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Autor Thema: Bismarck/Scharnhorst vs Swordfish  (Gelesen 11687 mal)

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Offline Blane

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Bismarck/Scharnhorst vs Swordfish
« am: 10 April 2006, 12:57:53 »
Hallo liebe Gemeinde,

jeder von euch weiß, dass Bismrck keine einzige Swordfish abgeschossen hat. Es wurden lediglich einige Löcher ins Segeltuch geschossen. Es wird immer damit begründet, dass halt die Swordfish aus Segeltuch bestand, sie extrem Tief anflogen (Torpedobomber), sie seien einfach zu langsam geflogen usw. Nun habe ich die Doku "Schlachtschisch Scharnhorst - Geschichte eines dt. Schlachtschiffes" Teil 1 und 2, in welcher erwähnt wird, dass Scharnhorst auch mal von Swordfish angegriffen wurde, jedoch einige Maschinen abschoss.
Nun meine Frage:
Wie war das möglich?
Die SH hat doch schließlich fast die gleiche Flakausrüstung wie die BS. Die Swordfish bestanden auch bei diesem Angriff aus Segeltuch und waren sehr langsam.
Eine Nebenfrage wäre natürlich, wie dieser Angriff auf SH aussah (war er ähnlich wie bei BS, also Wellengang, Sicht, Torpedobmber, sehr tief geflogen, usw.).
Habe bereits mal mit Josef das Thema angeschnitten, jedoch meinte er, man müsse halt erst klären, ob es wirklich die gleichen Umstände waren. Nur so könne man sich ein einigermaßen richtiges Urteil erlauben.
Also, wer weiss da näheres?

Ich hoffe, dass einige von euch mir helfen können, diese Frage zu klären.
Freue mich auf eure Antworten.
« Letzte Änderung: 16 August 2006, 02:00:29 von Tri »
Schöne Grüsse
Christian

Offline Scharnhorst66

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Bismarck/Scharnhorst vs Swordfish
« Antwort #1 am: 10 April 2006, 13:02:42 »
wenn ich das richtig in Erinnerung habe , war der Angriff beim Kanaldurchbruch.
Zu diesem Zeitpunkt verfügten SH , GU und PE aber schon über eine wesentlich stärkere Flakbewaffnung als BS seiner Zeit.

Vorallem waren mehr Flakvierlinge an Bord .. die ein wesentlich besseres
Abwehrfeuer gelegt haben.
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Gruss Micha

Offline Mario

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Bismarck/Scharnhorst vs Swordfish
« Antwort #2 am: 10 April 2006, 13:06:22 »
Na, ich denke, die Umstände könne die gleichen sein, aber ist ist immer auch eine Frage des Glücks, bzw des Pechs, je nach Sichtweise.
Ein weiterer Fakt könnten Erfahrung und Ausbildungsstand der Flak-Bedienungen gewesen sein. Immerhin befand sich die Bismarck ja auf der Jungfernfahrt. Nicht vergessen sollte man, daß die Besatzung der Bismarck schon einige Tage in höchster Gefechtsbereitschaft verbracht hat. Das läßt Konzentration und Leistungsvermögen enorm nach.

Offline Spee

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Bismarck/Scharnhorst vs Swordfish
« Antwort #3 am: 10 April 2006, 13:06:34 »
Dazu noch das Fla-Feuer der begleitenden Zerstörer, T-Boote usw. Den Jagdschutz aus der Luft hätte Admiral Lütjens sicher auch gern gehabt.
Servus

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Online t-geronimo

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Bismarck/Scharnhorst vs Swordfish
« Antwort #4 am: 11 April 2006, 00:20:04 »
Dazu hatte BS bei der 10,5-cm-Flak zwei Typen an Bord, von denen nur jeweils ein Typ nach der Feuerleitanlage richtig schießen konnte - also quasi 50% der S-Flak danebenschießen mußten.


Dann wäre wichtig, ob die Geschwindigkeit der Schwertfische richtig geschätzt oder gemessen wurde.

POW und Repulse hatten am 10.12.41 das Problem, immer nur mit den langsamen Swordfish' trainiert zu haben und dann von den schnellen japanischen Fliegern überrascht wurden.
Vielleicht wurde auf BS das Gegenteil gemacht und die Geschwindigkeit zu schnell geschätzt, aber das ist nur eine persönliche Vermutung.

