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Autor Thema: Samar, USS "Heermann"  (Gelesen 3407 mal)

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Online Big A

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Samar, USS "Heermann"
« am: 29 August 2013, 10:47:51 »
Mal eine Frage an die Experten:

Im Rahmen der Schlachten im Leyte-Golf - Oktober 1944 - ist die Schlacht vor Samar insofern etwas besonderes, als dass die USN hier an den Rand einer katastrophalen Niederlage kam (warum, soll hier nicht diskutiert werden) und diese nur durch gute Seemannschaft, Einsatzbereitschaft und Glück abgewendet werden konnte.
Insbesondere wird in der Literatur oder auf Websites (z.B. http://www.bosamar.com/) auf den Einsatz der DD und DE verwiesen. Bekannt sind sicher die Geschichten der Zerstörer (Fletcher-Klasse) Hoel und Johnston (Cdr. Evans auf Johnston bekam sogar die Medal of Honor) sowie des DE Samuel B. Roberts.
Hervorgehoben wird deren Einsatz bis zum Untergang, (mit hohen Verlusten) sie griffen die IJN Schlachtschiffe und Kreuzer an, mit Torpedos und 5 Inch Geschützfeuer und legten Nebel, um die CVE der Taffy 3 zu schützen.
Interessanterweise aber wird über USS Heermann relativ wenig berichtet, obwohl auch sie auf Torpedo - und Geschützreichweite an die IJN-Flotte heranfuhr.
Ihr Kommandant, Cdr. Amos T. Hathaway wird als schwieriger Charakter geschildert. Dennoch hat er seine Einheit mit relativ geringen Beschädigungen und "nur" 4 Toten aus dem Gefecht herausgeführt. Nach dem Befehl an die Eskorten zum Nebeln stieß er durch die gesamte eigene Formation und vermied - z.T. mit Extremmanövern zweimal eine Kollision mit eigenen DD. Diese waren auf eigenen Entschluß (was nicht verwerflich ist) ohne Befehl aber unkoordiniert(!) bei Sichtung der IJN zum Angriff übergegangen.
Trotz des chaotischen, unkoordinierten Angriffs konnten die IJN-Einheiten von Taffy 3 abgedrängt werden bis Kurita schließlich den Rückzug befahl.
Meine Frage nun ist, warum wird Heermann so relativ wenig Beachtung geschenkt?
Persönlich finde ich die Leistung des Kommandanten, seine Einheit relativ unbeschädigt aus diesem Gefecht gebracht zu haben obwohl er - aufgrund der relativ geringen Waffenreichweite  - "sehr nah heran" musste. mehr als beeindruckend. Natürlich wird auch viel Glück dabei gewesen sein, dennoch, die Einheit "kommt ziemlich kurz".

Axel
Weapons are no good unless there are guts on both sides of the bayonet.
(Gen. Walter Kruger, 6th Army)

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Offline Urs Heßling

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Re: Samar, USS "Heermann"
« Antwort #1 am: 29 August 2013, 18:38:45 »
moin, Axel,

Mal eine Frage an die Experten:
wenn Du einen finden willst, schau mal in den Spiegel  :ML: :MZ: :MLL:

Trotz des chaotischen, unkoordinierten Angriffs konnten die IJN-Einheiten von Taffy 3 abgedrängt werden bis Kurita schließlich den Rückzug befahl. 
.. könnten wir uns auf aufgehalten einigen ... abgedrängt scheint etwas übertrieben.

Persönlich finde ich die Leistung des Kommandanten, seine Einheit relativ unbeschädigt aus diesem Gefecht gebracht zu haben obwohl er - aufgrund der relativ geringen Waffenreichweite  - "sehr nah heran" musste. mehr als beeindruckend.
Immerhin bekam er dafür das http://de.wikipedia.org/wiki/Navy_Cross !

Ihr Kommandant, Cdr. Amos T. Hathaway wird als schwieriger Charakter geschildert.
Meine Frage nun ist, warum wird Heermann so relativ wenig Beachtung geschenkt?
Natürlich wird auch viel Glück dabei gewesen sein, dennoch, die Einheit "kommt ziemlich kurz".
Ich gebe Dir insofern recht, daß H.`s Karriere nach Samar einen "Knick" aufzuweisen scheint.

Gruß, Urs
« Letzte Änderung: 29 August 2013, 18:45:50 von Urs Heßling »
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Online Big A

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Re: Samar, USS "Heermann"
« Antwort #2 am: 29 August 2013, 20:36:23 »
Zitat
wenn Du einen finden willst, schau mal in den Spiegel  :ML: :MZ: :MLL:

Danke für die Blumen, aber das weise ich weit von mir, ich habe höchstens ein paar Grundkenntnisse, im besten Fall würde ich  "ambitionierter Hobbyhistoriker" sagen, da gibt es ganz andere Fachleute.

Zitat
.. könnten wir uns auf aufgehalten einigen ... abgedrängt scheint etwas übertrieben.

Nun ja, Yamato musste Torpedos (nach Steward wahrscheinlich die der Heermann) nach Norden, als weg vom Geschehen, ausweichen, auch die Kreuzer wurden immer wieder aus der idealen Kurslinie weggedrängt, durch die heftigen Angriffe der DD und DE, kombiniert mit den Fliegerangriffen.
Ziggy Sprague hat darüber hinaus bei seinen Kursentscheidungen wirklich Können bewiesen und die Rauchwolken sowie regenschauer überaus geschickt ausgenutzt.
Wie heftig die Angriffe waren zeigt sich, dass Roberts 324 von 325 5'' seines acheren Turms verschossen hat, beide Türme schossen etwa 10 Schuß/sec, obwohl diese nicht so automatisiert waren wie auf den Fletchern, auch Johnston, Hoel und Heermann haben erstaunliche Kadenzen erreicht.
Wie sagte Cdr Copeland (Roberts) nach dem Gefecht:
"".. a fight against overwhelming odds from which survival could not be expected...
In the face of this knowledge the men zealously manned their stations wherever they might be, and fought and worked with such calmness, courage and efficiency that no higher honour could be conceived than to command such a group of men"
(zitiert nach: Adrian Steward, The battle of Leyte Gulf, Norfolk 1979, S.169)

Axel
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