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Autor Thema: Orientreise Wilhelm II. 1889 Athen / Konstantinopel  (Gelesen 10441 mal)

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Langensiepen

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Re: Orientreise Wilhelm II. 1889 Athen / Konstantinopel
« Antwort #15 am: 09 Oktober 2010, 09:23:13 »
Sehr geehrter Herr Südwester, wenn das mal so einfach wäre.   :O-|
Generell stimmt Ihre Aussage. Es gibt da noch das Nutzungsrecht und das Verwenden von Material aus `neuzeitlichen Büchern, Internetseite, usw``. Beispiel 1: Die Firma Kodak ist im Besitz von  Fotografien aus dem Krimkrieg. Der ist nun bekanntlich ne Ecke lang her. Kaufen Sie sich doch bitte mal Abzüge , stellen diese ins Internet und benachrichtigen Sie Kodak. Mal sehen was kommt. Ich hatte im HALBMOND UND KAISERADLER  zwei Fotos aus dem Bestand Ullstein Bilddienst . Auch diese waren nach Ihrer Rechung frei. Sahen Ullstein und ich aber anders somit habe ich den geforderten Preis bezahlt. Das Bundesarchiv, hier können Sie sich Fotos `ausleihen` darunter massenhaft welche die nach Ihrem dafürhalten `frei `sind. Viel Spaß . Behörden sind hartnäckig. Das SA Hamburg hat mich mal wegen Fotoverwertung ( Bild von 1884) aus dem Jahr 1983  angeschrieben. Ich wollte betr. einer doch geringen Gebühr mich mit der Stadt Hamburg nicht anlegen. Letztlich können Sie mir zu etwas Taschengeld verhelfen. Kopieren Sie das Bild  auf Seite 9 aus dem Halben Hahn und stellen Sie es ins europäische nicht russisch, türkische Internet. Bitte nicht hier. Sie werden dann von mir und vom Deut. Archäologischen. Inst.-Istanbul (untersteht dem AA, Berlin)  eine Rechnung betr. C-Verletzung erhalten    :-D

PS: Als Kaiserlicher Orientalist : Glückwunsch zu Ihrer Arbeit   top

Offline Suedwester

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Re: Orientreise Wilhelm II. 1889 Athen / Konstantinopel
« Antwort #16 am: 09 Oktober 2010, 11:09:18 »
Da hätte ich gleich mal 2, bzw. 3 Fragen / Anmerkungen dazu:

1. Die Kodak Eastman Company hat ihren Stammsitz in den USA, also unterliegt sie (in ihren Copyrights zumindest) auch USA-Recht. Und davon habe ich keine Ahnung.

2. Wenn man 1983 ein dokumentarisches Bild von 1884 veröffentlichen wollte, waren ja auch noch keine hundert Jahre um. Was aber aus 2 Gründen egal ist:
a) (unbedeutend) Das Bild war ja sicher bereits veröffentlicht, sonst hätte es ja nicht kopiert werden können, und man müsste jetzt schauen, ob seit der Erstveröffentlichung schon 50 Jahre vergangen waren.
b) (entscheident) 1983 galt noch nicht das EU-Recht (erst seit etwa 2006, muss ich nachschauen), welches zwischen künstlerischen und dokumentarischen Aufnahmen unterscheidet. Damals galt noch 70 Jahre nach Tod der Photographen, was mal grob gerechnet 1884 + 60 Jahre lebte er noch + 70 Jahre Sperrzeit 2014 ergeben hätte.

3. Gibt es zu dem Thema schon einen Thread? "Copyright" in der Suchfunktion liefert nämlich genau einen Treffer: Diesen Thread hier :D

Und als letztes: @Langensiepen: Danke! :)
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Albatros

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Offline Teddy Suhren

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Re: Orientreise Wilhelm II. 1889 Athen / Konstantinopel
« Antwort #18 am: 09 Oktober 2010, 11:21:01 »

Offline Suedwester

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Re: Orientreise Wilhelm II. 1889 Athen / Konstantinopel
« Antwort #19 am: 09 Oktober 2010, 11:23:54 »
Na das ist doch ein Wort.  :MG:


Man sollte Denken lehren, nicht Gedachtes.

Offline Matthias Strauß

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Re: Orientreise Wilhelm II. 1889 Athen / Konstantinopel
« Antwort #20 am: 09 Oktober 2010, 18:16:51 »
Hallo an die Runde,

