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Torpedoboot Wolf mit Dieselanlage

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Smutje Peter:
Hallo zusammen

Beim Bearbeiten der Dieselanlagen der Leipzig für den Thread Dieselanlagen 30/44 und 32/44 in Antriebssysteme sind mir die kleinen Abmessungen der Anlage aufgefallen.

Für die Raubtierklasse hatte MAN seit 1926 einen 12-zylinder Torpedobootsmotor M12 Z 23/34 mit je 250 Ps pro Zylinder in Entwicklung. Vorgesehen waren Anlagensätze von 12000Ps(e) bestehend aus 4 solcher Motoren auf eine Welle wirkend, die noch von 2 3-zylinder Motoren M3 Z 23/34 zum Antrieb der Lüfter unterstützt werden sollten.
Der Motor kam nicht recht voran, und der Bedarf an Spühlluft war doppelt so groß wie ursprünglich erwartet, sodass die Marine den Auftrag stornierte und die Raubtierklasse mit Turbinenantrieb ausstattete. Dabei wäre es wahrscheinlich möglich gewesen stattdessen 2 Motorensätze der Leipzig in den Torpedobooten der Raubtierklasse unterzubringen.

Die Antriebsanlage von Wolf wog 472½ to (Haldeler Band A Seite 309)

Das Leistungsgewicht der Leipzig-Motoren ist bekannt und wird mit 7 kg/Ps(e) angegeben.

Die Anlage bestand aus 4 Fahrmotoren M 7 Z 30/44 mit je 3100 Ps und 2 Hilfsmotoren M 7 Z 23/34 mit je 1300 Ps für die Gebläse. Das sind dann zusammen 15000 Ps mit einem durchschnittlichen Leistungsgewicht von 7 kg/Ps also 105 to reines Motorengewicht.

Für Kraftübertragung, Einbauten, Steuerungsmittel, Flüssigkeiten, Instandhaltung und Zubehör gelten bei einem Entwicklungsstand von 1942 7,5 kg/Ps(e) für Dieselanlagen mit Motoren des Typs 30/44 und 32/44. (Siehe Thread Dieselanlagen 30/44 und 32/44 in Antriebssysteme)     

Selbst wenn man Verbesserungen im Leistungsgewicht der Kraftübertragung usw. von gut 33% seit 1928 vorsieht, kommt man nur auf ein Gewicht von knapp 230 to für einen Motorensatz. Damit hätte man bei 2 Sätzen gerade mal 460 to bei einer Leistung von 24800Ps(e) bzw. ~23500Ps(w). Bliebe sogar noch eine Gewichtsreserve von gut 12 to.


Anmerkungen: In dem mittleren Raum hinter den Turbinen war ein Turbogenerator eingebaut. Dafür hat die Diesel-Wolf dort jetzt 2 Dieselgeneratoren. Im mittleren Raum zwischen Kesselraum 2 und 3 waren 2 Dieselgeneratoren eingebaut. Die stehen bei der Diesel-Wolf vor dem vorderen Dieselsatz. Für die Seitenbunker neben dem vorderen E-Werk der Turbinen-Wolf hat die Diesel-Wolf je einen Bunker neben den Getrieberäumen. Frei sind bei der Diesel-Wolf noch die beiden Räume neben dem vorderen E-Werk und der Raum davor, weil die Dieselanlage weniger Platz baucht als die Turbinenanlage. Die beiden Dieselsätze sind etwas nach außen verdreht. Der vordere Satz 1,2° nach Backbord der Hintere 1,5° nach Steuerbord, um genügend Abstand für die Schrauben zu gewinnen, und damit die Wellen des vorderen Satz an den hintern Fahrmotoren vorbeipassen, da ich nicht sicher bin ob nach oben genug Platz ist den hinteren Satz so hoch zu setzen, damit man die vordere Welle unter ihm durchführen kann. Bei den Hilfsmotoren und den Spühlluft-Gebläsen ist das kein Problem.     

Matrose71:
Hallo Peter,

schaue dir mal die Daten von Bremse an und du wirst sehen, dass deine Gewichtsdaten viel zu optimistisch sind.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bremse_%28Schiff,_1931%29
https://de.wikipedia.org/wiki/Flottentorpedoboot_1939

Wie erklärst du dir den Unterschied von 140ts (142t) Standard Verdrängung (ohne Sprit) von Bremse zu FT 39, obwohl das FT 39 den merklich größeren Rumpf hatte und mit den Torpedorohren und allem Klimbim (GHG, NHG etc.) schwerere oder gleich schwere Bewaffnung mit sich führte.

Dieser Unterschied kann nur von der Antriebsanlage kommen, insoweit finde ich deine hier vorgestellten und im anderen Thread gemachten Zahlen zu optimistisch für den Diesel Antrieb.

Smutje Peter:
Hallo Carsten

Da hast Du Recht!
Die Zuschläge für die Leistungssteigerung von 1930 bis 1942 sind hier mit 20% wohl noch zu niedrig angesetzt.
FT 39 hatte ein M I von 416 to. Da reicht eine Differenz von 115 to nicht ganz aus. Hast Du die Konstruktionsverdrängung oder das Rumpfgewicht von Bremse?

Smutje Peter:
Ergänzung
Bremse hatte allerding sogar eine höhere Einsatzverdrängung als FT 39 dazu kommt auch eine Entwicklung im Schiffbau die in Ergänzung mit einer leichteren Bauweise für ein Torpedoboot einen vergleichsweise leichtern Rumpf ergeben kann. Außerdem hatte Bremse eine Back FT 39 nicht.

Smutje Peter:
@ Carsten
Ich habe auch die Berechnungen von Bremse im "30/44 32/44" Thread ergänzt.
Danke für die Korrektur!

Zitat
Carsten wies mich zurecht darauf hin, das das Antriebsgewicht von knapp 531 to von Bremse im Vergleich zu den 416 to des Flottentorpedoboot 39 zu niedrig liegen dürfte. Bei einem Zuschlag von 30 % kämen wir auf 63,9 to also MI von 552,1 to.
Bei einem Zuschlag von 1/3 kommen wir dann auf rund 560 to für M I höher möchte ich aber hier nicht gehen. Zumindest solange ich das Rumpfgewicht von Bremse nicht kenne. 

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