Auch daraus hat man dann auf alle Fälle bestimmt gelernt.
Gruß, Thorsten

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Offline Blane

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Bismarck/Scharnhorst vs Swordfish
« Antwort #5 am: 11 April 2006, 00:27:26 »
Hallo Thorsten,

dass mit der Geschwindigkeit wird ja, meine ich, bei BS als Grund fürs nicht treffen anfgegeben.
Schöne Grüsse
Christian

Online t-geronimo

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Bismarck/Scharnhorst vs Swordfish
« Antwort #6 am: 11 April 2006, 00:40:10 »
Getroffen haben sie die Segeltuchbespannungen ja wohl, aber die Geschosse explodierten nicht (falsche Zünder mitgenommen, meine ich aus dem Gedächtnis, müßte aber bei Zeiten nochmal nachlesen).
Gruß, Thorsten

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Offline Blane

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Bismarck/Scharnhorst vs Swordfish
« Antwort #7 am: 11 April 2006, 00:44:51 »
Mein Vater hat das mal mit seiner Bund-Zeit verglichen:

Wenn er mit seinem Leo 1 auf einen LKW geschossen hat und die Plane getroffen hat, so flog das Geschoss einfach hindurch und es blieben 2 Löcher. Mehr nicht
Schöne Grüsse
Christian

Online t-geronimo

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Bismarck/Scharnhorst vs Swordfish
« Antwort #8 am: 11 April 2006, 00:48:24 »
Und das wäre bei einem entsprechend empfindlichen Zünder eben vielleicht nicht passiert - alles eine Frage der Einsatz-Vorbereitung.
Gruß, Thorsten

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Offline Blane

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Bismarck/Scharnhorst vs Swordfish
« Antwort #9 am: 11 April 2006, 00:50:21 »
Ganz genau, aber man sieht halt die Parallelen zur BS
Schöne Grüsse
Christian

Offline Marcel V.

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Bismarck/Scharnhorst vs Swordfish
« Antwort #10 am: 17 April 2006, 22:54:17 »
Zitat
dass Scharnhorst auch mal von Swordfish angegriffen wurde, jedoch einige Maschinen abschoss.

Vl. lag es daran, dass die Flak-Besatzung einen Glückstreffer (sind wir mal wieder beim Thema^^) auf den Flugkörper landete, und die Geschosse deshalb zündeten....
Es gibt Menschen, die sich immer angegriffen wähnen, wenn jemand eine Meinung ausspricht.

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Offline Blane

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Bismarck/Scharnhorst vs Swordfish
« Antwort #11 am: 18 April 2006, 00:36:19 »
Ein "Glückstreffer" wäre zu wenig. Es wurden wohl mehrer Swordfish abgeschossen. Habe mir nochmal die passende Stelle in der Doku angesehen.
Die Swordfish´s wurden wohl alle bei ihrem Wendemanöver zum Angriff auf den deutschen Verband abgeschossen.
Schöne Grüsse
Christian

Offline Mackensen

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Re: Bismarck/Scharnhorst vs Swordfish
« Antwort #12 am: 20 Juli 2006, 11:54:55 »
Hallo,

gaben es zum Zeitpunkt der Rheinübung schon Näherungszünder?

Aufschlagzünder für Tuch bespannte Flugzeuge zu nehmen ist wohl eher sinnlos.

Gruß
Matthias

Offline Lutscha

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Re: Bismarck/Scharnhorst vs Swordfish
« Antwort #13 am: 20 Juli 2006, 12:51:09 »
Veraltete Flakfeuerleitung, da die geplanten 3d-stabilisierten Feuerleitstände zum Teil nicht installiert worden sind, miserable-durchschnittliche Flakgeschütze, viel zu wenige Flaks (wobei das zu der Zeit normal war) und unzureichende Ausbildung der Mannschaft waren die Gründe.

Zu den unterschiedlichen 10,5ern:

"…firing at sea targets or firing against low-flying aircraft with the 10.5 cm rapid loading C/33 in the C/37 twin mount is practically impossible by direct aiming of the guns with the available mechanical elevation alignment devices."

Granaten mit Annäherungszünder gabs nur auf Seiten der Alliierten ab 43 bei Kalibern von 7,62cm aufwärts, die Achse war mal wieder zu dumm für sowas. Die Abschusszahlen stiegen bei gewöhnlichen Angriffen durch diese jedoch nur gering, bei Kamikazeangriffen gab es jedoch einen deutlichen Unterschied.

Bericht des Artillerieversuchskommandos:

http://www.kbismarck.com/AVKS-700.zip

Ullrich hat ihn afaik auf deutsch.

Die Tuchbespannung ist auch immer ne nette, alles erklärende, Ausrede, Motoren, Torpedos und Piloten zum treffen gabs bei den Swordfishs scheinbar nicht... :-D
« Letzte Änderung: 20 Juli 2006, 13:06:12 von Lutscha »
Das ist ja barer Unsinn, wenn das stimmen würde, hätten SIE ja recht!

Typisch deutsche Argumentationsweise.

Offline Ralf

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Re: Bismarck/Scharnhorst vs Swordfish
« Antwort #14 am: 20 Juli 2006, 13:09:27 »
@Ullrich: Magst Du den in deutsch auch hier reinstellen?  :O/S
Gruß
Ralf
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Gorch Fock