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Autor Thema: Disziplinarverfahren/Todesurteile gegen U-Boot-Männer im 2.WK  (Gelesen 26895 mal)

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Offline Arche

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Re: Disziplinarverfahren/Todesurteile gegen U-Boot-Männer im 2.WK
« Antwort #45 am: 14 März 2013, 19:56:34 »
Hallo!

Dieses Ehrengericht konnte Rahmlow nicht befragen, da dieser nicht im Lager war. Grundsätzlich sah es aber das Ehrengericht als die Pflicht von Berndt an, das Kommando zu übernehmen und somit U 570 zu versenken (der Kommandant war ja nicht mehr in der lage dazu). berndt war ein gut beurteilter Offizier und Mitglied der NSDAP. Er sah es dann als seine Pflicht zu dem Boot zu gelangen und es zu versenken.

Quelle: keine eindeutige, also eher spekulativ

Heinz-Jürgen

Offline suhren564

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Re: Disziplinarverfahren/Todesurteile gegen U-Boot-Männer im 2.WK
« Antwort #46 am: 14 März 2013, 22:18:19 »
Hallo Heinz-Jürgen,

ich glaube nicht, daß Berndt (Crew 35) in der NSDAP war. denn zu diesem Zeitpunkt (35-41) war es in der Marine nicht gestattet, irgendwelchen Parteien anzugehören.
U.a. deshalb mußten z.B. Prien und Topp aus der NSDAP austreten, um in die KM eintreten zu können.
Gruß Ulf

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Erich Kästner

Offline Arche

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Re: Disziplinarverfahren/Todesurteile gegen U-Boot-Männer im 2.WK
« Antwort #47 am: 14 März 2013, 23:14:03 »
Hallo Ulf,

vermutlich hast Du recht. Berndt war trotzdem mal NSDAP-Mitglied. Vermutlich musste er dann austreten, als er Offizier wurde? Wie immer gab es ja Ausnahmen (z.B. Lüth).

Gruß

Heinz-Jürgen

Offline suhren564

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Re: Disziplinarverfahren/Todesurteile gegen U-Boot-Männer im 2.WK
« Antwort #48 am: 14 März 2013, 23:42:10 »
Hallo Heinz-Jürgen,

es wird so sein, daß Berndt (genau wie eben Topp und Prien) aus der NSDAP austreten mußte.
Aber Lüth war nie in dieser Partei, obwohl er ihr näher stand, als manches aktive Mitglied.
Gruß Ulf

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Erich Kästner

Offline wirbelwind

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Re: Disziplinarverfahren/Todesurteile gegen U-Boot-Männer im 2.WK
« Antwort #49 am: 15 März 2013, 12:35:41 »
Hallo,
im Freyer stand, dass Rahmlow vor seinen Marinekameraden durch britische Soldaten geschützt werden mußte. Vielleicht war das auch ein Grund, warum er in einem anderen Lager untergebracht war, als seine übrige Mannschaft. Überhaupt scheint mir das ganze etwas suspekt. U 570 wurde im August 1941 aufgebracht, nachdem wohl das Boot tauchunklar war. Die Besatzung sei vollkommen kopflos gewesen. So beschreibt Freyer den Fall. Zu dieser Zeit waren doch die Besatzungen gut ausgebildet und Rahmlow mußte doch auch für fähig gehalten worden, als U-Boot-Kommandant zu fungieren oder sehe ich das falsch :? Zu meinem vorangegangen Faupax eine Frage. Warum sprict man bei Dickschiffen, Handelsschiffen Kuttern, etc. von Kapitänen als erster mann auf dem Schiff und bei U-Booten oder Schnellbooten von Kommandanten :? Bin nun mal eine Landratte.
MfG Rüdiger

Offline suhren564

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Re: Disziplinarverfahren/Todesurteile gegen U-Boot-Männer im 2.WK
« Antwort #50 am: 15 März 2013, 13:10:42 »
Hallo Rüdiger,

U 570 war beileibe kein Boot mit einer gut ausgebildeten Besatzung. Aufgrund der schnell steigenden U-Bootzahl war es kaum möglich, auch eine dementsprechende Anzahl kampferfahrener Mannschaften bereitzustellen. Zwischen 09.39 und 08.40 sind 27 U-Boote in Verlust geraten, deren gut ausgebildete Mannschaften und Wachoffiziere bei der Erweiterung der U-Bootwaffe fehlten. Auch war Rahmlow scheinbar nicht der Kämpfer, für den ihn die U-Bootführung hielt. Er hatte eine Fahrt als Konfirmand ( Kommandantenschüler) auf U 48 hinter sich und war mehrere Monate Kmdt. eines Schulbootes in der Ostsee. Einige wenige Mannschaften von U570 waren schon auf FF gewesen, aber der allergrößte Teil eben nicht. Der II WO z.b. kam direkt von der Offz.-Schule.
Und diese Zusammenstellung, sehr wenige erfahrene und sehr viele unerfahrene Mannschaften, war ab 1941 die Regel bei der 1. Feindfahrt eines Bootes.

 
Gruß Ulf

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Erich Kästner

Offline Urs Heßling

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Re: Disziplinarverfahren/Todesurteile gegen U-Boot-Männer im 2.WK
« Antwort #51 am: 15 März 2013, 14:37:18 »
moin, Rüdiger,

Warum spricht man bei Dickschiffen, Handelsschiffen Kuttern, etc. von Kapitänen als erster mann auf dem Schiff und bei U-Booten oder Schnellbooten von Kommandanten :?
Man spricht auch bei "Dickschiffen" der Marine (Bismarck, Tirpitz, heute: Fregatte Bremen) korrekterweise immer von Kommandant.
Die Nutzung des englischen Begriffs "Commander" als Synonym ist falsch, "Commander" ist ein Dienstgrad der anglo-amerikanischen Marinen, der nichts über die Verwendung als Kommandant besagt.
Um die Verwirrung voll zu machen, gibt es bei der Marine Dienstgrade mit dem Begriff "Kapitän" (Kapitänleutnant, Korvettenkapitän, Fregattenkapitän und Kapitän zur See), die ebenfalls keinen direkten Zusammenhang mit der Verwendung als Kommandant haben.

Der Kapitän eines Handelsschiffes hat - abgesehen vom Navigatorischen - eine ganz andere Ausbildung kaufmännischer Art hinter sich.

Gruß, Urs
« Letzte Änderung: 15 März 2013, 15:02:09 von Urs Heßling »
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Offline wirbelwind

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Re: Disziplinarverfahren/Todesurteile gegen U-Boot-Männer im 2.WK
« Antwort #52 am: 15 März 2013, 18:36:49 »
Hallo Ulf und Urs,
Eure Infos haben mein Wissen wieder erweitert. Vielen Dank dafür. Das es mit der Ausbildung in der U-Boot-Waffe  bereits 1941 nicht zum Besten stand, verwundert mich schon, da doch die großen Verluste, speziell an Besatzungen erst später kamen. Mir ist auch nicht bekannt, wieviele U-Boot-Männer gleichzeitig in der Ostsee ausgebildet und wie lange geübt wurde, bis die Besatzung ein Boot bekam :?Sicherlich gibt es da Unterschiede im Verlauf des 2.WK. Der Begriff ,,Kapitän" fand auch in der Kommandosprache an Bord der U-Boote Anwendung. Glaube ab Dienstgrad,,Fregattenkapitän" wurden die Kommandanten der Boote mit Herr Kapitän angesprochen. Wo ich mir nicht sicher bin, ist die Bezeichnung,, Herr Kaleu" oder ,,Herr Kaleun"t für Kapitänsleutnant die gebräuchliche gewesen :?
MfG Rüdiger
 

Offline klaushh

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Re: Disziplinarverfahren/Todesurteile gegen U-Boot-Männer im 2.WK
« Antwort #53 am: 15 März 2013, 19:35:31 »
Moin, moin!

