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Autor Thema: Flensburger Förde 1945  (Gelesen 29027 mal)

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Offline TD

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Re: Flensburger Förde 1945
« Antwort #15 am: 22 Januar 2012, 02:07:49 »
Wenn es um die Daten gehen soll:


29. 1. 45 und 23. 3. 45 ab Gotenhafen,  13./15. 4. 45 Hela - Eckernförde
4. 5. 45 in der Eckernförder Bucht Luftraketentreffer
19.10. 45 in Kiel an Norwegen  "Kosmos IV"

04.05.45   WALTER RAU und FREIBURG Eckernförde-Reede Jabos.
                             WALTER RAU und FREIBURG  brennen   

Schiffe lagen in in den Förden einige Hundert.

Diese hatten auch 2 Wochen nach Kriegsende noch viele Tausend Menschen an Bord,
oftmals noch Verwundete aus dem Kurlandkessel.

Ich habe hier Listen bis zu 16 Wellen Transporter die ihre traurige Fracht nach und nach ausladem durften und teilweise noch auf See erst umladen mußten.

Das ist ein Thema welches noch aufgearbeitet werden müßte.

Einen Bericht zur Einschiffung auf der  Walter Rau sende ich per PN.


Schönen Sonntag

Theo


==
...ärgere dich nicht über deine Fehler und Schwächen, ohne sie wärst du zwar vollkommen, aber kein Mensch mehr !

Offline The Voice

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Re: Flensburger Förde 1945
« Antwort #16 am: 22 Januar 2012, 09:18:45 »
Auch im Hafen von Flensburg lag das U-Boot Geleitschiff OTTO WÜNSCHE.
Es lief nach Kriegsende aus Warnemünde kommend dort ein.
Mein Vater gehörte zu der ersten Gruppe der Besatzung, die in Britische Kriegsgefangenschaft ging.

Laut WIKIPEDIA wurde am Morgen des 14. Juni 1945, das Schiff bei der großen Munitionsexplosion in Flensburg-Kielseng beschädigt und hatte Tote und Verwundete unter seiner Besatzung zu beklagen.
 
Es konnte aber später abgeschleppt und in der Förde vor Anker gelegt werden.
Nach den notwendigen Reparaturen diente die Otto Wünsche zunächst als Wohnschiff beim
Deutschen Minenräumdienst, wurde dann aber zu sowjetischer Kriegsbeute erklärt.

Anfang Januar 1946 begleitete das Schiff sechs an die Sowjetische Marine auszuliefernde Schiffe nach Libau
und brachte deren deutsche Restbesatzungen wieder nach Deutschland zurück;
es handelte sich dabei um den Leichten Kreuzer Nürnberg, das Zielschiff Hessen
 mit seinem Fernlenkboot Blitz, den Zerstörer Z 15 Erich Steinbrinck
und die beiden Torpedoboote T 33 und T 107.

Die gleiche Aufgabe hatte das Schiff in der ersten Februarwoche, als es die beiden
Zerstörer Z 20 Karl Galster und Z 14 Friedrich Ihn zu deren Übergabe nach Libau begleitete
und ihre Restbesatzungen am 9. Februar nach Deutschland zurückbrachte.

Im März 1946 wurde die Otto Wünsche selbst ebenfalls an die Sowjetische Marine übergeben,
die das Schiff am 6. März unter dem neuen Namen Petschora (russ.: Печора) in Dienst stellte.

Vom 20. Juli 1946 bis zum 17. September 1973 diente es in der Nordflotte,
danach bis zum 13. April 1977 als Wohnschiff mit der Bezeichnung PKZ-14.
 Dann wurde es aus der Liste der Schiffe gestrichen und bald darauf abgewrackt.

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Offline Stichling

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Re: Flensburger Förde 1945
« Antwort #17 am: 22 Januar 2012, 17:53:24 »
Hallo !

    In Flensburg lag auch noch das Fahgastschiff "Caribia". An der Württenbergbrücke lagen "Otto Wünsche"dt.Besatzung neuer Name "Royal Alexandra",ebenfalls das S-Boot Begleitschiff "Tanga" neuer Name "Gadfly". An der gleichen Brücke die "Walter Rau" Brücke total ausgebrannt, ich arbeitete an Bord. Rau wurde provisorisch fahrklar gemacht und ging nach England in eine Werft. Später nach Norwegen,neuer Name "Kosmos IV" Reederei Anders Jahre Sandefiord.

Gruß Stichling

Offline rolli.m

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Re: Flensburger Förde 1945
« Antwort #18 am: 23 Januar 2012, 17:40:16 »
Hallo und guten Abend.

Vielen Dank für die zahlreichen Antworten.

Leider ist meine Frage damit noch nicht beantwortet.

Zum Hintergrund.

Mein Vater wurde am 18.04. in Frankfurt/Oder schwer verwundet und gelangte mit einem Lazarettzug nach Rathenow. Von dort ging es
spätestens am 25.04. wieder weiter.
Aufnahme im Lazarett in Flensburg am 05.05. Als Herkunft wurde Laz. Schiff vermerkt.
Nach den Info's im Forum lag als Verwundetentransporter zu diesem Zeitpunkt nur die Walter Rau vor o. in Flensburg.

Deshalb die Frage nach den davor liegenden Stationen, denn irgendwo an der Küste muss mein Vater ja auf ein Schiff gelangt sein.
Von Rathenow an Berlin vorbei nach Swinemünde o. Stralsund kommt wohl nicht in Betracht, da die Bahnlinien schon unterbrochen waren.
Bleibt also nur noch Rostock, Wismar o. Kiel. Wobei natürlich der Landweg auch nicht ganz ausgeschlossen werden kann. Der Eintrag in der
Krankenakte " Zugang am 05.05.45 woher? Laz. Schiff" kann natürlich auch irrtümlich entstanden sein.

Mich würde also interessieren, ob weitere Lazarettschiffe o. Verwundetentransporter vor Flensburg lagen. Wenn ja, welche Häfen vorher angelaufen wurden.

@ TD: An wen geht die PN?

Eine schöne Woche wünsche ich.

Roland



Offline TD

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Re: Flensburger Förde 1945
« Antwort #19 am: 23 Januar 2012, 20:37:09 »
Hallo zusammen,

in Flensburg sowie auf der Schlei hat es eine Anzahl Lazarettschiffe bei Kriegsende gegeben.
Hier z.B. zwei Netzleger welche vermutlich schon Anfang Mai 1945 zu Nebenlazaretten des Marinelazarettes Mürwick.
Dort gab es noch weitaus mehr Lazarettschiffe.
U.a. habe ich, weiß leider im Moment den Namen nicht, einen Frachtdampfer welchen Dönitz persönlich am 1.5. zum Lazarettschiff erfassen ließ.
Weiter gabe es dort kleine Lazarettschiffsgruppen aus Binnenschiffen usw.
Man darf ja nicht vergessen dass dort zum Kriegsende auf kleinsten Raum die Verwundeten von allen zusammenbrechenden Fronten zusammen trafen.

 Theo


NEUBAU 788;dt.SEELEICHTER 26/41  2302 BRT
                    NETZLEICHTER 788
                    NETZLEGER 8

                NETZLEGER VIII - EGGEROE

                        Lazarettschiff NL.8


Wärtsila A/B - Oy Crichton - Vulcan A/B ,Turku       ( 788 )

1940: Wie NEUBAU 781.

1942,9.März: Kiellegung.
1.Aug.: Stapellauf.
1943,Feb.: Abschluß der maschinebautechnischen Planung als NETZLEICHTER 788 bei der KMD Hamburg.
22.Mai: Ablieferung an KM.
1.Juni?: Indienststellung als NETZLEGER 8 - EGGEROE bei Netzsperrgruppe Mitte (a. A.: Netzversuchs- und Erprobungskommando.)
1945,Jan.: In Travemünde a.D. gestellt und Waffen für Landeinsatz abgebaut.
Mai: In Flensburg britische Beute.
3.Juli: (bereits vorher?) Einsatz als Lazarettschiff NL.8 in Flensburg Mürwick. (Liegeschiff beim überfüllten Marinelazarett Mürwick mit NETZLEGER 10 als Lazarettgruppe NL.8 + NL.10.)
28.Dez.: Gemeinsam mit den ex UdSSR- Neubau RIESENBURG  an die UdSSR abgeliefert und durch den Schlepper zu eine sowj. Hafen  geschleppt.
1946,25.Okt.: Von der Baltischen Flotte als Netzleger AKHTUBA i.D. gestellt,
196.: Aus der Flottenliste gestrichen.
1965,24. Aug.: Beginn der Abbrucharbeiten in...




