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Webseite Historisches Marinearchiv => Allgemein => Thema gestartet von: t-geronimo am 25 November 2009, 23:09:08

Titel: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: t-geronimo am 25 November 2009, 23:09:08
Im Historischen MarineArchiv ist jetzt eine neue Rubrik enthalten: "Berichte und Artikel".
 --/>/> http://historisches-marinearchiv.de/sonstiges/sonstiges.php

Gewillte Autoren können hier z.B. technische und andere Artikel einbinden.
Ein erster Inhalt ist vorhanden, nämlich der Bericht von Herrn Karl-Heinz Koppel. Er war gegen Kriegsende unter anderem bei der 13. Landungsflottille im Raum Gotenhafen.
Sein äußerst interessanter und lesenswerter Beitrag ist hier zu finden:
 --/>/> http://historisches-marinearchiv.de/sonstiges/berichte/koppel.php
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: Trimmer am 26 November 2009, 10:27:51
Hallo Thorsten - ganz prima Sache. Vielleicht finden sich hier im Forum auch noch "Alte Seehasen " die genau so berichten können wie auch z.B. unser Kapitän Hans.Natürlich wären auch Alte Zeitungsartikel willkommen.

Gruß - Trimmer- Achim
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: t-geronimo am 17 Februar 2010, 18:54:06
Ein weiterer Erlebnisbericht ist online.

 --/>/> http://historisches-marinearchiv.de/sonstiges/berichte/voigt.php



Vielen Dank an alle, die die Erstellung unterstützt haben!! :TU:)
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: olpe am 17 Februar 2010, 23:10:10
Hallo,
eine gute Sache, die Berichte hier darzulegen...  Ich kenne den Gustav Voigt persönlich, er wohnt in der Hansestadt Stralsund. Seinen Vortrag über die geschilderten Ereignisse habe ich vor geraumer Zeit selbst hören können - man konnte nur erahnen, mit wieviel Glück die Beteiligten aus dem 'Schlamassel' rausgekommen sind ...
Grüsse
OLPE
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: Chrischnix am 17 Februar 2010, 23:16:50
Hallo Olpe

Habe schon lange nicht mehr mit Ihm telefoniert !
Weilt er eigentlich noch unter uns ?
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: t-geronimo am 19 Januar 2011, 17:05:51
Das Tagebuch eines leider unbekannten Besatzungsmitglieds des Artilleriefährprahms AF 29 ist jetzt online:

 --/>/> http://historisches-marinearchiv.de/sonstiges/berichte/af_29_tagebuch.php
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: Glasisch am 19 Januar 2011, 21:06:28
Hallo,

icl lese "Nix da!  :?

Micha

Pardon, jetzt funktioniert es auf einmal :MLL:
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: olpe am 19 Januar 2011, 21:14:56
Hallo Olpe
Habe schon lange nicht mehr mit Ihm telefoniert !
Weilt er eigentlich noch unter uns ?
Hallo @Chrischnix,
nun habe ich unhöflicherweise auf Deine Anfrage damals (Februar 2010) nicht geantwortet ... und diese dann aus den Augen verloren ...
Hier die traurige Mitteilung, dass Kapitän a.D. Gustav Voigt im Dezember 2010 auf die letzte Reise gegangen ist ...

Erlebnisbericht von Gustav Voigt (http://historisches-marinearchiv.de/sonstiges/berichte/voigt.php)

Grüsse
OLPE
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: Chrischnix am 19 Januar 2011, 22:00:49
Hallo @Chrischnix,
nun habe ich unhöflicherweise auf Deine Anfrage damals (Februar 2010) nicht geantwortet ... und diese dann aus den Augen verloren ...
Hier die traurige Mitteilung, dass Kapitän a.D. Gustav Voigt im Dezember 2010 auf die letzte Reise gegangen ist ...
Erlebnisbericht von Gustav Voigt (http://historisches-marinearchiv.de/sonstiges/artikel/voigt.php)

Grüsse
OLPE

Das ist sehr traurig :-(
Den Angehörigen mein Beileid.
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: t-geronimo am 19 Januar 2011, 22:12:24
Möge er in Frieden ruhen!  :MG:
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: t-geronimo am 13 November 2011, 18:20:32
Dank Hans-Joachim Hiller (hier auch als hillus bekannt) ist nun ein Bericht von Willi Leonhardt und seine Zeit auf U 995 und danach online:

 --/>/> http://historisches-marinearchiv.de/sonstiges/berichte/u_995.php
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: olpe am 13 November 2011, 19:53:42
Dank Hans-Joachim Hiller (hier auch als hillus bekannt) ist nun ein Bericht von Willi Leonhardt und seine Zeit auf U 995 und danach online:
Hallo,
...  top ... Schön, dass der gut recherchierte Bericht hier im Forum - als breites elektronisches Medium - seinen Niederschlag und sein Auditorium findet ...
Grüsse
OLPE
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: t-geronimo am 08 Juni 2013, 13:59:37
Mit dem Bericht, bei dem Alfred Gräf seine Eindrücke beim Transport nach Oslo auf dem Frachter Friedenau und dessen Versenkung während der Operation "Weserübung" schildert, hat ein weiterer Erlebnisbericht Eingang in das Historische MarineArchiv gefunden.
Unser Dank gilt dem Sohn Ulrich Gräf, der uns das Material zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt hat! :)

 --/>/> Bericht Alfred Gräf (http://historisches-marinearchiv.de/sonstiges/berichte/graef.php)
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: hillus am 08 Juni 2013, 14:06:30
Da kann man nur ein droßes Danke sagen für den tollen Bericht.
Hier liegt ja unser Hauptsproblem für das HMA, die alte Generation ist fast nicht mehr unter uns und oft haben die Nachkommen nicht das Feeling und Wissen, das wir so etwas herzlichst gern abnehmen. Geschichte kommt nie wieder, wenn wir sie nicht an die Oberfläche ziehen.

Nochmals Danke!

hillus
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: Darius am 08 Juni 2013, 16:41:06
Hallo HMA-Team,

vielen Dank für den schönen Bericht.

 :MG:

Darius
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: t-geronimo am 04 November 2013, 15:09:29
Und wieder erscheint ein neuer Bericht:
Gerhard Meyer schildert sein Kriegsende. Außerdem dürfen wir zwei Briefe veröffentlichen, nachdem Herr Meyer nach 52 Jahren einen alten Kameraden wiedergefunden hat.
Ganz viele Dank dafür!!

 --/>/> Zum Bericht (http://historisches-marinearchiv.de/sonstiges/berichte/gmeyer.php)
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: Peter K. am 04 November 2013, 18:09:29
 top
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: Darius am 04 November 2013, 20:39:30
Hallo HMA-Team,

vielen Dank für den interessanten Erlebnisbericht.

Ich war so frei und habe bei MAL 30 eine Verlinkung auf diesen eingefügt.

 :MG:

Darius
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: t-geronimo am 04 November 2013, 20:43:26
Jo, das hab ich doch glatt vergessen...  :|

Danke. :TU:)
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: Darius am 04 November 2013, 20:57:45
Hier musst Du aber selber ran  :-)

 --/>/> http://historisches-marinearchiv.de/projekte/landungsfahrzeuge/uebersicht.php

 :MG:

Darius
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: t-geronimo am 04 November 2013, 21:15:16
Erledigt. :)

Ich bin allerdings am überlegen, ob wir diesen Punkt nicht nach unten unter die Datenbank-Projekte setzen, denn er wird immer länger und verdrängt die Hauptseiten immer weiter nach unten.
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: TD am 04 November 2013, 21:22:22
Hallo,

ja es gibt nichts schöneres als solche Berichte von Menschen die DABEI waren.

Versuche immer weder Menschen zu überzeugen dieses zu machen.

Eben habe ich z.B. lange Zeit mit einen Enkel telefoniert dessen Opa beim Untergang
des Schiffes 37 ( SCHLESWIG ) http://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/weseruebung/ausgabe.php?where_value=137
ums Lebe gekommen ist.
Wenn er es nicht macht will er auf jeden Fall allessenden was er so in über 20 Jahren gesammelt hat.

Neben den tollen Fotos und Hinweisen für die doch etwas planlose Planung des MAL Einsatzes Ende 1944 fand ich die Zeile
http://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/weseruebung/ausgabe.php?where_value=137

Nach dem Kriege, als ich beruflich in Essen tätig war, hörte ich vom Kam. Weiß, der mich in Swinemünde so vorbildlich betreut hatte, dass unsere Stammbesatzungen in W’haven auf rostrote MAL’s mit Mennigeanstrich eingestiegen waren und auf dem Jadebusen ein leuchtendes Ziel für feindliche Tiefflieger abgegeben haben und letztlich auf offenem Wasser aussteigen mussten.

Man denkt ja gleich an das rosarote U-Boot im Film !

Aber welcher MAL wurde dort versenkt ( aussteigen !)

Schön das es möglich wurde auch diesen Teil mit einzufügen.

Ich danke den Geber, Herrn Gerhard Meyer sehr für seine Hilfe und Bereitschaft diese Informationen zu Verfügung zu stellen.

Ebenfalls einen besonderen Dank an Thorsten welcher trotz großer Zeitnot diesen Beitrag so schön gebracht hat.

Mag dieser Bericht zeigen wie schön bei uns das Erbe alter Kriegsteilnehmer aufgearbeitet werden kann.
Gerne nehmen wir solche und andere Berichte entgegen.

Viele Grüße

Theo

Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: bettika61 am 04 November 2013, 23:25:02
Hallo,

 top  :MG:

aber noch eine Verständnisfrage, warum steht im HMA oben
als überschrift

Erlebnisbericht U 995  :?
Grüsse
Beate
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: t-geronimo am 05 November 2013, 00:13:19
Wo?  :angel:

Sch*** Zeitmangel...  :roll:
Titel: Mein Wehrdienst in Heer und Marine
Beitrag von: halina am 20 März 2014, 19:41:26
Dieser Bericht enthält nicht die aufsehenerregende Erlebnisse eines Frontsoldaten der Wehrmacht , sondern die eines einfachen
Soldaten , der das letzte Kriegsjahr im Gegesatz zu vielen anderen Kameraden unter glücklichen Umständen überlebt hat .
  In Kürze werden es 70 Jahre sein , als ich nach einem 3 monatigen Arbeitsdienst im Winter 1943/44 im polnischen Repin pünktlich
zu meinem 18. Geburtstag Anfang April 1944 die Einberufung zum Wehrdienst erhielt vom Wehrbereichskommando Schneidemühl
in Pommern . Da ich gerade mit der "HESSEN" zu Schiessübungen unterwegs war , konnte ich erst Mitte April der Einberufung Folge
leisten , staunte aber nicht schlecht als ich statt bei der Marine bei den Panzergrenadieren in Stettin-Kreckow landete .
Am Ende der dritten Ausbildungswoche mit Schleifdienst auf dem Kasernengelände wurde ich plötzlich zur Schreibstube gerufen ,
als mir der Kompanie-Spiess die freudige Botschaft übermittelte , dass ich mit sofortiger Wirkung entlassen sei auf Anweisung des
Wehrbezirkskommandos Schneidemühl . Der Hauptfeldwebel sagte nur zu mir ... so ein Glück möchte ich auch wohl haben , holen
Sie sofort ihren Koffer mit den Zivil-Klamotten ab , der liegt noch auf dem Postamt in Stettin , mit dem Entlassungsschein und einem
Wehrmachtsfahrschein machte ich mich auf dem Weg nach Wilhelmshaven , meiner Heimatstadt . Ich möchte nicht ausschliessen ,
dass evtl. das Fernlenk-Kommando in Misdroy wegen der Einberufung zum Heer Einspruch erhoben hat , denn Entlassungen zu
diesem Zeitpunkt waren doch sehr ungewöhnlich .
Da in WHV kein neuer Einberufungsbefehl vorlag , schickte ich sofort ein Telegramm nach Misdroy mit der Bitte um Mitteilung ob ich
wieder an Bord kommen kann , die Antwort kam postwendend wie folgt: Bitte kommen Sie zur Einschiffung auf die "HESSEN" nach
Swinemünde . Im Personal-Büro der Marinewerft schräg gegenüber von Werfttor I erhielt ich meinen Fahrschein und machte mich
auf dem Weg nach Swinemünde , so kam ich wieder an Bord  und medete mich zum Dienstantrit bei meinem technischen Leiter ,
dem Marine-Ing. Hoffmann , es folgte dann meine letzte Fahrt auf der "HESSEN" zu Schiessübungen im Seegebiet vor Bornholm .
                    Nach Einlaufen in Swinemünde Mitte Mai 1944 lag schon der neue Einberufungsbefehl vor , dieses Mal nun zur Marine
nach Friedrichsort , einer Bereitstellungsabteilung der 1. SST.-Abtlg. Ostsee , nach kurzer Musterung mit einem Gesundheits-Check,
wobei wegen einer Kalknarbe im Ohr ich nicht als U-Boottauglich eingestuft wurde .  Nach Einkleidung in Marine-Blau , die aber im
Seesack eigepackt wurde , erfolgte auch das Feldgrau -Einkleiden , dass für lange Zeit meine Uniform bleiben sollte .
Nach laufenden Rekruten-Zugängen wurde schnell die Kompanie-Stärke von ca. 120 Mann erreicht , und so ging es nun mit der
Bahn ca. am 25. Mai mit dem Seesack für eine 3 monatige Rekrutenausbildung nach Svendborg auf die Insel Fünen , in einer
Hotelanlage nahe am Strand bezogen wir Quartier , jedoch nicht in den Hotelzimmern , sondern in einem ehemaligen Pferdestall
auf Feldbetten mit Strohauflage . Hier erhielten wir nun auch Drillichzeug und eine Knarre . Das ganze weiträumige Gelände war
eingezäumt und auch hier wurden alle Ausbildungsphasen absolviert .Ich wurde dem 1. Zug zugeteilt unter Führung von Feldwebel
Müller , der auf dem Foto auch zu sehen ist , angenehm war , dass uns die Ausbilder nicht schikanierten .      Ausser Badefreuden
gab es jedoch keine Abwechselung im Rekruten-Alltag , erst nach der Vereidigung Ende August 44 hatte ich einen freien Sonntag-
Nachmittag für einen Stadtbummel in Svendborg . Gaumenfreuden gab es in der Kantine , dort gab es leckere kleine Sahnetörtchen
für eine Krone , davon habe ich reichlich zu mir genommen .
Am 20.7. 44 wurde unsere Kompanie in Alarmbereitschaft versetzt nach dem Attentat auf A.H. , nach ca. 7 Tagen wurde diese
aufgehoben und danach der H.-Gruss eingeführt . Planmässig wurde Ende August die Grund -Ausbildung abgeschlossen , so dass
ich nun hoffnungsvoll einem Bordkommando entgegensah , doch es kam ganz anders , nach Abgabe der Seesäcke war klar , dass
dieser Wunsch nicht erfüllt werden konnte . Bis Mitte September übernahm dann unsere Kompanie die Eingangskontrolle der Werft
in Svendborg , da mit Sabotage zu rechnen war . Mit Doppelposten und Gewehr bei Fuss mussten sich alle Personen ausweisen ,
die Marineleute mit der Tagesparole und die Zivilisten mit einem Passierschein des Hafenkommandanten .
Wie wir erst später in Erfahrung bringen konnten , wurden wir von der Marineleitung dem Heer übergeben und in das 295 . Rgt. der
18. Volksgrenadier-Division eingegliedert . Am 19.8. 44 erliess A.H. einen Geheimbefehl zur Aufstellung einer Streitmacht in einer
Grösse von ca.25 Divisionen , deren Organisierung Generaloberst Jodl übertragen wurde mit dem Auftrag bis Ende November an
der Westfront diese Kräfte für eine Offensive bereitzustellen .
Um den 20. Sept. verliess dann unsere Kompanie ohne die Ausbilder feldmarschmässig mit neuer Führung per Bahn Svendborg in
Richtung Westen mit Eintreffen am frühen Abend in der Vulkan-Eifel mit Ausladen am Zielort HILLESHEIM , von dort nach einem
Marsch von ca. 20 KM  erreichten wir die Westwall-Bunkeranlage zwischen den Orten ORMONT und HALLSCHLAG , direkt vor der
belgischen Grenze gelegen . Die Bunkeranlagen wurden in der Zeit von 1938-1940 vom Arbeitsdienst und der Org. Todt gebaut .
In einem Doppel-Gruppenunterstand wurde mein Zug untergebracht , der bis zu 40 Soldaten in 2 Räumen Platz hatten . Da die
Bunker nach dem Frankreich-Feldzug nicht mehr benutzt wurden , sah es ziemlich trostlos drinnen aus , ausserdem kein Strom -
und Wasseranschluss , abends brannte eine Petroleum-Funzel und sehr früh legte man sich auf klapprige Feldbetten zum Schlafen.
         Unsere Bunker befanden sich in einem Waldstück , obwohl diese nur ca.80 meter auseinanderlagen , hatten wir jedoch keine
Sichtverbindung und keinen Kontakt mit anderen Kameraden der Kompanie . In unserem Bunker war auch der Kompanie-Spiess
untergebracht , Hauptfeldwebel Zimmermann aus Oldenburg , mit dem ich mich als Fast-Landsmann recht gut verstand , mit ihm
habe ich viele Baumstämme zersägt , damit der Ofen als einzigste Wärmequelle in Betrieb blieb . Ansonsten sollte hier für fast 3
Monate eine trostlose Zeit anbrechen , auch von der Heimat erreichten uns nur wenige Briefe , meist mit schlechten Nachrichten.
Tagsüber konnten wir uns auf einer kleinen Waldschneise vor dem Bunker bewegen , kurz vor der letzten Baumreihe nahe der
belgischen Grenze war ein kleiner Schützengraben ausgehoben , von wo aus die amerikanische Frontlinie beobachtet wurde , denn
die Vorhut der 1. US-Army war nicht mehr als ca. 1,5 Km von unserer Linie entfernt, jedoch ohne jeden operativen Auftrag , denn
die Hauptstreitkräfte mussten erst wieder erneuert werden . Nachts wurden gelegentlich von unserer Kompanie bei günstigen
Lichtverhältnissen Spähtrupps bestehend aus zumeist 2 Freiwilligen zur Erkundung nahe der Ami-Frontlinie entsandt , nachdem
aber 3 Trupps in Gefangenschaft gerieten oder sich ergeben haben , wurden diese Aktionen später abgebrochen . Doch wurden
wir bald von amerikanischer Marschmusik beschallt , die von der Vorhut aus starken Lautsprechern ertönte , und anschliessend
von unseren Gefangenen der Satz zu hören war ...Hallo Kameraden , kommt rüber zu uns , hier habt ihr prima Essen und uns gehts
gut . Danach auch noch eine amerikanische Stimme ....Hallo Soldaten vom Honig-Bataillon Golz , kommt rüber zu uns , dann ist der
Krieg für Euch zu Ende .  Durch die gefangenen Kameraden waren nun die Amis über unsere miserable Verpflegung informiert , ich
glaube in Gefängnissen gab es besseres Essen , Brot und Kunsthonig waren die tägliche Hauptnahrung , manchmal etwas Obst
und ganz selten mal eine dünne Suppe . Der Bataillonskommandeur Hauptmann Golz war ständig bemüht die Bunkerbesatzungen
zu trösten und versprach Besserung der Situation .
Der eintönige Bunkeralltag machte depressiv und ich konnte in meiner Einheit niemand erkennen , der noch in dieser Zeit und unter
solchen Bedingungen hochmotiviert seinen Dienst versah . Alle gingen nun davon aus, dass in Kürze eine Offensive der US-Army
erfolgen könnte , doch es kam alles ganz anders .
                                                                                                          Der 2. Teil folgt in Kürze , Gruss Halina  ( Günter  Seiss )
Hier noch einige Fotos von Arbeitsdienst und WM
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: t-geronimo am 20 März 2014, 21:13:33
Darf ich dann den Bericht im HMA einbauen, wenn Du ihn fertig hast?
Titel: Re: Mein Wehrdienst in Heer und Marine
Beitrag von: Urs Heßling am 20 März 2014, 22:37:47
moin,

Bis Mitte September übernahm dann unsere Kompanie die Eingangskontrolle der Werft
in Svendborg , da mit Sabotage zu rechnen war .
war schon Thema bei uns http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php?topic=6788.0

Gruß, Urs
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: halina am 21 März 2014, 12:00:52
Moin Thorsten , bin einverstanden dass der Bericht im HMA eingestellt wird .                                      Gruss  Halina
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: Taucher am 21 März 2014, 14:18:12
hallo Günter,

auch wenn Dein Bericht keine reisserische Action bietet, finde ich es immer hoch interessant auch etwas über das ganz "normale" Altagsleben des einfachen Soldaten zu erfahren, besonders natürlich aus erster Hand !  top

Freue mich auf den 2. Teil

 
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: Baunummer 509 am 21 März 2014, 14:30:34
Hallo Halina,

danke dass Du der Bitte nachgekommen bist. Ich finde Deine Schilderungen sehr interessant und freue mich auf mehr  :MG:

Gruß

Sebastian
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: Hades am 21 März 2014, 15:46:33
@Halina

Danke, ich bin gespannt auf die Fortsetzung  :MG:
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: halina am 29 März 2014, 19:11:39
Hier nun der 2. Teil von  "Mein Wehrdienst in Heer und Marine"

Wie bekannt wurde in den Morgenstunden des 16.12. 1944 die Ardennenoffensive unter dem Decknamen "Die Wacht am Rhein"
unter grösster Geheimhaltung gestartet , selbst höhere Wehrmachtsoffiziere und besonders die US-Army wurden total überrascht,
ging man doch davon aus , dass die Aufstellung der Truppenverbände nur der Verteidigung dienen sollten . Auch das Wetter spielte
mit , so dass die Luftwaffe beider Seiten wegen schlechter Sicht nicht in die Kämpfe eingreifen konnte .
Am Morgen des 16.12. wurde um 5:00 früh der Alarmzustand im Bunker ausgerufen , neben zusätzlicher Munition erhielt jeder von
uns noch 2 Handgranaten , die im Koppel eingesteckt wurden , aber keine Notverpflegung wie allgemein üblich . Um 5:20 dann
Abmarsch zum Sammelplatz,wo unsere Kompanie in einer grösseren Lichtung Aufstellung nahm, hier trafen wir auch die Kameraden
der beiden anderen Züge zum letzten Mal . Der Kompaniechef wünschte Allen für die Operation Glück und Gottes Segen , und dazu
wurde noch ein Korn-Schnaps überreicht . Nach kurzer Einweisung begann dann der Vormarsch in einer breitgefächerten Formation
gegen 6:00 mit starker Artillerie-Unterstützung . So kamen wir schnell voran ohne direkte Feindberührung , da die Vorhuten der
1. US-Army bereits mit dem Einsetzen des Granatfeuers in die zurückliegenden Auffangstellungen ihre Positionen einnahmen .
Nach einigen Kilometer Geländegewinns erwiderten auch die Amis das Artilleriefeuer , so dass eine Granate in meine Zug-Formation
einschlug , ich befand mich ca. 10 meter vom Einschlag entfernt und lag natürlich gleich flach , ein Granatsplitter hatte meinen
rechten Oberschenkel durchschlagen , den Schmerz spürte ich nicht , aber vom auslaufenden Blut wurde mein Bein warm und keine
Bewegung mehr möglich , ich versuchte durch Abdrücken den Blutfluss zu stoppen , was einigermassen gelang . Nach Abflauen des
Artilleriefeuers war mir klar,dass die Offensive voran kam und wohl kein Gegenstoss zu erwarten war, danach ein Gebet nach oben.
    Nach einiger Zeit kamen nun auch die Sanitäter und legten mir einen Wundverband an , zunächst mussten jedoch die Schwer -
Verwundeten abtransportiert werden , so dass ich erst später abgeholt wurde , in meinem Zug fielen hierbei 3 Kameraden und 5
wurden schwer verletzt . Durch den grossen Blutverlust verlor ich das Bewusstsein , so dass ich den Abtransport zum Sammelplatz
nicht mehr wahrgenommen habe , erst als mir die Tannenzweige ins Gesicht fielen , muss ich wohl die Augen geöffnet haben , man
dachte wohl ich sei schon tot , hatte nur noch schwache Atmung , also hat man mich dann zu den Verwundeten gelegt und nach
etwas heissem Tee kam ich langsam wieder zu mir . Am späten Nachmittag erfolgte dann der Weitertransport per LKW  zum Haupt-
Verbandsplatz nach Stadt-Kyll,hier wurde ein neuer Verband angelegt und die so wichtige Spritze gegen Wundstarrkrampf injeziert
am 18.12. dann der Weitertransport in ein Krankenhaus nach Menden/Westf. , hier erhielt ich nach langer Zeit mal wieder warmes
Essen und Betreuung durch Rote-Kreuz-Schwestern . Am 22.12. wurde von hier ein Lazarettzug zusammengestellt der uns nach
Halle/S. brachte , es waren erschütternde Szenen  die sich im Zug abspielten, viele verbrannte Panzersoldaten bei denen nur noch
die Augen zu sehen waren , rannten halb wahnsinnig vor Schmerzen in den Gängen herum und mussten später auf den Betten
festgeschnallt werden , für die armen Kameraden war wohl nicht genügend  Morphium vorhanden .
Im Militär-Hospital wurde ich in einen Saal mit ca. 20 Betten eingewiesen , es war das schönste Weihnachtsgeschenk , mal wieder
in einem richtigen Bett zu liegen . Bei guter Betreuung mit komplizierter Wundbehandlung, die Austrittsöffnung war ca.3x4 cm gross
musste ich erst wieder auf Krücken das Laufen lernen , konnte dann am 12.2. 45 das Verwundeten-Abzeichen entgegennehmen ,
Anfang März durfte ich schon etwas frei laufen und am 25.3. bekam ich noch einen 10 tägigen Heimaturlaub geschenkt .
So schön wie es war mal wieder die Eltern sehen zu können , es war doch ein trostloser Anblick , WHV zu fast 70 % zerstört , und
von meinen 6 Jugendfreunden waren schon 4 gefallen , davon 2 auf U-Boote .   Am 30.3. erlebte ich noch den letzten grossen Luft-
Angriff auf Wilhelmshaven allein im Luftschutzkeller unseres Wohnhauses , als ca. 40 meter entfernt die letzte 250 Kg-Bombe eines
Teppich-Abwurfes explodierte und ein Wohnhaus schräg gegenüber vom Marine-Bekleidungsamt schwer beschädigte , da ging mir
ganz schön die Muffe , das Haus schwankte wie ein Schiff auf hoher See .
Am letzten Urlaubstag  meldete ich mich beim Spiess in der Jachmannkaserne , da ich einen neuen Marschbefehl benötigte , diesen
erhielt ich dann von der 1. SSt.Abt. Friedrichsort,so wurde von mir aus einem Grenadier wieder ein Matrose , doch konnte ich wegen
stetiger Umorganisation auch nicht zum Gefreiten ernannt werden . In Kiel erhielt ich wieder Knarre und Ausrüstung und wurde in
einem schon bestehendem Zug eingegliedert . Es war wohl an einem Sonntag , dem 14.4. als ich Ausgang bis 22:00 bekam und
mit dem Fährboot von Friedrichsort nach der Anlegestelle Kiel-Bellevue fuhr um mich dort umzusehen , die Rückfahrt sollte dann lt.
Fahrplan gegen 19:30 erfolgen , das klappte jedoch nicht ,da auf der Förde Nebel aufzog und das Boot nicht auslaufen konnte,
so machte ich mich nun langsam auf dem Weg zu Fuss nach Friedrichsort , hier traf ich dann gegen Mitternacht ein , der Posten
informierte sogleich den UvD wegen Zeitüberschreitung . Auf meiner Stube angekommen,war ich nur noch allein ,da der Zug gegen
23:00 feldmarschmässig in Richtung Waren-Müritz die Kaserne verliess . Am Morgen um 7:00 wurde ich zur Schreibstube gerufen wo mich der Spiess erst mal zur Schnecke gemacht hat und mir unerlaubtes Entfernen von der Truppe vorwarf , konnte ihm dann
aber den Sachverhalt erklären , so dass ich am 16.4. mit 30 Führungsbüchern im Gepäck (nur meins war nicht dabei) die Reise nach
Waren-Müritz antrat , wo ich erst 2 Tage später eintraf , denn die Jabos der Allierten griffen immer wieder die Lokomotiven an , so
dass die Züge dann stundenlang stehenblieben bis eine neue Lok ankam , es war eine tolle Leistung der Reichsbahn,wie sie unter
schwierigsten Bedingungen den Verkehr noch halbwegs aufrecht erhalten konnte .
Als ich mich beim Spiess in Müritz meldete , es war auch eine Bereitstellungsabteilung der 1.SSt.Abt. , teilte er mir mit , dass mein
Zug bereits abkommandiert und in eine Marine-Infanterie-Abteilung integriert sei und weiter nach Osten verlegt wurde . Um den
24.4. war bereits das Artilleriefeuer der Roten Armee zu hören die sich bereits Neu-Brandenburg näherten . Am 28.4. kam die Order
alle wichtigen Unterlagen und Ausrüstungen im Barackenlager zu zerstören ,es waren nur noch 4 weitere Matrosen im Lager die
zusammen mit dem Spiess diese Aufgaben erledigten .  Am 30.4. kam ein Oblt. zu uns und teilte mit , dass wir das Lager verlassen
und uns in Richtung Westen absetzen sollen , es wurde auch höchste Zeit , denn am 1. Mai rückten bereits russische Streikräfte in
Waren kampflos ein . So marschierten nun meine 4 Kameraden und ich gen Westen wo wir am 1.5. ohne Bewaffnung den ersten
Kontakt mit einer Vorhut des XVIII. US-Korps westlich von Parchim hatten , fuhren mit ihrem Jeep jedoch weiter . Am 2.5. erreichten
wir nach ca. 60 Km Fussmarsch das Auffanglager vor der Stadt Hagenow , farbige Amis nahmen uns hier in Empfang und filzten uns
von oben bis unten , auch geklaut wurde einiges , sogar mein Fleischorden . Auf einer eingezäunten Wiese waren weit über 100
Soldaten festgesetzt und täglich kamen mehr dazu , die Wehrmacht war schon in der Auflösung begriffen . Man gut , dass wir noch
eine Notverpflegung bei uns hatten , denn zu Essen gab es in diesen Tagen nichts . Um den 5. Mai übergaben uns die Amis den
Engländern , die uns in Güterwagen nach Heiligenhafen und weiter auf die Insel Fehman brachten , dort wurden wir in einem
grossen Zeltlager vor dem Ort Burg untergebracht . Für Ordnung und Disziplin in den Zelten mit ca. 25 Schlafplätzen sorgten die
Unteroffiziere der Wehrmacht , von den britischen Soldaten war nichts zu sehen . Die Verpfegung war miserabel und zu allem
Überdruss machten sich auch noch die Läuse breit bis zu den Kopfhaaren , abends wurden die Biester dann zwischen beiden
Daumennägeln geknackt , aber das Jucken nahm kein Ende .       Mitte Juni 45 wurde die erste Gruppe zur Entlassung aufgerufen,
es waren die Landwirte  , auch ich meldete mich und gab an, dass mein Onkel in Ostfriesland einen grossen Bauernhof hat, es war
eine Gruppe von ca. 20 Soldaten die von Heiligenhafen per LKW zum Entlassungslager vor EUTIN gebracht wurden . Zuerst wurden
wir von den Läusen befreit mit einer grossen Ladung DDT-Pulver, das mit einer grossen Pumpe von oben bis unten verabreicht
wurde , war das eine Erlösung .  Auch hier hatten wieder die Feldwebel der Wehrmacht das Sagen , diese nahmen auch die Daten
auf und erstellten die Entlassungsliste,als ich mein Soldbuch vorlegte wurde ich gleich fertiggemacht , ich gehöre doch alsElektriker
zu den Bauhandwerkern , dies ist die 2.Gruppe , also zurück auf Fehmarn , doch diesen Befehl führte ich nicht aus . Man hätte nun
leicht abhauen können , aber ohne Zivil-Kleidung war es schwierig , da wäre man nicht weit gekommen .
Aber ich hatte mal wieder Glück , nach einigen Kilometern Fussmarsch sahe ich neben der Strasse einen Bauernhof,vor der Scheune
konnte ich jemand ausmachen der in blauer Marine-Uniform sich bewegte , als ich näher kam war es ein Bootsmann der ca. 30
Solaten der Marine betreute , die hier einquartiert waren , ich schilderte ihm mein Problem mit der Bitte um hier bleiben zu können ,
ich gab ihm mein Soldbuch und so bekam ich noch einen Schlafplatz mit Stroh oben auf dem Tennenboden , es war ein lustiger
Haufen mit netten Kameraden .  Um den 20.7. wurden nun auch die Bauhandwerker zur Entlassung aufgerufen und so begab ich
mich zum Lager nach Eutin , diesmal klappte es besser und so erhielt ich den Entlassungsschein von einem britischen Offizier
ausgehändigt . Mit Mannschaftswagen der britischen Streitkräfte ging es nun über Oldenburg nach Wilhelmshaven wo ich am 27.7.
im Kreis der Familie gelandet bin , damit war dann das Kapitel Wehrmacht für mich beendet .         Bereits Anfang August hatte ich
wieder Kontakt mit der Marine , als ich auf der Werft meine Tätigkeit aufnahm mit der Wiederherstellung der Energieversorgung ,
doch leider ohne Perspektive , nach dem Kontrollratsbeschluss wurde die Werft plattgemacht , so dass ich Mitte 1947 von der
Werft Abschied nahm und auch von  meiner Heimatstadt .

Das war die Wiedergabe der Geschehnisse , die sich in meiner relativ kurzen Dienstzeit im letzten Kriegsjahr ereignet haben . Der
Bitte einiger Forumskollegen , doch etwas aus dieser Zeit hier einzustellen bin ich nur zögerlich gefolgt , da ich nicht direkt in
Kampfhandlungen verwickelt wurde und somit nichts Dramatisches als Frontkämpfer erlebt habe .
Sollte ich somit die Erwartung einiger Kollegen nicht entsprochen habe, bitte ich diesbezüglich um Nachsicht .     

Als Anlage füge ich noch einige Fotos hinzu .                                               :MG:    Halina   ( Günter Seiss )
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: Urs Heßling am 29 März 2014, 19:16:29
moin, Günter,
 :MG: :MG: :MG:  .. und ein wenig Glück gibt's bei der Marine halt auch mal dazu  :MZ:

Gruß, Urs
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: Trimmer am 29 März 2014, 19:58:30
Hallo Günter -  top - wirklich ein guter Bericht von Dir - danke

Gruß - Achim - Trimmer
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: smutje505 am 29 März 2014, 20:02:20
Hallo Günter danke für die Schilderung deiner kurzen Dienstzeit. top :MG:
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: suhren564 am 29 März 2014, 22:24:46
Günter,

danke für deinen Erlebnisbericht! Ich könnte auf diese Erfahrung verzichten und ob du in Kämpfen verwickelt warst oder nicht, du hast das Glück, diese Sch...zeit überlebt zu haben und uns Nachfolgenden von diesen Idiotien abzuhalten!

Günter  :MG:
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: Albatros am 01 April 2014, 18:20:29
Hallo Günther,

Danke das Du Dir die Mühe gemacht hast uns Deine Dienstzeit im Zweiten Weltkrieg zu schildern..... top

 :MG:

Manfred
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: t-geronimo am 01 April 2014, 20:39:24
Hallo halina!

Ich fange jetzt an, den Bericht im HMA einzubauen.
Hast Du eventuell Lust, noch ein wenig "vorweg" zu erzählen, und zwar über Deine Zeit auf der Hessen?
Natürlich nur wenn Du magst!!
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: Taucher am 01 April 2014, 21:09:33
Hallo Günter,

vielen Dank fürs einstellen des 2. Teils  top
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: halina am 03 April 2014, 20:19:39
Moin Thorsten , wie gewünscht hier noch ein kleiner Vorspann von der Zeit beim Fernlenkverband             Gruss  Halina

Noch vor meiner Rekruten-Zeit bei einer Einheit der 1. SSt.-Abt. in Svendborg , erhielt ich nach Abschluss meiner Ausbildung als
Elektriker auf der KM-Werft in Wilhelmshaven ein Bordkommando beim Fernlenkverband in Swinemünde im April 1943 .
Die Verbandsführung befand sich in Misdroy unter dem Kommando von Kpt.z.S. Walter Schloifer und dem LI des Verbandes Kpt.z. S.
(Ing.)  Paschen . Bis August 1942 gehörte der Verband noch zur KMW-in WHV , nach der Verlegung dann unterstellt der Marine -
Artillerie- Inspektion Ostsee .
Mein Borddienst begann zunächst auf dem Zielschiff "ZÄHRINGEN" , zu dem das Fernleitboot "KOMET" ex T 123 gehörte , unser
Liegeplatz war in Swinemünde-Osternothafen in Nähe des Leuchtturmes . Die erste Fahrt führte in die Bucht von Eckernförde zum
Torpedoschiessen zur Erprobung neuentwickelter Zünd-Mechanismen , und anschliessend in das Seegebiet vor Arkona zum
Zerstörer-Übungsschiessen , geschossen wurde mit Aufschlagzünder-Granaten die nur eine Gefechtsladung von ca.10% hatten .
Das Essen war gut und reichlich , nur die Kojen lagen direkt an der Bordwand , so dass man stets die Nietenköpfe vor Augen hatte
und bei Fahrt das Gurgeln hörte vom rauf und runter, denn der Dampfer hatte  schlechtes Seeverhalten und stampfte ganz schön .
 Während die Besatzungen auf den Fernleitbooten Angehörige der KM waren , bestand das seemännische und technische Personal
auf den Zielschiffen überwiegend aus zivilen  Mitarbeitern der Marinewerften , so dass wir unter Reichsdienstflagge fuhren .
Auf dem Schiff war ich für die Wartung der Einrichtungen im E-Bereich zuständig , hierzu gehörte auch die ständige Erneuerung der
Mündungsfeuer-Kartuschen mit den Klemm-Verbindungen und Kontrolle der Temparatur-Sensoren im Wellentunnel .
Mit den beiden Expansions-Dampfmaschinen kam die "Zähringen" auf ca.13 Kn , konnte jedoch bei Fernlenkfahrt nur voraus fahren,
die Fernsteuerung erfolgte im Festfrequenz-Impulsverfahren mit einem Heb-Drehwähler mit max. 99  Ansteuerungs-Plätzen .
                   Im Juni 43 wurde ich auf die "HESSEN" versetzt , der technische Leiter war der Marine-Ing. Hoffmann , auch hier war
mein Arbeitsbereich ähnlich wie auf der Zähringen , nur etwas mehr Komfort an Bord , so gab es bessere Mannschaftsräume , Platz
war genug , denn das Schiff fuhr nur noch mit reduzierter Besatzung , so dass auch schon mal Kartoffelschälen angesagt war .
Die "Hessen" erreichte mit den 2 Turbinensätzen eine Geschwindigkeit von ca.18 Kn , konnte bis zu 7 Stunden ferngesteuert fahren
mit 7 Fahrstufen und konnte auch rückwärts laufen . Auch die Funksteuerung entsprach dem letzten Stand der Technik , hier kam
das Mehrfach - Frequenz-System zum Einsatz , so dass es für Kommandos und Rückmeldungen keine Beschränkungen gab was die Anzahl der Kanäle betraf .
Das Schiessen mit grösserem Kalber als 15 cm erfolgte überwiegend im Seegebiet vor Bornholm , im Hafen von NEXÖ ging dann
auch die Freiwache an Land , vom begleitenden Hochseeschlepper "NORDER", der uns hier mit einem grossen Kessel Erbsensuppe
absetzte ; waren die Schiessübungen vor Arkona ,so mit gleichem Ritual, hier erfolgte dann das Ausschiffen der Freiwache im Hafen
von Sassnitz .   Interessant war das Schiessen mit Kaliber bis 15 cm , hier versammelte sich unsere Wache im geschützten Raum
mit 10 cm starken Stahlplatten mit ständiger Funkverbindung mit der "BLITZ" , hier bekamen wir dann Beginn und Ende der Übung
mitgeteilt und machten dann die Trefferaufnahme mit Protokollierung an Oberdeck , das Auftreffen der Granaten hinterliess einen
sehr starken hellen Klang . Wenn eine Zerstörer-Halbflotille oder die "LEIPZIG" am Schiessen war , so dauerte es schon mehrere
Stunden . bis von der Blitz die Meldung kam : " Das Schiessen ist für heute beendet".
Beim schweren Kalber-Schiessen ging die notwendige Crew auf die "BLITZ" die für die Trefferaufnahme notwendig war um die
Protokolle nach dem Längsseitgehen zu erstellen , auf der Blitz ging es eng zu , da mussten wir am Oberdeck ausharren , neben
der Funkbude fand ich dann auch schon mal einen warmen Platz .  Sofern wir auf den Schifffahrtswegen unterwegs waren , musste
die Fahrt in einem Konvoi erfolgen , da die RAF nachts immer Treibminen abwarf, fuhr vor uns ein grösseres Vorpostenboot mit
einer Minenspiere vorweg , doch unsere Minenräumboote waren immer im Einsatz , so dass mir ein Minentreffer auf der "HESSEN"
bis Kriegsende nicht bekannt war .  Die grösseren Reparaturen erfolgten auf der Werft in Kiel-Gaarden , aber auch in Gotenhafen ,
auf beiden Werften war ein Ersatzschornstein vorhanden . So zählten "Hessen" und "Blitz" zu den Schiffen ,die das Kriegsende
ohne grössere Blessuren überstanden haben , die "Zähringen" hingegen wurde durch Bombentreffer 1944 in Gotenhafen versenkt
und 1945 nach Hebung als Blockadeschiff zusammen mit der "Gneisenau" vor der Hafeneinfahrt versenkt .
Mit einer dreimonatigen Unterbrechung zum Arbeitsdienst 1943/44 endete meine reguläre Dienstzeit auf der "HESSEN" Mitte April
1944 , danach noch mal im Mai ein kurzes Wiederanbordgehen , leider folgte dann der ungeliebte Militärdienst .
                                                                                                                                                                                 Gruss  Halina
Im Anhang noch einige Fotos von den Schiffen meiner "Marine-Dienstzeit"
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: Baunummer 509 am 03 April 2014, 21:13:03
Schöööner Bericht! Vielen Dank dafür  :-) top
Das mit dem simulierten Mündungsfeuer war mir neu!

