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Modernisierung der russischen atomaren Raketenkreuzer

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hillus:
Modernisierung der atomaren Raketenkreuzer Typ KIROV

Die Modernisierung des atomaren Raketenkreuzers ADMIRAL NAKHIMOV (Projekt 11442 ORLAN, ex KALININ) bei der Schiffbauwerft OAO PO SEVMASH wird erst im Jahre 2012 begonnen. Als erste Maßnahme soll die Raketenausrüstung modernisiert werden, teilte der Generaldirektor von SEVMASH Andrej Djatschkow mit.
Der Kreuzer ADMIRAL NAKHIMOV befand sich in den letzten zehn Jahren in konserviertem Zustand  auf dem Werftgebiet von SEVMASH.

Die Modernisierung der Bewaffnung wird enorme Maßnahmen und Arbeit beanspruchen, besonders mit dem Raketenkomplex. Er hat noch immer den Raketenkomplex GRANIT für Flügelraketen an Bord. Dieses RK-System ist jedoch nicht mehr in der Produktion und veraltet. Weder in der Zerstörungskraft und der Reichweite entspricht der Raketenkomplex den modernen Bedingungen des Seekrieges. Deshalb soll geprüft werden, ob die mächtigen Raketenkomplexe KALIBER und ONYX aufgestellt werden können, erklärte Djatschkow.

Er betonte weiterhin, dass sich die atomare Energetik nicht ändern wird. Bis Ende April 2012 sollen die Konstruktionsarbeiten beendet sein, wonach die Arbeiten nach dem Projekt der Reparatur und der Modernisierung anfangen werden sollen. In aller Voraussicht werden 2012 bei SEVMASH nach diesem Projekt die Arbeit nicht durchgeführt werden, erklärte Djatschkow.

Ursprünglich wollte das Ministerium für Verteidigung zwei Verträge schließen, einmal für die Durchführung der Konstruktionsarbeiten und andermal für die Reparatur sowie Modernisierung. Im Laufe der Verhandlungen kam man jedoch zum Entschluss, dass ohne eine gewählte und genehmigte endgültige Variante der Modernisierung die Arbeit von SEVMASH einfach sinnlos ist. Deshalb wurden die Arbeiten nach der Reparatur und der Modernisierung zunächst gestoppt worden. Er hat mitgeteilt, dass der Vertrag mit Nord - PKB für die Entwicklung eines verringerten technischen Projektes abgeschlossen wurde. Das Nord - PKB soll klären, in welche Richtung die Modernisierung des Schiffes gehen wird.

Das Ministerium für Verteidigung hat zugestimmt, die Dauer der Liegezeit des Schiffes bei an der Pier von SEVMASH für die Zeit der Durchführung der notwendigen Konstruktionsarbeiten zu bezahlen.

Es zu beachten, dass es nur um die Modernisierung der ADMIRAL NAKHIMOV geht. Das Typschiff ADMIRAL USHAKOV ex KIROV Projekt (1144) befindet sich bei der OAO TsS ZVEZDOCHKA in Sewerodwinsk. Der atomare Raketenkreuzer befindet außer Dienst gestellt und im konservierten Zustand im Werftgebiet von ZVEZDOCHKA.

Ergänzung hillus: Das vierte Schiff ADMIRAL LAZAREV ex FRUNZE befindet sich einem jämmerlichen konservierten Zustand bei der Pazifik Flotte und nach Beurteilung mir vorliegender Fotos muß gewaltig an einer Wiederherstellung gezweifelt werden. flop flop flop

Zur Zeit befindet nur der atomae Raketenkreuzer PYOTR VELIKIY bei der Nord Flotte im Kampfbestand der russischen Seekriegsflotte. Er ist das dritte Schiff des modifizierten Projektes (Projekt 11442). Der Kreuzer wurde der russischen Seekriegsflotte 1998 übergeben. Er wird gerade generalüberholt.

Zu später Stunde grüßt

hillus

Tostan:
Hallo,

durch einen anderen aktuellen Beitrag bin ich nochmal auf das Thema aufmerksam geworden.


