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Autor Thema: Kieler Bucht , deutlich mehr Munition aus dem WK II nachgewiesen.  (Gelesen 51565 mal)

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Offline bettika61

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Re: Kieler Bucht , deutlich mehr Munition aus dem WK II nachgewiesen.
« Antwort #120 am: 25 Mai 2019, 22:04:04 »

Zitat
Zu der versenkten Tonnage
werden keine Angaben gemacht – es kann jedoch unterstellt werden, dass eine dem
Versuch angemessene Menge an CW - Munition eingesetzt wurde. Die Beladung der
insgesamt 9 Klappschuten in LÜBECK bewegte sich im Mittel zwischen ca. 50 und
300 tons.

D.h zwischen 450-2700t Kampfstoffmunition wurden dort in einer Tiefe von 10-18 m versenkt und liegen vermutlich heute noch dort.
 
Hallo ,
nach Rücksprache mit dem Autor muss ich meinen Rückschluss korrigieren: Es wurde "nur" eine Klappschute versenkt,
Zitat
- Hauptmann L.J. HOPPE an Bord des Schleppers „TRAVEMÜNDE“ begleitete
eine Klappschute, die im Rahmen eines Versuchs mit feindlicher CW – Munition
 beladen wurde, zu dem Munitionsversenkungsgebiet in der LÜBECKER BUCHT.
deren Beladung zwischen 50-300 t lag, die heute noch in der Lübecker Bucht liegen   :MG:
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Offline bettika61

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Re: Kieler Bucht , deutlich mehr Munition aus dem WK II nachgewiesen.
« Antwort #121 am: 28 Juni 2019, 14:40:11 »
Hallo,
Die Munitionsverdachtsflächen an den Küsten von M-V müssen deutlich ausgeweitet werden.Grundlage ist der Umfang der recherchierten Schießgebiete .
Zitat
Laut Innenministeriumkönnen nach neuesten Recherchen auf einer Fläche von 15 138 QuadratkilometernKampfmittel aus Kriegszeiten und militärischer Nutzung liegen, die bis zur Zeit der kaiserlichen Marine im 19. Jahrhundert zurückreichen, aber auch Artilleriegeschosse und Torpedos der Bundesmarine. Das bedeutet: Die belastete Fläche ist 23-mal so groß wie aktuell dokumentiert. Bisher ging der Munitionsbergungsdienst MV von 650 Quadratkilometern in Küstengewässern vor MV aus...
..
Bei den neu recherchierten mit Kampfmitteln belasteten Gebieten handele es sich nicht um „Versenkungsgebiete“ von Kriegsschiffen oder Ähnlichem. Vielmehr habe eine Firma im Auftrag des Munitionsbergungsdienstes in Archiven nach Stellen recherchiert, in denen Militär früher geschossen habe. Ältester Befund sei ein Schießen in der Wohlenberger Wiek bei Wismar im Jahre 1871. 
https://www.ostsee-zeitung.de/Nachrichten/MV-aktuell/Tickende-Zeitbombe-Ostsee-Deutlich-groessere-Flaeche-mit-Munition-belastet
Grüße
Beate

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Offline bettika61

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Re: Kieler Bucht , deutlich mehr Munition aus dem WK II nachgewiesen.
« Antwort #122 am: 28 Juni 2019, 18:36:38 »
Hallo,
zum Hintergrund des Munitionseintrags durch Schießgebiete in M-V hat
 Robert Mollitor Leiter KMBD MV  2017 bei der DFAB einen Vortag gehalten
https://dfabgmbh.de/?page_id=818
"Wo in der Ostsee ist eigentlich keine Munition?!? – Recherche nach den Schießgebieten in der Ostsee vor Mecklenburg-Vorpommern von 1880 bis heute – ein Zwischenstand"
Als zitierte Quelle mit Karte aufschlußreich   :MG::
Zitat
Oberkommando der Kriegsmarine
Bestimmungen für Schießübungen an und vor der deutschen Küste
Beiheft zum Ostseehandbuch südlicher Teil
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Offline bettika61

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Re: Kieler Bucht , deutlich mehr Munition aus dem WK II nachgewiesen.
« Antwort #123 am: 23 Juli 2019, 17:42:58 »
Hallo,
der Aufbau eines "Munitionskatatasters Meer MuKa-SH" soll die Suche nach Kampfmitteln im Meer erleichtern. Was das Projekt besonders interessant macht, sind die geplante Abbildung recherchierter Historischer Dokumente und Karten in Verknüpfung mit den Geodaten.
http://dfabgmbh.de/wp-content/uploads/FT14/1214.pdf
.......
Zitat
Auf Initiative des Expertenkreises „Munition im Meer“ im BLANO hat die Firma EGEOS nun im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsvorhaben (FuE) des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr und Technologie des Landes Schleswig- Holstein den Aufbau eines GeoCMS in Angriff genommen....
Die Hauptaufgabe zum Aufbau des Katasters liegt aktuell zunächst in der Informationsbeschaffung über versenkte Munition und im Weiteren über die sukzessive Präzisierung dieser räumlichen Informationen. Konkret geht es darum, Archive, wie zum Beispiel das Bundesarchiv in Freiburg und das dortige Marinearchiv, und historische Dokumente zu untersuchen, um Hinweise über mögliche Entsorgungsorte zu erhalten. ..Spätestens zum zweiten Quartal 2015 soll das Kataster offiziell in Betrieb genommen werden http://www.business-geomatics.com/bg/index.php/forschung-entwicklung-2/542-maritime-altlasten
.

Hallo,
Die Datenbank AmuCad von EGEOS ist jetzt online https://www.amucad.org/map
Öffentlich Sichtbar sind bisher Daten und Dokumente aus "Munitiin im Meer", OSPAR und HELCOM.
Am Beispiel der o.g Schießgebiete aus M-V wird allerdings erkennbar, das Flächen und Dokumente aus "Munition im Meer" nicht aktualisiert wurden.
Es ist anzunehmen, das weitere Daten und Dokumente nur für angemeldete Kunden sichtbat werden. 8-)

Zitat
"Das Amucad-Projekt wird querfinanziert durch andere Projekte", sagt Wendt. "Egeos bietet individualisierte Softwareentwicklung für Unternehmen und den öffentlichen Dienst an." Die Gewinne daraus werden direkt in das Projekt reinvestiert. Außerdem wird Amucad durch nationale und europäische Forschungsgelder gefördert.

Die wichtigste Quelle für Amucad: historische Karten und Aufzeichnungen. Dabei gehe es vor allem um räumliche Verknüpfung. "Wir haben in Baden-Württemberg eine Aufzeichnung von geheimen Routen der Deutschen Kriegsmarine gefunden", sagt Wendt.
"Wenn wir darüber jetzt die Abwurfskizzen der Alliierten darüber legen, sehen wir, dass sie die Routen kannten, und diese systematische mit Minen versehen haben." Die Aufzeichnung sind teilweise sehr detailliert. "Oft ist sogar vermerkt, welche Munition abgefeuert wurde und mit welchen Zündern sie versehen war", sagt Wendt.
https://www.kn-online.de/Nachrichten/Wirtschaft/Start-Up-Egeos-aus-Kiel-Munitionsaltlasten-in-Ostsee-per-App-ueberwachen
Grüße
Beate

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Offline bettika61

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Munitionsversenkung Lübecker Bucht
« Antwort #124 am: 29 Juli 2019, 17:31:05 »
Hallo,
Erinnerungen eines Zeitzeugen  https://www.der-reporter.de/neustadt/neustadt/artikel/erinnerungen-des-neustaedters-jochen-lippmann/
Zitat
Gleich nach dem 2. Weltkrieg 1946/47 wurde auf Anweisung der englischen Besatzungsmacht die noch übrig gebliebene Munition, die sich in Schleswig-Holstein und Niedersachsen befand, nach Lübeck transportiert, um sie anschließend in der Lübecker Bucht zu versenken.
 
Dort wurde die Munition auf Schuten (große Lastkräne) und Küstenfahrzeuge zur Versenkung umgeladen. – Die dafür hauptsächlich vorgesehenen Versenkungsgebiete befanden sich querab der Ortschaften Brodau, Timmendorfer Strand, aber auch verstreut in der ganzen Lübecker Bucht  .....
Bedauerlicherweise gab es bei der Verklappung der Munition 1947 einen sehr schweren Betriebsunfall. Eine voll beladene Schute explodierte. Diese wurde samt Schlepper total vernichtet. Von den darauf befindlichen Menschen hat keiner überlebt. .
Ab 1953 wurde die Munition z.T.  wieder geborgen.Auch dabei kam es zu einem tödlichen Unfall
Zitat
Zum Bergen der Munition wurde eine Flotte von KFK-Booten (ehemalige Kriegsfischkutter) aber auch andere beheimatete Fischkutter von der Landesregierung gechartert. – Mit zum Einsatz kamen außerdem noch 2 Küstenfrachter für den Transport der Munition nach Wilhelmshaven. Es waren der dänische Küstenfrachter „Stewnsland“ und der Kieler Frachter „Willida“.
 
