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Autor Thema: Arbeitszeitverordnung dank EU  (Gelesen 7569 mal)

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Offline RonnyM

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Re: Arbeitszeitverordnung dank EU
« Antwort #15 am: 07 Juni 2017, 16:32:34 »
...soweit die Theorie. Leider sieht die Realität anders aus. Hier mal einen Auszug aus Augen geradeaus:

Die Geschichte war nur eine Frage der Zeit und die Journalistin Bärbel Krauß von der Stuttgarter Zeitung hat sie jetzt als erste aufgeschrieben. Die zunehmende Belastung verschiedener Truppenteile, vor allem der Marine, zusammen mit der Umsetzung der EU-Arbeitszeitrichtlinie führt dazu, dass demnächst ihre Arbeit einstellen können oder müssen: Die Soldatinnen und Soldaten, die auch ein Anrecht auf Urlaub und Freizeit haben, werden dann des Rest des Jahres für diesen Anspruch benötigen. Falls der nicht mit Geld abgegolten wird. Aus den Bericht:

In einigen Bereichen der BW sind seit Jahresbeginn so viele Überstunden angefallen, dass einzelne Einheiten mittlerweile am Rand ihrer Funktionsfähigkeit stehen. Als Brennpunkt dieser Entwicklung werden in gut informierten Kreisen unter anderem die gesamte Marine, das BW-Krankenhaus in Ulm, die Ausbildungsmanschaften im Gefechtsübungszentrum in Letzlingen und die Soldaten genannt, die zur Flüchtlingshilfe abkommandiert waren.
"Wenn die Marinesoldaten ihre Überstunden nicht ausbezahlt bekommen, sondern abbummeln müssten, kann die Marine vom Herbst an ihre Schiffe nicht mehr bemannen", erklärt ein Insider.

"Durch die laufenden Einsätze haben sich so viele Überstunden angesammelt, Dass die Besatzungen bis zum Jahresende Urlaub anmelden können. Dann müsste die Flotte allerdings im Hafen bleiben."

Allerdings laufen die Einsätze ja weiter, werden nicht weniger, im Gegenteil - und irgendwann werden bestimmte Missionen nicht mehr bemannt werden können, egal, wie der politische Wille aussieht. (Schon bei der parallelen Beschickung von ATLANTA vor Somalia, UNIFIL vor dem Libanon, und der NATO-Mission in der Ägäis wurde es ja in den vergangenen Monaten eng. Überwiegend wegen des Mangels an Material, sprich Schiffe. Demnächst vielleicht auch wegen des Mangel an Personal.)

Wenn ich die Arbeitslosenzahlen sehe, sind die Chancen die Leute einzufangen, die rechnen und lesen können, wohl sehr gering. Man kann ja jetzt auch nicht mal schnell die Wehrpflicht aufleben zu lassen, Das wäre ja ein Eingeständnis von Missmanagement. :angel:

Grüße Ronny
...keen Tähn im Muul,
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Offline Huszar

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Re: Arbeitszeitverordnung dank EU
« Antwort #16 am: 07 Juni 2017, 17:47:06 »
Naja, bescheuerte Regelungen gibt es überall. Da kam irgendein Blödmann auf die Idee, dass Brummifahrer ihre Pause nicht mehr auf einem Parkplatz nehmen dürfen, sondern zwingend in ein Hotel müssen. Allerdings:
1, Bewachte Parkplätze sind sowieso Mangelware
2, die normalen Parkplätze sind schon so überfüllt
3, in einem Hotel gibt es keine Parkplätze für Lkw (und noch weniger bewachte)

Wie sich dieser Blödmann es vorgestellt hat, wo die Lkw dann abgestellt werden, und was von diesem Lkw noch übrig ist, wenn der Fahrer nach mehreren Stunden zurückkommt, kann ich nicht verstehen.
Zumindest werden die Jobs der Kollegen durch diese Regelung geschützt. Geklaute Ladungen und Lkw machen doch einiges an Arbeit...

(ok, da diverse Speditionen wegen der Regelung und den Strafen wegen nicht-Befolgung dieser eher zu machen, wird die Arbeit weniger. Danke...)

