die Rigel (mit 28 Mann und einer Frau Besatzung und drei Lotsen) den Ort Bjerkvik am Nordostende des Ofotfjords mit 951 Kriegsgefangenen und 114 Mann Wachpersonal an Bord. In Narvik wurden kurz darauf weitere 349 Kriegsgefangene aufgenommen, ebenso 95 deutsche Häftlinge (zumeist der Fahnenflucht bezichtigte Wehrmachtssoldaten) und acht norwegische Zivilhäftlinge. Im Konvoi mit mehreren kleineren Schiffen fuhr die Rigel dann weiter nach Süden und nahm in Tømmerneset, etwa 75 km nordöstlich von Bodø, weitere 948 sowjetische und serbische Kriegsgefangene an Bord, die dort unter der Leitung der Organisation Todt (OT), Einsatzgruppe Wiking, als Zwangsarbeiter am Bau der Polarbahn(Abschnitt Fauske–Tysfjord) eingesetzt gewesen waren.[5] In Narvik und Tømmerneset kamen außerdem weitere 341 Mann Bewachungspersonal sowie OT- und Wehrmachtsangehörige hinzu.

Als die Rigel nach einem kurzen Aufenthalt in Bodø am 26. November zur Weiterfahrt nach Trondheim auslief, befanden sich insgesamt 2838 Personen an Bord: 2248 sowjetische, polnische und serbische Kriegsgefangene in den Laderäumen, 95 deutsche Wehrmachtsgefangene, acht norwegische Gefangene,
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Rigel_(Schiff,_1924)
abweichend die Anzahl der Menschen an Bord
Zitat
Am 27.11. greifen Flugzeuge des brit. Trägers Implacable vor Mosjöen (nördl. Namsos) ein südgehendes dt. Geleit an und vernichten die norweg. Frachter Rigel (3828 BRT) – von 2721 Mann, darunter 2248 russische Gefangene, werden nur 415 gerettet  http://www.wlb-stuttgart.de/seekrieg/44-11.htm
« Letzte Änderung: 23 Juli 2016, 23:13:54 von bettika61 »
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Re: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine
« Antwort #103 am: 24 Juli 2016, 10:56:36 »
Hallo,
gehören die Transporte von Kriegsgefangenen eigentlich zum Thema hier?
Es gibt bereits das Thema "Gefährdung von Transporten mit  Kriegsgefangenen, Internierten und Flüchtlingen
 und Unterlassung von Hilfeleistung" bei Chronik des Seekrieges http://www.wlb-stuttgart.de/seekrieg/kriegsrecht/transporte.htm
Die Transporte nach Norwegen von russischen, polnischen und jugoslawischen Kriegsgefangenen nehme ich mit auf, da sie zur  Zwangsarbeit in Arbeitslager verschleppt wurden und von den Deutschen nicht den Status von Kriegsgefangenen erhielten.

10.8.41 "Bahia Laura"Stettin nach Norwegen 800 russische Kriegsgefangene
12.8.41 "Mendoza" Stettin-Norwegen 800 russische Kriegsgefangene
Die Transporte dauerten bis 1944 an, Stettin war in der Regel der Ausgangshafen
Quelle:Neutralität und totalitäre Aggression...herausgegeben von Robert Bohn
« Letzte Änderung: 24 Juli 2016, 11:09:58 von bettika61 »
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Beate

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Re: Transport Gefangener durch die Kriegsmarine
« Antwort #104 am: 24 Juli 2016, 11:21:21 »
Hallo,
weitere Transporter von Stettin nach Norwegen
-Palatia und Ostland
https://de.wikipedia.org/wiki/Palatia_(Schiff,_1928)
http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,9820.msg136760.html#msg136760

Meine Frage, kann jemand mit Informationen aus dem KTB Admiral Norwegen aus dem Zeitraum 1941-44
über diese Transporte von Kriegsgefangenen zur Verfügung? Nachricht geht auch per PN
Grüße
Beate

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