Erstfassung18.5.1991 Änderungen: 17.11.2005 © Eigentum: Th. Dorgeist, Telgte. Stand: 11.01.2006



NEUBAU 7945;dt.SEELEICHTER 33/41  2445 BRT

                NETZLEGER 10

                       NETZLEGER 10 - WESTSTERN
                Lazarettschiff NL.10

Wärtsila A/B - Oy Crichton - Vulcan A/B ,Turku       ( 795 )

1940: Wie  NEUBAU 781.
1942: Bauausführung in selbstfahrendes Frachtschiff geändert.
1943,,Feb.: Planung zum Umbau als Netzleger begonnen.
7.Okt.: Kiellegung.
1944,15.Juli: Stapellauf.
1944,2.Sept.: Durch die 6. Z - Flottille wird in Reval ein stark bewaffnetes Kommando zusammen gestellt um Schiffe notfalls mit Gewalt aus Turku abzuschleppen.
4.Sept.: Verband in Turku eingetroffen, gewaltsames Abschleppen der dortigen Neubauten als unmöglich erkannt und Verhandlungen mit Werft und finnischer Regierung begonnen.
12.Sept.: Freigabe des zu 90 % fertigen Schiffes durch Finnland.
13.Sept.: Durch Schlepper SCHWALBENBERG und BRAKE mit allen Maschinen, Bauteilen usw. der drei freigegebenen Schiffe abgeschleppt.
14.Sept.: Um 20.15 Uhr in Windau eingetroffen.
15.Sept.: In Libau an Seekommandant Lettland übergeben.
Okt.: Zuteilung an Stettiner Vulkan, Stettin zum Fertigbau und Herrichtung.
22.Dez.: In Travemünde eingelaufen.
1945,Jan.: Nach Sonderburg überführt zur Fertigstellung und Ausrüstung als NETZLEGER 10 - WESTSTERN.
Feb.: Mit Teilen des a.D. gestellten NETZLEGER 9 durch dessen Besatzung ausgerüstet ,jedoch nicht mehr i.D. gestellt da Besatzung mit den Waffen von NL 9 zum Landkampf kommandiert wurde.
7.Mai: In Flensburg brit. Beute.
3.Juli: (bereits vorher ! ) Einsatz als Lazarettschiff NL.10 in Flensburg Mürwick. (Liegeschiff beim überfüllten Marinelazarett Mürwick mit NETZLEGER 8 als Lazarettgruppe NL.8 + NL.10.)
1946,20.Jan.: In Kiel gemeldet als US - Beute - Anteil.
10.Okt.: Zur Übergabe an Norwegen von Kiel nach Bremerhaven verlegt.
1948: Durch Office of the Foreign Liquedation Commission, Paris in Bremerhaven liegend an Bergens Kulkompani A/S (Finn Kuhnle, Mgr.),  Bergen verkauft. Einsatz als Leichter NL 10 ?
1949: Durch A/S Bergens Mekaniske Verksted, Bergen umgebaut (auch neue Maschine eingebaut) zum MS NORVEST.
1951: LE MAIRE,
1960 DARTFORD
1968,11.Okt.: Von Hongkong nach Shanghai zu Abbruch ausgelaufen.

P.S.: Die PN war nur eine Seite aus einer unbekannten Quelle vom Start der WALTER RAU in Gotenhafen
...ärgere dich nicht über deine Fehler und Schwächen, ohne sie wärst du zwar vollkommen, aber kein Mensch mehr !

Offline The Voice

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Re: Flensburger Förde 1945
« Antwort #20 am: 24 Januar 2012, 08:37:13 »
Moin!
Auf einer Dänischen Webseite über Marinegeschichte (in Englisch) wird die Munitionsexplosion in Flensburg beschrieben:
Danish Naval History
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Offline RonnyM

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Re: Flensburger Förde 1945
« Antwort #21 am: 24 Januar 2012, 17:55:43 »
...mein lieber Scholly, dass muß ja mächtig gerumst haben, wenn in 10 Km noch die Scheiben splitterten... :O/S

Übrigens danke Mr. Voice für den Beitrag. top Von solch einer Explosion habe ich bisher nix gewußt :-o

Grüße Ronny
...keen Tähn im Muul,
over La Paloma fleuten...

