collapse

* Benutzer Info

 
 
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren. Haben Sie Ihre Aktivierungs E-Mail übersehen?

* Suchfunktion


* HMA

Autor Thema: Zwischenfall im August 1962 mit einer Sea Hawk des Marinefliegergeschwader 1  (Gelesen 10985 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Albatros

  • Gast
In dem Thread Nummernzerstörer - das erste Rückgrat der jungen Marine habe ich in Antwort # 60 auf einen Wiki-Artikel hingewiesen.

In dem Wiki-Beitrag wird ja ein Zwischenfall im August 1962 beschrieben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Hawker_Sea_Hawk

Das die Maschine mit einem externen Behälter für Aufklärungsmittel ausgerüstet war ist sicher nur ein Zufall gewesen... :MZ:....oder ?

In anderen Artikeln ist zu lesen.....

18.August 1962: Eine Hawker Seahawk des MFG 1 in Jagel gerät auf dem Rückflug von Gibraltar bei Eisenach über die Grenze, kann vor sowjetischen

Abfangjägern in die Wolken entwischen und landet in Ahlhorn.

Ich meine die Sea Hawk hat wohl Glück gehabt oder es war ein sehr guter Pilot an Bord, ansonsten dürfte sie gegen eine Mig 21 keine Chance gehabt haben.

Hat jemand weitere Berichte oder Erkenntnisse zu dem Vorfall ?

 :MG:

Manfred






Offline dirkP1a

  • Seekadett
  • *
  • Beiträge: 177
Hier  und  Hier  hab ich was darüber gefunden. Inhaltlich schwankt man da zwischen Notlandung und Abschuss der Maschine. OK, liegt wahrscheinlich im auge des Betrachters.
Diskutiere nie mit Idioten , sie ziehen dich auf ihr Niveau herab und schlagen dich dann mit ihrer Erfahrung .

Gruß  DIRK

Albatros

  • Gast
Danke Dir,

das ist ja nun auch schon fast 50 Jahre her und der Kalte Krieg ist auch schon lange vorbei aber trotzdem immer noch nur

Vermutungen, Annahmen, Spekulationen......nichts genaues weiß man nicht........ :O/S

 :MG:

Manfred

Offline Seefuchs

  • Fähnrich
  • *
  • Beiträge: 219
@dirkP1a

Hallo Dirk,

so interessant die Geschichten aus dem damaligen anderen Deutschland so sind, bei der Art und Weise von diesem SNFU Vogel wird mir immer ganz komisch und anders......! Was hätten, solche wie dieser, mit uns wohl gemacht, wenn es andersrum gekommen wär???

Ohne irgend jemand zu nahe treten zu wollen.


Grüsse

Seefuchs
In der Werft: SMS König; KM Lützow

Offline Mandelus

  • Seekadett
  • *
  • Beiträge: 194
Was da im kalten Krieg auf beiden Seiten und bei den jeweils betroffenen Staaten so ablief und mehr oder weniger unter dem Teppich gekehrt wurde, die Liste ist sehr lang und da war keiner wirklich besser als der andere ... außer das vielleicht pfiffigere weil an sich freiere Journalisten im Westen mehr aufdeckten, was verbuddelt bleiben sollte.
Wisst ihr, nur mal ein Beispiel für die Märchen in Ost und West zu manchen Dingen: BRD und DDR waren keine Atommächte gewesen heißt es immer wieder. Nun ja ... mal von dem bis heute gem. NATO Anordnung bereit zu haltenden Bestand an Tornados der Bundesluftwaffe welcher A-Waffen aberwefen soll im Ernstfall abgesehen, was ja schon deutlich die Wahrheit zeigt, mal ein Blick auf das Heer geworfen mit dem mittlerweile längst ausgemusterten Waffensystem "Lance" (Kurzstreckenrakete). Die Bundeswehr hatte auch Raketenartilleriebataillone mit Lance, z.B. in Wesel. Komisch wenn in der kaserne in Wesel eine weitere Kaseren der Amerikaner integriert ist und wo nicht weit weg ein doppelt gesichertes Depot (Außenringsicherung BW, Innenring US Army) mit Atomsprengköpfen für die Lance war und das nächste amerikanische Lancebataillon hunderte Kilometer weg war.
Dasselbe bei der NVA mit den entsprechenden Raketensystemen in 1:1 ebenso der Fall!

Ob die Hawker hier nun tatsächlich mit einer Bruchlandung in den Acker krachte weil von der Mig-21 so schwer beschädigt oder eine sanfte Bauchlandung passierte und die Männer in Trenchcoat den Aufklärungsbehälter kassierten ist ein Punkt. Man sollte sich vielleicht auch fragen, wie sich ein Pilot so dolle verfliegen kann, dass er im Luftraum der DDR landet und dann auch noch "zufällig" einen Aufklärungsbehälter mit "?" Inhalt dabei hat. ich meine, der kommt von der Gegen um Gibraltar von einem Manöver mit den Amis und fliegt als Marineflieger nach Hause. Normal ... aber wie kommt der von Gibraltar nach Eisenach, denn selbst mit 2 Zusatztanks ist das schon mal ein wenig weit weg, aber ok, ich bin kein Flugzeugexperte was jetzt die genaue Reichweite angeht. Doch wenn man sich einfach nur mal die Europakarte ansieht, ähm .... wie ist der geflogen?  :wink:
Verrückt und tollwütig ist er sagen Sie? Dann hoffe ich, er beißt meine anderen Generäle!

König Georg von England als Reaktion auf das fortwähende Mobbing gegen General Wolfe im Jahr 1759

Offline Seefuchs

  • Fähnrich
  • *
  • Beiträge: 219
Reichweite Seahawk, Wikipedia 778 km, Flugstrecke Gibraltar - Eisenach (gerade) 2100 km dann noch mal 270 km bis Ahlhorn, glaube nicht das das stimmen kann...., oder war das ne Diesel Seahawk!

Ganz seltsame Geschichte.....!

Seefuchs
In der Werft: SMS König; KM Lützow

Offline ufo

  • Board Moderator
  • *
  • Beiträge: 1719
Na, aber es heist ja schon auch in der Geschichte dazu, dass die Maschiene drei Zusatztanks mit sich herum geschleppt habe. Keine Ahnung wie viel Reichweite jeder davon gibt aber die 778 km sind wohl die Grundreichweite ohne Extras.

In einem alten Spiegel Artikel dazu heist es ganz banal, dass die Maschiene dann schlicht und einfach angeschossen heimgeflogen ist. Der zunaechst angepeilte Flughafen Bremen wurde verworfen, weil die Bremer keine moeglicherweise defekte Maschiene auf der Landebahn haben wollten, die eventuell gekrant werden muss und solange den Flugbetrieb blockiert und dann ging es eben nach Ahlhorn.
Grenzverletzungen sollen wohl in beiden Richtungen die Regel gewesen sein nicht die Ausnahme; mit allen Kuriositaeten wie mit'm Hubschrauber bei Wismar aufm Acker landen und fragen wo es bitte nach Luebeck geht.

So seltsam ist die Geschichte denn doch nicht. Navigation ist Kunst nicht Wissenschaft.

Bloss die kleine Annekdote mit dem Extrabehaelter ist so ein wenig 007. Mag aber doch durchaus sein, dass die Amerikaner da gern mal etwas getestet haben wollten.


Viel betrueblicher, dass der Pilot die Geschichte um nichtmal vier Jahre ueberlebt hat. Ganz schoen gruselig wie viele Deutsche Flieger der Starfighter auf dem Gewissen hat.

Ufo     

Offline Big A

  • Boardinventar
  • *
  • Beiträge: 6848
  • Keep on running
Und jetzt machen wir mit Verschwörungetheorien weiter und behaupten auch dass der Absturz der Il - 62 vor Südafrika auch auf einem Aufklärungsflug passiert ist...
Wenn man will, kann man hinter allen Verschwörungen und Schlapphüte vermuten, aber man sollte auch mal den Faktor "zwischen den Ohren" bedenken, auf gut deutsch, simple Fehler, Blödheit, Leichtsinn, was auch immer. Ich halte es lieber mit Murphy, whenever shit might happen it will :wink:

Axel
Weapons are no good unless there are guts on both sides of the bayonet.
(Gen. Walter Kruger, 6th Army)

Real men don't need experts to tell them whose asses to kick.

Albatros

  • Gast
Moin auch,

Die Überführungsreichweite der Sea Hawk soll laut Krivinyi 1500 km gewesen sein, da wird es wohl eine Zwischenlandung gegeben haben.

Und ich gehe mal davon aus das es noch keine Radar gestützte Flugverkehrskontrolle gab, oder doch schon....?

 :MG:

Manfred
« Letzte Änderung: 05 Oktober 2010, 07:50:20 von Albatros »

Offline Trimmer

  • Boardinventar
  • *
  • Beiträge: 7219
Manfred - ich denke doch das es schon eine starke  Radarüberwachung gab. Ist zwar jetzt etwas weit hergeholt aber denke bitte mal an den Abschuß der U- 2 von Powers am 1.Mai über der Sowjetunion. Besonders der Luftraum über der DDR wurde durch Radar schon damals stark abgesichert und bei Luftraumverletzungen die MiGs losgeschickt.