--- Zitat von: hillus am 02 Dezember 2011, 21:40:20 ---Die Modernisierung der Bewaffnung wird enorme Maßnahmen und Arbeit beanspruchen, besonders mit dem Raketenkomplex. Er hat noch immer den Raketenkomplex GRANIT für Flügelraketen an Bord. Dieses RK-System ist jedoch nicht mehr in der Produktion und veraltet. Weder in der Zerstörungskraft und der Reichweite entspricht der Raketenkomplex den modernen Bedingungen des Seekrieges. Deshalb soll geprüft werden, ob die mächtigen Raketenkomplexe KALIBER und ONYX aufgestellt werden können, erklärte Djatschkow.
--- Ende Zitat ---

Diese Aussage vom Herrn Djatschkow ist ja nun absolut nicht zu halten. Gerade was Zerstörungskraft und Reichweite betrifft, sind die  P-700 Granit immer noch ungeschlagen. Weder KALIBER(3M14E Kalibr, gehört zur Klub-Familie, NATO: SS-N-27) noch ONYX(P-800 Onyx(manchmal als P-800 Bolid bezeichnet) NATO: SS-N-26) erreichen diese Reichweite und Sprengkraft.

Das Problem des Raketenkomplexes ist meiner Meinung nach ein anderes: Diese Waffen hatten einen speziellen, eng begrenzten Einsatzzweck: Die Vernichtung eines Flugzeugträgers(oder ähnlich wichtigen Schiffes) mit hoher Überlebenswahrscheinlichkeit des Angreifers. Daher die hohe Reichweite(>500km) und Zerstörungskraft(750 kg Sprengkopf), ein Flugkörper welcher durch den Abwehrschirm dringt sollte sicher ausreichen für einen Träger.

Eine Modifikation würde den Kreuzern also ein breiteres Einsatzspektrum verschaffen(Kalibr gegen Landziele, Onyx gegen Überwassereinheiten) und somit den modernen Einsatzszenarien("den modernen Bedingungen des Seekrieges") besser entsprechen, trotz geringerer Zerstörungskraft und Reichweite der Flugkörper.

Irgendwo habe ich gelesen, dann ein neuer, universeller Raketenkomplex entwickelt werden soll, der je nach Bedarf mit unterschiedlichen Raketen bestückt werden kann, ähnlich dem amerikanischen VLS. Nur finde ich jetzt die Quelle leider nicht mehr. Nur ein Gerücht, oder weiss jemand mehr dazu?

der erste:
Ein kurzer Hinwies zu den Reichweiten. Bei den neuen Raketen (ONYX,Kaliber) werden in russsichen Verlautbarungen nur die Reichweiten für exportierende Raketen genannt. Und die liegen bei max. 300 km. Man muß davon ausgehen, das die für die eigene Flotte beschaften weiter fliegen.

Tostan:
Naja, aber gerade die Kenngrößen Sprengkraft und Reichweite sind doch stark von Größe und Gewicht des FK abhängig. Ich glaube nicht, dass da für die russischen Versionen die Werte mehr als verdoppelt wurden bei ähnlichen Abmessungen(und das müssten sie um die P-700 zu "schlagen".)

Aber im Grunde genommen ist das doch eh nur Quartett spielen. "Der FK ist in genau der Kenngröße besser als der andere". hat wenig praktische Aussagekraft für den Wert des Waffensystems. Es störte mich nur etwas, dass da gerade die zwei Sachen herausgepickt wurden, die eben durch die neuen FK vermutlich nicht verbessert werden. Dabei gäbe es genügend plausiblere Gründe, den Raketenkomplex zu wechseln(Flexibilität, Probleme mit der veralteten Steuerung der P-700(diese ist zwar von der Funktionsweise her immer noch innovativ, meines Wissens nach gibt es so was außerhalb Russlands nicht, aber im Prinzip doch vermutlich Technologie der 70er Jahre)), Probleme mit der Wartung der FK's oder andere Gründe.

Btw: Wenn schon die P-700 ausgetauscht werden sollen weil sie veraltet sind, was ist dann mit den  P-500 Basalt(SS-N-12 Sandbox) der Kreuzer des Projektes 1164(Slawa-Klasse). Dieser Raketenkomplex ist ja noch älter, und eine Außerdienststellung der Kreuzer ist noch bei weitem nicht in Sicht.

der erste:
Die P-500 wurde zumindest auf einem Kreuzer gegen die P-1000 getauscht, auf der "Moskwa". Allerdings hatte man dort Probleme mit den Starttriebwerken, die bei den ersten Starts die Containerdeckel zerstörten.

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