Als Kontroll- und Versorgungsschiff diente der KFK-Kutter „Reiner Falko“....
...
Leider gab es beim Umladen der Munition vor
der Hafeneinfahrt von Neustadt einen sehr
schweren und tragischen Betriebsunfall mit
tödlichem Ausgang. So berichtete die Osthol-
steinische Kreis-Rundschau im Jahre 1957,
dass am 12. Juni nach mehreren Explosio-
nen der 149 BRT große dänische Munitions-
transporter „Stewnsland“ innerhalb von fünf
Minuten in der Neustädter Bucht gesunken
ist. Der 19-jährige Jungmann Dieter Stender
aus Neustadt habe sich bei den Explosionen
unter Deck befunden und konnte nicht geret-
tet werden, so der Pressebericht...
https://www.der-reporter.de/neustadt/neustadt/artikel/erinnerungen-des-neustaedters-jochen-lippmann/
Grüße
Beate

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Munition in Binnengewässer
« Antwort #125 am: 31 Juli 2019, 10:31:35 »
Hallo,
Der Tod eines Tauchers der  illegal im Schweriner Ziegelsee vermutlich nach Munition gesucht hat,
https://www.berliner-zeitung.de/panorama/illegal-nach-weltkriegswaffen-gefischt-taucher-tot-aus-see-in-schwerin-geborgen-32930560
zeigt das Problem der Munitionsversenkung auch in Binnengewässern auf.
In diesem Fall waren es Versenkung durch die Alliierten
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/nordmagazin/Trotz-Verbot-Sammler-tauchen-nach-alter-Munition,nordmagazin65024.html
Die Mengenangaben im Beitrag differieren sehr  zwischen
Zitat
Zehntausende Tonnen Munition wurden nach dem Zweiten Weltkrieg im Ziegelinnensee entsorgt.
und "70 Tonnen Kriegsgerät" in der Aussage vom KMBD  :? .
Grüße
Beate

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Re: Schwerin Ziegelsee
« Antwort #126 am: 01 August 2019, 13:15:32 »
Hallo,
beim Versenken der Munition im Ziegelsee kam es am 11.Mai 1945 zur Explosion von 1 oder 2 Schuten
Buch
Bild Ziegelseee 1945
Grüße
Beate

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Offline Darius

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Re: Kieler Bucht , deutlich mehr Munition aus dem WK II nachgewiesen.
« Antwort #127 am: 01 August 2019, 21:56:48 »
Hallo Beate,

aktuelle Nachricht zu Luftminenräumung an der Autobahn A4:
https://www.thueringen24.de/thueringen/article226650267/A4-Thueringen-evakuiert-DESWEGEN-ist-die-Lage-so-hoch-brisant.html
Zitat

Bei den Bomben handelte sich laut Polizei um insgesamt sieben Minenbomben deutscher Produktion des Typs „Monika“ mit einem Gewicht von je 907 kg.


 :MG:

Darius

Offline t-geronimo

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Re: Kieler Bucht , deutlich mehr Munition aus dem WK II nachgewiesen.
« Antwort #128 am: 01 August 2019, 23:07:26 »
Etwas off-topic:

Nicht nur die Kieler Bucht ist vermint  :-o :

 --/>/> https://www.nonstopnews.de/meldung/30780
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

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Offline bettika61

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Re: Kieler Bucht , deutlich mehr Munition aus dem WK II nachgewiesen.
« Antwort #129 am: 20 September 2019, 19:04:57 »
Hallo,
Eine Meldung aus Swinemünde:
"Tallboy"-Bombe in Fahrrinne entdeckt" https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Swinemuende-Tallboy-Bombe-in-Fahrrinne-entdeckt,bombe3264.html
Zitat
Dieser Bomben-Typ ist länger als sechs Meter und hat ein Gewicht von 5,4 Tonnen, davon sind allein 2,4 Tonnen Sprengstoff. "
Da vermute ich die Herkunft aus dem Angriff  auf die LÜTZOW.
Edit, nicht nur ich   :MZ:
http://www.iswinoujscie.pl/artykuly/62065/?v=1
100 m von der Fähre nach Karsibor entfernt wurde der Blindgänger gefunden
« Letzte Änderung: 20 September 2019, 19:17:57 von bettika61 »
Grüße
Beate

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