in dem Buch von Vizeadmiral a. D. v. Mantey "Unsere Kriegsmarine - vom Großen Kurfürsten bis zur Gegenwart" (Ausgabe 1934) steht unter dem Jahre 1889, die  Reisen des Kaisers betreffend, nachfolgende Aussage: "Am 31. Juli 1889 geleitete die Manöverflotte unter Kommando des Konteradmirals v. Kall den Kaiser zu seiner ersten Reise nach England. Das Manövergeschwader bestand aus "Baden", "Bayern", "Oldenburg", "Irene" (unter Kdo. von Prinz Heinrich) und Aviso "Wacht", das Übungsgeschwader, Konteradmiral Hollmann, "Kaiser", "Deutschland", "Friedrich der Große", "Preußen" und Aviso "Ziethen". Der Kaiser fuhr wieder auf der Jacht "Hohenzollern". Am 2. August nachmittags wurde die Flotte, geleitet von der königlichen Jacht "Victoria and Albert" mit dem Prinz von Wales an Bord, an der englischen Flotte vorübergeführt und auf Cowes Reede zu Anker gebracht. Der Kaiser wurde Ehrenadmiral der englischen Flotte. Am 8. August fand eine Parade des Landungskorps im Garten von Schloß Osborne vor der Königin von England statt, die der Kaiser kommandierte. Am gleichen Tage nachmittags wurde die Rückfahrt nach Wilhelmshaven angetreten. Das vorstehend genannte Übungsgeschwader, jedoch an Stelle des Avisos "Ziethen" der Aviso "Wacht" und außer dem S.M.S. "Irene", ging im Herbst 1889 nach dem Mittelmeer. Der Kaiser schiffte sich in Genua an Bord des Flaggschiffes "Kaiser" ein, während die Kaiserin auf der Jacht "Hohenzollern" fuhr. Am 26. Oktober lief das Geschwader in den Hafen von Piräus bei Athen. Ein Grund zu dieser Reise war die Hochzeitsfeier der Prinzeß Sophie, Schwester des Kaisers, mit dem Kronprinzen Konstantin von Griechenland. Von Athen ging die Fahrt nach Konstantinopel, wohin jedoch nur "Hohenzollern" und "Kaiser" liefen, während das übrige Geschwader in Mytilene vor den Dardanellen wartete. Hier traf am 1. November die Kreuzerfregatte "Leipzig", von Sansibar kommend, mit Admiral Deinhard an Bord, ein.Am 10. November dampfte der Kaiser mit sämtlichen Schiffen zunächst nach Korfu und dann nach Venedig, um über Land nach Deutschland zurückzukehren, während das Übungsgeschwader bis Ende April im Mittelmeer blieb...."

Vielleicht ist dieser Auszug für die weitere Klärung der gestellten Frage hilfreich?

Gruß Jack

Offline Suedwester

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Re: Orientreise Wilhelm II. 1889 Athen / Konstantinopel
« Antwort #21 am: 09 Oktober 2010, 20:22:00 »
Zumindest ist es eine gute Sekundärquelle, vielen Dank dafür!  top Und sie passt zu meinen Vermutungen betreffs des oben genannten Bildes, welches das Geschwader vor Korfu darstellen soll (?). Das die "Leipzig" mit Deinhard kurz nach der "Pfeil" das ostafrikanische Geschwader verlassen hatte, wusste ich. Dass sie dann schon in Mitylene ebenfalls dazustieß, war mir so bisher nicht bekannt. Das das Übungsgeschwader bis April 1890 im Mittelmeer blieb hätte ich auch nicht erwartet, da andere der Schiffe schon im Dezember wieder in Wilhelmshaven waren. Da müsste ich mich jetzt uf die Spur machen und schauen, welche wann wieder daheim waren.

Zum Weg: Ich vermute ja, die Schiffe "Leipzig" und "Pfeil" nahen den diekten Weg durch den Suezkanal, der da ja schon 20 Jahre fertig war. Weiß jemand, wie sich damals die Durchfahrt von Kriegsschiffen regelte? Und was eine Passage kostete?
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Offline Matthias Strauß

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Re: Orientreise Wilhelm II. 1889 Athen / Konstantinopel
« Antwort #22 am: 10 Oktober 2010, 19:50:06 »
Hallo Suedwester,

die Durchfahrt durch den Suez-Kanal regelt bis zur Gegenwart die "Konvention von Konstantinopel vom 29. Oktober 1888", die es allen Schiffen, aller Nationen zu gleichen Bedingungen erlaubt, diesen Kanal zu passieren, d. h., dass ihn sowohl Handelsschiffe, als auch Kriegsschiffe uneingeschränkt benutzen können, wenn sie die Passage bezahlen können und wollen. Beispiel: Als im Spätherbst 1904 das II. russ. Geschwader zu ihrem Unglück von Tsusima von Sankt Petersburg in den Pazific verlegte, um die Niederlage von Port Arthur gegen die Japaner zu revidieren, lief ein Teil des Geschwaders durch den Suez-Kanal, um sich bei Sansibar mit dem anderen Teil, der um das Kap in Südafrika reiste, zu vereinen. Schwieriger ist es mit den Gebühren zur damaligen Zeit. Mir ist aus einer Literaturquelle bekannt, die sich auf das ägyptische Staatsarchiv beruft, das bis zum Jahre 1874 die Durchfahrtsgebühr an die Kanalbetreibergesellschaft 10 Goldfranken pro Tonne Schiffsraum und je Passagier betrug. Ab 1885 bis zum ersten Weltkrieg war eine Gebühr von 10,5 Goldfranken zu zahlen. Wie die Berechnung für Kriegsschiffe konkret ausgesehen hat, konnte ich bisher nicht in Erfahrung bringen. Ich vermute, das die Schiffstonnage und die Besatzungsstärke die Gebühr bestimmten.

Ich hoffe, etwas beigetragen zu haben.

Gruß Jack

Offline Suedwester

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Re: Orientreise Wilhelm II. 1889 Athen / Konstantinopel
« Antwort #23 am: 16 Oktober 2010, 22:43:03 »
Jo, Danke, das hilft. Macht bei der "Pfeil" bei 814,75 BRT 8554 Fr. und ein paar Zerquetschte für das Schiff und etwa 1400,-(?) für die Besatzung. Das die Preise bis zum ersten Weltkrieg so blieben, scheint allerdings so nicht zu stimmen, da Meyers großes Konversationslexikon von 1906 dazu meint:
"Der Kanalzoll, anfänglich 10, seit 1895 pro Tonne Nettogewicht bei beladenen Schiffen 9;5, bei Schiffen in Ballast 7 Fr., beträgt jetzt 9, bez. 6,5 Fr. (für Personen 10 Fr.);"
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