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Autor Thema: Immer mehr "Fahnenflüchtige"  (Gelesen 25481 mal)

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Offline Hastei

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Re: Immer mehr "Fahnenflüchtige"
« Antwort #75 am: 28 Januar 2013, 22:17:28 »
ja Ronny,
zu wenig Schlaf . Englische Wache nannte man das wohl.( Auf See ) Am Schlimmsten war die " Hundewache". Von 0 oo Uhr bis 04 oo Uhr, das war immer schlimm !       Anschließend durfte man morgends eine Stunde länger schlafen.   Im Hafen ging man abends bis zum Wecken an Land und machte dann Dienst ohne zu murren und anschließend dann auf Wache.  Und das tagelang. Hat mir pers. nichts ausgemacht.
Es grüßt der müde Hastei

Offline Ulrich Rudofsky

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Re: Immer mehr "Fahnenflüchtige"
« Antwort #76 am: 28 Januar 2013, 23:29:59 »
Die Wachstundenaufteilungen sind wirklich um Leute zum Psychiater zu treiben!

Aber ich glaube man kann sich dran gewöhnen. 

Meine "12 on, 12 off" waren unmenschlich, weil das oft wirklich "24 on"  waren. Aber ich habe die 18 Monate ohne geistes Schaden angeblich überlebt.

Meine Geliebte:  "Du warst ganz anders als du wieder zurückkamst.  Sie sagt das nach 55 Jahren noch  top  :-D

Dienst macht den Mann
Ulrich Rudofsky

Offline Big A

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Re: Immer mehr "Fahnenflüchtige"
« Antwort #77 am: 29 Januar 2013, 07:29:17 »
Irgendwie sollten mir die Tränen kommen, ob vor Lachen über so viel bemutterei oder vor Weinen ob der Weicheier, das sage ich ganz ungeschützt und bewusst un-pc.
Ohne in den "früher-war-alles-besser"-Sermon zu verfallen, aber die Leute sollten mal drei Wochen am Stück Kriegsmarsch gehen (6 on-6 off), in der "Freizeit" sich um seinen Bereich kümmern, Papierkrieg, duschen, verpflegen etc, ach ja, schlafen auch. Keiner hat gemeckert. Und ich denke unsere Bootsfahrer im 1er Stropp waren da noch wesentlich schlimmer dran,a ber gemeckert hat keiner, im Gegenteil, man war stolz auf seine Einheit und dass man zu deren Leistung beigetragen hat.

Axel
Weapons are no good unless there are guts on both sides of the bayonet.
(Gen. Walter Kruger, 6th Army)

Real men don't need experts to tell them whose asses to kick.

Offline Herr Nilsson

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Re: Immer mehr "Fahnenflüchtige"
« Antwort #78 am: 29 Januar 2013, 08:23:37 »
Ha, ich habe was, da könnt ihr echt nicht gegen anstinken: Mit einem kompletten Battalion Fernmelder in der Eifel auf einem Berg in der Kaserne sitzen. DAS ist hardcore.
Gruß Marc

Offline RonnyM

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Re: Immer mehr "Fahnenflüchtige"
« Antwort #79 am: 29 Januar 2013, 09:00:21 »
Hundewache oder Eselswache - war die nicht von 04:00-08:00, weil man den Mittelwächter verschlafen hatte und um 04:00 hungrig auf Wache musste... :-P :?

Grüße vom ausgeschlafenden Ronny
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Offline 1/100renown

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Re: Immer mehr "Fahnenflüchtige"
« Antwort #80 am: 29 Januar 2013, 09:09:15 »
Hi Marc!

Und auf dem Berg stehen Antennen? Und die Leutz sitzen vor rauschenden Funkempfängern und warten, bis jemand weiter östlich was sagt? So ein Hardcore??

Traumatisierte Grüße!

Joachim

Offline Trimmer

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Re: Immer mehr "Fahnenflüchtige"
« Antwort #81 am: 29 Januar 2013, 09:40:46 »
Ich muß Ronny zustimmen. Auch wir hatten diesen Diensttakt 4/8. Ich persönlich fand auch von 04-08 Uhr "bescheidener ". Gerade wenn die Sonne raus gekommen ist verspürte man einen gewaltigen Druck auf die Augen. Wenn möglich machte man dann eine sogenannte " schnelle Schicht " d.h. man machte gegen 05 Uhr die Augen zu und -bums - war es 07 Uhr  :-D

Gruß - Achim - Trimmer 
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Offline Herr Nilsson

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Re: Immer mehr "Fahnenflüchtige"
« Antwort #82 am: 29 Januar 2013, 10:14:16 »
Hi Marc!

Und auf dem Berg stehen Antennen? Und die Leutz sitzen vor rauschenden Funkempfängern und warten, bis jemand weiter östlich was sagt? So ein Hardcore??

Traumatisierte Grüße!

Joachim

Schlimmer noch. Schwerer Richtfunk. Die Antennen und Türme waren auf den Unimogs verpackt. Das einzige was gerauscht hat, waren die Bäume.
Gruß Marc

Offline 1/100renown

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Re: Immer mehr "Fahnenflüchtige"
« Antwort #83 am: 29 Januar 2013, 11:46:55 »
Uiuiui, und ich dacht schon, ich wär gestraft gewesen im klimatisierten Horchbunker in dem Kaff, das so heißt, wie man sich da fühlt.... Down^^

Da hatte man auch massig Angebote für SAZ als Uffz, habe aber nach Aufsetzen der Kopfhörer vom Schichtleiter dankend abgelehnt. Der gute muss so gut wie taub gewesen sein nach ein paar Jahren...
Und unsereins hat sich vor Langeweile fettgefressen - die Russen waren ja nicht dumm und haben nachts geschlafen statt zu funken...

Zeiten waren das!!!

Joachim

Offline Herr Nilsson

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Re: Immer mehr "Fahnenflüchtige"
« Antwort #84 am: 29 Januar 2013, 14:18:42 »
Stimmt, Zeiten waren das!!! Ich habe mir vor lauter Langeweile in Mayen auch 12 Kilo zusätzlich angefressen. Wenn ich mich recht erinnere, gab es zwei Übungen, wo wir überhaupt mal die Türme aufgebaut haben. Manche Truppführer waren dann so schlau, dass sie die Fahrer am Tag des Abbaus vorher nochmal kräftig Streife laufen ließen und dann wurde der Turm von den Fahrern mit abgebaut. Das dauerte zwar nicht so lange wie beim Aufbau (ich habe einen Aufbau mit 12 Stunden in Erinnerung, kann mich aber irren), es war aber ähnlich körperlich anstrengend. Dann fuhren sie anschließend mit knappen 50 km/h nochmal 6-7 Stunden reine Fahrtzeit Kolonne auf der Autobahn.  Die Kraftfahrer damals waren echt gearscht. Der Rest hat nämlich meistens geschlafen. Das hat beide Male auf der Rückfahrt gut gerummst. Naja, ist jeweils gut gegangen und hat keine Verletzten gegeben. Hätte man trotzdem besser regeln können. Jaja, ich weiß, im Krieg kann man sich das auch nicht aussuchen. Aber im Krieg tuckert man ja auch nicht im Berufsverkehr von Niedersachsen nach Rheinland-Pfalz und gefährdet als übermüdeter Kraftfahrer unschuldige Zivilisten. Egal. Danach war dann wieder monatelang Langeweile. Hier ein bisschen TD, da ein bisschen TD, dort ein bisschen TD. Schießen UND Waffen putzen war für mich ein Highlight! Kann sein, dass es im Feldheer mehr los war, aber im Territorialheer war echt tote Hose. Beschwert hat sich damals darüber keiner, wozu auch. War ja Wehrdienst. 
Ich finde es goldig, wenn ich hier lese, dass man stolz auf seine Einheit ist. Ich kann mir sogar gut vorstellen, dass das bei der Marine, wenn man auf einem bestimmten Boot fährt und entsprechend motiviert wird, so sein kann. Aber ich wage zu behaupten, dass viele, die als Wehrpflichtige beim Bund waren, niemals solche Gefühle entwickelt haben.     
Gruß Marc

Offline RonnyM

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Re: Immer mehr "Fahnenflüchtige"
« Antwort #85 am: 29 Januar 2013, 16:09:54 »
...armer Marc, als Landratten ward ihr ja echt im A... gekniffen.

Unser Wehrpflichtiger im Deck war Frisör in Bremen. Das war unsere Bank :police: Bei ca. 240 Mann an Bord und Kontrolle vor jedem Auslandshafen mussten die Manschaften 1.-, Uffz. 1,50, PUO 2,00 und Offz. 2,50 DM bezahlen :-D

Überhaupt kamen die Wehrpfl. mit ihren ca. 68.- DM besser klar wie die Freiw.
mit 350.-DM. :cry:
Nur mal so nebenbei. 8-)

Grüße Ronny
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Offline kawa1705

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Re: Immer mehr "Fahnenflüchtige"
« Antwort #86 am: 29 Januar 2013, 21:41:16 »
Also meine BW-Zeit beim Heer, 4 Jahre (87-91) /Logistik Panzerbrigade 8./InstKp 80, war eigentlich
nicht Langweilig. Unser Dienstplan war mit 36 er, Wachen, UvD, Standortschießen immer gut aus-
gelastet. Zweimal in der Woche GAT (Gemeinschaftliches  Ausdauer Training) und im normalen Dienst  2,5,7,10 Tonner (im schweren Radzug) instand gesetzt. Also zu der Zeit war ich eigentlich
richtig fit. Dann gab es Übungen in Putlos, Ehra-Lessin, Bergen (alles mit KFZ-Marsch) Natoalarm
u.s.w . Aber dann kam die Wende der kalte Krieg war vorbei und die Dezemierung fing an, von
500000 auf 250000 (incl. Volksarmee). Aber in der Zeit wo ich gedient habe konnte ich nicht von
langer Weile sprechen.

 :MG:

Rüdiger

Offline Seefuchs

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Re: Immer mehr "Fahnenflüchtige"
« Antwort #87 am: 29 Januar 2013, 23:18:25 »
 :-)

....da gebe ich Dir recht!
 Es war immer genug zu tun!
Seefuchs
In der Werft: SMS König; KM Lützow

Online Urs Heßling

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Re: Immer mehr "Fahnenflüchtige"
« Antwort #88 am: 29 Januar 2013, 23:46:09 »
moin,

Hundewache oder Eselswache - war die nicht von 04:00-08:00, weil man den Mittelwächter verschlafen hatte und um 04:00 hungrig auf Wache musste... :-P :?
Nee, Ronny, Hastei hat recht, Hundewache war 0-4 Uhr.

... aber die Leute sollten mal drei Wochen am Stück Kriegsmarsch gehen (6 on-6 off), in der "Freizeit" sich um seinen Bereich kümmern, Papierkrieg, duschen, verpflegen etc, ach ja, schlafen auch. Keiner hat gemeckert. Und ich denke unsere Bootsfahrer im 1er Stropp waren da noch wesentlich schlimmer dran,
Nein, ich glaube, es war wesentlich härter für die Schiffsfahrer. Wir (Schnellbootfahrer) hatten vielleicht einmal einen 36-Stunden-Stropp, bei dem sich nur der eine oder der andere (außer Kdt  :-( :-D) für ein Viertelstündchen "verholen" konnte, aber danach gab es auch eine dememtsprechende "Ruhepause" von 12 oder 24 Stunden. 3 Wochen in der Zweierwache sind erheblich mehr belastend (sagt auch der Ergonom), weil ich in dieser Zeit nie wirklich zum "Ausschlafen" komme. Dafür sind 6 Stunden (im Optimum nur minus Einschlaf- und Aufstehzeit von je ca. 15-30 min) einfach zu wenig.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Offline Blinki

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Re: Immer mehr "Fahnenflüchtige"
« Antwort #89 am: 30 Januar 2013, 08:18:11 »
ach Urs jetzt hast Du unseren Ruf mit den härtesten Wachzeiten kaputt gemacht  :BangHead: