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Autor Thema: "Baden-Württemberg" auf Probefahrt  (Gelesen 18537 mal)

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Offline Der Niedersachse

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Re: "Baden-Württemberg" auf Probefahrt
« Antwort #75 am: 21 Januar 2017, 19:04:08 »
Das einige Staaten nur auf z.B. ESSM oder ähnliche Flugkörper setzen halte ich für grob fahrlässig. Die Briten mussten das im Falklandkrieg schmerzliche erleben, Stichwort HMS Coventry!

Offline maxim

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Re: "Baden-Württemberg" auf Probefahrt
« Antwort #76 am: 22 Januar 2017, 10:52:13 »
Ich denke nicht, dass man die Versenkung der Coventry als Argument gegen ESSM nutzen kann.

ESSM ist ausdrücklich zum Abfangen von Anti-Schiffsraketen ausgelegt, was für den Sea Dart nicht gilt (obwohl mit dem Sea Dart ein Abschuss einer irakischen Anti-Schiffsrakete gelang: HMS Gloucester 1991, die einen Treffer auf USS Missouri verhinderte, wobei letztere von einem Phalanx-Geschütz einer eigenen Fregatte beschädigt wurde).

Das Problem bei der Coventry war ein ganz anderes: sie wurde von normalen Bomben zerstört. Das Problem war, dass sowohl ihr Feuerleitradar als auch der von HMS Broadsword versagte und deshalb die Raketen gar nicht abgefeuert wurden bzw. nicht gelenkt wurden. Das Feuer der Geschütze der Coventry war wirkungslos bzw. das 2 cm-Geschütz funktionierte nicht.

Dazu sollte man eines bedenken: Sea Dart war ein Zwillingsstarter mit vielen mechanischen Teilen, die versagen konnten und auch öfters versagten. Durch den kurzen Bug der Typ 42-Zerstörer kam viel Salzwasser auf die Luken zu den Magazinen, so dass es wiederholt durch Salzverkrustung zu Problemen beim automatischen Nachladen kam. ESSM wird bei modernen Schiffen aus Senkrechtstartern verschossen, die viel weniger anfällig sind und eine höhere Feuergeschwindigkeit erlauben. Dazu sind die heutigen Radargeräte und die dazu gehörige Software deutlich besser.  Der Fall der Coventry zeigt gerade, dass es nichts hilft, wenn man noch Geschütze hat, aber diese auch nicht funktionieren oder nicht treffen.

Auch die Versenkung von HMS Sheffield durch Exocet kann man nicht auf Probleme mit Sea Dart zurück führen: das Schiff hatte den Angriff als Fehlalarm gewertet und hatte keine der Systeme einsatzbereit, so dass nichts mehr unternommen werden konnte, um den Angriff zu verhindern. Das bestärkte die Entwicklung von Nahbereichsabwehrystemen bzw. die Nachrüstung mit damals vorhandenen Systemen wie Phalanx und Goalkeeper. Diese gelten aber als problematisch, da sie Raketen so kurz vor dem Ziel nur bekämpfen können, dass Treffer durch die Trümmer der Rakete als sehr wahrscheinlich gelten. Deshalb sind moderne Raketenabwehrsysteme auf größere Reichweite ausgelegt und basieren auf Raketen wie RAM oder ESSM.

Offline Urs Heßling

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Re: "Baden-Württemberg" auf Probefahrt
« Antwort #77 am: 22 Januar 2017, 15:36:20 »
moin, Ekke,

Was könnte der Watteballwerfer in so einer Situation machen?
In dem von Dir so gesetzten Szenario sicher weniger ..

.. es gibt allerdings auch andere Szenarien

Betr.: "Watteballwerfer" :
Was ich absolut nicht verstehe und was mir überhaupt nicht gefällt: warum muß "man" die Dinge, die einem weniger gefallen, so "heruntermachen" ?  ist das eine typisch deutsche Eigenart ?

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Offline Redfive

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Re: "Baden-Württemberg" auf Probefahrt
« Antwort #78 am: 22 Januar 2017, 15:42:05 »
Ja ist es Urs, eine typische deutsche Tugend, andere darf man ja auch nicht mehr haben. Bück und wech.  :-P
Werft: Schwerer Kreuzer Prinz Eugen, Leichter Kreuzer Nürnberg

Offline kalli

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Re: "Baden-Württemberg" auf Probefahrt
« Antwort #79 am: 04 Oktober 2017, 18:33:56 »
Fregatte Baden – Württemberg   --/>/> Bundeswehrfilme

Film 1
Film 2

Offline Leutnant Werner

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Re: "Baden-Württemberg" auf Probefahrt
« Antwort #80 am: 15 Januar 2018, 20:07:51 »
"Ach, der Schampus....wie unaufmerksam von mir!" (Günther Lamprecht als Kapitän des Versorgers "Vegesack" in "Das Boot")

Offline Big A

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Re: "Baden-Württemberg" auf Probefahrt
« Antwort #81 am: 15 Januar 2018, 20:33:36 »
Na, da scheint ja endlich mal ein Vertrag vernünftig abgeschlossen worden zu sein...

Axel
« Letzte Änderung: 16 Januar 2018, 06:55:28 von Big A »
Tracers work both ways!!

Real men don't need experts to tell them whose asses to kick.

Offline bettika61

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Re: "Baden-Württemberg" auf Probefahrt
« Antwort #82 am: 15 Januar 2018, 21:18:46 »
Hallo,
das Schiff lag am Wochenende in Kiel im Scheerhafen und will über den Skagerrak nach Hamburg zu
Blohm & Voss
Zitat
Vor dieser Rückgabe bei der Werft mussten vor Aschau in der Eckernförder Bucht in der vergangenen Woche noch einige Messfahrten absolviert werden. Letzter Programmpunkt in Kiel war am Montag das Entladen der Munition beim Depot in Jägersberg bei Laboe....
Die „Baden-Württemberg“ wird am Mittwoch in Hamburg eintreffen und dann gleich bei Blohm + Voss an die Pier gehen. Wie lange es dauert, bis die „Baden-Württemberg“ nach Kiel zurückkommt und ihre Munition wieder an Bord nehmen kann, ist noch völlig unklar. http://www.kn-online.de/Kiel/Mangelhafte-Fregatte-Baden-Wuerttemberg-gab-ihre-Munition-ab
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Offline oleg69

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Sapere aude!

Offline ede144

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Re: "Baden-Württemberg" auf Probefahrt
« Antwort #84 am: 17 Januar 2018, 21:43:33 »
"Curious Case"
http://www.thedrive.com/the-war-zone/16920/the-curious-case-of-germanys-massive-new-but-relatively-toothless-type-125-frigates

Grüße  :O/Y
Olaf S.

Tja, wie immer alles was keine Burke ist, ist Mist. Am Besten finde ich die Kommentare dazu, vor allem den zur Sonnenenergie und den 9 Monaten Düsternis die wir haben  :sonstige_154:
Sieht man auch bei den Diskussionen über das FFX Programm der USN. Für das was die F125 gedacht ist, ist sie gut geeignet. Was sie nicht kann sind die Dinge wofür man die F122 z. B. hatte: also keine Gelitzugschlachten im Atlantik und keine Schlachten mit der Rotbannerflotte. Dafür bekommen wir dann hoffentlich bald das MKS 180

Offline beck.Schulte

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Re: "Baden-Württemberg" auf Probefahrt
« Antwort #85 am: 17 Januar 2018, 21:57:32 »
also keine Gelitzugschlachten im Atlantik und keine Schlachten mit der Rotbannerflotte. Dafür bekommen wir dann hoffentlich bald das MKS 180... ratlos!  :BangHead:  Ist das Ihr ernst ?  Na Gott sei dank ist mit dem Multi-Kulti-Staatsvolk Spaßvolk  der BRD keinerlei Krieg zu führen weder gegen Rotbanner oder China-Böller. Laßt man unsere Marine weiterhin Fachkräfte vor dem Ertrinken retten, Gummiboot beschatten. Aber bitte keinerlei Krieg. Solang ich bei B&V an den Dingern mit rumgewörkt habe  war dies auch Konsens im Gesamtbetrieb. Vielleicht sieht man es dort heute anderes und baut tatsächlich Schiffe zum Töten.  :-(  ne doch ... :sonstige_154:

Offline maxim

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Re: "Baden-Württemberg" auf Probefahrt
« Antwort #86 am: 18 Januar 2018, 06:29:38 »
Töten können diese Schiffe schon - aber nicht sich selbst verteidigen. Ihnen fehlt eine vernünftige Flugabwehr/Raketenabwehr, da sie nur RAM-Starter haben. Mit dem neuen 12,7 cm-Geschütz und RBS-15-Raketen sind die neuen Fregatten deutlich schwerer bewaffnet als ihre Vorgänger, wenn es um Schlagkraft geht. Sie sind für die Art Einsätze gedacht, die für westliche Marinen der letzten Jahrzehnte typisch sind: Einsätze gegen Länder und Kräfte, die sich praktisch nicht mit normalen Mitteln verteidigen können. À la Somalia, Piraten etc.

Offline ede144

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Re: "Baden-Württemberg" auf Probefahrt
« Antwort #87 am: 18 Januar 2018, 08:44:43 »
also keine Gelitzugschlachten im Atlantik und keine Schlachten mit der Rotbannerflotte. Dafür bekommen wir dann hoffentlich bald das MKS 180... ratlos!  :BangHead:  Ist das Ihr ernst ?  Na Gott sei dank ist mit dem Multi-Kulti-Staatsvolk Spaßvolk  der BRD keinerlei Krieg zu führen weder gegen Rotbanner oder China-Böller. Laßt man unsere Marine weiterhin Fachkräfte vor dem Ertrinken retten, Gummiboot beschatten. Aber bitte keinerlei Krieg. Solang ich bei B&V an den Dingern mit rumgewörkt habe  war dies auch Konsens im Gesamtbetrieb. Vielleicht sieht man es dort heute anderes und baut tatsächlich Schiffe zum Töten.  :-(  ne doch ... :sonstige_154:

Dass das Missionsprofil der Baden-Württemberg nicht wirklich für alle möglichen Einsätze passt hat man ja mittlerweile gemerkt und die MKS 180, die ja mal als Korvette begonnen hatte, wird ja anscheinend wirklich wieder ein richtiger Kämpfer.

Es ist leider so, das Teile unserer Politiker rosarote Brillen aufhaben und bei bestimmten Themen einfach blind sind. :BangHead:

Offline beck.Schulte

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Re: "Baden-Württemberg" auf Probefahrt
« Antwort #88 am: 18 Januar 2018, 10:26:12 »
À la Somalia, Piraten etc...aber mal im ernst.  Dafür sind diese Dinger zu teuer zu groß und was nicht noch. Es fehlt halt an dem politischen Willen der Welt  dort "aufzuräumen". Seit bewaffnete Kommandos auf den Schiffen mitfahren weiß man dort, dass die nicht lange fragen und die Lage hat sich beruhigt. Alles recht preiswert.  Alle "Aktionen" der deutschen Marine sind bisher entweder  humanitär ( Mittelmeer) oder reine Polizei Aufgaben ( Piraten) .Dazu dann noch reichlich Polit-Show ( Türkei )  Dafür brauche ich keine Großkampfschiffe mit Wahnsinns Elektronik, Raketen, U-Jagdtorpedos usw.
Nun zu dem gern vorgebrachten Argument.." man weiß ja nie was kommt.." Neben anderem ist der Kriegseinsatz immer noch an ein Mandat des BT gebunden. Dazu brauche ich eine Bevölkerung die zumindest in großen Teilen einen Krieg mittragen würde. Wir sind nicht mehr beim Kaiser, Hitler, Ulbricht oder Adenauer. Wer die Anti-Nachrüstung Demos erlebt hat weiß was dann kommen würde. Zudem haben wir eine immer größer werdende multi-national-kulturelle Bevölkerung, mit Parallelgesellschaften die es schon heute schwierig machen, eine wie auch immer geartete für alle geltende Norm durchzusetzen.  und so weiter und so weiter.   Letztlich konnte mir bisher keiner sagen wer der Gegner denn sein soll, der eine geballte NATO , EU oder UN Seemacht benötigt.
Ergo a la Theo Heuss "Na dann siegt man schön"  :-D

ach ja: Man sollte wenn man einen Kriegseinsatz vorbereitet immer eine Ersatz-Crew bereithalten. Wenn es 2ernst" wird ,wird wohl ein Teil der Besatzung den Kriegsdienst ganz legal verweigern.  :-D
« Letzte Änderung: 18 Januar 2018, 10:40:08 von beck.Schulte »

Offline ede144

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Re: "Baden-Württemberg" auf Probefahrt
« Antwort #89 am: 18 Januar 2018, 14:14:04 »
À la Somalia, Piraten etc...aber mal im ernst.  Dafür sind diese Dinger zu teuer zu groß und was nicht noch. Es fehlt halt an dem politischen Willen der Welt  dort "aufzuräumen". Seit bewaffnete Kommandos auf den Schiffen mitfahren weiß man dort, dass die nicht lange fragen und die Lage hat sich beruhigt. Alles recht preiswert.  Alle "Aktionen" der deutschen Marine sind bisher entweder  humanitär ( Mittelmeer) oder reine Polizei Aufgaben ( Piraten) .Dazu dann noch reichlich Polit-Show ( Türkei )  Dafür brauche ich keine Großkampfschiffe mit Wahnsinns Elektronik, Raketen, U-Jagdtorpedos usw.
Nun zu dem gern vorgebrachten Argument.." man weiß ja nie was kommt.." Neben anderem ist der Kriegseinsatz immer noch an ein Mandat des BT gebunden. Dazu brauche ich eine Bevölkerung die zumindest in großen Teilen einen Krieg mittragen würde. Wir sind nicht mehr beim Kaiser, Hitler, Ulbricht oder Adenauer. Wer die Anti-Nachrüstung Demos erlebt hat weiß was dann kommen würde. Zudem haben wir eine immer größer werdende multi-national-kulturelle Bevölkerung, mit Parallelgesellschaften die es schon heute schwierig machen, eine wie auch immer geartete für alle geltende Norm durchzusetzen.  und so weiter und so weiter.   Letztlich konnte mir bisher keiner sagen wer der Gegner denn sein soll, der eine geballte NATO , EU oder UN Seemacht benötigt.
Ergo a la Theo Heuss "Na dann siegt man schön"  :-D

ach ja: Man sollte wenn man einen Kriegseinsatz vorbereitet immer eine Ersatz-Crew bereithalten. Wenn es 2ernst" wird ,wird wohl ein Teil der Besatzung den Kriegsdienst ganz legal verweigern.  :-D

Warum zu groß und zu teuer? Gibt es nicht den Spruch Stahl ist billig und die Luft ist umsonst? Wenn eine Sachsen vor Somalia Piraten jagen soll, und sie 4 Wochen hin und zurück fährt, und alle 6 Monate zur Instandsetzung in die Werft soll, ist das sehr unwirtschaftlich. Die Baden-Würtemberg kann da 2 Jahre bleiben und hat die Hälfte der Besatzung einer herkömmlichen Besatzung. Da ist der Einsatz wesentlich kostengünstiger.
Und grundsätzlich sehe ich die BW wie eine Feuerwehr. Die braucht man in der Regel auch eher selten, aber wenn man sie braucht, dann muss sie einsatzbereit sein. Und das kann die BW im Moment nicht.