Sorry, war bissl off-topic
Reginam occidere nolite timere bonum est si omnes consentiunt ego non contradico
1213, Brief von Erzbischof Johan von Meran an Palatin Bánk von Bor-Kalán

Offline Götz von Berlichingen

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Re: Arbeitszeitverordnung dank EU
« Antwort #17 am: 07 Juni 2017, 22:15:52 »
»Der Tod stellt aus versorgungsrechtlicher Sicht die stärkste Form der Dienstunfähigkeit dar.«
(Unterrichtsblätter für die Bundeswehrverwaltung)

http://www.zenkreis.de/zen/humor/nochmehr/gesetze.htm
»Jedes Problem durchläuft bis zu seiner Anerkennung drei Stufen: In der ersten wird es lächerlich gemacht, in der zweiten bekämpft, in der dritten gilt es als selbstverständlich.«  Arthur Schopenhauer

Offline Big A

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Re: Arbeitszeitverordnung dank EU
« Antwort #18 am: 08 Juni 2017, 07:43:24 »
Zur Entschärfung:

Einsätze (mandatiert oder einsatzähnliche Verpflichtungen) fallen nicht unter die Arbeitszeitverordnung!

Der GI hat sich klar dahingehend geäußert, dass, wenn Mehrarbeit anfällt (angeordnet ist) diese eben auch gem. den Richtlinien mit eld abgegolten werden soll. (ist den meisten Betroffenen sowieso lieber, so meine subjektive Wahrnehmung)

Axel
Weapons are no good unless there are guts on both sides of the bayonet.
(Gen. Walter Kruger, 6th Army)

Real men don't need experts to tell them whose asses to kick.

Offline Didi170

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Re: Arbeitszeitverordnung dank EU
« Antwort #19 am: 29 Juni 2017, 21:33:50 »
Wem ist das eigentlich eingefallen mit der AZV, der war wohl auf einem Schiff?
Schöne Grüße
Dieter

Offline RonnyM

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Re: Arbeitszeitverordnung dank EU
« Antwort #20 am: 06 Dezember 2017, 15:28:24 »
Moin,

wie sieht es aus bei der Bordzulage. Wir wohnten ja im Hafen 24 Stunden an Bord. Jetzt müssen die Lords nach 8 Stunden den Dampfer verlassen und ihre Unterkunft an Land aufsuchen.

Wird nun die Zulage um 2/3 gekürzt :? :? :? Denn die Zulage weiterzahlen wäre ja zu einfach... :angel:

Wer kann Auskunft geben :?

Grüße Ronny
...keen Tähn im Muul,
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Offline Elektroheizer

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Re: Arbeitszeitverordnung dank EU
« Antwort #21 am: 13 Januar 2019, 21:10:27 »
bisher ist es so, dass, wie im Beispiel gezeigt, ein Oberstabsgefreiter, der schon 6 Jahre auf EGV´s fährt, sich nun eine Wohnung suchen muss. So mal eben 400-500 Euronen weniger tut schon weh.

Sollte sich der Bund entschließen die Kosten zu übernehmen, fragt man sich auf der anderen Seite, ob man diese sinnlos verpulverten Gelder nicht anderweitig sinnvoll einzusetzen. :BangHead:

Vorhin kam auf "Hallo Niedersachsen" ein Bericht über die Soldaten-Arbeitszeitrichtlinie. Zu sehen war ein HG in einer vom Bund angemieteten Stadtwohnung, sah aus wie eine Studentenbude. Ältere Soldaten müssten sich ihr Unterkunft selber suchen, ob diese auch vom Bund bezahlt werde ging daraus nicht hervor. Am Stützpunkt Wilhelmshaven werden derzeit Landwohnungen für die Besatzungen errichtet, Einzelzimmer mit WC/Dusche und ausgestattet mit Fernsehen und WLAN.

Umgesetzt wurde de Soldaten-Arbeitszeitrichtlinie mit dem besonderen Focus auf eine gesteigerte Attraktivität der BW auf dem Arbeitsmarkt.
Hast Du schon mal erlebt, dass etwas so bildschön zusammenkracht?

Offline RonnyM

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Re: Arbeitszeitverordnung dank EU
« Antwort #22 am: 14 Januar 2019, 08:20:24 »
...und ich bleibe dabei, Koje und Arbeitsplatz gehören zusammen. Nur so kann mE eine Verbundenheit hergestellt werden. Gerade Abends nach Dienst eine gemütliche (Bier) Runde im Deck. Das hatte doch was, dass schweißt zusammen... :angel:

Grüße Ronny
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Offline Manfred Heinken

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Re: Arbeitszeitverordnung dank EU
« Antwort #23 am: 14 Januar 2019, 16:07:17 »
Moin zusammen,
finden diese, wie auf dem Foto zu sehen, Einsatzbesprechungen nicht mehr an Bord statt?
Das währe natürlich mehr als schade.
Von diesen Ereignissen an Bord wird doch heute noch gesprochen und geschwärmt, geschadet haben uns diese
Besprechungen auch nicht.
Einsatzfähig waren wir zu jedem Zeitpunkt, wo immer wir gefordert wurden..
Beste Grüße
Manfred Heinken

Offline ziege

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Re: Arbeitszeitverordnung dank EU
« Antwort #24 am: 14 Januar 2019, 18:49:27 »
@ Ronny und Manfred

 top top top :TU:) :TU:) :TU:)

 :OuuO:

Grüsse,

Uwe

Offline U99

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Re: Arbeitszeitverordnung dank EU
« Antwort #25 am: 14 Januar 2019, 18:59:24 »
Bald werden sie aus der Armee einen Kindergarten machen. Putin lachte nach den Vorschlägen der Gewerkschaft im Falle eines Angriffs gegen die weiße Fahne wahrscheinlich zwei Tage. Sie halten ihre Soldaten drei Tage im Winter auf Wache, um sich an den Beruf zu gewöhnen, für den sie sich entschieden haben.

Offline habichtnorbert

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Re: Arbeitszeitverordnung dank EU
« Antwort #26 am: 14 Januar 2019, 19:11:32 »
Moin, moin, Ronny und Manfred,

ja das wahren noch Zeiten, auch bei der VM,
und die Schiffsbesatzungen gehören auch heute noch an Bord,
nur die Offiziere Wohnten im Vorfeld außerhalb der Objekte, so das sie bei Alarm innerhalb von 5 Minuten im Stab sein konnten und innerhalb von 10 Minuten sich an Bord befanden,
wie sollen sonst die Schiffe und Boote innerhalb von 10 Minuten Auslaufbereit sein,  :?

Manfred,
ein schönes Bild hast Du da eingestellt, hab inzwischen schon mit bekommen, das Ihr immer alles an Bord hattet,

bei uns gabs nichts weiter an Bord, für Zigaretten, Bonners und Limo war jeder alleine Verantwortlich, außerdem war Alkoholverbot, trotzdem schafften wir es immer wieder einige Flaschen am Tor-KP vorbei zuschmuggeln, kann man heute ja zugeben, da ja keine Bestrafung mehr folgen kann  :-D ,

hab hier auch ein Bild von unserem 8 Manndeck,
 :MG:
Gruß Norbert

Wo die Flotte hinfährt, sind die Minensucher schon gewesen

Das Historische Marinearchiv: www.historisches-marinearchiv.de

Offline Manfred Heinken

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Re: Arbeitszeitverordnung dank EU
« Antwort #27 am: 15 Januar 2019, 08:35:21 »
Moin Norbert,
wenn ich mir Dein Foto so ansehe, sehe ich doch, das  in den Decks, egal ob BM oder VM, die Freiwache immer
angenehm gestaltet wurde.
Diese Erinnerungen bleiben uns erhalten.

Beste Grüße
Manfred Heinken

Offline Sven L.

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Re: Arbeitszeitverordnung dank EU
« Antwort #28 am: 15 Januar 2019, 10:15:47 »
Hallo Leute,

Mal in die Diskussionsrunde gefragt - wie sieht es bei den anderen EU-Partner aus? Zum Beispiel in der französischen Marine? Gibt's da Informationen?
Grüße vom Oberschlickrutscher
Sven


_________________________________
Solange man seinen Gegner nicht bezwungen hat, läuft man Gefahr, selbst bezwungen zu werden.
Clausewitz - Vom Kriege

Offline kalli

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Re: Arbeitszeitverordnung dank EU
« Antwort #29 am: 15 Januar 2019, 10:55:52 »
Zur Umsetzung in den Mitgliedsstaaten (ist aber schon etwas älter)
https://www.bundestag.de/blob/438620/3ccb67f2fb8352fae6c26ae2243fc98b/wd-2-082-16-pdf-data.pdf
Gesetz:
https://www.gesetze-im-internet.de/sazv/SAZV.pdf
Man kann ja von den alten Zeiten schwärmen. Aber die Zeiten ändern sich. Die VO ist etwas komplexer als das bisher hier diskutiert wird. Die Anforderungen an eine Berufsarmee sind eben ein „wenig“ anders.