Wirksamkeit dt. U-Boot Flak bei allierten Luftangriffen

Begonnen von Rheinmetall, 07 Dezember 2013, 14:24:51

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Rheinmetall

Hallo liebe Forumsgemeinde !

Gibt es eigentlich Erfahrungswerte oder Berichte über die Wirksamkeit der deutschen U-Boot Flakbewaffnung bei allierten Luftangriffen ?
Der schlimmste Feind der Boote war ja bekanntlich das Flugzeug.

Ist vielleicht bekannt welche Waffe (2 cm oder 3,7 cm wahlweise in Zwillings- / Vierlingsvariante) die meisten Abschüsse verbuchen konnte ?

Würde mich über Antworten von Euch freuen.

Rheinmetall
Ab Kapstadt ohne Kreiselkompass - Jürgen Oesten, U 861

TD

Im TBS muß es eine Aufstellung zu Flugzeuabschüssen geben.

Gruß

Theo
...ärgere dich nicht über deine Fehler und Schwächen, ohne sie wärst du zwar vollkommen, aber kein Mensch mehr !

Rheinmetall

Hallo Theo !

Was ist denn TBS ?

Bei uboat.net gibt es auch eine Auflistung, jedoch werden dort die eingesetzten Kaliber nicht genannt.

Rheinmetall
Ab Kapstadt ohne Kreiselkompass - Jürgen Oesten, U 861

suhren564

Gruß Ulf

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.... 
Erich Kästner

TD

#4
The Belgian Shiplover

Ist auf HMA , habe nur nicht nachgesehen da ich im Moment starke Kopfschmerzen habe.

Gruß

Theo
...ärgere dich nicht über deine Fehler und Schwächen, ohne sie wärst du zwar vollkommen, aber kein Mensch mehr !

M-54842

#5
Zitat von: Rheinmetall am 07 Dezember 2013, 14:24:51
Gibt es eigentlich Erfahrungswerte oder Berichte über die Wirksamkeit der deutschen U-Boot Flakbewaffnung bei allierten Luftangriffen ?
Der schlimmste Feind der Boote war ja bekanntlich das Flugzeug.


Zumindest hat sich das U-Boot als Flak-Falle nicht bewährt. Das Beispiel U-Flak 1 (U 441) belegt dies unmissverständlich.
Nachdem das Boot zur Flak-Falle umgebaut worden war, erfolgte im Juli 1943 ein Angriff von drei britischen Beaufighters, wobei 10 U-Boot-Fahrer fielen und 13 verwundet wurden, u. a. der Kommandant. Dabei wurde nicht ein Angreifer abgeschossen. Letztlich wurde die verstärkte Flak-Bewaffnung von U 441 wieder demontiert. Alle anderen der fünf umgebauten Boote gingen verloren.
Ansonsten waren hier und da einzelne Abschüsse zu verzeichnen. Grundsätzlich war aber die Flak-Bewaffnung der U-Boote kein probates Mittel gegen angreifende alliierte Flugzeuge. Wenn irgend möglich, war der Feuerkampf zu vermeiden und rechtzeitig im Keller zu verschwinden.

Besitzer

Hier mal aus meinem Archiv etwas zur Sache!Mein Freund ist auf U-621(Flak-Boot) und auf U-565 gefahren. :MG:
Bilder sind schlecht, habe aber keine Besseren!

Gruß Uwe
Seemannsgarn wird nicht geflochten,
sondern gesponnen! ;-))

TD

Hallo zusammen,

habe Anfang der 90 er Jahre bei den Akten aus Potsdam  in Freiburg große und genaue Fotos von einen Flak - U- Boot gesehen.

Akten waren aus der UdSSR an die DDR abgeliefert worden und kamen dann nach Freiburg.


Konnte nur so vorweg ansehen was alles so an Marineakten aus Potsdam nach Freiburg kam,

keine Aktentitel, alte oder neue Aktennummer bekannt, aber es gibt schöne Sahen dort zum Thema.

Gruß

Theo
...ärgere dich nicht über deine Fehler und Schwächen, ohne sie wärst du zwar vollkommen, aber kein Mensch mehr !

Urs Heßling

moin,

Zitat von: M-54842 am 07 Dezember 2013, 18:44:21
Grundsätzlich war aber die Flak-Bewaffnung der U-Boote kein probates Mittel gegen angreifende alliierte Flugzeuge.
Deswegen wurde auch die Taktik des "Gruppenmarsches" wieder aufgegeben.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

suhren564

Zitat von: Urs Heßling am 09 Dezember 2013, 14:18:31
moin,
Deswegen wurde auch die Taktik des "Gruppenmarsches" wieder aufgegeben.

Der Gruppenmarsch war ja mMn. ein idiotischer geistiger Kurzschluß der U-Bootführung. Die 2.SKl wußte doch genau, daß ein Flugzeug ein schwer zu treffendes Ziel war. Außer bei den Flakfallen und 2 o. 3 anderen Booten die den Turmumbau VI hatten, konnten die Boote Angreifer von vorn garnicht bekämpfen.
Auch war es den "Strategen/Taktikern" der Marineführung scheinbar nicht in den Sinn gekommen, daß das angreifende Flugzeug Verstärkung anfordern und bekommen konnte, so daß die U-Boote sich mehreren Gegnern gegenüber sahen. So am Bekanntesten die Vernichtung der Gruppe von U 461; U462 und U 504 innerhalb von 3,5 h am 30.07.43.
Das gravierenste Manko der U-Boote in dieser Sache war die relativ kurze Zeit, verbunden mit ungenügender  Geschwindigkeit, die ein Boot unter Wasser vorankam. Berechnungen des brit. OR sagten im Prinzip genau voraus, wo und wann ein aufgetauchtes Boot in etwa zu finden war.
Dazu noch das 10cm-Radar und keine eigenen Flugzeuge als Hilfe....... :BangHead:
Gruß Ulf

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.... 
Erich Kästner

wirbelwind

Hallo,
das Thema ,, U-Boot-Flak-Fallen" gehört für mich zu der Kategorie ,,Schnapsideen" :-D und zeigt doch auch ganz deutlich, wie sehr die DKM dem damaligen technischen Fortschritt hinterherhinkte und wie armselig bereits die Mittel waren, von denen die Wende erhofft wurde. Die Gründe dafür sind von Euch im Forum und speziell im Thread dazu schon dargelegt worden. Als Landratte stelle ich mir bspw. es als sehr schwierig vor, auf bewegter See ein heranfliegendes Flugzeug zu treffen. Geschweige denn, wenn ein ganzer Pulk anfliegt in unterschiedlichen Höhen. Dazu noch die Verletzlichkeit der U-Boot-Hülle.
MfG Rüdiger

Urs Heßling

moin,

Zitat von: wirbelwind am 09 Dezember 2013, 20:06:00
Geschweige denn, wenn ein ganzer Pulk anfliegt in unterschiedlichen Höhen. ..
weniger ein Pulk, aber Maschinen aus unterschiedlichen Richtungen wie die Liberator O-53, die bei der Versenkung von U 461 das Abwehrfeuer auf sich zog und den entscheidenden Angriff ermöglichte http://www.uboatarchive.net/U-461INT.htm

Gruß, Urs
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Baunummer 509

Hallo zusammen,

ich weiß nicht ob es so einfach ist z.b. den Versuch des Gruppenmarsches heute zu beurteilen. Heute wissen wir, klar, hat nicht geklappt, doofe Idee. Wissen konnte man das damals allerdings nicht. Man musste mit den zur Verfügung stehenden Mitteln etwas unternehmen. Was wäre die Alternative gewesen? Alles so lassen wie es ist und dann trotzdem Boote verlieren aber ohne Hoffnung auf Besserung? Dass hierbei im Vorfeld schon einiges schief gelaufen war ist denke ich allen klar.
Ist ja auch nicht wie bei einem Computerspiel, wo ich mal schnell auf Speichern klicke, etwas versuche, scheitere und anschließend den Speicherstand wieder lade. In der Realität musste man das halt versuchen. Irgend etwas versuchen und hoffen dass es Besserung bringt (ich denke dass damit gerechnet wurde dass die Verluste geringer werden würden, nicht dass keine mehr auftreten).

Ist in meinen Augen auch nicht sonnloser als einem Wehrmachts Bataillon zu befehlen die vom Gegner gehaltene und gut befestigte Anhöhe XY zu stürmen. Das funktionierte dann, oder eben auch nicht. Und wenn nicht ging unter Umständen halt das halbe Bataillon dabei drauf und man versuchte einen anderen Weg um die Anhöhe zu nehmen. So unmenschlich es klingt, aber ich denke das war einfach Alltag im Krieg (deshalb gabs ja die gut funktionierende Verklärung des Heldentods).

suhren564

Hallo Sebastian,

ich glaube nicht, daß dein Vergleich zwischen Gruppenmarsch und einem Infanterieangriff das Problem erfaßt.
Seit dem 1.WK war bekannt, daß das Flugzeug der gefährlichste Feind der U-Boote sein wird. Was nach 1935 jahrelang aber erfolgreich verdrängt wurde, denn wie sonst ist es zu erklären, daß die U-Boote bis 1943, außer einer kleinen Kugelspritze, keine effektive Flak besaßen? Auch die Probleme wie z.B. Tauchzeit, Tauchlänge, UW-Geschwindigkeit, Radar und fehlendes Wissen über die alliierten Rüstungs- u. Einsatzmöglichkeiten sorgten doch dafür, daß das U-Boot ein vollständig überaltetes Kampfmittel wurde. Das Tauchbootzeit war vorbei. Bis ein wirkliches, gebrauchsfähiges U-Boot auf den Markt kam, dauerte es noch lange zeit. Um diese Zeit zu überbrücken, wurde dann eben taktisch experimentiert, so mit Flak-Fallen, Gruppenmarsch, nur nachts auftauchen u.ä., wobei der Gruppenmarsch der dümmste aller Ideen war. Abgesehen davon, daß die Alliierten durch Ultra eh schon wußten, was geplant wurde, war es doch für die z.b. Briten kein Problem, sich dieser Taktik anzupassen. Dann kamen eben 2-3 Flieger mal eben zur Verstärkung oder eben "Jonny" Walker mit seiner Jagdgruppe, was vielen Booten nicht sehr gut bekam.

Ein Angriff eines Batallions auf eine Anhöhe hatte meist größere Zusammenhänge als nur die Anhöhe an sich, denn dadurch konnte die takt. oder strategische Lage des Regiments / der Division entscheidend verändert werden.
Bei einem Gruppenmarsch wurde diese Zielstellung nicht erreicht. 3 Boote in einer Richtung, zur selben Zeit und am gleichen Ort, waren schneller zu finden und zu bekämpfen, als wenn ich diese 3 Boote (die ja eh ausmarschierten) zeitlich und örtlich so verteile, daß die Chance sie zu finden und zu versenken/ beschädigen, geringer wird.
Gruß Ulf

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Erich Kästner

Trimmer

Hallo Ulf - irgendwie muß ich Sebastian doch zustimmen. Es war ein Versuch - wenn auch untauglich aber ebend genau so ein Versuch wie die Flakfalle. Diese Versuche sind aus Verzweiflung entstanden genau wie später die K- Verbände.

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

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