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Albatros

  • Gast
Hallo Achim, ich hätte schreiben müssen eine flächendeckende zivile Flugverkehrskontrolle, eine militärische Radarüberwachung wird es Teilweise gegeben haben.

Und wenn es diese militärische auf beiden Seiten schon gegeben hat, dann ist die Sea Hawk ja auch auf beiden Schirmen gewesen....... :O/Y

 :MG:

Manfred

Offline Trimmer

  • Boardinventar
  • *
  • Beiträge: 7219
Manfred - soweit ich es weiss bestand diese Überwachung auch im zvilen Bereich. Jede einfliegende Maschine war auf dem Schirm bzw. wurde erfasst. Bekant ist z.B. die Lufterfassungsstelle bei Fürstenwalde - Fuchsbau - die noch eine gewisse Zeit nach der Wende besichtigt werden konnte. Hat aber wohl jetzt einen Privateigentümer und ist geschlossen.Wenn mich meine grauen Zellen nicht im Stich lassen war wohl schon in den 50iger Jahren das System der Luftüberwachung ziehmlich perfekt. ( Militärisch und Zivil )
Irgendwann ist mal ein Beitrag darüber auch im FS gekommen der sich damit beschäftigte - aber wie und wo ???.

Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Albatros

  • Gast
Damit wir nicht aneinander vorbei sprechen Achim, ich meine eine Flugverkehrskontrolle die mit der Maschine in Verbindung steht...... :MV:

 :MG:

Manfred

Offline Mandelus

  • Seekadett
  • *
  • Beiträge: 194
Manfred .... die Flugkontrolle zivil und militärisch war schon damals nahezu lückenlos gewesen. Schau einfach mal auf die Europakarte und guck die den direkten Flugweg von Gibraltar zum Heimathorst an. Das geht komplett über Spanien und frankreich, Belgien und dann im Westen der BRD. Frankreich gehörte zu dem Zeitpunkt noch der NATO an und durfte also überflogen werden, ergo auch kein "drumherum fliegen" notwendig.
Da muss man sich ernsthaft fragen, wie der Pilot nach Eisenach gekommen ist, ohne irgendwie von der militärischen Flugkontrolle angesprochen zu werden nach dem Motto "Hey, du bist vom Kurs abgekommen!" ....

Das hat nichts mit Verschwörungstheorien zu tun, sondern mit der verständlichen Geheimniskrämerei der NATO im kalten Krieg. Es war nicht der erste und einzige Vorfall dieser oder ähnlicher Art gewesen bis zum Mauerfall. Was meint ihr, wieviele Aktionen bis heute noch unbekannt sind?  :wink:
Kleiner Tipp, vielleicht findet ihr ja wasim Netz: Stichwort "Seeaufklärer BW und Ostsee"  :-D
Ebenso mal eine andere Sache aus einem Sachgebiet, wo ich selber bei der Firma Flecktarn tätig war: Funkaufklärung!
omisch das der Westen einige Wochen vor dem WP Eingriff beim Prager Frühling 1968 in Teilen Natoalarm hatte, oder? Klar, Aufstand in Prag gegen das kommunistische Regime usw. ist imemr so eine Sache seit dem Aufstand in Ungarn. Aber der Westen wusste dann recht früh, dass es dem Prager Frühling militärisch an den kragen geht und das der Aufmarsch des WP nur damit zu tun hat. Warum? Weil durch die Funkaufklärung festgestellt wurde, dass da so gut wie keine Artillerie dabei ist und die Rote Armee geht militärisch ohne massive Artillerieunterstützung nicht mal aufs Klo. Also war es nur ein Polizeieinsatz der WP Kräfte, wenn ich es mal so bezeichnen darf.

Die Hawker hier hat sich garantiert nicht wirklich verflogen, denn das würde von totaler Unfähigkeit zeugen, des Piloten und der Flugkontrolle.  :-)
Verrückt und tollwütig ist er sagen Sie? Dann hoffe ich, er beißt meine anderen Generäle!

König Georg von England als Reaktion auf das fortwähende Mobbing gegen General Wolfe im Jahr 1759

Offline Tostan

  • Fregattenkapitän
  • *
  • Beiträge: 1341
Ganz schoen gruselig wie viele Deutsche Flieger der Starfighter auf dem Gewissen hat.

Piloten, nicht Flieger. Flieger lässt man nicht ans Steuer eines Kampfflugzeugs. Matrosen kommandieren ja auch keine Fregatten.  :MLL: