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Autor Thema: Munitionsbelastung in den deutschen Meeresgewässern  (Gelesen 69435 mal)

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Offline Munibob

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Re: Munitionsbelastung in den deutschen Meeresgewässern
« Antwort #225 am: 03 Mai 2021, 19:37:21 »

Für mich bemerkenswert
Zitat
.......
I.  in der Erwägung, dass das Problem der im Meer verklappten konventionellen und chemischen Munition von der NATO angegangen wird,  die über geeignete Arbeitsmittel und Gerätschaften und die einschlägige Erfahrung zur erfolgreichen Behebung dieses  Problems verfügt;

Zu I: welche "Geräte und Erfahrung" hat denn die NATO ?
Minensuche mag angehen, "erfolgreich" angesichts der letzten  Aktion mit den toten Schweinswalen habe ich Zweifel .
Aber was das Bergen von versenkter Munition angeht,  sind mir weder Geräte noch Erfahrung bekannt.
Weiß jemand konkreteres, was gemeint sein könnte?

Hallo Beate,

Du musst bedenken, dass in der EU alle anderen Nationen keine zivilen staatlichen Kampfmittelräumdienste haben, sondern dort üblicherweise immer das Militär die Beseitigung von Kampfmitteln vornimmt - Deutschland ist da die Ausnahme.

Und damit bleibt beim allgemeinen Politiker eben nur hängen "Militär - Kampfmittelräumung"...

Und zu den Fähigkeiten muss man daran denken, was der ursprüngliche Zweck der Kampfmittelbeseitigung bei den Militärs ist: "Kampfmittelabwehr" sind Maßnahmen gegen Gefährdungen der Einsatzbereitschaft durch nicht explodierte Kampfmittel. Es geht dort also vorrangig darum, die Einsatzbereitschaft sicherzustellen/wiederherzustellen, u.a. auch die Beweglichkeit der Streitkräfte.
Und dazu wird am Besten das unexplodierte Kampfmittel gezielt zur Umsetzung gebracht: geht schnell, und der Erfolg ist sofort sichtbar.

Und genau das wird seit 1997 z.B. bei "open spirit" gemacht: es wird nach Minen (und anderen Großsprengkörpern) gesucht, und diese werden "geräumt", d.h. üblicherweise durch anlegen einer selbst 100 kg schweren Minenvernichtungsladung oder neuerdings durch ferngesteuerte Drohnen mit Sprengkopf zur Detonation gebracht.

Das hat schon früher keiner so gerne deutlich ausgesprochen, es wird immer schön von "geräumt", beseitigt", "unschädlich gemacht" geschrieben - aber was es bedeutet, hat die Öffentlichkeit erst 2019 so richtig mitbekommen - auch hier wird noch von "Entschärfen" geschrieben.

Die einzig wirkliche nennenswerte Befähigung zum Bergen von Kampfmitteln haben entsprechend spezialisierte Fachfirmen (auch wenn die z.B. außerhalb der 12 Seemeilen, wo ihnen die staatlichen Räumdienste nicht mehr auf die Finger gucken können gerne einmal leere Raketenmotoren einfach wegsprengen ...).

Gruß

Robert


Offline bettika61

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Re: Munitionsbelastung in den deutschen Meeresgewässern
« Antwort #226 am: 04 Mai 2021, 21:08:51 »
Hallo Robert,
Danke Dir für Deine Erläuterung  :MG:
Dann bleibt zu hoffen, das die Forschung und Entwicklung autarker System zur Munitionsbergung zum Erfolg führt.
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Offline bettika61

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  • Beiträge: 5482
Re: Munitionsbelastung in den deutschen Meeresgewässern
« Antwort #227 am: 04 Mai 2021, 21:28:51 »
Hallo,
Die Zeitschrift Marineforum widmet die Ausgabe 4/2021 dem Themenschwerpunkt
"Altmunition im Meer" https://marineforum.online/infoseiten/marineforum-magazin/
Dabei Uwe Wichert "Krieg im Schatten" über Minenkriegsführung in der Nordsee
https://marineforum.online/die-geschichte-der-kriegsfuehrung-mit-seeminen/

Und Prof.Dr. Uwe Jenisch "Die 75-jährige Gefahr" über Rechtslage der Munitionsräumung
https://marineforum.online/altlasten-seeminen-die-75-jaehrige-gefahr/
« Letzte Änderung: 04 Mai 2021, 21:35:35 von bettika61 »
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana