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Autor Thema: Kieler Bucht , deutlich mehr Munition aus dem WK II nachgewiesen.  (Gelesen 54884 mal)

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Offline bettika61

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Re: Munitionversenkung in der Schweiz
« Antwort #135 am: 24 November 2019, 19:07:27 »
Hallo,
Selbst in der Schweiz war die Munitionsversenkung geübte Praxis
wiki
https://www.schweizerbauer.ch/vermischtes/allerlei/munition-gefaehrdet-trinkwasser-53053.html
Zitat
Übliche Schweizer Praxis

Die Schweizer Armee versenkte 1940er bis 1960er Jahren einen Teil ihrer überschüssigen Munition aus dem Zweiten Weltkrieg im Thunersee, im Brienzersee und im Vierwaldstättersee. 2012 entschied sie, auf eine Bergung und Entsorgung dieser Munition zu verzichten, da diese keine Gefahr für Mensch und Umwelt darstelle, die Bergung dagegen gefährlich und aufwändig wäre.

Aber dieses Material befindet sich - anders als in Genf - in Tiefen von 200 Metern oder mehr. Es wurden Analysen durchgeführt, die eine sehr geringe Korrosionsrate zeigten.

Selbst vor dem Genfer See, der als Trinkwasserreservoir genutzt wird, machte dise Praxis nicht halt.
Zitat
Hunderte von Tonnen scharfer Munition lagern bei Genf auf dem Seegrund. Das Kriegsmaterial wurde in den 1950er und 1960er Jahren von der Firma Hispano-Suiza (Schweiz) versenkt. Experten sind besorgt über ein mögliches Unfall- und Umweltrisiko.
https://youtu.be/EeWx_wI73iY

Auch die Beschwichtung staatlicher Stellen kommt bekannt vor  flop
« Letzte Änderung: 24 November 2019, 19:17:51 von bettika61 »
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Offline Schorsch

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Re: Kieler Bucht , deutlich mehr Munition aus dem WK II nachgewiesen.
« Antwort #136 am: 24 November 2019, 20:05:24 »
Hallo zusammen!

t-online meldet folgendes: --/>/> 18 tote Schweinswale nach Minensprengung in der Ostsee

Am tollsten finde ich ja diese Sätze im Artikel:
Zitat
Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hatte erklärt, im Zeitraum nach den Sprengungen im Rahmen eines Nato-Manövers im August seien insgesamt 18 tote Schweinswale gefunden worden. Wie viele durch die Sprengungen während der Fortpflanzungszeit tatsächlich verletzt oder getötet worden seien, sei unklar, sagte Nabu-Geschäftsführer Leif Miller.
Keine Ahnung, wie viele der verendeten Schweinswale tatsächlich auf das Konto der Sprengungen gehen, aber der Marine zu unterstellen, dass die für die toten Tiere verantwortlich ist und ohnehin nur aus Dummdiedeldei und zum Spassvergnügen diese Weltkriegsmunition mal einfach so wegsprengt, scheint irgendwie immer zu passen...

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
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Offline bettika61

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Offline Schorsch

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Re: Kieler Bucht , deutlich mehr Munition aus dem WK II nachgewiesen.
« Antwort #138 am: 25 November 2019, 04:04:33 »
Hallo Beate,

was mich an dem verlinkten Artikel von t-online stört, ist seine journalistische Unsauberkeit. Zum einen wird der Marine unterstellt, für die verendeten 18 Schweinswale verantwortlich zu sein, obwohl selbst der benannte Vertreter des Nabu ausführt, dass man überhaupt nicht wisse, ob und wie viele der Tiere tatsächlich aufgrund der Sprengungen eingegangen sind. Dann wird noch kommentarlos eine Zahl von 203 toten Schweinswalen für das Jahr 2018 nachgeschoben, die dem Duktus des Artikels folgend, ja ebenfalls durch das Wirken der Marine verusacht worden sind. Zumindest finde ich keine einzige Aussage, die dieser Annahme entgegensteht. Auch würde mich stark interessieren, wie der Nabu überhaupt festgestellt hat, dass eine Menge von 1,6 Millionen Tonnen Weltkriegsmunition noch am Grunde der Ostsee liegen. Das Ganze ist imho tendenziös geschrieben bis zum Abwinken und gipfelt am Ende in einer billigen Wahlkampfaussage, mit der der Kramp-Karrenbauer am Zeuge geflickt werden soll. Ich empfinde dieses Geschreibsel als einfach nur erbärmlich...

