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Autor Thema: Gab es in der Kriegsmarine eine Meuterei?  (Gelesen 44366 mal)

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Offline Axel Niestle

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Re: Gab es in der Kriegsmarine eine Meuterei?
« Antwort #60 am: 23 März 2019, 21:05:57 »
Beate,

vielen Dank für die Infos.

Die angebliche Geschichte mit dem deutschen U-Boot etc. hätte aber jeder U-Bootfunker schnell als üble Räuberpistole entlarvt.

Ich hätte erwartet, dass es mehr belastbare Fakten dazu gibt, bevor man einen untadeligen Offizier mit Dreck bewirft.

Beste Grüße

Axel

Offline Urs Heßling

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Re: Gab es in der Kriegsmarine eine Meuterei?
« Antwort #61 am: 23 März 2019, 22:30:33 »
moin,

der von Beate teilweise zitierte Text wirft selbst Fragen auf.

Woher sollen die Männer von einer bevorstehenden Bombardierung dieses Ausmaßes gewußt haben, nachdem die Insel 5 Jahre lang weitgehend verschont geblieben war ?

Ja, das Traditionsverständnis im Zusammenhang mit dem Preis ist zu hinterfragen (Johannessons Verschweigen erodiert seine Vorbildstellung). Aber wieso soll es "undemokratisch" sein ? 
Ich rate zu Vorsicht vor Schlägen mit solchen Keulen .. man kann sich dabei selbst treffen.

Die Kürze des Verfahrens ist sehr bedenklich, die Vollstreckung des Urteils hätte ausgesetzt werden können.
Aber "Durchhalteterror" und "Menschenverachtung" sind übertriebene, populistische  Begriffe. In jedem Militär der Welt wurde Meuterei (Vorgehen gegen Vorgesetzte, und das war wohl geplant) in Kriegszeiten mit der Todesstrafe bedroht und - meistens - bestraft.

Gruß, Urs


"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

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Re: Gab es in der Kriegsmarine eine Meuterei?
« Antwort #62 am: 24 März 2019, 16:13:04 »
der von Beate teilweise zitierte Text wirft selbst Fragen auf. [...] Aber "Durchhalteterror" und "Menschenverachtung" sind übertriebene, populistische  Begriffe. In jedem Militär der Welt wurde Meuterei (Vorgehen gegen Vorgesetzte, und das war wohl geplant) in Kriegszeiten mit der Todesstrafe bedroht und - meistens - bestraft.

Für solche Agitation und Polemik ist der Autor des Textes seit Jahrzehnten bekannt:

Zitat
Er wurde durch Kritik an der Traditionspflege der Bundeswehr bekannt, insbesondere an einer bis 1995 nach Eduard Dietl benannten Kaserne in Füssen. Veröffentlichungen finden sich überwiegend in den Bereichen Geschichtspolitik, Erinnerungskultur und Traditionspflege. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit veröffentlicht er auch Beiträge in den Zeitschriften Ossietzky und antifa, das durch die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes VVN-BDA herausgegeben wird, sowie in der Tageszeitung Neues Deutschland. Knab ist der Gründer und Sprecher der „Initiative gegen falsche Glorie“. In der Vergangenheit war er Referent bei der Antifaschistischen Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München a.i.d.a. Zudem war Knab neben u. a. Ulla Jelpke, Tobias Pflüger und Jürgen Rose Mitautor des Schwarzbuches zur Sicherheits- und Militärpolitik Deutschlands der Bundestagsfraktion Die Linke.
https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_Knab

Offline bettika61

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Re: Gab es in der Kriegsmarine eine Meuterei?
« Antwort #63 am: 17 Dezember 2020, 18:26:10 »

Hallo,
Asmus Jepsen war weder Deserteur noch ein Meuterer.

