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Autor Thema: Kritische Betrachtung von "Helden oder nicht Helden&quo  (Gelesen 5833 mal)

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Online kalli

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Kritische Betrachtung von "Helden oder nicht Helden&quo
« Antwort #30 am: 17 März 2006, 20:49:50 »
Nun, da mein Vorschlag verhallt ist, möchte ich noch was beigeben. Heute wurde Siegfried Lenz 80 Jahre alt.

Er diente seit 1944 auf  der „Scheer“.

Wenige Tage vor Kriegsende desertierte er, nachdem er ansehen musste, wie jemand liquidiert wurde.
Also ein Antiheld ? Nein ist meine Meinung. Aber wohl auch kein Held, weil er die Liquidation nicht verhindern konnte. ( so wie bisher hier Heldentum behandelt wurde ).

So wie Woschnik sagte, geht mir das Wort Held am a vorbei.

Was hat Siegfried Lenz aber der deutschen Literatur gebracht ?
Sind seine Leistungen nicht bewunderungswürdig ?

Ich kann mich nicht immer sehr klar ausdrücken, das ist mein Fehler. Mein oftmals untrügerisches Gefühl sagt mir aber, dass diese Heldendiskussion zwangsläufig in einer Sackgasse verlaufen muss und bei einigen Diskussionsteilnehmern einen unnötigen Zwist hervorgerufen hat. Das ist wirklich nicht nötig.

Offline rosenow

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Kritische Betrachtung von "Helden oder nicht Helden&quo
« Antwort #31 am: 17 März 2006, 21:01:54 »
Moin,moin! :D
Das mag jetzt komisch klingen, aber den Worten von Kalli ist nichts mehr hinzu zufügen.
mit freundlichen Gruß
Michael


„Macht`s gut und denkt daran!
Es gibt drei Sorten von Menschen:
Die Lebenden.
Die Toten.
Und die, die zur See fahren.“
Hein Schonder

Offline Woschnik

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Kritische Betrachtung von "Helden oder nicht Helden&quo
« Antwort #32 am: 17 März 2006, 21:14:09 »
Mal ein Vorschlag:

Wer wirklich dem Begriff "Held" auf die Spur kommen möchte, ersetze ihn einfach einmal durch den Begriff "Vorbild". Ich finde, das klärt ganz schnell ganz viel.
Liebe Grüße

Volker

Offline rosenow

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Kritische Betrachtung von "Helden oder nicht Helden&quo
« Antwort #33 am: 17 März 2006, 21:27:07 »
Hallo Woschnik!  :)
Vorbilder, sind das die Leute oder Verwandten zu denen man aufsieht, wo man denkt: Wenn ich groß bin, will ich so werden wie Onkel Heinz, oh ja!!!
Onkel Heinz war immer gut gelaunt und hatte immer ein Späßchen drauf, nur arbeiten wollte er nicht und hat schon öfter hinter Gittern gesessen, nur das sagte mir Niemand.
Mit den Vorbildern könnte man noch wieder 3 Seiten füllen.
Ist nicht böse gemeint Woschnik, aber lass doch Kallis Worte als Abschluss gelten, damit alle wieder kreativ werden können.
:D
mit freundlichen Gruß
Michael


„Macht`s gut und denkt daran!
Es gibt drei Sorten von Menschen:
Die Lebenden.
Die Toten.
Und die, die zur See fahren.“
Hein Schonder

Offline Woschnik

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Kritische Betrachtung von "Helden oder nicht Helden&quo
« Antwort #34 am: 17 März 2006, 21:33:50 »
Sollte auch nur Kallis letzte Worte unterstreichen. Allerdings: So einfach, wie du, rosenow, den Begriff "Vorbild" betrachtest, meine ich das nicht. Ich meine den Begriff als Heldenersatzbegriff ganz einfach wortwörtlich. Aber genug davon, kreativ ist das in der Tat nicht.
Liebe Grüße

Volker

Offline Chrischnix

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Kritische Betrachtung von "Helden oder nicht Helden&quo
« Antwort #35 am: 17 März 2006, 21:36:08 »
Hallo Kalli

Zum Teil hast Du Recht,  wenn Du sagst:
Zitat:
Mein oftmals untrügerisches Gefühl sagt mir aber, dass diese Heldendiskussion zwangsläufig in einer Sackgasse verlaufen muss und bei einigen Diskussionsteilnehmern einen unnötigen Zwist hervorgerufen hat.

Ich würde sagen: Unnötig ist er nicht, der Zwist, sofern er einer ist!

Ist doch schön wie hier im Board damit umgegangen wird; gut, der Eine oder Andere braucht eben eine längere Bedenkzeit, na und, ich finde auch diese Diskussion wurde Sachlich gemeistert! Das sehe ich als Stärke!

Das Wort "Held" definiert jede Regierung die an der Macht ist anders.
Daher hat der "Held" eine sehr geringe Halbwertzeit.
Oder:
Heute Top, Morgen Flop
 :D

Schöne Grüße:
Chrischnix

Offline Blane

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Kritische Betrachtung von "Helden oder nicht Helden&quo
« Antwort #36 am: 17 März 2006, 22:57:58 »
Zitat von: Chrischnix

Daher hat der "Held" eine sehr geringe Halbwertzeit.
Oder:
Heute Top, Morgen Flop
 :D


Da es im Sport auch immer Helden gibt , einen zu chrishnix Satz, bei dem es sogar noch schneller ging:

Tim Wiese, er hielt alles, was es zu halten gab und war
der Held von Turin..........allerdings nur bis zur 88min, danach war er der grösste Depp von Bremen :wink:

Das Wort Held wird gerade heutzutage für jeden Mist benutzt (wieviele Helden es täglich bei RTL so gibt "kopfschüttel"), weshalb es eigentlich recht schwierig ist, dieses Wort zu definieren bzw. es zu beschreiben.

@Kalli
Vollste Zustimmung!
Schöne Grüsse
Christian

Offline Ralf

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Kritische Betrachtung von "Helden oder nicht Helden&quo
« Antwort #37 am: 18 März 2006, 11:56:27 »
Im Prinzip ist es genau so... Der HELD ist für jeden anders zu definieren und deswegen ist auch die Diskussion darüber, wer einer ist und wer nicht so mannigfaltig...

Ich habe in diesem Thread für mich mitgenommen, dass man die Sichtweise sehr vorsichtig mit jedem zusammen bei jeder Situation angehen muss. Somit gehe ich mit Spee nun auch einher und sage - was ich allerdings auch vorher schon sagte - dass diese Namen im Z-Thread auf jeden Fall beleuchtet werden sollten. Ob dann nun der eine oder andere dann ein Held ist oder nicht, sollte dann jeder für sich entscheiden. Nur die Beleuchtung des einzelnen ist wichtig...

@Spee: Somit reduziert sich meine Kritik an Dich auf eine Interpretation einer Aussage von Dir, Dich ich zwar immer noch nicht zurücknehmen möchte aber sie als "nicht grundsätzlich wichtig" ansehe, was das Thema angeht. Und unser Apatche hat wohl nicht Unrecht, wenn es eine Auslegung ist...

Ich für meinen Teil muss ganz ehrlich sagen, dass es schon heftig ist, was der Krieg aus Menschen macht. Ein Held zu sein, weil man viele Soldaten getötet, Flugzeuge abgeschossen oder diverse Panzer und ein Schlachtschiff versenkt hat, ist nach heutigen friedlichen Gesichtspunkten schwer zu unterstützen. Leistungen waren es. Aber ob ich mich darüber freuen würde, weiß ich nicht...
Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich dies mit 40 sage und nicht mit 20-22... Zu dem Zeitpunkt war ich eitler. Ich war sehr gebauchpinselt, wenn über mich etwas in Zeitung stand, wenn ich da mal 10 Tore in einem Handballspiel geworfen habe. Somit denke ich, dass nicht selten auch die Jugend zum streben nach dem soldatischem Heldentum verführt wird, bzw. werden kann und im Dritten Reich auch ganz klar wurde...

Ich danke Euch zumindest für die sehr schwierige aber auch wirklich für mich zumindest erkenntnisreiche Diskussion...
Gruß
Ralf
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„Du kannst Dein Leben nicht verlängern und Du kannst es auch nicht verbreitern. Aber Du kannst es vertiefen!“
Gorch Fock

Offline Zerstörerfahrer

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Kritische Betrachtung von "Helden oder nicht Helden&quo
« Antwort #38 am: 18 März 2006, 12:21:00 »
Ich möchte dem ganzen noch ein Zitat unseres Papstes hinzufügen, welches die Tragik der dt. Soldaten im 2. WK. besonders beleuchtet.

Soldatenfriedhof La Cambe, Kardinal Ratzinger nun Papst Benedikt XVI

In dieser Stunde verbeugen wir uns in Ehrfurcht vor den Toten des Zweiten Weltkrieges; wir gedenken der vielen jungen Menschen aus unserer Heimat, deren Zukunft und Hoffnung in den blutigen Schlachten des Krieges zerstört wurde. Es muss uns Deutsche schmerzlich berühren, dass ihr Idealismus und ihr Gehorsam dem Staat gegenüber von einem unrecht Regime missbraucht wurde. Aber das entehrt diese Jungen Menschen nicht, in deren Gewissen nur Gott hineinblicken kann. Und jeder steht einzeln mit seinem Weg und Sterben vor Gott, in dessen barmherziger Güte wir alle unsere Toten geborgen wissen. Sie haben ganz einfach ihr Pflicht –wenn auch oft unter furchtbarem inneren Ringen, Zweifeln und Fragen- zu tun versucht , aber sie blicken nun uns an und reden zu uns; Und ihr, was werdet ihr tun, damit nicht wieder junge Menschen in solche Kämpfe getrieben werden? Was werdet ihr tun, damit die Welt nicht von neuem durch Hass und Gewalt und Lüge verwüstet wir?

Für uns sind die damaligen Handlungsweisen unserer Väter und Grossväter nur schwer nachvollziehbar und der weit aus grösste Teil kämpfte für sein Vaterland und um seine Familie zu beschützen. Nicht jeder konnte dabei zu der Erkenntnis kommen , daß Hitler ein Verbrecher war, so wie wir heute.  Und das können wir ihnen nicht vorwerfen. Nur dies wollte ich mit meinen Beiträgen über das Heldentum zum Ausdruck bringen und beende , reicher an Erfahrung , für mich dieses Thema.

Offline Achilles

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Kritische Betrachtung von "Helden oder nicht Helden&quo
« Antwort #39 am: 18 März 2006, 13:41:26 »
Für mich wird ein Soldat nie ein Held sein können, egal in welcher Zeit, egal was er geleistet hat. Ihr seht den Soldat, ihr seht seine Zeit, ihr seht seine zweifelhaften "Leistungen", aber ihr seht nicht was ein Soldat wirklich tut.
Wenn man sich überlegt wie die Angehörigen derer, die ihr Leben gaben um einen anderen zum "Held" zu machen, leiden müssen, dann steht für mich fest dass sich meine Definition von "Held" nicht mit Soldatentum vereinbaren lässt!

Dein Bild in den Spätnachrichten,
Wimmernder, sterbender Soldat.
Eine Zahl in den Kriegsberichten,
Ein Rädchen Im Kriegsapparat, .
Für einen Schachzug zerschossen
Und für ein Planquadrat im Sand,
Für einen Wahn hast du dein Blut vergossen
Und immer für irgendein gottverdammtes Vaterland!

Wann ist Frieden,
Endlich Frieden,
Wann ist Frieden, endlich Frieden und all das Elend vorbei!
Wann ist Frieden,
Endlich Frieden,
Wann ist Frieden, endlich Frieden und das Ende der Barbarei!

Vielleicht sechs oder sieben Jahre,
Von Granatsplittern verletzt
Im Flur ein Kind auf einer Bahre,
Ein leises Weinen nur zuletzt.
So sieht es aus, das Bild des Sieges,
Und alle wissen es nur zu gut!
Und den Preis zahl'n die Kinder des Krieges
Von Belfast bis Soweto, von Sarajevo bis Beirut.

.......

Ruhmsüchtiger Kriegsminister,
Ehrgeiz'ger, greiser General
Und eure Mordgeschwister,
Ihr Handlanger im Arsenal:
Habt ihr niemals diese Visionen?
Und ihr da im Rüstungskonzern:
Sie sterben durch eure Kanonen,
Und es klebt Blut an euren saubren Händen, ihr sogenannten ehrenwerten Herrn!

.......

Wenn die Kriegsherrn im Nadelstreifen,
Die wahren Schuldigen geächtet sind,
Wenn Soldaten endlich begreifen,
Daß sie potentielle Tote sind.
Wenn von Politikerversprechen
Sich nur dieses erfüllt von all'n,
Wird eine bessere Zeit anbrechen, ,
Denn: »Wer noch einmal eine Waffe in die Hand nimmt, dem soll die Hand abfall'n!«


[Reinhard Mey - Frieden]

Online kalli

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Kritische Betrachtung von "Helden oder nicht Helden&quo
« Antwort #40 am: 18 März 2006, 16:48:58 »
Krieg geht immer einher mit Tod und Zerstörung. Das sehen wir ja auch heute noch. Und mit unmenschlichen Handeln. Deshalb sollten wir uns gerade in einem Forum, das sich damit beschäftigt, verantwortungsvoll verhalten.
Im Krieg gilt „Wenn ich nicht zuerst töte, dann werde ich getötet“.
Wer soll in dieser Situation ein Held sein ?
Es tut mir wirklich leid, dass meine Bitte um Beendigung der Diskussion keine wirkliche Beachtung gefunden hat. Diese Bitte war geprägt von der Sorge um den Ruf des Forums und einer nutzlosen Verhärtung von Standpunkten.
Trotzdem war die Diskussion nicht nutzlos.
Versteht aber bitte, dass ich jetzt für eine Sperrung des threads plädiere.

Online kalli

  • Co Administrator
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Kritische Betrachtung von "Helden oder nicht Helden&quo
« Antwort #41 am: 18 März 2006, 18:41:24 »
Nachdem hier einige Beiträge, auch mich betreffend, freiwillig gelöscht wurden, habe ich den thread erst einmal gesperrt.
Wiedereröffnung ist bei Bedarf möglich. Dazu bitte eine PN an mich.