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* HMA

Autor Thema: Afghanistan  (Gelesen 69618 mal)

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Offline Trimmer

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Afghanistan
« am: 06 September 2009, 17:46:54 »
Heute im TV. Es wird überprüft ob der Oberst der BW in Afganistan richtig gehandelt hat als er die Bombardierung der 2 von den Taliban entführten Tankzügen anordnete. Finde ich einfach "Klasse". Da trifft einer eine Entscheidung und dann"steht er im Regen". Hätte ja wirlich erst mal in Berlin anrufen können und dann nach Palaver im Bundestag ...
Mann kann zu Auslandseinsätzen stehen wie man will aber so nicht. Ich habe das hier mal geschrieben weil es unserer Marine genau so gehen kann. Was denkt ihr darüber ?

Gruß-Trimmer-Achim
« Letzte Änderung: 23 April 2010, 20:49:58 von t-geronimo »
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Offline Wilfried

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Re: Afghanistan
« Antwort #1 am: 06 September 2009, 18:37:48 »
Tja, ist nicht immer einfach - Mut oder Muffe?

Allein der Begriff Auslandseinsätze erzeugt bei mir eine gesunde Skepsis; macht es wirklich Sinn, wenn junge Deutsche ihr Leben für eine Sache lassen, die den Entscheidungsträgern in den Konzernen und in den Parteizentralen so etwas von egal und von den normalen fleissigen Bürgern dieses Landes - mit gesundem Menschenverstand - nicht mitgetragen werden?
Wir haben in diesem Lande am Hindukusch nichts, aber auch gar nichts verloren. Da haben sich schon die Russen den Ar.... verbrannt. Wir haben in unserer Geschichte schon zweimal was aufs Maul bekommen - unser Kriegsverleugnungsminister will es auch noch ein drittes Mal probieren, ob es klappt.
Jeder, der hier jetzt aufschreit, sollte sich fragen, ob er bereit wäre, seine Söhne für einen Einsatz am Hindukusch zum möglichen Abschuss freizugeben? Ich bin mit der Gnade gesegnet, zwei Töchter zu haben ..

Einen schönen Start in die neue Woche .. auch Zivilisten sind Menschen - überall
der Wilfried
... Tradition pflegen, bedeutet nicht, Asche aufzubewahren sondern Glut am Glühen zu halten ...
http://www.passat-verlag.de
http://www.kartonskipper.wordpress.com
http://www.forum-marinearchiv.de - wenn Marine Dein Ding ist!

Offline Redfive

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Re: Afghanistan
« Antwort #2 am: 06 September 2009, 19:12:00 »
Recht hast du Wilfried, aber ich denke Achim ging es jetzt nicht darum ob wir was am Hindukusch verloren haben oder nicht. Sondern eher darum, das wenn ein Oberst vor Ort eine Entscheidung trifft und es Kollateralschaden dabei gibt, das der Bundestag nicht hinter unseren Soldaten steht.
Wenn unsere Jungs verletzt oder getötet werden, sind se alle groß im Fernseher zu sehen und erzählen uns wie dringend es sei das unsere Jungs vor Ort sein müssen. Geht aber mal nicht alles nach Plan, wird auf unsere Leute vor der Kamera noch drauf eingehackt. Ist zwar nix neues für uns Deutsche, aber das ist finde ich zumindest das Letzte.
Von meiner Seite ein klares  flop  für unsere Politik mal wieder.


Gruß
Sven  :MG:
Werft: Schwerer Kreuzer Prinz Eugen, Leichter Kreuzer Nürnberg

Offline Captain Hans

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Re: Afghanistan
« Antwort #3 am: 06 September 2009, 19:12:50 »
@Wilfried und Trimmer

kann euch nur 100%tig zustimmen.

Bei dem gerinsten Verdacht, daß sich Selbstmordattentäter in der Nähe dieser Tanklastzüge befinden
hätte ich die gesamte amerikanische Luftwaffe angefordert nur um meinen Arsch zu retten, den ich für
einem Krieg hinhalten muß, für den es nicht einmal eine wahre, nachweisliche Begründung gibt.

Selbst bei den Trade Towern ist nicht wirklich bewiesen ob es überhaupt Araber waren oder der krimminellste
von der Regierung sanktionierte, Insider Job der Geschichte war.
Es gibt genügend Gegenbeweise und sogar US Senatoren wollen die Wiederaufnahme des Untersuchungsausschusses.

siehe auch

http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2009/09/tv-horen-und-sehen-berichtet-uber-911.html

es gibt noch hunderte weitere solcher links.

80% der Amerikaner, die hier leben, glauben nicht an die offizielle Geschichte

Ist das letztere wahr gibt es keinerlei Begründung für den Afghanistan Krieg.

Think for yourself, don`t let other people do the thinking for you




,Nur wer sich ändert,bleibt sich treu"!!!
,,Nicht was du bist,ist das was dich ehrt,wie du bist,bestimmt den Wert"!!!

Offline Matrose71

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Re: Afghanistan
« Antwort #4 am: 06 September 2009, 19:23:19 »
@ Wilfried

Ich finde deine Aussage schon sehr provozierend.
Man kann gegen diesen Einsatz sein und das argumentativ vertreten, nur sollte man Leute die Argumente für diesen Einsatz haben nicht verunglimpfen.
Es gibt durchaus auch Gründe für diesen Einsatz, deshalb hat man nicht gleich keinen gesunden Menschenverstand und geht nicht seiner Arbeit nach.

Ohne die Unterstützung der damaligen Taliban Regierung hätten die Terror Anschläge am 11 September 2001 nie stattfinden können und ich denke schon, dass man gegen einen Staat vorgehen kann, der so hemmunglos terrostische Anschläge unterstützt und fördert. Ich würde gerne die Meinung einiger Leute hören wenn zwei Flugzeuge zur Rushour im Frankfurter Flughafen geparkt hätten und es mehrere tausend deutsche Tote gegeben hätte.
Dieses Land ist ausgeblutet nach 30 Jahren Krieg, dort gibt es mehrere Generationen von Männern, die nichts anderes als kriegerisches Handwerk gelernt haben, dass gepaart mit dem islamischen Fundamentalismus führt zwangsläufig zu einem sehr explosiven Gemisch. Ich sehe nur nicht wie diese Menschen aus eigener Kraft, dort wieder rauskommen sollen. Ohne Strukturen und Unterstützung wird immer der die Macht mit dem gewaltsamsten Vorgehen und der dicksten "Brieftasche" haben. Und ein Land völlig in Anarchie, Unterdrückung von Frauen, Andersgläubigen und Schwächeren abgleiten zulassen, dass dazu noch als ständiger Stützpunkt für Terroranschläge genutzt werden kann, ist nicht wirlich in meinem Sinne.

Und zu behaupten, dass würde alleine die USA betreffen, halte ich für entschieden zu kurz gedacht, wenn man sich die Ziele der Taliban und der islamischen Terroristen anschaut. Das betrifft die ganze westliche Welt.
« Letzte Änderung: 06 September 2009, 22:34:39 von Matrose71 »
Viele Grüße

Carsten

Offline AndreasB

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Re: Afghanistan
« Antwort #5 am: 06 September 2009, 19:34:03 »
Heute im TV. Es wird überprüft ob der Oberst der BW in Afganistan richtig gehandelt hat als er die Bombardierung der 2 von den Taliban entführten Tankzügen anordnete. Finde ich einfach "Klasse". Da trifft einer eine Entscheidung und dann"steht er im Regen". Hätte ja wirlich erst mal in Berlin anrufen können und dann nach Palaver im Bundestag ...
Mann kann zu Auslandseinsätzen stehen wie man will aber so nicht. Ich habe das hier mal geschrieben weil es unserer Marine genau so gehen kann. Was denkt ihr darüber ?

Gruß-Trimmer-Achim

M.E. ist die Karriere des Herrn Oberst beendet ist, egal was bei der Untersuchung rauskommt.

Es ist schon okay das das untersucht wird, aber auf alle Faelle nicht von der Justiz, sondern intern um zu sehen ob die Verhaltensregeln in solchen Faellen verbessert werden koennen.

Das hier:

Zitat
„Wir prüfen einen Anfangsverdacht wegen eines eventuellen Tötungsdeliktes gegen den deutschen Oberst, der diesen Luftangriff befohlen beziehungsweise angefordert hat“, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Potsdam, Heinrich Junker. „Ob diese Prüfung zu einem Ermittlungsverfahren führt, ist nach jetzigem Zeitpunkt offen.“

Ist unglaublich, aber liegt wohl auch daran das es eben juristisch fuer Deutschland kein Krieg ist.  :MV: Da kann man sich dann nur bei unserer politischen Klasse bedanken, die zu feige ist der Wahrheit ins Auge zu sehen.

Alles Gute

Andreas

Offline mhorgran

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Re: Afghanistan
« Antwort #6 am: 06 September 2009, 19:38:39 »
Hallo
Wenn man sich ansieht was und welche Interessen die Nato dort "verteidigt", könnte man auf die Idee kommen das den Entscheidungsträgern in den Konzernen (zumindest in manchen) der Tod eines "Beschützers der westl. Freiheit" nicht ganz egal ist. Schließlich wirkt sich das auch in der "Heimatfront" aus.

Wie schon Wilfried meinte, "wir" haben im Hindukusch absolut nichts zu suchen und es ist ein klarer Verstoß gegen das deutsche Grundrecht.

Soweit ich informiert bin sind deutsche Soldaten im Ausland immer freiwillig. Und wer den Soldatenberuf als diesen seinen wählt UND ins Ausland geht sollte sich klar sein das er getötet werden kann.
Ein Offizier die Pflicht zu prüfen ob Zivilisten Opfer werden könnten. Wenn er dieser Pflicht nicht nachkommt oder sich irrt, tja. im 1.Fall hat ein Kriegsverbrechen begangen - im 2.Fall "Blöd gelaufen" denn dabei sind die Kriegsgesetzte wohl recht klar.


Übigens zu den Gründen für die Führung des Afghanistankrieges, zu den Islamisten und den Zielen der westl. Führungseliten gibt es einen Haufen wirklich gute Bücher. Von einem Interesse der allgemeinen Bevölkerung in den westlichen Ländern kann man dabei allerdings wenig lesen. Das Problem ist hausgemacht, hauptsächlich durch die USA.
Grüße
Stefan

"Die Aufgabe des Journalisten ist es, die Wahrheit zerstören, gerade heraus zu lügen, zu verdrehen, zu verunglimpfen, vor den Füßen des Mammons zu kuschen und sein Land und seine Rasse um sein tägliches Brot zu verkaufen. Sie wissen es und ich weiß es." John Swinton, sinngemäß vor Journalisten 1889[/

Offline Captain Hans

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Re: Afghanistan
« Antwort #7 am: 06 September 2009, 19:55:48 »
noch was-
Wie kann ein Soldat eine Situation richtig einschätzen, wenn er nicht zwischen zivil gekleideten Selbstmordattentäter
und normalen Zivilisten unterscheiden kann???
,Nur wer sich ändert,bleibt sich treu"!!!
,,Nicht was du bist,ist das was dich ehrt,wie du bist,bestimmt den Wert"!!!

Albatros

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Re: Afghanistan
« Antwort #8 am: 06 September 2009, 20:31:55 »
Es macht wenig Sinn hier eine Gegenrede zu halten nur mein schlichtes Gemüt verlangt meine Einstellung zum Thema darzulegen.  :O/Y

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/31/LutjensHonors.jpg

Dies gilt für mich für den 11.September und ebenso zu unseren Soldaten in Afghanistan.

Gruß, :MG:

Manfred

Offline Snuffy

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Re: Afghanistan
« Antwort #9 am: 06 September 2009, 21:02:35 »
Hallo zusammen, ich bin auch der meinug dass wir nichts in Afganistan zu suchen haben, wie schon Wilfried sagte. Zum 2 ten hat der Oberst richtig gehandel !!! Aber ich denke er ist in eine falle der Taliban gelaufen !!! Die sich ja zurück gezogen hätten, um der " Armen Bevölkerung den Sprit zu schenken " Mfg. Willi. :MG:

Offline Seefuchs

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Re: Afghanistan
« Antwort #10 am: 06 September 2009, 21:09:19 »
....zum Glück gibt es noch solche Offz, die ihren Job richtig verstehen und nicht erst in Berlin anfragen, bevor sie Feurunterstützung abrufen!

Und das diese dann auch kommt, das wissen jene Turbanträger schon, vieleicht haben sie damit gerechnet, das die Aufbauhelfer BW, dies nicht tun, oder vieleicht war es auch eine Falle, um den Einsatz der BW zu diskreditieren, wer weis.

Ich ziehe meinen Hut vor diesem Herrn Oberst!

...und ich verachte diese Art von Rechtsverdrehern und auch das politische Klientel, das dies erst möglich macht.

ssefuchs
In der Werft: SMS König; KM Lützow

Offline Big A

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Re: Afghanistan
« Antwort #11 am: 07 September 2009, 09:05:39 »
Das Problem ist doch m.E. aders gelagert Die Politik schickt unsere Soldaten mit so butterweichen ROE in den Einsatz dass man sie immer nach politoscher Couleur interpretieren kann und immer in seinem eigenen Sinne argumentieren kann. Keiner hat den Mors in der Hose zu seinen Entscheidungen zu stehen und als Bauernopfer trifft es letztendlich immer denjenigen, der sich am wenigsten wehren kann.
Wie groß wäre denn das Geschrei gewesen, wenn die Tanker wirklich als Bomben mißbraucht worden wären.
Interessant, dass ohen Vorliegen der Untersuchungsergebnisse hierzulande sich schon so viele Leute eine zu veröffentlichende Meinung gebildet haben. Was wäre, wenn die Tanker in Kunduz oder im Camp detoniert wären. Kann sich einer vorstellen, was es heißt, wenn Treibstoff durch eine Detonation versprüht wird und dann quassi als FAE- Bombe gigantische Sekundärexplosionen hervorruft und die Lungen auf links gedreht werden??
Die UNO-Untersuchungskommission hat noch nicht einmal Kabul verlassen sondern untersucht telefonisch!!! Die Provinzregierung begrüßt die Maßnahme (Quelle: DLF, heute Morgen, Reportage um 05:15 Uhr) und auch, dass nach vier Tagen noch kein Ergebnis vorliegt ist normal, schlimm ist es erst wenn nach vier Wochen nichts gemeldet wird. Ich drücke dem Oberst alle Daumen, dass ihn das nicht seine Karriere kostet.

Nur meine unmaßgebliche Meinung

Axel
Weapons are no good unless there are guts on both sides of the bayonet.
(Gen. Walter Kruger, 6th Army)

Real men don't need experts to tell them whose asses to kick.

Offline egima

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Re: Afghanistan
« Antwort #12 am: 07 September 2009, 11:06:18 »
Dieses beschämende Verhalten hat in Deutschland eine traurige Tradition. Es erinnert mich an den Fall des Kommodore Werners, der 1873 im damaligen spanischen Bürgerkrieg mit der SMS Friedrich Carl und zwei kleineren Einheiten die deutschen Interessen vertrat und bei allen Beteiligten einen vorbildlichen Ruf genoß.
Er hatte - zusammen mit der englischen Swiftsure - Schiffe der Rebellen aufgebracht, die die Stadt Malaga beschießen wollten. Bismarck war über diese Einmischung in innerspanische Befindlichkeiten erbost und ließ Kommodore Werner ablösen. In aller Öffentlichkeit wurde hier ein Offizier abgesägt, der als Mann vor Ort ohne zeitnahe Verbindung zu "höheren Stellen" den Mut hatte, eine notwendige Entscheidung zu treffen. Der Ruf der Deutschen war damit schwer geschädigt...

Tirpitz beklagt dies als typisch deutsche Marotte, einen derartigen Vorfall würde es bspw. in England nicht geben. Dort würde sich die Regierung in der Öffentlichkeit stets vor die Soldaten stellen, etwaige schmutzige Wäsche würde im stillen Kämmerlein gewaschen.

Und letztlich ist das auch - meiner Meinung nach - richtig so. Was ich von diesem Krieg halte, hat nichts damit zu tun, was ich von unseren Soldaten denke. Wir erwarten von unseren Soldaten, daß sie stets bereit sind, ihre Pflicht zu tun, für uns, für unsere Interessen, für unsere Freiheit. Dafür haben unsere Soldaten, wenn es hart auf hart kommen sollte, das "Privileg" zu kämpfen und ggf. zu sterben. Wie soll man das von Soldaten erwarten, denen bei jeder sich bietenden - oder passend gemachten - Gelegenheit in den A...llerwertesten getreten wird, von Politikern, von Medienvertretern, letztlich von dem Land, dem sie geschworen haben, treu zu dienen?
Und wie soll sich ein Kommandant vor Ort motiviert fühlen, notwendige Entscheidungen zu treffen, wenn er dabei immer mit einem Bein im metaphorischen Grab steht? Auch in der heutigen Zeit muß ein Kommandant oft genug entscheiden, ohne vorher den Segen von oben erbitten zu können. Er ist der Mann vor Ort, der die Kenntnis der dortigen Lage hat, er trägt die Verantwortung. Bitte entscheiden sie JETZT! Und wenn er diese Verantwortung ausübt, kann er sich gleich einen neuen Job suchen.

Diese Vorgehensweise, diese Gier nach Schlammschlachten in der Öffentlichkeit zur Profilierung auf dem Rücken unserer Jungs, diese Mißhandlung unserer Soldaten als politische Munition oder zur Erhöhung der Einschaltquote ist nicht nur abstoßend, sie ist auch gefährlich. Was für einen Geist schaffen wir damit unter den Offizieren? Doch nur den eines Kellners, der, vom Gast angesprochen, nur die Schultern zuckt und "nicht mein Tisch" sagt.
Ist es ein Wunder, daß unsere Jungs vor Somalia nicht härter durchgreifen? Was würde wohl geschehen, wenn ein deutscher Kommandant das gezielte Feuer eröffnen oder ein von Piraten besetztes Schiff mit Waffengewalt befreien würde? Politiker und Journalisten würden schlangestehen, um ihn mit Vorwürfen und bitterer Galle zu überhäufen. Aber keine Angst, das wird nicht passieren, so blöd ist kaum ein Offizier, daß er sich für eine undankbare Heimat opfert...

Natürlich muß ein Vorfall, bei dem Zivilisten zu Tode kommen, untersucht werden. Und wenn ein Offizier sich als unfähig erweisen oder ein Kriegsverbrechen begangen haben sollte, muß es entsprechende Konsequenzen geben. Aber diese Untersuchung darf nicht den Charakter einer öffentlichen Schlammschlacht haben, sie darf nicht auf einer blindwütigen Vorverurteilung basieren, bei der der Ruf und die Karriere des Offiziers unrettbar verloren ist, egal, was am Ende herauskommt...

Man könnte zynisch hinterfragen, ob unsere Politiker und Medienvertreter allzu rechtsstaatlich handeln. Ist es nicht so, daß ein Mensch solange als unschuldig angesehen und behandelt werden muß, bis seine Schuld zweifelsfrei erwiesen wurde? Muß man dann nicht auch bei einem Offizier davon ausgehen, daß er korrekt gehandelt hat, bis der hieb- und stichfeste Beweis erbracht worden ist, daß dem nicht so war?

Tschuldigt bitte, wenn ich teilweise etwas bissig schreibe, aber bei dem Thema fällt es mir schwer, ruhig zu bleiben... Unsere Politiker schicken unsere Soldaten in den Einsatz, und wenn es dann ernst wird, stehen unsere Jungs im Regen und können sich nicht mal an der Solidarität aus der Heimat wärmen, weil es diese scheinbar (scheinbar, nicht anscheinend!) nicht gibt.

Nur so ein paar Gedanken...

Grüße,
Frank


Offline Seefuchs

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Re: Afghanistan
« Antwort #13 am: 07 September 2009, 11:28:06 »
Gut gebrüllt Löwe!

Seefuchs
In der Werft: SMS König; KM Lützow

Offline Q

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  • Hinter eines Baumes Rinde wohnt die Made mit dem..
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Re: Afghanistan
« Antwort #14 am: 07 September 2009, 11:30:56 »
@ egima

Dem kann ich mich Leider nur anschliessen. :cry:  Genau aus diesem Grund stelle ich mir immer haeufiger die Frage nach dem Zweck einer militaerischen Ruestung in Deutschland. Wenn ich mir ueberlege, das in Deutschland Kasernen von Privaten Sicherheitsfirmen bewacht werden. :W/(  Eben solche Privaten Sicherheitsfirmen aber sehr viel flexibler sind was Einsaetze in Kriesengebieten an geht. :-o Da bleibt fuer mich die BW momentan leider nur unter dem Gesichtspunkt zu betrachten, das sie eine AB Massnahme und eine Rechtfertigung ist Zivis als guenstige Arbeitskraft verpflichten zu koennen. Frei nach dem Motto "All is for the best, in the best of all possible worlds" :|

Don´t Panic

« Letzte Änderung: 07 September 2009, 11:38:32 von Q »
Quand tu veux construire un bateau, ne commence pas par rassembler du bois,
couper des planches et distribuer du travail,
mais reveille au sein des hommes le desir de la mer grande et large.

St.Ex