Das Ende des Asmus Jepsen ist seit 2000 dokumentiert:
Prof. Gerhard Paul „Der Fall Asmus Jepsen“
aus „Lange Schatten: Ende der NS-Diktatur und frühe Nachkriegsjahre in Flensburg“ http://www.stadtgeschichte-flensburg.de/Materialien/buch6.html
(In diesem Band sind auch die weiteren bereits an anderer Stelle angesprochenen Hinrichtungen von Marinesoldaten nach Kriegsende durch die furchtbare Marinejustiz Thema)


Grüsse
Beate
Hallo,
@Jens A hat darauf aufmerksam gemacht  :MG: das die Quellenangabe nicht stimmt  :|
Der Artikel ist nicht aus Flensburger Beiträge zur Zeitgeschichte, Band 5 "Lange Schatten"
sondern aus Flensburger Beiträge zur Zeitgeschichte, Band 3
"Ausgebürgert. Ausgegrenzt. Ausgesondert.
Opfer politischer und rassischer Verfolgung in Flensburg 1933 – 1945"
http://www.stadtgeschichte-flensburg.de/publikationen.php?asz=4&aw=1

Leider hat meine falsche Quellenangabe schon Eingang bei wiki
[12] mit link zum FMA gefunden  :O/S
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Offline t-geronimo

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Re: Gab es in der Kriegsmarine eine Meuterei?
« Antwort #64 am: 17 Dezember 2020, 20:54:39 »
Ich habe die Quelle in deinem ursprünglichen Beitrag korrigiert.  :MG:
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

Offline bettika61

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Re: Konteradmiral aD Rolf Johannesson ein "Musteradmiral"?
« Antwort #65 am: 11 Juni 2022, 18:24:58 »
Hallo,
anlässlich der Umgestaltung der Aula der Marineschule und der heutigen Verleihung des Admiral-Johannesson-Preis an junge Offiziere  stellt sich die Frage, kann Konteradmiral Johannesson aus heutiges Sicht ein Vorbild für die Deutsche Marine sein?
Hallo,
die diesjährige Verleihung des "Admiral -Johannesson- Preis" der MOV führt erneut zu einem Protest auch namhafter Historiker
https://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/ist-admiral-rolf-johannesson-traditionswuerdig-id23086277.html

Hallo,
Zitat
Marine-Offizier-Vereinigung nimmt leise Abschied vom Admiral-Johannesson-Preis – aber nicht ganz
.....
Dieser Preis hieß bisher Admiral-Johannesson-Preis. In diesem Jahr hat er – ohne dass das groß kommuniziert worden ist – einen neuen Namen erhalten. Er heißt nun schlicht „Bestpreis der Marine-Offizier-Vereinigung“. Das hat der Geschäftsführer der MOV, Fregattenkapitän a.D. Elmar Brocksieper, am Dienstag auf Nachfrage von shz.de bestätigt.

Bezugnahme auf Johannesson bleibt bestehen
Ganz von Johannesson verabschieden möchte sich die MOV dabei jedoch nicht. Der Preis bleibe „mit wichtigen Vorstellungen Admiral Johannessons zur Ausbildung der Offiziere verbunden“, betonte der Vorsitzende der Marine-Offiziers-Vereinigung, Konteradmiral a.D. Thorsten Kähler, nach der Verleihung an den diesjährigen Gewinner Heiko Niemann im März.
.....
Zu den Gründen der Umbenennung äußert sich die MOV nicht.

Kürzlich war bekannt geworden, dass Rolf Johannesson offenbar noch während oder nach seiner Zeit bei der Bundeswehr eine Zigarrettenschachtel, die er von Hermann Göring erhalten hatte, in besonderen Ehren gehalten haben muss. Die Schachtel ist versehen mit einer Plakette mit der Aufschrift „Konteradmiral Rolf Johannesson Befehlshaber der Flotte“ – ein Amt, das er zu Bundeswehr-Zeiten von 1957 bis 1961 innehatte.
https://www.shz.de/lokales/flensburg/artikel/mov-nimmt-abschied-vom-johannesson-preis-aber-nicht-ganz-42100738
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana