Flotten der Welt > Bundesmarine / Volksmarine / Deutsche Marine

Arbeitszeitverordnung dank EU

<< < (8/8)

RonnyM:
Moin Matze, ich möchte ja deine Ansichten nicht widersprechen, da ich eben eine Generation früher "an Bord" war. Ich habe in den 8 Jahren nur Dickschiffe gefahren. Da war UW 12 die löbliche Ausnahme.

Eine längere Dienstzeit hatte 1970 "Schmidt Schnauze" verhindert. Denn auf der Fachschule in Flensburg kamen die Leute von der Stammdienststelle "an Bord" und versuchten uns eine Weiterverpflichtung schmackhaft zu machen. Aber damals war die Situation so, dass Dank des Haarerlasses - die Haare waren länger als die Mützenbänder - und die Aufweichung der Disziplinarordnung - S- Boote und Minensucher konnten teilweise nicht auslaufen, weil die Kommandanten mit der schriftlichen Erwiderung der Beschwerden am Schreibtisch gebunden waren- eben eine Weiterverpflichtung für uns nicht in Frage kam. Übrigens waren auch Heer und Luftwaffe mit an Bord. Dort das gleiche Dilemma.

Jedenfalls waren zu meiner Zeit die Unterkünfte, bis auf den Fletcher, uneingeschränkt wohnlich. Neidisch war ich, als ich während der Kieler Woche mal einen unserer Minensucher besucht hatte. Die hölzerne Einrichtung, die hölzerne Koje mit Vorhang und Beleuchtung, was brauchte man da noch eine Stadtwohnung...

Gut, die Zeiten haben sich geändert. Jedenfalls hatte zu meiner Zeit sich keiner über zuviel Stunden aufgeregt. Das war überhaupt kein Thema. Warum? Weil Arbeitsplatz und Koje an einem Ort war. So war es auch möglich, sich zwischenzeitlich mal eben auf die Ducht zu hauen.

Übrigens, zu meiner Zeit hätten sich die Berufssoldaten gefreut, mal für 12 oder 13 Jahre an einem Kommando tätig zu sein. Umziehen hieß die Parole.

Ich denke jedenfalls positiv auf meine 8 Jahre zurück und habe heute keinerlei Verlangen, als Mariner im Fleckentarn zu marschieren.

Grüße Ronny

Kuddelshark:
Bei allem was hier so geschrieben wurde, darf man nicht vergessen, dass diese neue Arbeitszeitregelung für die gesamte Bundeswehr gilt. Im Heer und in der Luftwaffe ist das Ganze ebenso einfach umzusetzen wie in den diversen Landdienststellen der Marine einschließlich MarKdo und MUKdo. Die ganze Arbeitszeitaktion läuft unter anderem auch unter dem Motto "Vereinbarkeit vom Familie und Beruf". Die "Probleme", die angeblich das seefahrende Personal hat, sind auf Grund der vergleichbar geringen Zahl von Betroffenen, nachrangig.
Btw. Kosten für eine Wohnung haben andere Soldaten in anderen Teilstreitkräften auch. Ich persönlich hätte nach einer 5-monatigen STANAV auch gern 8 Wochen Überstunden abgefeiert anstelle von 2 Tage SU...

Navigation

[0] Themen-Index

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln