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Autor Thema: Entwicklung von Panzerstählen in der KM  (Gelesen 8703 mal)

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Offline Thoddy

  • Kapitän zur See
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  • Beiträge: 1619
Re: Entwicklung von Panzerstählen in der KM
« Antwort #15 am: 31 Mai 2022, 13:59:34 »
die britischen Ergebnisse sowohl vom ersten Weltkrieg als auch vom 2 Weltkrieg sind interpretationsbedürftig.
von britischer Seite wurde primär auf den Durchschlag abgestellt
also ab welcher Geschwindigkeit ein Loch in der Platte zu erwarten ist

in dieser Hinsicht schnitten sowohl die WW1 als auch WW2 platte zunächst schlechter ab als britische platten.

bei Marinepanzer ist jedoch das entscheidende Kriterium der Durchschlag des Projectils in zündfähigem Zustand. in dieser Hinsicht bestand keine Überlegenheit britischen Materials.

Zu beachten ist weiterhin, dass die in der Regel bereits vor den Kriegen produzierten deutschen Platten jeweils mit britischen Platten neusten Produktionsdatums verglichen wurde.

Beim vergleichenden Durchsehen der ballistischen Ergebnisse fällt jedoch auch ins Auge, dass die deutschen zemtierten Platten in der Regel eine höhere Differenzgeschwindigkeit benötigen im Vergleich zu britischen platten -
sprich die Differenz zwischen Durchschlag und Durchschlag heil erfordert bei deutschen Platten einen größeren Geschwindigkeitsunterschied.

Außerdem wurde offensichtlich auch ein bissel bei der Interpretation der Beschussergebnisse "getrickst". Z.B.  einer im 2 Weltkrieg  produzierten deutschen Platte wurde zunächst ein Limit (penetration) von 1500 fs zugesprochen.

spätere Evaluierung hat diesen Wert auf  glaub ich 1565 fs hochgesetzt
der Durchschlag heil war deutlich über 1600 fs und wurde von genau einer bis dahin getesteten britischen Platte neuesten Produktionsdatums übertroffen.

Aus "definitiv überlegen" wurde dann "möglicherweise besser" formuliert.
weierhin ist bei der Besprechung der Ergebnisse auch bei US Tests nicht ersichtlich um was für eine Platte es sich handelt. (Zusammensetzung; mechanische Eigenschaften Zementationstiefen) offensichtlich wurde wahllos ergriffen was sich in Meppen und sonstwo befand und getestet.
(30 cm Festungspanzer ist in der Regel von anderer(schlechterer) Qualität als eine 30 cm Panzerplatte die für ein Schiff bestimmt war, weitere Stichworte: Unterschiede im alter , vielleicht auch Experimentalplatten oder Ausschuss ), weierhin Materialknappheit - Spar- und Ersatzstoffe)

« Letzte Änderung: 31 Mai 2022, 14:24:00 von Thoddy »
Meine Herren, es kann ein siebenjähriger, es kann ein dreißigjähriger Krieg werden – und wehe dem, der zuerst die Lunte in das Pulverfaß schleudert!
WoWs : [FMA]Captain_Hook_

Offline delcyros

  • Korvettenkapitän
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  • Beiträge: 1014
Re: Entwicklung von Panzerstählen in der KM
« Antwort #16 am: 20 Juni 2022, 16:13:55 »
Danke Thoddy.

Ich glaube ein Problem liegt darin, dass die Panzerung oft nur isoliert und nicht in ihrem technologischen Referenzsystem, zu welchem vermutlich auch die Geschosse zu zählen sind, betrachtet wird. Ein anderes liegt in der mangelnden diachronen Tiefe dieser Beschäftigungen. Die Entwicklung und Diversifikation der Panzerstähle (und Wirkmittel!) nimmt einen vergleichsweise langen Zeitraum in Anspruch, in welchem es in einigen Rgeionen zur Jahrhundertwende zu parallelen oder gegenseitig verschobenen Auffassungen kam, während andere Regionen von nachhaltigen Veränderungen erfasst wurden.