Offline The Voice

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Re: Flensburger Förde 1945
« Antwort #22 am: 24 Januar 2012, 19:39:59 »
...mein lieber Scholly, dass muß ja mächtig gerumst haben, wenn in 10 Km noch die Scheiben splitterten... :O/S

Übrigens danke Mr. Voice für den Beitrag. top Von solch einer Explosion habe ich bisher nix gewußt :-o

Grüße Ronny
Das wuste ich zuvor auch nicht. Bin zufällig darauf gestoßen, weil mein Vater Funker auf der OTTO WÜNSCHE war.
Er hatte das "Glück", bereits von Bord zu sein und hat die Explosion in einem Britischen Gefangenenlager erlebt.
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Offline Stichling

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Re: Flensburger Förde 1945
« Antwort #23 am: 24 Januar 2012, 21:30:04 »
Hallo !

     Ich war Augenzeuge dieses Ereignis,meine Mutter wurde verletzt.

Grüße Stichling

Offline rolli.m

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Re: Flensburger Förde 1945
« Antwort #24 am: 26 Januar 2012, 18:07:43 »
Hallo an Allle.


@ TD Danke für die Details zu den NL's. Demnach kann ich wohl nicht hoffen, auf diesem Wege klarer zu sehen.

In den Ostsseehäfen gab es sicherlich Verzeichnisse über die auslaufenden Schiffe. Ist bekannt, bis wann die
Erfassung erfolgte? Vielleicht sind diese Listen irgendwo verfügbar?

Ich freue mich auf Eure Antworten.

Schönen Abend noch.

Roland

Offline bettika61

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Re: Flensburger Förde 1945
« Antwort #25 am: 27 Oktober 2012, 18:27:43 »
Moin!
Auf einer Dänischen Webseite über Marinegeschichte (in Englisch) wird die Munitionsexplosion in Flensburg beschrieben:
Danish Naval History
Hallo,
da ich aus Flensburg bin, mal die Gelegenheit für einen Beitrag:

In der Nähe des Explosionsortes am Freihafen befanden sich auch Lazarettschiffe, erkennbar auf Fotos aufgenommen nach dem Munitionsunglück, (die vermutlich aus der Polizeiakte stammen).
Vielleicht kann jemand das Lazarett-Schiff auf den Fotos wiedererkennen.

Der Tender Donau liegt nach dem Unglück auf der Seite im Hafenbecken, der Tender Otto Wünsche
wurde beschädigt und hatte wie andere Einheiten Tote und Verletzte zu beklagen.
Quelle:Das Munitionsunglück am 14. Juni 1945 in Flensburg-Kielseng
(Recherchiert von Kapitänleutnant a.D. Gerhard O. Richter,Flensburg-Mürwik)

Grüsse
bettika

Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Offline Delmenhorst

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Re: Flensburger Förde 1945
« Antwort #26 am: 27 Oktober 2012, 22:47:07 »
Moin, Moin,
mir wurde berichtet, daß nach der Kapitulation in der Flensburger Förde, außer der "Patria", noch einige mehr oder wenige intakte Dampfer lagen, z.B. die "Ubena". Wer weiß noch weitere Namen?


I hope this will help you a bit further
Carsten

Offline Delmenhorst

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Re: Flensburger Förde 1945
« Antwort #27 am: 27 Oktober 2012, 22:49:02 »
we continue ..

Offline SchlPr11

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Re: Flensburger Förde 1945
« Antwort #28 am: 28 Oktober 2012, 00:07:16 »
Hallo,
der Frachter als Interims-Lazarettschiff ist die GOTENLAND (1942 Burmeister&Wain, Kopenhagen, 5312 BRT, 129,4 m).
Interims-Lazarettschiff, da 1945 möglicherweise nicht mit dem IRK gemeldet. In der Liste enthalten, die eine echte Bereicherung für die Schicksals-Erforschung deutscher Schiffe und Boote zum Kriegsende ist!

REINHARD Kramer

Offline TD

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Re: Flensburger Förde 1945
« Antwort #29 am: 28 Oktober 2012, 01:06:45 »
In der Liste

Standorte 18.5.1945 sind
die Schiffe

MS Gotenland 5266 Flensburger Förde für Verwundete Unterbringung
MS Angelburg 3069 Flensburger Förde für Verwundete Unterbringung
MS Nordland 1900 Flensburger Förde für Verwundete Unterbringung


eingetragen.

Gruß

Theo
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