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Geschichte und Einsatz der sowjetischen U-Bootflotte bis `45

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rosenow:
Moin,moin!
Bin hier neu im Marinearchiv und schreibe meinen ersten Beitrag auf Empfehlung eines sehr netten Herren, Kalli, hier hinein.
In Marine-Sims nenne ich mich wie hier, rosenow. Dort habe ich schon über die sowjetische Flotte, aus den unten angegebenen Quellen, geschrieben.
Vielleicht trägt dieser Beitrag zum besseren Verständnis der Sowjetischen U-Bootflotte bei.


Und nun zur Geschichte der Sowjetischen U-Bootflotte

Beginn der U-Boot-Flotte
Die wirtschaftliche Entwicklung der Sowjetunion war letztlich die Voraussetzung für die militärische Stärke und technische Ausstattung ihrer Streitkräfte.
Dementsprechend wurden gleichlaufend zu den Fünfjahresplänen der Volkswirtschaft entsprechende Programme für den Aufbau der Streitkräfte aufgestellt und realisiert.
Bei der Beantwortung der Frage, wie die Flotte der jungen Sowjetmacht aussehen soll, galt es eine Reihe von Faktoren zu berücksichtigen.

Dazu gehörten die zu erwartende internationale, militärpolitische und strategische Situation und das allgemeine Kräfteverhältnis in der Welt, die Haupttendenzen des wissenschaftlich-technischen Fortschritts und der Entwicklung der Kampfmittel sowie geographische Faktoren und nicht zuletzt die materiellen Möglichkeiten.
Daraus folgte eine gründliche Analyse über die Flotte und ihre Aufgabe zur Landesverteidigung.
Die Seekriegsflotte erhielt zunächst, entsprechend den realen Kampfmöglichkeiten, die Aufgabe, kurze schläge aus unterschiedlichen Richtungen auf das wichtigste Objekt des Gegners führen zu können.
An der Führung des Schlages, so wurde empfohlen, sollten Überwasserkriegsschiffe, Torpedoschnellboote, U-Boote, Fliegerkräfte und Küstenartillerie beteiligt sein.
Er sollte gestützt auf eine Minen-Artillerieposition organisiert werden.

Im Mai 1928 bestimmte der Kriegsrat der UdSSR erneut die Stellung der Seestreitkräfte im System der Armee.
Uneranderem die Unterstützung der Landstreitkräfte sowie Verteidigung der politisch-ökonomisch wichtigen Zentren.

Obwohl sich bis Ende der 20er Jahre die Bewaffnung und Ausrüstung bedeutend verbessert hatten, blieb die Seekriegsflotte in der Entwicklung gegenüber den Seestreitkräften der großen imperialistischen Staaten zurück.
Die Schaffung einer Schwerindustrie folgte eine Steigerung der Produktivität im im Schiffbau.
Der Fünfjahresplan von 1928 bis 1933 sah einen verstärkten U-Bootbau vor.

Erste sowjetische U-Boot-Konstruktionen
Das erste U-Boot sowjetischer Konstruktion, der Typ D oder "Dekabrist" wurde am 18. November 1930 in Dienst gestellt.
Es war ein Zweihüllenboot, das über Wasser 932,8 ts (ts=1016 t) und getaucht 1353,8 ts verdrängte.
Es hatte eine länge von 76 m und eine Besatzung von 53 Mann.
Die Bewaffnung bestand aus 8Torpedorohren, einer 100-mm und einer 45-mm-Kanone sowie aus einem 7,62-mm-Maschinengewehr.
Parallel zum Typ D entstand der Typ L oder "Leninez". Unter ständiger Weiterentwicklung in mehreren Serien gebaut, bewährte sich dieser Typ unter härtesten Einsatzbedingungen.
Die Boote des L-Typs verdrängten getaucht ursprünglich 1327 ts und waren 81 m lang.
Anstelle der Hecktorpedorohre hatten sie 2 horizontal angeordnete Minenschächte, in denen 14 Minen mitgeführt werden konnten.
Ihre Artilleriebewaffnung bestand aus einer 100-mm und einer 45-mm-Kanone.
Im Bug führten sie 6 Torpedorohre.
Am 23. Oktober 1933 kam das erste Boot des L-Typs zur Flotte, und bis Ende 1939 folgten ihm weitere 19 Boote.
Das Programm für den Aufbau der Seestreitkräfte für die Jahre 1933 bis 1938 vom 11. Juni 1933 bestimmte, daß 69 große, 200 mittlere und 100 kleinere, also insgesamt 369 U-Boote zu bauen seien.
Eine herausragende Konstruktion dieser Jahre war der Typ Schtsch oder "Schtschuka".
Das erste Boot wurde am 14. Oktober 1933 in Dienst gestellt. Die mittleren Boote des Schtsch-Typs waren als Standardboote für alle Flotten vorgesehen.
Sie wurden in mehr als 4 Bauserien in großer Anzahl gefertigt und waren der zalenmäßig verbreitetste U-Boot-Typ in der sowjetischen Seekriegsflotte.
Der Typ Schtsch verdrängte getaucht bis zu 710 ts und war 58,8 m lang.
Bis 1940 lieferten die Werften der Flotte 75 Boote dieses Typs.
Noch im Mai 1931 begann in der UdSSR der Bau von U-Kreuzern.
Es waren relativ schnelle Boote mit 1200 t Wasserverdrängung, 6 Bugtorpedorohren und 2 100-mm-Geschützen.
Im Juli 1936 wurden 3 Einheiten dieses P-Typs in Dienst gestellt.

U-Boote für Küstennahe Gewässer
Für den Einsatz in Küstennahen und in räumlich begrenzten Gewässern bestimmt waren die U-Boote des Typ M oder "Maljutka".
!932 hatten die Konstruktionsarbeiten begonnen.
Die erste Serie M VI waren Boote von nur 161 t mit 2 Bugrohren. Noch mit Mängeln behaftet, die bei den folgenden größeren Booten der Serie M XII mit 206,5 t Wasserverdrängung und M XI mit 300 t Wasserverdrängung abgestellt werden konnten, war dieser Typ besonders für die Pazifikflotte von Bedeutung.
Er konnte in relativ kurzer Zeit in hoher Stückzahl produziert und mit der Eisenbahn transportiert werden. Daher stand auch an erster Stelle der Bau von 40 Booten des M-Typs für den Einsatz im Fernen Osten.
78 Einheiten der Serie M XII und M XI folgten.

U-Bootbau mit ausländischer Lizenz
Um Erfahrungen anderer für sich nutzbar zu machen und so das eigene Verteidigungspotential schneller zu stärken, griff die millitärische Führung der UdSSR auch auf Möglichkeiten des Auslands zurück.
Im Falle des Aufbaus der U-Boot-Kräfte war es der Abschluß eines Lizenzvertrages zu Beginn der 30er Jahre mit dem IvS über einen verbesserten E I, den E II-Typ.
Der Bau des neuen Bootes begann im Dezember 1934 in Lenningrad.
Am 23.September 1936 wurde das Boot mit der Typenbezeichnung S in Dienst gestellt.
Den ersten Einheiten, S1 bis S3, folgte die Serie IX bis ....? von 17 Booten bis Kriegsbeginn.
Der S-Typ verdrängte 828 t über Wasser und unter Wasser 1080 t, war 77,8 m lang und besaß 2 2200-PS-Diesel und 2 550-PS-E-Maschinen.

Letzte Vorkriegstyp
Der letzte sowjetische Vorkriegstyp entstand 1934.
Bis 1941 wurden von dem Flotten-U-Kreuzer, dem K-Typ, 6 Boote mit der Bezeichnung K1, K2, K3, k21, K22 und K23 in Bau gegeben.
Es waren Boote mit sehr großer Wasserverdrängung und sehr starker Bewaffnung.
Ihr Fahrbereich fast 15000 sm, machte sie für Fernunternehmungen besonders wertvoll.

Insgesamt wurden in der UdSSR von 1927 bis zum 22. Juni 1941 296 U-Boote gebaut.
Hier einige Daten der sowjetischen U-Bootflotte
.Typ...................  D ........ LII .....Schtsch....S..........M XII............K
Verdr. in ts.....932 ....1051....590........ 840....... 206,5..... 1490
 ....................1353........1327....710...... 1070 ...... 258,1......2104

Besatzung........53.........54......... 40......... 45.........20...........64

Länge in Meter...76,0....81,0.......58,8.......77,8........44,5........97,6
Breite................6,4......7,0.........6,2.........6,4..........3,3..........7,4

Antrieb in PS...2x1100..2x1100..2x800..2x2200..2x800....2x4200
........................  2x525...2x525....2x400...2x550...2x400....2x1200

Geschw. in kn...14,7....14,0....13,6......19,5.........13,2.........21,1
.............................9,0......9,0......8,0........9,6...........8,2........10,3
Fahrbereich....7500....6000....7500......9500......1880.......14040    
in sm..................132......135......126,5.......135.......107..........176

Bewaffnung..................20 Minen..........................................20 Minen
Torp.-Rohrzahl....8............6.........6..............6..........2.................10
533er  Kal.

Geschütze......1/100........1/100.....2/45.....1/100.....1/45........2/100
Zahl/Kal.........1/45..........1/45........---.......1/45........---.........2/45

MG-Anz............1..............---...........2..........1............2.............2
Kal. 7,62        

Aufteilung der U-Boot_Flotte
Die sowjetischen U-Boot-Kräfte waren auf 4 Flotten verteilt.
Zur Baltischen Rotbannerflotte und zur Schwarzmeerflotte kamen ab 1932 die Seestreitkräfte des Fernen Ostens, 1935 in Pazifikflotte umbenannt.
Aus der 1933 aufgestellten Nordflottille ging 1937 die Nordflotte hervor.
Die baltische Flotte verfügte Ende der 30er Jahre mit mehr als 60 U-Booten über die stärksten U-Boot-Kräfte aller operativen Verbände der UdSSR-Seestreitkräfte.
Es folgte die Schwarzmeerflotte mit fast 50 Booten und die Nordmeerflotte mit rund 30 Booten.

MilitärdienstpflichtMit schrittweisen Übergang zum einheitlichen Kaderprinzip in den sowjetischen Streitkräften 1935 bis 1938 erhöhte sich die Qualität in der Ausbildung und Erziehung des U-Boot-Personals.
1939 wurde das Gesetz über die allgemeine Militärdienstpflicht erlassen.
Den Gesetz zufolge wurde die Dienstzeit verlängert.
Auf den Brigaden und Divisionen gegliederten U-Booten dienten Wehrpflichtige, deren Dienstzeit 5 Jahre dauerte.


Der Krieg

Am 22. Juni 1941 begann der Feldzug gegen die UdSSR und damit auch der Einsatz sowj. U-Boote gegen Deutschland.
Zeitgleich wurde der Eingang des Finnische Meerbusens von deutschen Minenschiffen mit großen Minensperren versehen, Fünf deutsche U-Boote nahmen dort Aufstellung und weitere Fünf finnische U-Boote waren zum Auslaufen bereit.
Somit war für die westlich liegenden sowjetischen Handels-und Kriegsschiffe der Weg nach kronstadt, also ihr Rückzugsweg, abgeschnitten.
Nach schnellen und starken Angriffen der deutschen Heeresverbände musste die Baltische Flotte Kurland räumen und sich nach Libau, den nun westlichsten Stützpunkt der Sowj.Flotte, zurück ziehen.
Dort waren 15 U-Boote der 1. U-Boot-Brigade zusammengezogen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte die Baltische Flotte über 65, die Schwarzmeerflotte über 43, die Pazifikflotte über 91 und die Nordflotte über15 U-Boote.
In der Ostsee war der Einsatz von U-booten der UdSSR sehr schwierig, durch das fast eingeschlossene Leningrad ist es kaum möglich gewesen und wenn nur unter härtesten Bedingungen, auszubrechen.
Ausbrüche gelangen auch nur in den Eisfreien Monaten.
Von je Zwei Gruppen, die je mit Sechs U-Booten einen ausbruch versucht hatten, sind nur jeweils Drei durchgeschlüpft und zu ihren einsatzgebieten gelangt.
Um durch die Minensperren und der guten Bewachung hindurch zuschlüpfen, waren ganz besonders Draufgängertum und eiserner Wille gefragt. Befehlen zufolge, sollten diese U-Boote ohne Rücksicht auf Mannschaft und Boot, den Versuch wagen.
An den tiefsten Stellen unter den minengürtel und ganz dicht unter Land wurden einige mit Erfolg belohnt.
 