M.W. war (und ist?) die Anrede für die Stabsoffiziere (Korvettenkapitän, Fregattenkapitän und Kapitän z.S.) allgemein "Herr Kapitän"
und für die Flaggoffiziere (...admiral) allgemein "Herr Admiral".
Lediglich der Großadmiral wurde mit "Herr Großadmiral" angespochen.

Allerdings habe ich bisher nur von seefernen Landratten gehört, dass ein Kriegsschiff einen "Kapitän" hat.
Es ist ein Unterschied, ob der Dienstgrad (z.B. Fregattenkapitän)oder die Dienststellung (z.B. Kommandant) gemeint ist.

Gruß
klaushh

Offline Urs Heßling

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Re: Disziplinarverfahren/Todesurteile gegen U-Boot-Männer im 2.WK
« Antwort #54 am: 15 März 2013, 20:43:05 »
moin,

M.W. war (und ist?) die Anrede für die Stabsoffiziere (Korvettenkapitän, Fregattenkapitän und Kapitän z.S.) allgemein "Herr Kapitän"
und für die Flaggoffiziere (...admiral) allgemein "Herr Admiral".
Ja.
"Dazwischen" gab es für z.B. den FdZ Bonte und den FdS Petersen (zeitweise) die Anrede "Herr Kommodore".

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Offline suhren564

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Re: Disziplinarverfahren/Todesurteile gegen U-Boot-Männer im 2.WK
« Antwort #55 am: 15 März 2013, 22:47:22 »
moin,

M.W. war (und ist?) die Anrede für die Stabsoffiziere (Korvettenkapitän, Fregattenkapitän und Kapitän z.S.) allgemein "Herr Kapitän"
und für die Flaggoffiziere (...admiral) allgemein "Herr Admiral".
Ja.
"Dazwischen" gab es für z.B. den FdZ Bonte und den FdS Petersen (zeitweise) die Anrede "Herr Kommodore".


Das gilt aber auch für Dönitz und Heye!
« Letzte Änderung: 17 März 2013, 14:09:07 von suhren564 »
Gruß Ulf

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.... 
Erich Kästner

Offline wirbelwind

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Re: Disziplinarverfahren/Todesurteile gegen U-Boot-Männer im 2.WK
« Antwort #56 am: 18 März 2013, 10:27:55 »
Hallo,
und wie steht es nun mit der richtigen Bezeichnung für Kapitänleutnant in der Kommando-Sprache. Herr,,Kaleunt" oder Herr,,Kaleu" :?
MfG Rüdiger

Offline Blinki

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Re: Disziplinarverfahren/Todesurteile gegen U-Boot-Männer im 2.WK
« Antwort #57 am: 18 März 2013, 10:59:04 »
Herr "Kaleu"

Zumindest bei der Bundesmarine und ich denke das da nichts geändert wurde.

Offline suhren564

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Re: Disziplinarverfahren/Todesurteile gegen U-Boot-Männer im 2.WK
« Antwort #58 am: 18 März 2013, 11:01:31 »
Hallo,
und wie steht es nun mit der richtigen Bezeichnung für Kapitänleutnant in der Kommando-Sprache. Herr,,Kaleunt" oder Herr,,Kaleu" :?
MfG Rüdiger

Hallo Rüdiger,
dies war in jeder Einheit bestimmt anders, je nachdem, wie dies angeordnet wurde oder es sich ergab. Wenn z.B. der IWO den KL mit Kaleu ansprach, dann machten es alle anderen genauso und dies blieb dann auch weiterhin so.
Kaleunt war eventl. die erstere Version, aus der bei der Vereinfachung dann eben Kaleu entstand.
Gruß Ulf

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Erich Kästner

Offline Blinki

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Re: Disziplinarverfahren/Todesurteile gegen U-Boot-Männer im 2.WK
« Antwort #59 am: 18 März 2013, 11:14:26 »
Ich muss mich wohl korrigieren, denn Wikipedia sagt:

"Historisch war in den deutschsprachigen Marinestreitkräften für den Kapitänleutnant auch die Alltagsanrede KaLeun oder KaLeunt gebräuchlich."