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Autor Thema: Tod Horst Bredow  (Gelesen 11537 mal)

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Offline Rainer Seifert

  • Matrose
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  • Beiträge: 1
Re: Tod Horst Bredow
« Antwort #30 am: 13 Juli 2018, 23:03:14 »
Meine Art der Zusammenarbeit mit Horst Bredow war einen völlig andere, als bisher hier beschrieben wurde.

Sie hätte unterschiedlicher kaum sein können, denn er war bis 1959 mein Lehrer an der Berliner Werner-Stephan-Schule. Werner Stephan war ein bei der Nachkriegs Bombenentschärfung im Dienst tödlich verunglückter Polizei-Feuerwerker. Heute bin ich sicher, Herr Bredow konnte sich sehr gut mit dem Namensgeber identifizieren.

Nur kurz erwähnte er, wohl auch nur ein einziges mal, dass er als Offizier auf einem U-Boot der deutschen Kriegsmarine zur See gefahren war. Ansonsten keine Kriegserlebnsisse - wie bei vielen anderen Lehrern - mitunter echt ermüdend und in zahlreichen Wiederholungen stattfindend. Obwohl er ja, wie man nun im Netz sehen kann, noch über so manches schlimme Erlebnis hätte berichten können.

Leider waren wir seinerzeit nicht die allerbesten Freunde, denn eines seiner Lieblingsgebiete, nämlich Mathe - und obendrein noch mit dem von ihm so heiß geliebten Rechenschieber - war nun keineswegs auch das meine. Als er einmal uns ausschließlich Jungens nach weltweiten Orten fragte, die mit Kap beginnen, wischte er meine stolz in die Manege gerufene Antwort Kap Horn mirt einer etwas schnöden Handbewegung beiseite. Es sei ihm nachträglich viele tausend mal verziehen. Schade nur, dass ich ihn, wenn auch etwas verspätet, nicht mehr um Aufklärung bitten konnte. Unvergessen bleibt mir aber seine damals schon überzeugt pazifistische Einstellung.

Nach dem TV Film über den Laconia Fall erinnerte ich mich an seine damalige Aussage und stieß im Internet prompt auf den Namen Horst Bredow.

Über meine an ihn gerichtete email. die ihm leider einer seiner Mitarbeiter wegen des schlechten Zustandes seiner Augen vorlesen musste, ließ er hoch erfreut antworten, er möchte gern mit mir telefonieren und alte Erinnerungen austauschen.
Hierüber war auch ich sehr erfreut, denn so hätte ich ihm noch mehr als in meiner mail berichten können, dass ich, auch ohne Rechenschieber, es doch noch halbwegs zu etwas im Leben gebracht habe.

Wie traurig, dass ein anderes Ereignis uns zuvor kam. Meinen Augen kaum trauend musste ich lesen: "Horst Bredow is going home."

Fare well, lieber Horst Bredow. So lange ich lebe bleiben Sie mir in sehr angenehmer Erinnerung.