Zivile Schifffahrt > Captain Hans erklärt

Einführung Fresnel-Linse

(1/2) > >>

schliedueker:
Hallo liebe Leute,
kann mir jemand sagen, wann ungefähr die Fresnel-Linse bei Positionslaternen eingeführt bzw. Vorschrift wurde? Ältere Laternen haben noch die glatte Linse und ich erhoffe mir eine ungefähre Datierung einer solchen Laterne, also wie alt sie mindestens sein muss, weil ab einem bestimmten Zeitpunkt davon ausgegangen werden kann, dass nur noch Fresnellinsen eingesetzt wurden.

Vielen Dank schon mal und viele Grüße von der Küste
Krischan

olpe:
Hallo,
nach meinen Recherchen geschah dieses am 16.04.1843. Damals wurde das Leuchtfeuer "Neufahrwasser" (Danzig) als erstes Feuer mit einer Fresnel-Linse ausgerüstet. Dieses Datum stellt den Beginn der Verwendung in der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung dar.
(Quelle: WSV).
Grüsse
OLPE

halina:
Moin schliedueker , mit der Kaiserlichen Verordnung vom 9.5. 1897 wurde für deutsche Seeschiffe die Bauart , das Anbringen
                            und das Führen der Schiffslichter geregelt . Um die Mindest-Leuchtweite der Laternen zu erreichen ,dürfte
                            ab diesem Zeitraum wohl auch der Einbau des Fresnel-Linsensystems erfolgt sein .
                                                                                                                                                                 Gruss  halina

Edit : Für die Herstellung der Schiffslaternen gelten strenge Vorschriften wie etwa für  die Betriebssicherheit und  Einhaltung
        des jeweils vorgegebenen Ausleuchtwinkels entsprechend seiner Positionierung an Bord .
        Für die Prüfung und deren Zulassung ist in Deutschland das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie zuständig .

ufo:
Ich glaube eine Laterne (Oelbefeuert?) nach der Linse zu datieren wird schwierig.

So gibt es zum Beispiel “Eagle Brand” in so einem typischen Viertelkreisformat mit einem Clip zum Feststecken mit einfachen Linsen aber auch durchaus Exemplare der gleichen Firma mit Fesnel Linsen. Ich glaube die beiden Modelle sind lange, lange einfach nebeneinander hergestellt worden. Hier ein typisches Exemplar mit Einfachlinse (obwohl das nun glaube ich ausgerechnet keine Eagle ist):
http://www.ebay.co.uk/itm/like/252013401533?limghlpsr=true&hlpv=2&ops=true&viphx=1&hlpht=true&lpid=108&chn=ps&device=c&rlsatarget=&adtype=pla&crdt=0&ff3=1&ff11=ICEP3.0.0-L&ff12=67&ff13=80&ff14=108&ff19=0
Das Baumuster wird auch so immer noch gefertigt.

Viele Boote der Freizeitfahrt fielen (und fallen) nicht unter die strickten Sichtweitenregelungen der Berufsschifffahrt. Gerade kleinere Traditionsschiffe (soweit sie nicht in der Passagierfahrt fahren) haben manchmal atemberaubend unnuetze Funzeln montiert. Die wirkliche und auch vorgeschriebene Beleuchtung ist ein starker Handscheinwerfer, um gegebenenfalls das Segel anzustrahlen.   

Ich denke Firmenmarkierungen, Kuerzel, Stempel oder Seriennummern geben eine etwas bessere Chance zum datieren. Ist da vielleicht irgend etwas da?

Ufo

halina:
Die Lichterführung von Positionslaternen und die Abgabe von Schallsignalen ist in der Seeschifffahrts-Srassenordnung im
§ 9 geregelt . Für Sportboote gelten Sonderregelungen , so kann z.B. eine Segelyacht unter 20 m Länge anstelle der
Positionslampen ein weisses Rundumlicht an der Mastspitze führen .
In der Berufsschifffahrt sind die Tragweiten der Laternen von der Schiffsgrösse abhängig und liegen im Bereich zwischen
2 - 6  Sm ., wobei die weissen Topp-Laternen (auch Dampferlaternen genannt) die grösste Reichweite haben .
                                                                                                                                                              :MG:   halina

Edit :  eine weisse Toplaterne mit Rundumlicht für Segelboote nur unter 7 m Länge .

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

Zur normalen Ansicht wechseln