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
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Offline Elektroheizer

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Re: Kieler Bucht , deutlich mehr Munition aus dem WK II nachgewiesen.
« Antwort #139 am: 25 November 2019, 20:56:41 »
Minensprengungen ohne Blasenschleier sind nicht mehr Stand der Technik
Auch die Marine muss geltendes Recht beachten.
Was ist denn von der Aussage seitens der Marine zu halten, wonach da aus technischen Gründen kein Blasenschleier gesetzt werden konnte? Schutzbehauptung oder ist da was dran  :/DK:
Hast Du schon mal erlebt, dass etwas so bildschön zusammenkracht?

Offline bettika61

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Re: Kieler Bucht , deutlich mehr Munition aus dem WK II nachgewiesen.
« Antwort #140 am: 25 November 2019, 21:24:10 »
Hallo,
Ich empfehle dazu die Antwort des BMVg zur kleinen Anfrage  im Bundestag zu lesen, ist unten verlinkt
https://schleswig-holstein.nabu.de/news/2019/27289.html
Besonders da ,wo statt einer Antwort auf die "Vorbemerkungen der Bundesregierung " z.B Frage 8
verwiesen wird, kann sich der Leser selbst seine Meinung bilden.  8-)

Wie die Räumung von Luftminen aussehen kann, dazu verweise ich auf die ersten Beiträge in diesem Threat Kieler Förde mit vergleichbarer Anzahl Minen.Das zog sich über Jahre hin und kostete mehrer Mio €.
Wie das geballt während eines Manövers geschehen sollte ist mir "schleierhaft".
Wenn das die Marine unter Beachtung gesetzlicher Vorschriften und technischer Standards nicht leisten  kann und will , müsste das zuständige WSA Lübeck eine Fachfirma beauftragen,  Das dauert und kostet, ein Schelm wer nun böses dabei denkt. :O/S
 


Grüße
Beate

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Offline bettika61

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Re: Kieler Bucht , deutlich mehr Munition aus dem WK II nachgewiesen.
« Antwort #141 am: 20 Dezember 2019, 13:47:13 »

Eine Meldung aus Swinemünde:
"Tallboy"-Bombe in Fahrrinne entdeckt" https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Swinemuende-Tallboy-Bombe-in-Fahrrinne-entdeckt,bombe3264.html
Hallo,
die "Tallboy-Bombe" konnte bisher nicht geborgen werden. Bei der Suche im Umkreis wurde aber ein weiteres Kampfmittel gefunden, eine " britische Mark-VI-Luftseemine"
https://swinoujscie.naszemiasto.pl/kolejna-bomba-z-dna-kanalu-przy-swinoujskich-promach/ar/c1-7441283
Grüße
Beate

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Offline Darius

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Re: Kieler Bucht , deutlich mehr Munition aus dem WK II nachgewiesen.
« Antwort #142 am: 21 Dezember 2019, 16:22:04 »
Hallo bettika61,

danke. Da werde ich beim nächsten Besuch von Swinemünde mehr nach laufenden Räumarbeiten Ausschau halten... Die Mine wurde in der Nähe der Fährstelle - vermutlich Korsibor? - gefunden.


 :MG:

Darius

Offline bettika61

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Re: Kieler Bucht , deutlich mehr Munition aus dem WK II nachgewiesen.
« Antwort #143 am: 22 Dezember 2019, 19:33:22 »
Hallo Darius,
Die Kampfmittelräumungen dienen der Vorbereitung für den Bau des Swinetunnels
https://www.nordkurier.de/anklam/tunnelbau-unter-der-swine-liegt-im-zeitplan-2336196807.html
Nicht ganz neu die Planung  :-D
Zitat
Die Idee, einen Tunnel unter der Swine zu bohren, ist dabei gar nicht mal so neu. Bereits im Jahr 1935 hatte das damals noch deutsche Hafenbauamt Swinemünde einen Tunnelbau angekündigt, der 20 Millionen Mark kosten sollte. Im August 1939 begannen die geologischen Untersuchungen, mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde das Projekt allerdings eingestellt.
Grüße
Beate

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Offline bettika61

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Minensprengung vor Fehmarn
« Antwort #144 am: 10 Januar 2020, 18:41:49 »

Auch die Marine muss geltendes Recht beachten.
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Streit-ueber-Minen-Sprengung-im-Naturschutzgebiet,fehmarnbelt406.html

