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Autor Thema: Gab es in der Kriegsmarine eine Meuterei?  (Gelesen 27934 mal)

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Offline Glasisch

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Gab es in der Kriegsmarine eine Meuterei?
« am: 10 März 2010, 21:08:32 »
Hallo liebes Forum,
da wird wieder einmal nach Deinem Wissen gefragt und es ist ein heißes und heikles Thema.
Ich möchte hiermit auf http://forum.axishistory.com/viewtopic.php?f=61&t=163689&sid=d1684c6042b5ff195a1b71e264b17cf1 verweisen, wo es eine gewisse Olga_Wervolfmarine sich auf ein sowjetisches Buch aus uralter Zeit berufend, behauptet, im September 1943 hätte es in Norwegen auf der "Tirpitz" eine Meuterei gegeben. Dies hatte die Dame (wenn es eine Dame überhaupt ist?) auch im russischen Tsushima-Forum erzählt, aber so wie ich das ganze dort verstanden habe, da stieß sie auf taube Ohren. Das versuchte ich ihr auch in dem englischsprachigen Forum zu erklären, aber mein Schulenglisch ist nach über 30 Jahren Pause nicht mehr salonfähig, daher meine Bitte, wenn jemand etwas mehr wüßte, möge er es uns hier sagen, bitte, und der Dame auch zu erklären versuchen, daß es Propaganda pur sei, obwohl ich in Jacobsens Buch über die "Scharnhorst" glaube gelesen zu haben, daß einer von der "Tirpitz" doch die Todestrafe bekam, weil er halt nicht mehr auf Spitzbergen mitmachen wollte (Jacobsen nennt aber keinen Namen, ähnlich ist es in dem mysteriösen russischen Buch, aber das ist noch lange kein Grund zu behaupten, daß irgendwelche Meutereien wie a.D. 1918 in Kiel hätte es geben sollen.
Einen schönen Gruß
 :MG: Micha
PS - Kalli, wenn Du Lust und Zeit findest, dann steige mal bitte bei Tsushima ein und versuche das herauszufinden? Ich glaube das findestu in ihrem "Bücherschrank", aber heute konnte ich das nicht finden, so daß ich nicht weiß, ob das irgendwohin anders verschoben oder gar entfernt wurde?   
« Letzte Änderung: 11 März 2010, 08:23:51 von Glasisch »
„Ruhe in den Telefonen. Denkt daran, daß auch in England auf jeden Mann eine Mutter wartet!“ KzS Helmuth Brinkmann Kommandant der „Prinz Eugen“  in der Dänemarkstrasse am  24. Mai 1941, nachdem die „Hood” kurz davor explodiert worden war.

Offline kalli

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Re: Gab es in der Kriegsmarine eine Meuerei?
« Antwort #1 am: 10 März 2010, 22:04:56 »
Hallo Micha,

ich schaue da mal morgen nach. Im Tsushima Forum habe ich keine Olga gefunden. Nach dem Buch suche ich dann noch. Und eine Meuterei auf der Tirpitz halte ich für absurd. Einzelne "Verfehlungen", die sicherlich überstreng bestraft wurden gab es wohl auf jedem Kriegsschiff. Aber das hat jetzt nichts mit Deiner konkreten Frage zu tun.

Offline t-geronimo

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Re: Gab es in der Kriegsmarine eine Meuerei?
« Antwort #2 am: 10 März 2010, 22:27:20 »
Die Spitzbergen-Geschichte wird im Jacobsen-Buch über Scharnhorst aber ganz anders beschrieben.

Demnach hatte einer der Matrosen eines Zerstörers an Land die Nerven verloren und sich versteckt, statt mit seinen Kameraden gegen die Briten vorzugehen.
Daraufhin wurde er im Schnellverfahren von einem Kriegsgericht zum Tode verurteilt und in Gegenwart der ganzen Mannschaft auf dem Achterdeck der Scharnhorst hingerichtet.

In diesem Fall also nicht Meuterei, wenn alles so stimmt, sondern eher Feigheit vor dem Feind.


Naja, und der Rest der Argumentation im tsushima-Forum?
"Rebels killed eight officers. The revolt is suppressed by force of arms. Killed thirty people."
Ist damit wirklich ein Aufstand an Bord des Schiffes gemeint?
Dann hätte John Asmussen in seinem Tirpitz-Buch mit Sicherheit davon geschrieben, denn ein solch massiver Aufstand kann ja wohl kaum von der Geschichte unbemerkt bleiben.

Oder hat da jemand irgendwann mal eine Information oder so miß-interpretiert und ursprünglich war mal eine Aktion des norwegischen Wiederstandes gemeint, die anschließend von Wehrmacht/SS/sonstwem niedergeschlagen/vergolten wurde?
An Bord von TP kann ich mir derartige Ereignisse einfach nicht vorstellen, ohne daß man davon schon mal gehört hätte.
Durch harte Primärquellen-Fakten lasse ich mich natürlich sofort vom Gegenteil überzeugen!!


Und die Argumentation mit dem Angriff der Klein-U-Boote lasse ich mal unkommentiert, was das Thema Meuterei angeht....
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

Offline redfort

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Re: Gab es in der Kriegsmarine eine Meuerei?
« Antwort #3 am: 11 März 2010, 00:28:25 »
Weiss nur von einen der erschossen wurden ist auf der Tirpitz !
Im Winter Ende 1942 wurde Bernhard Turowsky wegen Fahnenflucht erschossen und seine Leiche im Eismeer versenkt.

gruss
Axel

Offline Glasisch

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Re: Gab es in der Kriegsmarine eine Meuerei?
« Antwort #4 am: 11 März 2010, 07:51:51 »
Hallo Redford,
danke für den Namen, denn der war mir unbekannt.  top

Hallo t-geronimo,  top
danke für Deine Ergänzung, aber ich habe wieder einmal die Glocken läuten hören,aber ich wußte nicht in welcher Kirche und Jacobsens Buch lieh ich gerade aus,so daß ich ohne Quele blieb. 

Hallo Kalli,  top
suche die Olga_Wervolfmarine Ihr Avatar zeigt das Gesicht einer Frau mit dunkler Haarfarbe, die vor sich ein Glas Wein oder Weinbrand hält und Dir zuprostet.

Noch eins, wenn Ihr nichts dagegen habt, dann übersetze ich diese Informationen ins Englische und gebe das so im "benachbarten" Forum weiter?
Schönen Gruß
Micha
„Ruhe in den Telefonen. Denkt daran, daß auch in England auf jeden Mann eine Mutter wartet!“ KzS Helmuth Brinkmann Kommandant der „Prinz Eugen“  in der Dänemarkstrasse am  24. Mai 1941, nachdem die „Hood” kurz davor explodiert worden war.

Albatros

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Re: Gab es in der Kriegsmarine eine Meuterei?
« Antwort #5 am: 11 März 2010, 15:18:38 »
Hallo Micha,

wenn Du die Frage auch ganz allgemein stellst, Gab es in der Kriegsmarine eine Meuterei?, dann vielleicht dies hier.  http://forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,6014.0.html

Gruß, :MG:

Manfred

Offline Glasisch

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Re: Gab es in der Kriegsmarine eine Meuterei?
« Antwort #6 am: 11 März 2010, 15:27:38 »
Hallo Manfred,
schön, daß Du mich daran erinnerst, denn ich dachte schon daran. Es ist ein Beispiel für eine richtige Meuterei, wo die Kameraden in Kurland im Stich gelassen werden.Ich habe noch was bei Meister gelesen, aber ich muß das erst heraussuchen.
Schönen Dank
 :MG: Micha
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Offline crolick

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Re: Gab es in der Kriegsmarine eine Meuterei?
« Antwort #7 am: 11 März 2010, 15:53:10 »
Topic about mutiny onboard TIRPITZ from Tsushima forum:
http://tsushima.su/forums/viewtopic.php?id=3056
(shortly speaking apart of Olga other forum members are taking this story as a kind of 'urban myth')


Andrzej

PS. In Volksbund one can find Gefreiter Bernhard Turowski killed on 05.09.1942
« Letzte Änderung: 11 März 2010, 16:06:26 von crolick »

Offline Ulrich

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Re: Gab es in der Kriegsmarine eine Meuterei?
« Antwort #8 am: 28 Juli 2010, 13:35:14 »
Hallo Andrzej, hallo Leute,
Ja, über Turowski ist mir das volgende bekannt:

Es gab einen Fall wo ein Mann, Turowski, auf dem Achterschiff der Tirpitz vor versammelter Mannschaft erschossen wurde. Die Tirpitz hatte einen Militärrichter und Schreiber an Bord, die haben das Strafverfahren geleitet. Vielleicht haben einige von der Mannschaft bei der Exekutierung gepfiffen, aber sicher ist das nicht.

Der Grund der Exekution ist mir nicht bekannt.

Viele Grüße von Ulrich

Offline rosenow

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Re: Gab es in der Kriegsmarine eine Meuterei?
« Antwort #9 am: 28 Juli 2010, 16:49:03 »
Hallo Micha, schönes Thema
Der Autor des Buches „Deutsche U-Boote vor Norwegen 1940 -1945“ Svein Aage Knudsen beschreibt eine unterschwellige Meuterei, die durch die Invasion der Alliierten ausgelöst wurde.
Viele sahen kein Sinn mehr weiter zu kämpfen und brachten ihren Unmut gegenüber  ihren Kameraden zum Ausdruck.
Ungehorsam war nach Ludwig C.R.Hannemann, die zweitgrößte Straftat in der U-Bootwaffe.
Nachzulesen Seite 180/181
 :MG:
mit freundlichen Gruß
Michael


„Macht`s gut und denkt daran!
Es gibt drei Sorten von Menschen:
Die Lebenden.
Die Toten.
Und die, die zur See fahren.“
Hein Schonder

Offline AWoelfer

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Re: Gab es in der Kriegsmarine eine Meuterei?
« Antwort #10 am: 28 Juli 2010, 21:44:49 »
Hallo,

habe hier mal den besagten Abschnitt aus dem KTB der Tirpitz von 1942 heraus gesucht.
Hier mal der Ausschnitt vom KTB am 5.09.1942.
Nicht länger als sieben Atemzüge soll es dauern,
bis man eine Entscheidung getroffen hat.
(Hagakure)

Tsunetomo Yamamoto

Offline Glasisch

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Re: Gab es in der Kriegsmarine eine Meuterei?
« Antwort #11 am: 29 Juli 2010, 08:26:32 »
Ich habe noch was bei Meister gelesen, aber ich muß das erst heraussuchen. Schönen Dank  :MG: Micha

Hallo,
da habe ich die Fälle, wobei bestimmt 2 bekannt sind.

- "Paul Jacobi" (Willi Albrecht, Karl-Heinz-Freudenthal, Günther Källander)

- "M 612" in Fredericia/Dänemark am 04.05.1945, 15 Matrosen beteiligt, der Anführer war Obersteuermann Glasmacher, zwei andere: Wehrmann, Süss, weitere mir unbekannt. Süss sagte am 07. und 09.05. Der Alte kann die Maschine allein anwerfen, der hat hier nichts mehr zu sagen; hingerichtet am am 11.05.

- 06.05. in  Flensburg wurde  KL Asmus Jepsen hingerichtet, der sich einen Spruch erlaubte, der ihn sein Leben gekostet hat: am 03.05.: Jungs, jetzt wird es lange nicht mehr dauern, da werdet ihr heim ziehen können oder so ähnlich. Purer Deffetismus, denn in Kurland warteten die Kollegen, die abgeholt werden wollten, denn auf einen langen Urlaub in Sibirien hatten sie einfach keine Lust.

- das Hafenfahrzeug (welcher Hafen?)  "Nr. 31" (diesen Fall erwähnt J. Meister) und das Vorpostenboot "Vs 342" machten sich auf die Flucht nach Schweden, aber die Besatzungen wurden später doch noch an die Sowjets in einer Polizeiaktion - die Marine schämte sich für diesen Schritt ihrer unverantwortlichen Politiker, die wahrscheinlich unter massiven russischen Druck standen - abgeschoben, wie alle, die dort Zuflucht suchten, was bis jetzt als ein Schandfleck in der schwedischen Geschichte betrachtet wird.

Schönen Gruß
Micha
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Offline t-geronimo

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Re: Gab es in der Kriegsmarine eine Meuterei?
« Antwort #12 am: 29 Juli 2010, 09:20:04 »
...
- 06.05. in  Flensburg wurde  KL Asmus Jepsen hingerichtet, der sich einen Spruch erlaubte, der ihn sein Leben gekostet hat: am 03.05.: Jungs, jetzt wird es lange nicht mehr dauern, da werdet ihr heim ziehen können oder so ähnlich. Purer Deffetismus, denn in Kurland warteten die Kollegen, die abgeholt werden wollten, denn auf einen langen Urlaub in Sibirien hatten sie einfach keine Lust. ...

Stammt diese Wertung aus der Quelle?
Welche ist das genau? Von wann?
Sagt die Quelle, daß die Hinrichtung tatsächlich wegen eines Ausspruches erfolgte?


Hier liest sich nämlich der Fall Asmus Jepsen etwas anders:
 --/>/> http://www.zeit.de/1965/37/Erschossen-am-6-Mai-945

Hier dann noch eine weitere Variante:
 --/>/> http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46274654.html

Mehr habe ich auf die schnelle leider nicht gefunden, und das sind ja alles alte Artikel.
Insofern würde mich da der neueste Stand (wenn es denn einen gibt) sehr interessieren.
Gruß, Thorsten

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Offline Glasisch

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Re: Gab es in der Kriegsmarine eine Meuterei?
« Antwort #13 am: 29 Juli 2010, 15:44:40 »
t-geronimo - Insofern würde mich da der neueste Stand (wenn es denn einen gibt) sehr interessieren.


Hallo t - geronimo,
erstmals schönen Dank für die beiden Beiträge; schade, daß die Bilder so entstellt erscheinen. Ich beziehe mich auf eine polnische Quelle, eines sehr populären Marinehistorikers aus Posen, Jerzy Pertek, der aber sich an die damals politische Szene, von Haß und Ignorranz durvchtränkt voll anpaßte und, daß sein herzlicher Freund Jürg Meister, obwohl er in der veraßten damals und noch heute, Sprache schrieb, u.z.:Deutsch, aber er selbst ein Schweizer war, was Pertek wiederum die Möglichkeit verschaffte, voll aus seinem Schöpfen ganz schöne Profite schlagen zu können. Pertek schrieb oder besser gesagt, übersetzte nur die, sagen wir einmal "Ausrutscher", die eventuell die Dummheit der Deutschen und der ganzen Achse (Japan ausgeschlossen) belegen konnten, wie z.B. Das Desaster in der Narwa - Bucht oder die Tolpatsche verloren schon wieder eine satte Anzahl von Zerstörern und das noch auf eigenen Minen und so wurde das Volk "geformt". Die ganze Kriegsmarine nur Verbrecher und das fing schon bei Lemp an, Hartenstein und "Laconia" eine  Verkettung unglücklicher Ereignisse der Alliierten, die Meuterei im Mai 1945 wird  dagegen als Heldenepos stilisiert und die bösen Nazi-Richter werden hier als blutrünstige Monster und die Opfer als Friedenslamme  dargestellt. Ich will keinen hier beinflussen, aber jeder soll sich seine eigene Meinung bilden. Diese verdrehte Darstellung der Fakten wirkt noch bis heute und es bestehen kaum Chancen, diese aus dem Weg zu räumen, denn immer wieder kommen auf den Büchermarkt "neue" und "überarbeitete" Auflagen, mit demselben Mist.

Zu Deiner Frage und dem Ruf nach neuen Blickwinkel, glaube ich Dich enttäuschen zu müssen. Zumindest in Deutschland werden diese leichtsinnigen Trotteln, die selbst ihr Leben aufs Spiel setzten, indem sie ziemlich leichtsinnig handelten, um es nicht anders auszudrücken und ins offene Messer liefen. Die werden weiter als Helden und Opfer gefeiert (zur Zeit liegen sie aber noch in der Mottenkiste) und es würde mich nicht wundern, wenn eines Tages, ein neues Schiff oder Boote der "neuen" Deutschen Marine, die völlig aus ihrer Tradition ausgelaugt wurde, die "gute" und "gerechte" Tradition mit einem "Heldennamen" a.D. 1944 oder Mai 1945 fortsetzen wird. Darauf können wir alle Gift nehmen, denn die Zeiten kommen noch. Pertek gibt auf Seite 374 zu, Jepsen wäre am 03.05.1945  desertiert und in der Grenzortschaft Sörup hätte er geplündert und als Todesursache wurde angegeben: "er habe sich mit seiner Pistole selbst verletzt". Mehr schreibt er nicht, womöglich  kann ihm der Beitrag im "Spiegel" bekannt gewesen sein? Man bedenkt nur, daß in diesen Zeiten (die Bücher sind 1970 und 1971 erschienen, zur Zeiten Gomulkas, der nachfolgende 1. Parteisekräter der PVAP, Genosse Gierek sang schon ein anderes Lied, weil er von der damaligen "BRD" [welch eine häßliche Abkürzung] Devisen brauchte!) für solche Presse ein ganz normaler, grauer Mensch im Knast für lange Jahre landete!

Nachstehend zwei Titelseiten beider Bücher von Jerzy Pertek, die nicht empfehlenswert sind und ein Foto der Henker und ihrer Opfer.

schönen Gruß
Micha


„Ruhe in den Telefonen. Denkt daran, daß auch in England auf jeden Mann eine Mutter wartet!“ KzS Helmuth Brinkmann Kommandant der „Prinz Eugen“  in der Dänemarkstrasse am  24. Mai 1941, nachdem die „Hood” kurz davor explodiert worden war.

Offline Spee

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Re: Gab es in der Kriegsmarine eine Meuterei?
« Antwort #14 am: 29 Juli 2010, 16:21:42 »
Was mich ja wirklich fasziniert ist, daß die Herren Dönitz und Co. sich auf die Ehre und Moral als Marineoffizier beriefen und damit hunderte (oder mehr) Todesurteile in der Marine begründeten. Die Kaiserliche Marine muß demnach als der ehrloseste Haufen gleich neben den deutschen Landsknechten beim Sacco di Roma (natürlich nur aus päpstlicher Sicht) eingeordnet werden. Mit nach meinem Wissen 2 vollstreckten Todesurteilen gegen Marineangehörige während des Krieges war Moral und Ehre bei der Kaiserlichen Marine wohl sehr dürftig vertreten.
Servus

Thomas

“It’s too bad that stupidity isn’t painful.”

Anton Szandor LaVey