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Autor Thema: "Baden-Württemberg" auf Probefahrt  (Gelesen 23969 mal)

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Offline t-geronimo

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Re: "Baden-Württemberg" auf Probefahrt
« Antwort #120 am: 15 Juli 2018, 00:17:04 »
Irgendwelche Modi hin oder her.
Bevor ich nun weiter schreibe, möchte ich ausdrücklich betonen, dass es mir nicht darum geht, Thommy persönlich anzugreifen!

Ich möchte einfach allgemein mal was loswerden, und das nicht als Admin, sondern als ganz normaler Teilnehmer dieses Forums, denn es geht mir um den allgemeinen Zeitgeist.

Da passiert da draußen auf See ein Notfall, und durch eine glückliche Fügung kommt niemand zu Schaden.
Und was passiert hier? Häme und Spott. Es wird nachgetreten, statt das einer mal sagt: toll, das habt ihr gut gemacht.
Was sollen denn die Jungs und Mädels da draußen denken, die einfach nur ihren Job gemacht haben und dann das hier lesen?
Ist das wirklich unser Zeitgeist, das alles nur vom negativen Blickwinkel aus gesehen wird?

Nochmals: ich möchte niemanden persönlich angreifen.

Vielleicht einfach mal eine Anregung:
Vor einem dreiviertel Jahr ist nach einem Bootsunfall ein Bekannter von mir im Kattegat ertrunken, weil er von den SAR-Kräften zu spät gefunden wurde.
Ich glaube, sowohl er als auch seine Angehörigen würden Himmel und Hölle dafür geben, wenn so ein blöder Helikopter zur rechten Zeit am rechten Ort gewesen wäre, ohne die weiteren Umstände zu hinterfragen.................. :cry:
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

Offline ede144

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Re: "Baden-Württemberg" auf Probefahrt
« Antwort #121 am: 15 Juli 2018, 10:15:39 »
Hallo Torsten,

Es tut mir Leid um deinen Bekannten. Aber im Moment bleibt einem bei der BW nichts anderes als Galgenhumor, da der Zustand unterirdisch ist. Wenn bei der Marine kaum ein Hubschrauber fliegt, die Schiffe in der Werft Schlange liegen wegen Reparaturen, in einem anderen Forum ein Angehöriger eines Gebirgsjägerbatalions sich für jeden Soldaten ein Gewehr wünscht und die Luftwaffe gerade mal vier Eurofighter kampfbereit hat. Also Gratulation an die B-W für den Einsatz. Aber vielleicht sollte jeder mal seinen Abgeordneten schreiben, damit die sich mal um ihre Parlamentsarmee kümmern. Wäre eine örtliche Feuerwehr in einem solchen Zustand wäre der zuständige Bürgermeister schon lange rausgeflogen.

Offline maxim

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Re: "Baden-Württemberg" auf Probefahrt
« Antwort #122 am: 15 Juli 2018, 10:27:42 »
Eine kleine Anmerkung: Zuständig für den Betrieb der Bundeswehr ist die Regierung, also genauer das Verteidigungsministerium. Einen Bürgermeister kann man auch nicht feuern, sondern nur abwählen. An den Abgeordneten zu schreiben, schadet aber sicher nicht.

Offline ede144

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Re: "Baden-Württemberg" auf Probefahrt
« Antwort #123 am: 15 Juli 2018, 11:53:10 »
Eine kleine Anmerkung: Zuständig für den Betrieb der Bundeswehr ist die Regierung, also genauer das Verteidigungsministerium. Einen Bürgermeister kann man auch nicht feuern, sondern nur abwählen. An den Abgeordneten zu schreiben, schadet aber sicher nicht.

Wie schnell ein Bürgermeister gefeuert abgewählt ist, hat man in Duisburg gesehen.

Das Parlament bestimmt über Haushalts- und Verteidigungsausschuss sehr detailliert über die Bundeswehr mit. Wenn es mit den 25 Mio. Vorlagen weiter so bleibt, entscheidet das Parlament bald über die Beschaffung jedes einzelnen Pumas. Und wie schnell die BW etwas bekommen kann, sieht man an K130 Los 2

Offline Darius

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Re: "Baden-Württemberg" auf Probefahrt
« Antwort #124 am: 15 Juli 2018, 16:21:52 »
Ist das wirklich unser Zeitgeist, das alles nur vom negativen Blickwinkel aus gesehen wird?

Hallo tg,

in der Regel werden hier im Forum (= Spiegel des Zeitgeistes?) kaum positive Ereignisse um die aktuelle dt. Marine kommuniziert... Da habe ich in die gleiche Kerbe geschlagen - sorry.

Ein persönlicher Verlust wirkt sich aber auch immer subjektiv aus. Hier im Forum schreiben wir sehr häufig über "xy Tote, xy Verletzte,..."; "Schiff versenkt..." - ohne menschliche Schicksale zu erwähnen. Vielleicht müssen wir bei diesen Ereignissen/Angaben viel gefühlvoller mit den Fakten umgehen.

Es ist auch etwas dran, dass die Zeit die Wunden heilt - es bleiben aber Narben.


 :MG:

Darius

Offline Smutje Peter

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Re: "Baden-Württemberg" auf Probefahrt
« Antwort #125 am: 15 Juli 2018, 16:58:31 »
Hallo Thorsten und Darius

Da muß ich Euch leider Recht geben. Auch ich bin mit dem Thema zu sorglos umgegangen. Danke für diesen Weckruf!

 :MG:
Gruß

Peter aus Nürnberg

Offline RonnyM

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Re: "Baden-Württemberg" auf Probefahrt
« Antwort #126 am: 18 September 2018, 11:34:17 »
Moin,

wenn man mal einen kleinen Rückblick riskiert...

2005 lief die 125er Planung an.
2007 wurde bestellt. Doch die erste Fregatte die 2017 in Dienst gestellt werrden sollte, wurde nicht von der Marine abgenommen und zur Werft zurück gegeben. Beim Test im Dezember 2017 haben die Ingenieure festgestellt, dass die Fregatte nicht das kann was in den Verträgen steht.

Die Warnungen von 2014 des Beratungsunternehmen KMPG wurden ignoriert.  Das Ministerium hatte es versäumt dafür zu sorgen, dass die Computertechnik aktualisiert und Fehler in der Software behoben werden. Die Probleme waren vorhersehbar.

Das Radarsystem KORA funktioniert nicht. Es erfüllt nicht die vertraglichen Anforderungen.
Für das 127er Geschütz gibt ers nicht die versprochene Munition.
Die B-W hat 1,3° Schlagseite.
Die Fregatte hat 178 t Übergewicht. Negativerfahrungen hatte man schon bei der BAYERN gemacht. Bei Dienstbeginn schon Übergewicht werden spätere Umrüstungen/Erweiterungen schwierig bis unmöglich.
Brandschutzbeschichtungen waren untauglich.
Unterwasseranstrich hielt ebenfalls nicht.
500 Km Kabel waren falsch verlegt, weshalb es Probleme  mit dem integrierten Leit - u. Automatisierungssystem Schiffstechnik (ILASST) gab, dass zur Steuerung des Antriebs dient. Die Kabel mussten erneuert werden!!!

Mit dem neuen Besatzungskonzept, 2 Jahre draußen, kommen auf die reduzierte Besatzung ein gehöriges Maß an Reparaturen zu. Weniger Menschen, mehr Arbeit :? Ob und wie lange das wohl gut geht :? :? :?

Grüße Ronny

PS Nachtrag für Herrn Jach: Mein Geschreibsel stammt nicht vom Stammtisch. Vorlage waren das Handelsblatt und ZEIT ONLINE...
...keen Tähn im Muul,
over La Paloma fleuten...

Offline maxim

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Re: "Baden-Württemberg" auf Probefahrt
« Antwort #127 am: 27 September 2018, 18:21:49 »
Hier Fotos von drei der Fregatten der Baden-Württemberg-Klasse bei Blohm + Voss (passend dazu gibt es auch den Bausatz von Dodo Models und Passat Verlag):

Fregatten der Klasse 125 (Baden-Württemberg-Klasse) in Hamburg

Offline Darius

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Re: "Baden-Württemberg" auf Probefahrt
« Antwort #128 am: 27 September 2018, 20:34:15 »
Danke maxim für die Fotos. War wurden sie aufgenommen?


 :MG:

Darius

Offline Darius

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Re: "Baden-Württemberg" auf Probefahrt
« Antwort #129 am: 27 September 2018, 20:37:45 »
September 2018 


:MG:

Darius

Offline Elektroheizer

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Re: "Baden-Württemberg" auf Probefahrt
« Antwort #130 am: 30 November 2018, 13:33:10 »
moin,

eines, wenn nicht das entscheidende der "Aktivitätszentren" an Bord ist die Operationszentrale OPZ.
Dort würde ich eine "Frauencrew" sogar bevorzugen.
Denn: Frauen haben im Durchschnitt wesentlich weniger Farbschwäche als Männer, und die OPZ ist mit Schirmen mit allen Farben (leider) vollgestopft.
https://de.wikipedia.org/wiki/Rot-Gr%C3%BCn-Sehschw%C3%A4che
Dann wäre doch eine Rot-Grün-Sehschwäche ein Ausschluss-Kriterium für den Dienst in der OPZ und ähnlichen Tätigkeiten und sollte bei der Musterung oder einer speziellen Voruntersuchung getestet werden.

Davon ab halte ich Frauen aus einem anderem Grund für die OPZ besonders geeignet: der oft beschworenen "Multitasking" Fähigkeit. Bitte auf die Anführungszeichen achten, das ist kein echtes Multitasking wie in Computern, eher die Fähigkeit mehrere Sachen gleichzeitig im (Hinter-) Kopf zu haben und zu koordinieren. Analog bei Fluglotsen: "Nach verschiedenen Analysen sind Frauen in der Fluglotsenausbildung sogar signifikant erfolgreicher als ihre männlichen Kollegen." - Quelle: https://www.morgenpost.de/wirtschaft/karriere/article210555221/Fluglotse-werden-Von-100-Bewerbern-fallen-rund-95-durch.html

Wobei "Multitasking" nur eins von mehreren Anforderungen an den Dienst in der OPZ sein dürfte.

PS: Wurde in diesem Forum nicht irgendwo eine Grundberührung erwähnt, weil jemand ein in rot eingetragenes Hindernis oder Tiefenangabe nicht lesen konnte?
« Letzte Änderung: 30 November 2018, 13:39:36 von Elektroheizer »
Hast Du schon mal erlebt, dass etwas so bildschön zusammenkracht?

Offline Leutnant Werner

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Re: "Baden-Württemberg" auf Probefahrt
« Antwort #131 am: 11 Januar 2019, 17:41:28 »
https://www.youtube.com/watch?v=_WQNENQTX5Q

Wurde das hier schon mal gepostet? Ich guck mir nicht alles durch....

Ganz beeindruckt war ich von der Aussage des Kommandanten, dass bei den remote-controlled guns dann halt auch niemand mehr auf Deck rum stehen muss. Sind die dann geschützt hinter einem Panzer von 0,5 cm Schiffbaustahl, die Besatzungsmitglieder? So eine Schwurbelscheiße. Schwurbelschiff.
"Ach, der Schampus....wie unaufmerksam von mir!" (Günther Lamprecht als Kapitän des Versorgers "Vegesack" in "Das Boot")

Offline Leutnant Werner

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Re: "Baden-Württemberg" auf Probefahrt
« Antwort #132 am: 11 Januar 2019, 17:46:16 »
Sehe ich gerade erst: Der Chefschwurbler ist Navigations- und Presseoffizier. Und dann wird dann davon geredet, dass die automatisch bedienten Rohrwaffen dafür da sind, Gefahren vom Schiff fern zu halten. Davon dass dieses Kriegsschiff, modern, teuer und in Kreuzergröße, selber vielleicht Gefahr ausstrahlen sollte, davon ist nicht die Rede. Watteballwerfer...
"Ach, der Schampus....wie unaufmerksam von mir!" (Günther Lamprecht als Kapitän des Versorgers "Vegesack" in "Das Boot")

Offline maxim

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Re: "Baden-Württemberg" auf Probefahrt
« Antwort #133 am: 11 Januar 2019, 18:26:02 »
Äh, offensiv ist die Klasse eigentlich recht schwer bewaffnet, auf jeden Fall schwerer als die Vorgängerklassen!

Defensiv dagegen sehr schwach, insbesondere wenn es nicht um irgendwelchen kleinen Piratenboote geht. Es gibt ja nur zwei RAM-Starter zur Nahbereichsabwehr, keine ESSM, von SM-2 braucht man dann gar nicht reden.

Und natürlich macht es einen Unterschied, ob man sieht wo die Geschützbedienung der leichten Geschütze ist oder nicht - also ob fernbedient oder nicht.

Offline thommy_l

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Re: "Baden-Württemberg" auf Probefahrt
« Antwort #134 am: 11 Januar 2019, 18:58:51 »
Hallo,

Zitat
Äh, offensiv ist die Klasse eigentlich recht schwer bewaffnet, auf jeden Fall schwerer als die Vorgängerklassen!

Natürlich! 127mm zu 76mm = (127/76)³ = 4,7 mehr Geschossgewicht (gerundet). Kabumm!!! Die 8 Schiff zu Schiff-Raketen sind ja gleich. Das da so gut wie keine Luftabwehrfähigkeit ist, ist ja wurscht. Mindestens eine Sachsen-Klasse ist ja immer dabei ... für die Unterwasser-Sicherung haben wir ja hochmoderne und funktionsfähige U Boote und Fregatten der 123'er Klasse  :-o

Diese Wattebauschwerfer (O-Ton Ekke) laufen dann eben als Führungsschiffe eines schweren deutschen Flottenverbands.

Wie hier wieder Geld rausgeworfen wird, erschließt sich einem einfachen Betriebswirt und Steuerzahler einfach nicht!
Sorry, ich konnte nicht anders!

Thommy
Schade, daß man einen Wein nicht streicheln kann
Kurt Tucholsky