collapse

* Benutzer Info

 
 
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren. Haben Sie Ihre Aktivierungs E-Mail übersehen?

* Suchfunktion


* HMA

Autor Thema: Das tragische Ende des Ostasiengeschwaders 1914  (Gelesen 13907 mal)

0 Mitglieder und 2 Gäste betrachten dieses Thema.

Offline halina

  • Boardinventar
  • *
  • Beiträge: 3871
Das tragische Ende des Ostasiengeschwaders 1914
« am: 07 Dezember 2014, 20:51:18 »
Vor 100  Jahren am 8.12. 1914 wurde im Seegefecht vor den Falklandinseln fast das ganze Geschwader unter Führung von
Vizeadmiral Maximillian Graf v. Spee von britischen Seestreitkräften unter dem Kommando von Admiral Doveton Sturdee
vernichtet .   Kurz zuvor konnte noch am 1.11. 14  von Spee das Seegefecht vor Coronel mit britischen Einheiten unter Adm.
Sir Cristopher Cradock ohne eigene Verluste siegreich beenden .  Doch am 8.12. verliess ihn das Kriegsglück , als die SMS
"Gneisenau " im Hafen von Port Stanley ein ganzes Geschwader britischer Kriegsschiffe sichtete die hier zur Bekohlung
eingelaufen waren , darunter auch 2 Schlachtkreuzer .  Ursprünglich war geplant die dortige Funkstation zu zerstören und
den britischen Gouverneur gefangen zu nehmen , doch dieses Vorhaben scheiterte .  Von allen britischen Einheiten war nur
der Kreuzer HMS "Kent" auslaufbereit , der bereits von der Gneisenau aufs Korn genommen wurde und kurz vor der Feuer-
eröffnung stand , jedoch blies v. Spee den Angriff ab , der mit der Versenkung der Kent einen ganz anderen Verlauf hätte
nehmen können , stattdessen hoffte er mit dem Zeitvorsprung ausser Sichtweite der Briten zu kommen , was sich bald als
Fehlkalkulation erweisen sollte , da die britischen Einheiten voran die HMS "Glasgow" bei guter Sicht eine höhere Marsch -
Geschwindigkeit hatten und das deutsche Geschwader dann nach einigen Stunden zum Kampf stellen konnten .
So standen sich an diesem Nachmittag die britischen Streitkräfte mit dem Schlachtkreuzer HMS "Invincible" als Flaggschiff ,
und der HMS "Inflexible" , beide mit 8 x 30,5 cm , sowie die Kreuzer HMS "Cornwall" ,  "Glasgow" , "Kent" + "Bristol" , alle
mit 15 cm - Kaliber dem deutschen Verband gegenüber mit den Grossen Kreuzern SMS  "Scharnhorst" als Flaggschiff und
der "Gneisenau" , beide mit 8 x 21 cm und 6 x15 cm- Bewaffnung sowie den Kleinen Kreuzern SMS "Leipzig" , "Dresden" und
der "Nürnberg" .  Es war ein ungleicher Kampf angesichts der überlegenen Bewaffnungsstärke der britischen Schiffe , so
dass v. Spee alsbald die 3 leichten Kreuzer aus dem Gefecht entliess in der Hoffnung zu entkommen , dies schaffte jedoch
nur die schnelle "Dresden" , wurde aber nach 3 Monaten in einer Bucht der Robinson-Crusoe-Insel von der Glasgow und der
Kent entdeckt , so dass nach einem kurzen Beschuss auch die Dresden durch Selbstversenkung verloren ging .
Zuerst versank wohl die Scharnhorst in den kalten Fluten ohne Überlebende und danach die Gneisenau , von ihr wurden die
meisten Seeleute gerettet , die von der Inflexible  an Bord genommen wurden , danach wurden noch die beiden Kreuzer
Nürnberg und  Leipzig von den stärker bewaffneten britischen Kreuzern zusammengeschossen .  Auch die beiden Versorger
"Baden" und "Santa Isabell" gingen verloren , nur das Lazarettschiff "Seydlitz" konnte nach Argentinien entkommen .
                  Bei dem ungleichen Gefecht verloren ca. 2.200 deutsche Seeleute ihr Leben , darunter auch Graf Spee mit seinen
Söhnen Otto und Ferdinand , die als Offiziere auf der Gneisenau und Nürnberg fuhren  , auf britischer Seite waren nur 10
Tote zu beklagen .   In der englischen Wiki-Webseite werden die deutschen Verluste mit 1.871 Gefallenen und 215 von den
britischen Schiffen geretteten Seeleute angegeben .
                                                                                                                          Im Gedenken an die Gefallenen  ,    halina

Edit :  Der im Foto mit "Gneisenau" bezeichnete Kreuzer ist leider die "Yorck" oder "Roon"  ,  sorry ,  die richtige Gneisenau
          am Ende der Fotostrecke  .

Zur Erinnerung noch einige Fotos zum Geschehen , das letzte foto ( gemeinfrei) zeigt den schnellen Kreuzer 
HMS "Glasgow" , der als Fühlungshalter hinter den deutschen Schiffen unterwegs war
« Letzte Änderung: 09 Dezember 2014, 17:07:48 von halina »
" Man muss nicht unbedingt das Licht des Anderen ausblasen , um das eigene Licht leuchten
zu lassen"
                      Phil Borman

Offline Urs Heßling

  • Board Moderator
  • *
  • Beiträge: 16669
  • Always look on the bright side of Life
Re: Das tragische Ende des Ostasiengeschwaders 1914
« Antwort #1 am: 07 Dezember 2014, 23:22:47 »
moin, Günter,

noch ist es 7. Dezember ...

jedoch blies v. Spee den Angriff ab , der mit der Versenkung der Kent einen ganz anderen Verlauf hätte nehmen können ,
?

britischen Streitkräfte mit dem Schlachtkreuzer HMS "Invincible" als Flaggschiff , und der HMS "Inflexible" , beide mit 8 x 30,5 cm , sowie die Kreuzer HMS "Cornwall" ,  "Glasgow" , "Kent" + "Bristol" , alle mit 15 cm - Kaliber
außerdem der PzKrz Carnarvon mit 19 cm- und 15 cm-Geschützen

Bei dem ungleichen Gefecht verloren ca. 2.200 deutsche Seeleute ihr Leben , ..  In der englischen Wiki-Webseite werden die deutschen Verluste mit 1.871 Gefallenen .. angegeben .
Wenn man die Angaben Gröners zusammenzählt, kommt man auf die Summe von 2094 Gefallenen.
Danke für die Erinnerung :MG:

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Offline Aviso

  • Obergefreiter
  • *
  • Beiträge: 17
Re: Das tragische Ende des Ostasiengeschwaders 1914
« Antwort #2 am: 08 Dezember 2014, 15:47:37 »
Bei dem Bild mit der Bezeichnung "Gneisenau" handelt es sich um Roon oder Yorck.
Leider sind die großen Kräne nicht seitlich zu sehen. Yorck hat Erleichterungsbohrungen, Roon nicht.

Offline Trimmer

  • Boardinventar
  • *
  • Beiträge: 7219
Re: Das tragische Ende des Ostasiengeschwaders 1914
« Antwort #3 am: 08 Dezember 2014, 17:07:09 »
Hallo Aviso - dann siehst Du sie hier  - Bekohlung der " Gneisenau "

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Offline Aviso

  • Obergefreiter
  • *
  • Beiträge: 17
Re: Das tragische Ende des Ostasiengeschwaders 1914
« Antwort #4 am: 08 Dezember 2014, 17:48:01 »
Hallo Trimmer

Ich erkenne die Gneisenau auf Deinem Bild sehr wohl.
Aber was soll mir das sagen :?
Ich schrieb in meinem Beitrag von Roon und Yorck und davon, dass das Bild im Beitrag
von Halina nicht die Gneisenau ist. Die vier 21 cm Kanonen etwa in der Mitte des Schiffes (je 2 backbord und 2 steuerbord)
sind bei Gneisenau in Kasematten eingefügt. Die Geschütze auf dem Bild stehen in Einzeltürmen, meine ich zu sehen.
Oder habe ich Tomaten auf den Augen??

Gruß
Franz

Offline aru

  • Bootsmann
  • *
  • Beiträge: 55
Re: Das tragische Ende des Ostasiengeschwaders 1914
« Antwort #5 am: 08 Dezember 2014, 17:51:02 »
Moin
SMS Scharnhorst ging um 16.17 Uhr unter,SMS Gneisenau sank um 18.02 Uhr mit 598 Mann :MG:.
87 Leute der Gneisenau überlebten überlebten die Schlacht.

Gruss aru

Offline halina

  • Boardinventar
  • *
  • Beiträge: 3871
Re: Das tragische Ende des Ostasiengeschwaders 1914
« Antwort #6 am: 08 Dezember 2014, 18:01:36 »
Moin  Aviso  ,   beide Schiffsklassen waren sehr ähnlich gebaut mit geringen Grössenunterschieden + Bewaffnung , jedoch
am Bug sind Unterschiede zu erkennen .  Ich stelle Dir hier mal beide Schiffe als Vergleich gegenüber , da kann man sehen
dass die "Roon"  kein Buggeschütz hatte , dies war aber auf der "Gneisenau" vorhanden , auch waren die Bugverzierungen
von der Länge her unterschiedlich , in dem von Dir angesprochenen Bild der "Gneisenau" kann man leider vom Bug sehr
wenig sehen , so dass man hieraus nicht viel ableiten kann .
                                                                                                                                                            Gruss  halina
« Letzte Änderung: 08 Dezember 2014, 20:11:40 von halina »
" Man muss nicht unbedingt das Licht des Anderen ausblasen , um das eigene Licht leuchten
zu lassen"
                      Phil Borman

Offline Trimmer

  • Boardinventar
  • *
  • Beiträge: 7219
Re: Das tragische Ende des Ostasiengeschwaders 1914
« Antwort #7 am: 08 Dezember 2014, 18:17:51 »
Hallo Franz - ich wollte Dir eigentlich nur die Kräne zeigen - nicht mehr . Deshalb staune ich nun doch etwas über so eine Reaktion

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Offline bodrog

  • Kapitän zur See
  • *
  • Beiträge: 1538
Re: Das tragische Ende des Ostasiengeschwaders 1914
« Antwort #8 am: 08 Dezember 2014, 18:20:30 »
Man kann ja wohl den Mitschiffsturm deutlich von einer Kassematte unterscheiden - oder?

Offline Aviso

  • Obergefreiter
  • *
  • Beiträge: 17
Re: Das tragische Ende des Ostasiengeschwaders 1914
« Antwort #9 am: 08 Dezember 2014, 18:35:36 »
Sorry, Achim

Hab es wohl falsch verstanden.

Gruß
Franz

Offline Trimmer

  • Boardinventar
  • *
  • Beiträge: 7219
Re: Das tragische Ende des Ostasiengeschwaders 1914
« Antwort #10 am: 08 Dezember 2014, 18:45:53 »
Ist ok - Franz

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Offline halina

  • Boardinventar
  • *
  • Beiträge: 3871
Re: Das tragische Ende des Ostasiengeschwaders 1914
« Antwort #11 am: 08 Dezember 2014, 19:39:29 »
Schauen wir noch mal auf das von mir eingestellte Foto der "Gneisenau" vom ersten Beitrag und vergleichen dann mit den
Seitenaufrissen der beiden Schiffsklassen . Ich glaube der Vergleich mit den Heckpartien ist sehr aussagekräftig .
                                                                                                                                                                                 :MG:  halina
" Man muss nicht unbedingt das Licht des Anderen ausblasen , um das eigene Licht leuchten
zu lassen"
                      Phil Borman

Offline bodrog

  • Kapitän zur See
  • *
  • Beiträge: 1538
Re: Das tragische Ende des Ostasiengeschwaders 1914
« Antwort #12 am: 08 Dezember 2014, 19:52:11 »
@ Halina - wie gesagt: deutlich unterscheidbar. Bei Prinz Adalbert sieht man es auch - hat aber nur drei Rauchfänge...  :-D

Offline Hastei

  • Boardinventar
  • *
  • Beiträge: 4095
Re: Das tragische Ende des Ostasiengeschwaders 1914
« Antwort #13 am: 08 Dezember 2014, 21:44:33 »
wenn ich das recht verstehe, ging es doch um die Kasematt-Geschütze der Gneisenau . Bei Roon sind es eben Türme, wie schon gesagt wurde .
Gruß
  Hastei

Offline Urs Heßling

  • Board Moderator
  • *
  • Beiträge: 16669
  • Always look on the bright side of Life
Re: Das tragische Ende des Ostasiengeschwaders 1914
« Antwort #14 am: 08 Dezember 2014, 22:30:05 »
moin,

ein weiteres gut erkennbares Merkmal:
SH/GU hatten zwei 8,8 cm-Heckgeschütze (an jeder Seite), Roon/Yorck nur eins.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"