Flotten der Welt > Die Rote Flotte und die russischen Marinen - Geschichte und Einsätze

Torpedo oder Seemine

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rosenow:
Hallo Dominic,
und alle anderen!
Dies soll nur eine kleine Entwicklungsgeschichte der Torpedos oder Minen aus leichter Sicht der Russen sein und hoffe im laufe der Zeit noch auf deine Frage Antworten zu finden. Ist nicht ganz leicht, aber vielleicht kann jemand anders auch helfen. Auf jeden Fall bleibe ich am Ball und suche weiter.   :D


Der Name
„Torpedo“ ist auf den aus der Zoologie bekannten Zitterrochen zurück zuführen, der Mittels seiner Stachelartigen Verlängerung, lähmende Schläge an seine Gegner bringen kann.

Der Wunsch der kriegsführenden Nationen zur See, war schon immer den Gegner unter Wasser ungesehen zu vernichten.
Deshalb suchte man nach einer Waffe, die folgende Eigenschaften besaß.
Eine Unterwasserwaffe mit eigenen Antrieb, eigener Steuerung, eigenen Zielsuchfunktionen,
die von Unterwasserfahrzeugen wie Überwasserfahrzeugen abgeschossen werden kann, sowie Automatische Zündvorrichtungen, entweder Aufschlag oder Magnetzündung aufweißt.
Robert Fulton, ein amerikanischer Ingenieur, der die ersten brauchbaren Dampfschiffe und das U-Boot Nautilus 1805 in Brest baute und erprobte,  ist wohl derjenige, der dieser Waffe den Namen Torpedo gab.
Torpedo wurden dann auch alle Sprengkörper unter Wasser genannt, egal ob Mine oder was anderes.
Einige Marinen nannten alle Unterwassersprengladungen Minen, so zum Beispiel auch die russische Marine noch bis Anfang des 20.Jahrhunderts.

Versuche den Gegner auf See zu vernichten gibt es schon solange es Schifffahrt gibt.
So zum Beispiel die Feuerschiffe der Antike und Später die Sprengschiffe aus dem 14.Jahrhundert, beide wurden in Richtung Gegner geschickt um ihn in Brand zu setzen bzw. zu sprengen.
Dann folgten im 18.Jh. die Schleppminen bzw. Schlepptorpedos, die man an langen Leinen hinter sich herschleppte und durch umfahren des Gegners, sollten sich diese Schleppminen dann am Gegner verhacken und explodieren.
An mangelnden Erfolgen mit dieser Waffe, spezialisierten sich einige Marinen auf die fest verankerten Seeminen, um so ihre Häfen zu schützen. Beispiele sind Russische Häfen in der Ostsee (1854) und die Minensperre vor Kiel (1848).
Später wurden durch die schnelle Entwicklung der Schiffe von Segel zu Dampfschiffen und ihre damit verbundene und neu erworbene Freiheit auf See, ihre Wendigkeit neue Kampftaktiken eingeführt.
Der Rammsporn oder Rammsteven kam wieder in Mode, so wurde das italienische Linienschiff  „Re d` Ìtalia“ durch Admiral Wilhelm von Tegetthoofs Flagschiff  SMS Ferdinand Max  in der Seeschlacht von Lissa, gerammt und innerhalb von 3 Minuten versenkt.
Es folgten dann die verbesserten Schleppminen, diese wurden mit einem Scherbrett und einer Tiefensteuerung versehen. Dadurch konnten die Schleppminen in einem versetzten Winkel 50-60 Grad seitlich vom schleppenden Schiff gezogen werden.  Den sich nähernden Gegner konnte man sich so vom Leibe halten oder auch vernichten.
Russland war 1869 eins der ersten Länder, die dieses Schleppsystem ankauften.

Auch die Entwicklung der Spierentorpedos wurde im 19.Jahrh. voran getrieben.
Diese (Blechbehälter mit Sprengladung) waren an langen Stangen (Spieren genannt) am Vorschiff (U-Boot oder Überwasserschiff) angebracht und wurden unter Wasser am Gegner zur Explosion gebracht.
1856 griff, diese schon von Fulton erwähnte Vorstellung eines Torpedos, der russische Generalleutnant von Tiesenhausen diese Idee wieder auf.
Um während des Krimkrieges die feindlichen Schiffe, an der Dnjepr-Mündung und vor Kinburn, anzugreifen.


In Nikolajev wurden vielversprechende Versuche durchgeführt.
Um die Kosten gering zu halten, versuchte man billige und leichte, schnelle Schiffe für diese Aufgabe einzusetzen.
Ähnlich wie Brander (Sprengschiffe) und Feuerschiffe sollten auch diese Spierentorpedoboote in den feind gefahren werden.
Tiesenhausen sollte nach kurzer Pause 4 Jahre später, am 20.04.1862, seine Entwicklungen neu aufgreifen und legte dem Kommandant von Kronstadt ein detailliertes Projekt vor.
Eine Prüfung dieses Projektes führte zur praktischen Erprobung.
Mit dem Kanonenboot „Opyt“ wurden dann Versuche  vor Kronstadt mit 16 bis 17 Meter langen Spieren und einer Sprengladung bis zu 25 kg erfolgreich durchgeführt, unter anderem wurde auch ein Schoner „Meteor“ zerstört.
Darauf wiederum wurden später dann an den Schiffen hauptsächlich an Großkampfschiffen seitliche Spierentorpedos zum ausschwenken angebracht um Rammstöße von feindlichen Spierentorpedobooten abzuwehren. Diese Ausschwenkbahren Seitenspieren wurden noch bis Ende des Ersten Weltkrieges verwand.
Auf Grund ihrer großen Kriegserfahrung hatten die Russen einen starken Zuwachs an Spierenminenbooten, die im In-u. Ausland gefertigt wurden.
Bis zum Frühjahr 1878 immerhin 85 Boote.
Nebenbei wurden auch automatische Torpedos entwickelt.
Whitehead-Torpedos von der Firma Whitehead & Comp gebaute automatische Torpedos sind verbesserte und weiter entwickelte Torpedos des österreichischen Erfinders Johann Blasius Luppis, der schon mit Spierendampftorpedos experimentierte.
Die Kriegseinsätze von Torpedobooten im Russisch/Türkischen Krieg und bei anderen Kriegsschauplätzen dieser Zeit führten zur schnellen weiter Entwicklung dieser Waffe.
Später wurden durch die Entwicklung der Fluggeräte auch Torpedos entwickelt die von Flugzeugen abgeworfen wurden.
Die russisch/sowjetische Entwicklungen und deren Schwierigkeiten sollen noch folgen, wird aber noch eine Zeit in Anspruch nehmen.

Quellen: „Schwarze Gesellen“ von Harald Fock, Meyers neue Lexikon und die Medien

Edit: Jetzt ist es viel angenehmer, da bin ganz deiner Meinung  t-geronimo .  

t-geronimo:
@ rosenow:

Kannst Du nach Möglichkeit die Bilder bitte mal etwas kleiner machen, so daß sie auf eine normale 1024x768-Seite passen?
Ich möchte nicht auf Deinen Webspace drauf, um zu editieren.

Das Thema ist sonst unlesbar, wenn man unten dauernd den Scrollbalken hin- und herbewegen muß.

Und es wäre doch schade, daß ein so interessanter Beitrag aufgrund technischer Schwierigkeiten weniger beachtet wird.  :wink:

wer:
@rosenow:
Wie lautet die ISBN-Nummer des Buches "Schwarze Gesellen" von Harald Fock?
Oder ist es nicht so gut?

Gruß

Christian

Spee:
@wer,

schaue doch bei solchen Sachen bei amazon.de, abebooks.de oder zvab.com rein. Da findest du alle relevanten Daten.

t-geronimo:
www.bookfinder.com durchsucht alle drei.
Dort nur auf die Sprache achten!

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