Gruß

Sebastian
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: Ferenc am 03 April 2014, 23:20:44
Halina,
Danke für Deine Berichte  top
Grüße
Ferenc
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: t-geronimo am 08 April 2014, 20:37:44
Jetzt ist halinas Bericht auch im HMA online:
 --/>/> http://historisches-marinearchiv.de/sonstiges/berichte/seiss.php


Nochmals ganz vielen Dank dafür!!!  top
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: bettika61 am 19 August 2015, 21:32:13
Hallo,
anlässlich eines Seminars zum Thema Kriegsende in Flensburg habe ich Gert Schubert kennengelernt. Er kam 1944 zur Kriegsmarine zur Seeoffizierausbildung als Marinebaubeamtenanwärter (Fachrichtung Schiffbau).
Nach der Rekrutenzeit in Stralsund kam er zur Ausbildung auf den Kreuzer Leipzig, erlebte dort das Ramming mit der Prinz Eugen. Im Winter 1944-45 Offiziersausbildung in der Marineschule Mürwik , der letzte Kriegsmonat führte Ihn nach Sylt, Husum , Glücksburg.
Nach dem Krieg studierte er Geschichte und wurde Lehrer.
Eine ausgesprochen sympathische Persönlichkeit und ein netter Kontakt.
Seine Erinnerungen aus dieser Zeit hat er mir für das HMA zur Verfügung gestellt.
Interessant gemacht die Gegenüberstellung seiner damaligen "offiziellen" Aufzeichnungen ("Logbuch") mit seiner heutigen Sicht.
Kalli hat nach Besuchen bei Herrn Schubert die Rohfassung mit Fotos und Zeichnungen angereichert und das Layout übernommen.  :MG:
Das Ergebnis kann sich sehen lassen.
 --/>/> http://historisches-marinearchiv.de/sonstiges/berichte/schubert.php
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: kalli am 19 August 2015, 23:19:23
mit Herrn Schubert hatte ich ja über die letzten Wochen einen ausgesprochen anregenden und interessanten Kontakt. Er ist ein bemerkenswerter, humorvoller und wacher Mensch.
Mir hat die Zusammenarbeit viel Freude bereitet und ich hoffe genauso wie Gert Schubert, dass seine Erinnerungen viele Leser erreichen mögen.
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: halina am 19 August 2015, 23:57:15
Hallo ,

Ein sehr ausführlich geschriebener Erlebnisbericht eines angehenden Marineoffiziers der realistisch das letzte Kriegsjahr beschrieben
hat ohne jede Überheblichkeit und dabei besonders die Schicksale seiner Kameraden auf der "Leipzig" sehr bedauert hat .
Auch gut dargestellt die Ereignisse der letzten Kriegsmonate in denen die Führungsoffiziere ihre Mannschaften noch zu motivieren
versuchten für den Endsieg und andere ihre Meinung dazu auch direkt oder indirekt zum Ausdruck brachten .   top top top

                                                                                                                                                                                           :MG:  halina
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: Blinki am 24 August 2015, 08:22:00
Moin Forum,

der Bericht war auch für mich sehr lesenswert. DANKE!
LG
Blinki
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: ede144 am 24 August 2015, 15:14:04
Hallo
Der Bericht war sehr interessant und gut zu lesen.  top

Freundliche Grüße
Thomas
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: Darius am 24 August 2015, 22:29:32
Hallo zusammen,

prima Ergänzung.

Gruß

Darius
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: hillus am 09 Dezember 2017, 16:18:02
Hallo bei sehr schlechtem Wetter aus Braunschweig!

Dankenderweise mailte mich Beate an, dass doch im HMA ein neuer Erlebnisbericht, mit etlichen Fotos als Zeitzeugen illustriert, zu finden ist. Sie bat mich um eine kleine Mitteilung hier im Forum, da ich das Ganze angeschoben habe.
Er stammt von meinem sehr guten Freund Kpt.Ltn. a.D Bernhard W. Mroß und berichtet über ein Waffensystem der Deutschen Marine (Bundesmarine), welches heute nicht mehr existiert.

Viel Vergnügen für alle, die sich für die "FLUGENTEN" interessieren.

Bernhard W. Mroß berichtet vom Abschied vom „flüsternden Riesen"

Die „Breguet Atlantic" geht nach 45 Jahren Dienst für die Flotte in den Ruhestand.


Bis denne!

hillus
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: t-geronimo am 09 Dezember 2017, 16:22:05
Ganz vielen Dank an alle Beteiligten.  :TU:)

Hier noch der entsprechende Link:
 --/>/> http://www.historisches-marinearchiv.de/sonstiges/berichte/Mross.php
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: bettika61 am 09 Dezember 2017, 16:24:34
Schließe mich dem Dank an  :MG:
Der passende Film https://youtu.be/dkwtaeKfUdA
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: hillus am 09 Dezember 2017, 18:06:21
Hallo,

da fällt mir noch etwas ein. Wie mir Holger (der erste) am Telefon sagte, steht das Flugzeug heute in Peenemünde als Ausstellungsflugzeug auf dem Freigelände des Museums.

hillus
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: bettika61 am 09 Dezember 2017, 22:57:15
Hallo Jochen,
Lt. Wiki steht in Peenemünde die 61+19 https://de.m.wikipedia.org/wiki/BR_1150_M#
Zitat
die 61+19 wurde am 15. Dezember 2006 zum Flugplatz Peenemünde für das dortige Museum überführt 
der im HMA beschriebene  letzte Flug  war mit der  61+03
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: habichtnorbert am 09 Dezember 2017, 23:39:11
hier 2 Bilder von Peenemünde, 2008 noch am ersten Standort:
 :MG:
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: hillus am 10 Dezember 2017, 13:33:00
Moin Beate,

danke für Deine Berichtigung, wobei ich mich auf Holger gestützt habe oder ich alter Herr habe es falsch verstanden. Trotzdem finde ich es prima, dass auch solchen Themen unsere Aufmerksamkeit gilt.
Übrigens, ich habe das Video mit dem letzten Flug der 61-03 an Bernhard geschickt und hier seine Antwort:

"Hallo, lieber Jochen,

danke und ich bin einfach begeistert."

Beste Grüße

Bernhard

Schönen 2. Advent aus Braunschweig!

Jochen
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: RonnyM am 10 Dezember 2017, 15:24:56
...der Unterschied zur zur P3C ORION - die BA haben keine Milliarden Euronen verschlungen und waren in der Luft statt am Boden anzufinden... :MG: top

Grüße Ronny
Titel: Re: Erlebnisberichte im HMA
Beitrag von: smutje505 am 10 Dezember 2017, 15:57:21
Hallo habe auch noch Bilder-war mit meinem Enkel 2009 am Flugplatz Peenemünde und konnte die Breguet Atlantic noch besichtigen-2013 steht sie weit draußen am ende des Flugplatzes und man sieht sie nur noch vom Peenestrom aus.