Hallo,
ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages kommt zum Ergebnis, die Sprengungen der Marine waren rechtswidrig. https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Marine-Sprengungen-im-Fehmarnbelt-rechtswidrig,schweinswale164.html
Zitat
Von den gesprengten Grundminen lagen 39 in einem Naturschutzgebiet. Sicher ist: Die Sprengungen hätten so nicht stattfinden dürfen. Das Bundesnaturschutzgesetz schreibt vor, dass die Naturschutzbehörden in derartigen Fällen informiert werden müssen - was nicht geschah. Die Bundeswehr hat das bereits eingeräumt.....2019 schrieb das Verteidigungsministerium, die Grundsätze der Gefahrenabwehr und des Naturschutzes seien gegeneinander abgewogen worden....
...Im Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages, ....., heißt es jetzt, wenn das Vorhandensein von Minen oder anderen Munitionslasten bereits seit Längerem bekannt sei, dürfte dies die Berufung auf Eilbedürftigkeit regelmäßig erschweren. Der Standort der Minen ist seit 2016 bekannt.

Das Ergebnis der Untersuchung der Schweinswale steht immer noch aus.
Zitat
Das Verenden der Schweinswale ist nach Auffassung des Bundesumweltministeriums aller Wahrscheinlichkeit nach auf das Sprengen der alten Seekriegsminen zurückzuführen. Dies hatte ein Sprecher im November erklärt. Er verwies auf Gespräche zwischen der Tierärztlichen Hochschule Hannover, wo die toten Tiere derzeit untersucht werden, und dem Bundesamt für Naturschutz. 
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Albrecht-Marine-Sprengungen-waren-fahrlaessig,schweinswale166.html
Grüße
Beate

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Offline jockel

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Re: Kieler Bucht , deutlich mehr Munition aus dem WK II nachgewiesen.
« Antwort #145 am: 15 Januar 2020, 08:46:45 »
Munition im Meer zuverlässig finden
BASTA – neues Projekt zur Munitionserkennung unter Wasser startet

14.01.2020/Berlin/Kiel. Am Meeresboden, nicht nur in Nord- und Ostsee, liegen Millionen von Tonnen an Altmunition und Sprengstoffen, die dort überwiegend nach dem Ende des 2. Weltkrieges versenkt worden sind. Aufgrund der zunehmenden Umweltgefahren durch Korrosion besteht die Notwendigkeit, diese Altlasten zuverlässig und umweltgerecht zu entsorgen. In dem neuen europäischen Forschungsvorhaben BASTA (Boost Applied munition detection through Smart data inTegration and AI workflows) unter der Leitung des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel sollen neue Verfahren zur Munitionserkennung unter Wasser entwickelt werden. Das Projekt startete offiziell mit einem Auftaktworkshop in Berlin. ↗hier weiterlesen

Gruß
Klaus

Offline kalli

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Re: Kieler Bucht , deutlich mehr Munition aus dem WK II nachgewiesen.
« Antwort #146 am: 15 Januar 2020, 11:20:58 »
Im verlinkten Artikel steht, dass „Jährlich kommt es in diesen Regionen teilweise zu über 900 Vorfällen im Zusammenhang mit Kampfmitteln aus dem Meer.“
Gibt es eine Übersicht, die diese Vorfälle (abgesehen vom Phosphor an den Stränden) näher erläutert?

Offline bettika61

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Re: Kieler Bucht , deutlich mehr Munition aus dem WK II nachgewiesen.
« Antwort #147 am: 15 Januar 2020, 17:50:35 »
Lieber Kalli,
die Munitionsfunde werden dokumentiert in der Anlage zum  jährlichen Fortschrittsbericht von
Munition im Meer https://www.schleswig-holstein.de/DE/UXO/Themen/Fachinhalte/textekarten_Berichte.html
für z.B. 2018 waren es  376 Meldungen mit 3840 Kampfmittel bzw, kampfmittelverdächtigen Objekten
"Vorfälle" können auch Meldungen sein, die zur Kampfmittelsuche aber keinem Fund führen, aber in der Regel zu Einsätzen der Kampfmittelräumer .
Grüße
Beate

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Offline kalli

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Re: Kieler Bucht , deutlich mehr Munition aus dem WK II nachgewiesen.
« Antwort #148 am: 15 Januar 2020, 21:52:17 »
Danke Beate für den Link mit diesen interessanten Berichten top

Offline Urs Heßling

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Re: Kieler Bucht , deutlich mehr Munition aus dem WK II nachgewiesen.
« Antwort #149 am: 18 Januar 2020, 20:24:37 »
moin,

aktuell im TV (24 HD) ; "Bomben im Meer"

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"