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Autor Thema: Feuerrate der schweren Gechütze  (Gelesen 14812 mal)

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Offline Jan-Hendrik

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Feuerrate der schweren Gechütze
« am: 27 Dezember 2004, 16:19:14 »
Hallo , werte Kameraden ,

mich beschäftigt die Frage , wie die wesentlich höhere Feuerrate z.B. der "Bismarck" im Gegensatz zu ihren britischen Konkurrentinnen zu Stande kam . Wenn ich den Prager recht in Erinnerung habe , so sprach er davon , das z.B. die Deutschland-Klasse ihre Drillingstürme NICHT in 0°-Stellung runterkurbeln mußte um nachzuladen während britische Drillinge dies mußten . Bin ich da auf der richtigen fährte , d.h. mußte die "Bismarck" zum nachladen ihre Rohre nicht auf 0° ( oder 3 ° , so in dem Bereich ) runterkurbeln ?


Hoffe , Ihr könnt mir bei diesem Problem behilflich sein !

Jan-Hendrik
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Offline Scharnhorst66

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Feuerrate der schweren Gechütze
« Antwort #1 am: 03 Januar 2005, 09:40:25 »
Jan Hendrick,
habe mal im Netz ausschau gehalten ... leider keine nennenswerten Treffer gefunden...
Werde mal die BS - Bücher durchstöbern .. irgendwo müssen ja Informationen zum  Geschütz 38 cm L/52 C/34 zu finden sein..
Melde mich also noch mal
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Sound Military Decision 1936
Gruss Micha

Offline Jan-Hendrik

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Feuerrate der schweren Gechütze
« Antwort #2 am: 03 Januar 2005, 10:24:21 »
Deshalb wende ich mich ja explezit an Euch ! Denn im Netz habe ich leider keinerlei befriedigende Infos gefunden ...

Jan-Hendrik
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Offline Scharnhorst66

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Feuerrate der schweren Gechütze
« Antwort #3 am: 03 Januar 2005, 10:54:21 »
Hier zumindest schon einmal ein paar generelle Infos zum 38cm Geschütz :

Gegenüber der damals von Krupp entwickelten und gebauten 38 cm SK C/13 (SK steht für Schnellladekanone, C für K(C)onstruktionsjahr) wies die neue ebenfalls von Krupp gebaute 38 cm SK C/34 einige Verbesserungen auf. Sie hatte beispielsweise ein längeres Rohr und somit auch eine größere Schussweite, zudem war die Kadenz erhöht worden und insgesamt war die Konstruktion moderner und beruhte auf den neuesten technischen Errungenschaften. Wie schon bei der Bayern-Klasse waren auch bei der Bismarck-Klasse die Geschütze in vier Zwillingstürmen angeordnet, zwei im Vorschiff und zwei im Achterschiff. Die Namengebung der Türme erfolgte dem Signalalphabet der Kriegsmarine entsprechend: Der vorderste hieß "Anton", der darauffolgende "Bruno" und die beiden Türme im Achterschiff hörten auf die Namen "Cäsar" und "Dora".
Alle vier Türme waren stark gepanzert und ihre Unterbauten reichten tief in den Schiffsrumpf hinein. Unter ihnen, in die Zitadelle einbezogen, befanden sich die Munitions- und Pulverkammern, die aus Sicherheitsgründen räumlich voneinander getrennt waren. Die Granaten und Kartuschen gelangten mit Hilfe von mechanischen Aufzügen nach oben in den Turm. Sämtliche Transportwege waren so aufgebaut, dass im Falle eines Brandes sich das Feuer nicht stichflammenartig nach unten ausbreiten konnte. Das Einführen der Vor- und Hauptkartuschen, die sich in Metallhülsen mit einem Durchmesser von 420 mm befanden, erfolgte genauso wie bei den Geschossen durch einen hydraulischen Ansetzer. Der Turmschwenkantrieb war ein elektrisches System, während das Heben und Senken der Rohre mit einem hydraulischen Antrieb erfolgte. Die Rohre bestanden aus einem losen, austauschbaren Seelenrohr und einem eingepassten Führungsrohr. Die Rohrstrecke von 16,175 m wurde innerhalb von 35,7 Millisekunden zurückgelegt, während das Geschoss beschleunigte. Mit einer Mündungsgeschwindigkeit von 820 m/s verließ die Granate schließlich das Rohr; die Rohrrücklauflänge betrug 1.050 mm. Die Geschütze des Vorschiffes hatten einen Bestreichungswinkel von 290°, und die Geschütze achtern einen Winkel von 270°. Bei einer Rohrerhöhung von 30° betrug die Reichweite der 800 kg Geschosse 35.550 m. Vom Laden, über das Abfeuern, bis hin zum Auswerfen der leeren Kartuschenhülse vergingen 18 Sekunden, was einer theoretischen Kadenz von ca. 3,3 Schuss pro Rohr in einer Minute gleichkommt. Für den Fall, dass die Feuerleitstände beschädigt würden, verfügten die Türme "Bruno", "Cäsar" und "Dora" über ein 10,5 m Langbasis-Entfernungsmessgerät als Ausfallreserve.

Aber wie schon gesagt , versuche in meiner Literatur noch Infos zur "Ladestellung" zu finden
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Gruss Micha

Offline Scharnhorst66

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Feuerrate der schweren Gechütze
« Antwort #4 am: 04 Januar 2005, 11:53:37 »
Also , die Suche in dem "Fachbuch" von Koop / Schmolke
"Die Schlachtschiffe der Bismarck-Klasse" brachte leider auch keine neuen Erkenntnisse.

Habe die Frage mal im anderen Forum gestellt :
Ergebniss:
Ladestellung nicht ganz "0" Stellung sondern bei 2-3 ° .
Weitere Einzelheiten sollen im Prager Buch über Deutschland / Lützow stehen.
Werde ich mir doch heute abend noch mal zur Hand nehmen !!
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Offline Jan-Hendrik

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Feuerrate der schweren Gechütze
« Antwort #5 am: 04 Januar 2005, 12:04:22 »
Das Prager-Buch hab ich schon durchforstet , der geht aber nur auf die vertikale Turmstellung ein als Argument . Über die horizontale Turmstellung läßt er sich leider nicht aus . Und er behandelt nur explezit der 28er-Drilling ....

Jan-Hendrik
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Offline Scharnhorst66

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Feuerrate der schweren Gechütze
« Antwort #6 am: 04 Januar 2005, 13:54:03 »
Hmmm, das erschwert die Sache natürlich wieder ..
Aber ich gehe auch mal davon aus , das sich die Ladestellung bei den dtsch. Geschützen nicht wesentlich unterschieden hat .. kamen ja doch alle aus der Produktionsstätte Krupp .

Aber werde trotzdem weitersuchen....

Ach so , John Asmussen hat auf Seiner Seite noch Infos zum 38cm Geschütz .
Schaust Du hier:
http://www.bismarck-class.dk/technicallayout/armament/artillery380skc34.html

evt. ist ja schon was dabei!
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Offline Scharnhorst66

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Feuerrate der schweren Gechütze
« Antwort #7 am: 05 Januar 2005, 09:28:20 »
Also , das Thema gestaltet sich als  äußerst schwierig !!

Aber dank ein paar Forumskollegen ist noch folgendes rausgekommen:

Quelle: Garzke und Dulin "Axis and Neutral Battleships

38cm /L47 Modell 1934
Granatgewicht: HE + AP-Granate 800kg
Mündungsgeschwindigkeit: 820 m/s
Max. Reichweite: 36.520 m
Max. Elevation: 30°
Kartuschendurchmesser: 42cm
Feuergeschwindigkeit: 18s für Granate + Kartusche laden, Abfeuern, Kartusche entfernen, im besten Fall also 3 Schuß pro min
Ladeerhöhung: 2,5°
Rohrgewicht: 111 t
Durchschlagsleistung an der Mündung: 742mm
auf 18.000m 419mm Seite, 79mm Deck
auf 27.000m 304mm Seite, 126mm Deck

Rohrbewegung 6°/sek , wichtig bei Zeiterfassung des Nachladens.

Hier noch zwei Links zu dem Thema :

http://navalhistory.flixco.info/H/144712/8330/a0.htm
http://www.kbismarck.com/armament.html

viel Spass beim Aufarbeiten ..
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Offline Kommissar

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Feuerrate der schweren Gechütze
« Antwort #8 am: 26 Februar 2005, 08:27:05 »
Ähm, hat mal jemand ein Foto von nem offenen Verschluß eines dt. 38cm-Geschützes?

Offline Scharnhorst66

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Feuerrate der schweren Gechütze
« Antwort #9 am: 28 Februar 2005, 09:25:01 »
Hab mal auf die Schnelle in " Die Schlachtschiffe der Bismarck-Klasse" geschaut .. da is nix ...

Werde heute abend mal in "Schlachtschiff Bismarck - Eine technische Dokumentation " reinschauen !!

Ergebniss folgt ..
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Offline Mario

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Feuerrate der schweren Gechütze
« Antwort #10 am: 28 Februar 2005, 17:06:10 »
Ich hab' mal im Buch von Roberts/Raven: "Die britischen Schlachtschiffe" geblättert. Dort steht wörtlich, daß das deutsche 38 cm Geschütz den Konstruktionswert von zwei Schuss in der Minute nicht halten konnte.

Offline Scharnhorst66

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Feuerrate der schweren Gechütze
« Antwort #11 am: 02 März 2005, 09:20:12 »
Hallo Kommissar,
glaube das sieh übel aus ..

In der technischen Doku war nix , dann habe ich noch in "Schlachtschiff BS , Ein Bericht und Dokumentation " von Ulrich Elfrath / Bodo Herzog nachgeschaut ... auch nix ..

Damit habe ich erst mal nix mehr zum nachschlagen ..

Habe aber noch eine Idee .. da ist jetzt ein neues Buch rausgekommen .
Mein "spezieller Freund " Herr Kaiser hat da was auflegen lassen ..
evt. gibt es da etwas  .. werde mal nachforschen ..
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Offline Scheer

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Feuerrate der schweren Gechütze
« Antwort #12 am: 02 März 2005, 13:18:12 »
@Kommisar

schau mal da rein:

http://home.wtal.de/gssw/vara/turm.htm

Offline kalli

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Feuerrate der schweren Gechütze
« Antwort #13 am: 02 März 2005, 14:24:57 »
@Scheer,
das sind ja wirklich sehenswerte und informative Fotos !
Zu Jan- Hendriks Eingangsfrage konnte ich nur lesen, dass die 28 cm- Rohre der Lützow zum Laden auf +2° gebracht werden mussten

Offline Scharnhorst66

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Feuerrate der schweren Gechütze
« Antwort #14 am: 02 März 2005, 14:54:09 »
Ich sach ja  :
Man muss nicht wissen wo alles steht .. man muss nur wissen wo man suchen muss  :roll:

Schönen Link haste da gefunden Scheer !!
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Gruss Micha