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Wie (gut) funktionierten die Rolldämpfungssysteme auf der britischen BlacK Swan

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oldenburger67:
Hallo maritimes Forum,

Mein alter Herr ist Anfang der 60er Jahre mit der Graf Spee in Südamerika gewesen.
ER hat mehrfach erwähnt, dass die Graf Spee, alias Black Swan über eine Stabilisierungsanlage verfügte.
Auf Bildern des Rumpfes kann man deutlich eine "Flosse"!!!????? vor den eigentlichen Seitenkielen erkennen?
Meine Frage ist nunmehr wie diese Anlage funktionierte, und natürlich wie gut diese Anlage funktioniert. Auf der Homepage der Schulfregatte Admiral Scheer wurde erwähnt, dass man mit der Anlage das Schiff auch in ruhigen Gewässern ganz gut zum Schaukeln bringen konnte,z.b. um eingestiegene Badegäste zu foppen.
Für mich scheint diese Anlage im vordigitalen Zeitalter ohne moderne Sensorik und ohne die heutigen Hochgeschwindigkeitsservos sehr ambitioniert und schwer zu realisieren?

Könnt Ihr mir etwas darüber sagen.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen

Der Oldenburger

RonnyM:
...zur Schulfregatte SCHEER kann bestimmt Herr Manfred Heinken was sagen...

Grüße Ronny

Manfred Heinken:
Moin Oldenburger, moin Ronny,
richtig, auf der "Schulfregatte Scheer" hatten wir Stabilisatoren. Wenn wir mit der "Scheer" Queer zur See liefen dann wurden diese Stabilisatoren manchmal ausgefahren. Das Schiff lag dann ja, bei dem rauf und runter der Stabis, wesentlich ruhiger im Wasser und die mitfahrenden Schüler konnten ruhiger, was immer sie auch taten, arbeiten. Sehr oft kam das aber auch nicht vor, denn unser Kommandant, Kapitän Wolf, war mehr für die robuste Seefahrt zu haben,
Die Stabis wurden von den Engländer nur deshalb eingebaut, damit die Schiffe bei rauer See besser mit ihren Geschützen den Gegner sehen und treffen konnten. Das Schiff lag dann ja ruhiger im Wasser, die Sicht war  durch überkommendes Wasser nicht so gänzlich eingeschränkt.
Da wir auf der "Scheer" keine Kanonen, jedenfalls zu meiner Zeit hatten, dienten uns die Stabis nur zu ruhigen Pausen beim Backen und Banken.
Die Späße mit den Stabis sind gemacht worden. Damit konnte man den Dampfer so richtig in Bewegung bringen.

Beste Grüße

Manfred Heinken
PS: Die Fregatte hieß einfach nur "Schulfregatte Scheer", der Namenszug "Admiral" wurde ihr nicht vergönnt.

oldenburger67:
Hallo Ronny, Hallo Manfred,

erst mal danke für die prompte Antwort!

Man konnte die Stabis also auch ein- und ausfahren?
Das wusste ich auch noch nicht, das setzt ja eine massive und sehr ausfgeklügelte Technik voraus.
Und Du sagst, dass das also tatsächlich funktioniert hat?
Du siehst mich ziemlich verbüfft!
Meinen alten Herrn kann ich leider nicht mehr fragen, deshalb.
Lief das ganze über einen mechanuischen Rechner, damit die Flossen immer im richtigen Winkel auf der jeweiligen Seite schwenkten?
Ich stell mir das so vor wie bei den mechanischen Feuerleitrechnern, z.B. Hamburg Klasse.
Wurde die Anlage eigentlich elektrisch oder hydraulisch betrieben?

Ich weiß Fragen über Fragen, aber wenn ich jetzt schon jemanden fragen kann !??

Nochmals danke.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen

Der Oldenburger

Manfred Heinken:
Hallo Oldenburger,

ich weiß, das die Stabis ausgefahren wurden. Mehr davon können Dir nur die Techniker erklären, die damit ja zu tun hatten.

Beste Grüße
Manfred Heinken

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