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Autor Thema: Erinnerung und Erinnerungskultur zum 1.wk in der Region Lothringen  (Gelesen 1876 mal)

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Offline Admiral Kummetz

  • Fähnrich
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Hallo,
ne Freundin von mir soll eine Facharbeit schreiben zum Thema: Erinnerung und Erinnerungskultur zum 1.wk in der Region Lothringen insbesondere Verdun

Weiß jemand von euch was zu dem Thema?

Grüße Lucas

Offline Teddy Suhren

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  • Jörg K.
Re: Erinnerung und Erinnerungskultur zum 1.wk in der Region Lothringen
« Antwort #1 am: 13 März 2014, 18:10:29 »
Hai

Erinnerungskultur - Heute?
Von Lothringern? Oder Deutsch - Französisch?

Kannst Du das bitte mal ein bisschen genauer beschreiben?

Offline bodrog

  • Kapitän zur See
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Re: Erinnerung und Erinnerungskultur zum 1.wk in der Region Lothringen
« Antwort #2 am: 13 März 2014, 19:11:30 »
Les mal:

German Werth "Verdun. Die Schlacht und der Mythus."

gutes, nüchternes Buch...

MfG

Offline Teddy Suhren

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  • Jörg K.
Re: Erinnerung und Erinnerungskultur zum 1.wk in der Region Lothringen
« Antwort #3 am: 13 März 2014, 21:21:22 »
Für den schnellen, guten und RICHTGEN Einstieg ins Thema empfehle ich "Spurensuche bei Verdun" von Kurt Fischer und Stephan Klink. Das Buch gibt eine kurzen aber ausreichenden Überblick über die Schlacht, deren Brennpunkte und zeitliche Zusammenhänge. Es beinhaltet Karten, einige Bilder und räumt mit Mythen und Unwahrheiten auf. Es ist auch viel kürzer als "Die Schlacht und der Mythos" mit seinen Exkursen und deshalb wohl für die Facharbeit mMn etwas besser geeignet.
Das bekannteste Verdun Buch: Paul Ettighoffer - Verdun. Das große Gericht.
Zur Erinnerung(skultur):
Es war und ist ein französischer Sieg. Hat man laut Ettighoffer bis in die 60er - 70er Jahre am französischen Chauvinismus gegenüber deutschen Besuchern gemerkt. In der Zeit der europäischen Einigung eigentlich nicht mehr.
Die Kreuze auf deutschen Soldatenfriedhöfen sind schwarz.
An den zerbombten Forts und Bunkern wird und wurde viel gebaut und ver(schlimm)bessert. Die Forts Douaumont und Vaux sind viel besucht. Es kann sein das man Angst vor Verletzungen der Besucher hat und deshalb die schlimmsten Ecken etwas baulich entschärft. Es gibt ein Museum direkt auf Schlachtfeld mit Erinnerungs- und Fundstücken und Fotos sowie einer einige Quadratmeter großen Nachbildung des Schlachtfeldes von 1916 mit der typischen weißen Lehmerde von Verdun. Typisch französisch ist auch das vieles mit lebensgroßen Puppen nachgestellt wird.
Vor einigen Jahren gab es eine Gruppe von Leuten die sich der Forschung auf und um das Schlachtfeld verschrieben hatte. Sie bestand aus Deutschen und Franzosen. Es wurden regelmäßig Forschungsexkurse auf das Schlachtfeld unternommen. Mir ist bekannt das vor einigen Jahren noch Gedenksteine und andere Hinterlassenschaften der deutschen Einheiten dort mit Genehmigung und Unterstützung der Behörden gereinigt, ausgebessert und teilweise aufgearbeitet wurden.
Die Tunnelanlagen der Höhe 304 und toter Mann wurden ebenfalls mit Unterstützung der Behörden von einem Deutschen für ein Buch untersucht und dort sogar gegraben.

Offline Admiral Kummetz

  • Fähnrich
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  • Beiträge: 235
Re: Erinnerung und Erinnerungskultur zum 1.wk in der Region Lothringen
« Antwort #4 am: 14 März 2014, 09:16:45 »
Weiß nun noch was genaueres: Die Facharbeit soll hauptsächlich in Bezug auf Soldatenfriedhöfe, Denkmäler und dem Jubiläum 100 Jahre Beginn 1. Weltkrieg geschrieben werden.
Grüße Lucas

Offline Teddy Suhren

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  • Jörg K.
Re: Erinnerung und Erinnerungskultur zum 1.wk in der Region Lothringen
« Antwort #5 am: 14 März 2014, 18:25:09 »
Ich stell dir mal zwei Bilder dazu ein.
Das eine zeigt einen Teil des zentralen Schlachtfeldes in Verdun. Der Blick geht vom Turm des Beinhauses über den Ehrenfriedhof mit französischen Gefallenen bis zum erwähnten Museum am ehm. Bahnhof des vollkommen zerstörten Dorfes Fleury. Der sichtbare Einschnitt vor dem Museum wurde extra angelegt um vom Museum zum Beinhaus sehen zu können. Es existiert ein zweiter, ähnlicher Einschnitt der ebenfalls nur dem Zweck der besseren Sicht vom Museum aus dient.
Was ich damit sagen will: Schau selbst. Alles gepflegt und ordentlich. Die Kreuze aus weißem Stein. Die Sichtschneisen sprechen für sich.
Ich bin auf dem Schlachtfeld gewandert, an vielen Stellen ist die Landschaft auch heute noch vernarbt und von Granattrichtern durchzogen. An den Wegen (mitten im Nirgendwo des Schlachtfeldes) stehen Gedenksteine für Einheiten die an dieser Stelle gekämpft haben aber auch mal am Wegrand ein einfaches Holzkreuz mit dem Namen eines Gefallenen.
Als ich dort war stand auf dem Hof einer Firma bei meinem Hotel in Verdun eine der Figuren zum aufarbeiten.
Das berühmte Skelettdenkmal war und ist unheimlich, nicht nur wegen der Darstellung des Todes auch weil es relativ einsam auf dem toten Mann fast mitten im Wald steht.
Das zweite Foto ist vom Herbst 2012 und zeigt die Gedenkstätte am Hartmannsweilerkopf (mit dem Gipfelkreuz in Hintergrund). Was sieht man? - Baustelle. Warum wohl? - Die Franzosen bereiteten schon vor zwei Jahren ihre Gedenkstätten für 2014 vor.
Die deutschen Soldatenfriedhöfe sind ebenfalls gepflegt und werden sauber gehalten. Die Kreuze sind - wie gesagt - Schwarz. Alle. Auf alle Friedhöfen. Nicht ungewöhnlich? Sind halt Kreuze? Doch, wenn man die Symbolik kennt. Das schwarz soll ein Zeichen der Schmach und Schuld sein.