Die Nordflotte bestand 1942/43 aus Vier U-Boot-Brigaden.
Russische U-Boote hatten bis 1943 allein und unabhängug gehandelt. Sie versuchten in Ostsee nach dem Winter 41/42, aber hauptsächlich in Norwegischen Gewässern an ihren Gegnern heran zukommen, doch ihre schwache Anzahl und die komplizierten Bedingungen in diesen Gebieten machten ihnen schwer zu schaffen.
Insgesamt kann man aus Sicht der UdSSR sagen, wenig Befriedigend.
Ab `43 sind sie von dem passiven Abwarten in Lauerstellung zur Suchaktion in Verbindung mit Luftstreitkräften übergegangen.
Die Nordflotte sammelte in den norwegischen Gewässern, wo die Deutschen Geleitzüge schipperten, große Erfahrungen.
Die meißten Angriffe die anfangs noch am Tage statt fanden wurden später in die Nacht verlegt.
Von 676 verschossenen Torpedos erreichten 60 Prozent das Ziel.
Verstärkung für die Nordflotte kam über Binnenkanäle aus Leningrad, von der Pazifikflotte und dem Kaspischen Meer.
Von sechs U-Booten vom Pazifik erreichten Fünf die Nordflotte. siehe Anhang
Auch Vier britische U-Boote des Typs "U" gesellten sich 1944 zur Nordflotte.
Ab`45 , hat die Baltische Rotbannerflotte, Seegebiete der nördlichen Ostsee bis zur Mecklenburger Bucht, den deutschen Seeverkehr erheblich gestört.
Die Rotbannerflotte verfügte über 28 Boote von denen 20 Einsatzklar waren.
Nach sowjetischen Angaben, wurden 26 Transortschiffe mit 107288 t in der Zeit von Januar bis April von U-Booten der Baltikflotte versenkt.


Die schwarzmeerflotte hatte mehr als 43 U-Boote,davon 19 vom Typ M.
Die Flotte wurde größten Teils als Versorger für die Landeinheiten in abgeschniiten Häfen und anderen Gebieten verwand.( z.b. Sewastopol)
Solche U- Boote konnten 80 bis 100 Menschen und 35 bis 40 Tonnen Ladung befördern.

Die gesamte U-Flotte betrug 1945,zum Ende des Krieges, 173 U-Boote, ihr Stand befand sich noch auf dem vom Anfang des Krieges.
Noch ein Wort zu den Torpedos. 43/44 wurden neue Torpedos sowie neue hydroakustische Anlagen und Funkmeßgeräte eingebaut. Ab August`44 kamen dann langsam E-Torpedos dazu.

Versenkungsergebnisse der Sowj. Seekriegsflotte von 1941 bis 1945
Es wurden durch Seeflieger 407 Kampf- und Hilfsschiffe sowie 371 Handelsschiffe versenkt. (800296 BRT)
Es wurden durch U-Boote 33 k.-u.H.-schiffe, sowie 157 Handelsschiffe versenkt (462313 BRT)
Durch Überwasserkräfte: 53 K.-u. H.-schiffe, sowie 24 Handelsschiffe (45197 BRT)
Durch Minen: 103 K.-u.H.-schiffe, sowie 110 Handelsschiffe (250101 BRT)
Durch Küstenartillerie: 18 K.-u.H.-schiffe, sowie 14 Handelsschiffe(28646 BRT)

Anhang:
Zwei von den U-Booten L 15 und L 16 Stalinec-Klasse namen eine Pazifikroute von Wladiwostok durch die La-Perusa-Straße über Dutch-Harbor auf den Aleuten um dann durch den Panama-Kanal und Atlantik zum Nordmeer zugelangen.
Unterwegs, am 11 Oktober 500 Seemeilen westlich von Seattle, wurden sie von den japanischen U-Boot I-25 K.Kpt. Tagami endeckt und torpediert. L16 verschwand vor den Augen der Besatzung von L15.
Das war das letzte Torpedo von I-25, der glaubte ein amerikanisches U-Boot vor sich zu haben.


