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Entwicklung von Panzerstählen in der KM

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scharrenberg:
Ich möchte hiermit ein neues Diskussionsthema eröffnen, der sich in mehreren Aspekten an die Diskussionen über die Panzerfrage bei Kreuzern und Schlachtschiffen anlehnt.
Meine Fragestellung lautet:
In welcher Form hat die Kriegsmarine die Entwicklung von Panzerstahl weiter vorangetrieben?
Die Panzerstähle „Wotan hart“ und „Wotan weich“ sind nach allen Recherchen, die ich betrieben habe, spätestens 1935 vorhanden gewesen. Es wurde ja bald deutlich, das es im Ausland andere Stahlsorten gab, die besser waren.
Außerdem ging die Entwicklung von panzerbrechenden Geschossen weiter. So ist in Deutschland sehr früh das Hohlladungsgeschoss entwickelt worden. Das Heer hat dazu ständig nach Methoden gesucht, diese Waffe zu neutralisieren.
Nun meine Fragen:
Was hat die KM in dieser Richtung unternommen?
     # Mehrschichtenpanzer mit unterschiedlichen Elastizitätswerten oder Brinellhärten?
     # Einsatz von sog. Kompositpanzern, bei denen neben Stahl auch keramische Materialien verwendet wurden?
     # Schutzschichten auf den vorhandenen Panzerplatten (Zimmerit)?
     # Neue Panzermaterialien, z. B. war es schon möglich, Titan in Verwendung einzubeziehen?
Ich hoffe, es gibt dazu einige Antworten.
Einen schönen Abend noch
Scharrenberg

Matrose71:
Salve,

ich glaube, du bist hier zeitlich etwas auf dem Holzweg!

Die KM war von der Stahlgüte und dem Panzermaterial absolut auf der Höhe der Zeit mit KC n.A (Krupp zementiert ab 1935) und Wotan hart und Wotan weich (homogener Panzerstahl ab 1933 Admiral Graf Spee). Es gab keine Stahlsorten im Ausland, die besser waren, dass ist ein Mythos, der seit einigen Jahren widerlegt ist.


--- Zitat ---Was hat die KM in dieser Richtung unternommen?
     # Mehrschichtenpanzer mit unterschiedlichen Elastizitätswerten oder Brinellhärten?
     # Einsatz von sog. Kompositpanzern, bei denen neben Stahl auch keramische Materialien verwendet wurden?
     # Schutzschichten auf den vorhandenen Panzerplatten (Zimmerit)?
     # Neue Panzermaterialien, z. B. war es schon möglich, Titan in Verwendung einzubeziehen?
--- Ende Zitat ---

Wer hatte das bitte in jener Zeit oder forschte daran?
Wo bitte willst du Titan hernehmen und vor allen dingen wie verarbeiten?
Die deutschen Werften waren mit die ersten Weltweit die homogene Panzerstähle schweißen konnten (z.B. Wotan hart und weich), die Engländer haben ihre KGV Klasse noch genietet.
Komposit Panzerung wurde in den 1960er und 70er Jahren "erfunden", auch hier die Frage wie soll das um diese Zeit verarbeitet werden, hat das überhaupt Vorteile gegenüber KC n.A und Wotan hart und weich?

Auch hätte ich gerne mal gewußt, wer Hohlladungen ballistisch geschossen hat oder schießt?

J.I.M:
Mal abgesehen davon, dass eine passive Panzerung gegen eine Hohlladung mit einem Schlachtschiffkaliberdurchmesser ohnehin nicht realisierbar gewesen wäre.
Auf der anderen Seite ist eine Hohlladung sicher gegen ein großes Ziel wie ein Schlachtschiff wenig wirksam.(Weniger Wirkung hinter der durchschlagenen Platte als bsw. ein Panzersprenggeschoss)

JIM

MarkusL:
Hallo,
der erwähnte "Zimmerit"-Anstrich war ein reiner Schutzanstrich auf gepanzerten Fahrzeugen gegen (Magnet-) Hafthohlladungen, die allerdings nur von deutscher Seite eingesetzt wurden.
Allerdings wurde ein Einsatz von Hohlladungen in Mistel-Gespannen Ju 88 (erprobt 1943 gegen die "Ocean" deutlichem Erfolg, gegen Beton ca. 18m Durchschlag) gegen die britische Flotte noch für Dezember 1944 geplant. Der Gefechtskopf hatte hier 4 t Gewicht.
In Bau sollen weiterhin zwei Mistel-Kombinationen mit He 177 mit 6t-Gefechtskopf gewesen sein, davon 4t Sprengstoff. Da wäre bei einem Treffer auf einem Seeziel schon von beträchtlicher Wirkung auszugehen. Allerdings waren die schwerfälligen Gespanne auch ein leichtes Ziel für organisierte Luftabwehr, also ein ziemliches Himmelfahrtskommando.
Bei "Griehl: Deutsche Flugzeugbewaffnung" finden sich noch Hinweise auf 28 cm luftgestützte "Leichtgeschütze". Dort ist allerdings nur von "panzerbrechender Munition" die Rede.
Mglw. war auch hier der Einsatz von Hohlladungsgeschossen vorgesehen.
Gruß
Markus

Thoddy:

--- Zitat ---Die Panzerstähle „Wotan hart“ und „Wotan weich“ sind nach allen Recherchen, die ich betrieben habe, spätestens 1935 vorhanden gewesen. Es wurde ja bald deutlich, das es im Ausland andere Stahlsorten gab, die besser waren.
--- Ende Zitat ---

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