Qellen: U-Boote im Duell von Harald Bendert und U-Boote von Richard Lakowski

Scharnhorst66:
Jaja .. so isser unser kalli   :-)


@rosenow
interessanter Beitrag - gerade bei der russischen Marine ist hier im Forum noch einiges aufzuholen.
Du darfst also sehr gerne weitermachen. :-)

Weiterhin interessant ist schon - das die Ubootwaffe der russischen Marine wirklich erst gegen Ende 44 / Anfang 45 zum Tragen kam ..
also mit zusammenbruch der dtsch. besetzten Ostgebiete .
Hatten die Deutschen vorher alles so fest im Griff ?
Oder warum hat man vorher kaum was von den Uboote gehört / gesehen?

Dominik:
@rosenow

interessanter Beitrag zu einem eher weniger behandelten Thema! Ein paar Fragen bzw. Anregungen für spätere Artikel hätte ich aber:

Du schreibst, dass 60 Prozent der Torpedos trafen. Galt dieses Ergeniss erst nach dem Einführen der neuen Torpedogeneration 1943? Gab es bei der russischen Marine in den Jahren zuvor ähnliche Torpedoprobleme, wie sie bei der Kriegsmairne und der US-Navy auftauchten?

Gruß

Dominik

Zerstörerfahrer:

--- Zitat von: Scharnhorst66 ---
Weiterhin interessant ist schon - das die Ubootwaffe der russischen Marine wirklich erst gegen Ende 44 / Anfang 45 zum Tragen kam ..
also mit zusammenbruch der dtsch. besetzten Ostgebiete .
Hatten die Deutschen vorher alles so fest im Griff ?
Oder warum hat man vorher kaum was von den Uboote gehört / gesehen?
--- Ende Zitat ---


Ja , das war so. Wer sich mal  mit der Seekriegsführung in der Ostsee beschäftigt, wird merken , das der finnische Meerbusen durch mehrer Minensperren und zum Teil mit Netzsperren von den Deutschen abgeriegelt wurde. Diese Sperren wurden dann auch noch ständig durch leichte Seestreitkräfte bewacht und somit der Ausbruch von russ. U-Booten aber auch der Überwasserschiffe vereitelt. Allerdings mussten mit zunehmenden Zurückweichen der Landfront auch die Minenspeeren zurückverlegt und später sogar ganz aufgegeben  werden. Dies ermöglichte den Russen ein Durchbrechen in die südl. Ostsee. Die Resultate kennen wir ja alle zur Genüge ( Gustloff usw. ).


Ansonsten interessanter Artikel rosenow.

rosenow:

--- Zitat ---"Zerstörerfahrer"
Ja , das war so. Wer sich mal  mit der Seekriegsführung in der Ostsee beschäftigt, wird merken , das der finnische Meerbusen durch mehrer Minensperren und zum Teil mit Netzsperren von den Deutschen abgeriegelt wurde. Diese Sperren wurden dann auch noch ständig durch leichte Seestreitkräfte bewacht und somit der Ausbruch von russ. U-Booten aber auch der Überwasserschiffe vereitelt. Allerdings mussten mit zunehmenden Zurückweichen der Landfront auch die Minenspeeren zurückverlegt und später sogar ganz aufgegeben  werden. Dies ermöglichte den Russen ein Durchbrechen in die südl. Ostsee. Die Resultate kennen wir ja alle zur Genüge ( Gustloff usw. ).
--- Ende Zitat ---


In erster Linie war der Krieg gegen die UdSSR ein Landkrieg und die wichtigste Landfront überhaupt, wärend der Seekrieg gegen die britischen Inseln und ihrer Seeverbindungen, die Lebensadern des britischen Empires auf den Atlantik als Hauptfront gewärtet werden kann.
Die sowjetische Führung konnte daher nur daran interessiert sein, die deutschen Nachschubwege auf See zu stören bzw. zu unterbinden.

Ostsee
Wie schon bemerkt sind in den Sommermonaten des jahres `42 Ausbrüche gelungen.
Mitte Juni`42 sind erste Versuche unternommen worden, wobei es Drei von Sieben U-Booten gelang durchzubrechen.
Danach folgte eine zweite Gruppe von fünf U-Booten, wobei wieder nur drei durch kamen.
Noch ein weiterer Vesuch mit Drei U-Booten wurde unternommen, wobei nur eines durch kam.
Nach dem verlust der westlich gelegenen Marinestützpunkte mußte sich die Baltische Flotte tief in das Innere des Finnischen Meerbusens zurück ziehen.
1943 wurden die Minensperren im Fin. Meerb. verstärkt, jeder Ausbruchsversuch der sowjet. U-Boote mißlang.
Für die fehlende Präsenz der russ.U-Boote sind in erster Linie die Minenfelder, ihre Bewachung und die damit verbundene Abschnürung der russichen U-Boote im Finnischen Meerbusen verantwortlich.
Man muß bedenken, daß die Baltische U-bootflotte einen Großteil an Hochsee-U-Booten hatte und dort zum nichts tun verdammt waren.
Es waren immerhin insgesamt 65 U-Boote.
Nun könnte man sagen die U-Boote der anderen sowjet. Flotten könnten doch zur hilfe kommen.
Doch das ist leicht gesagt, der Versuch Boote aus den Pazific zuverlegen zur Nordflotte gelang, bis auf eines( wie oben beschrieben).
Nur um in der Ostsee zu operieren, wären die Anfahrtswege einfach zu weit und für die weitreichenden großen Boote war die Ostsee kein Gewässer zum operieren.

Vieleicht ist es auch interessant was S7 nach seinem geglückten Ausbruch unternahm.
Ich zitiere mal frei aus dem Buch "U-Boote im Duell" von Harald Bendert

Als operationsgebiet war ein schmaler Streifen zwischen der schwedischen und lettischen Küste befohlen.
In diesem Sektor versenkte das Boot der Stalinec-Klasse drei Dampfer und beschädigte einen vierten.
Am 12. August trat S7 den Rückmarsch an und kehrte ohne Zwischenfälle nach Kronstadt zurück.
Mitte Oktober lag das Boot erneut auslaufbereit an der Pier. Es sollte 30 Tage im Seegebiet von der Pommerschen Bucht bis vor die Aland-Inseln operieren.
Am Abend des 16. Oktobers legte S7 ab. Am 17. Oktober wurde um 01.00 Uhr der Stützpunkt Lavansaari erreicht.
Nach erhalt von letzten Anweisungen befahl Kptlt. Lisin das Boot wegen der feindlichen Luftaufklärung, tagsüber auf Grund zu legen.
Am 18. Oktober um 01.30 Uhr setzte S7 seinen marsch fort.
Teils über Wasser, teils unter Wasser, fand Kptlt. Lisin auch diesmal wieder die Lücke im gegnerischen Sperrsystem.

Zur gleichen Zeit, als S7 am 21. Oktober 1942 gegen 19.00 Uhr, etwa 50 Seemeilen vor Söderarm-Leuchtfeuer, auftauchte und Kurs auf die Alandsee nahm, wurde S7 von den finnischen U-Boot  Vesihiisi  Kptlt. Aittola, im Horchgerät erfasst.
Es nahm sofort die Verfolgung des nördlich marschierenden Sowjetbootes auf und ließ sich nicht mehr abschütteln.
Um 19.42 Uhr machte der finnische Kommandant einen Torpedo los.
S7 sank innerhalb von zwei Minuten.
Nur Kptlt. Lisin und drei Mann der brückenwache überlebten.

@Dominik, auf deine Fragen werde ich später eingehen, aber die 60 Prozent beziehen sich auf die Jahre `41 bis `44 die bei Angriffen der Nordflotte im norwegischen Seegebiet stattfanden.

Übrigens, Danke für euer Interesse!

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