So viele Fragen ...

Das sind jetzt mal alle dein Problem betreffenden Pläne, die ich für dich auftreiben konnte - aus einem für unsere "R-Forschungs-Gruppe" damals zusammengestellten Konvolut, das
alle bislang (2007) bekannten Pläne zu den beiden Einheiten Clémenceau und Gascogne enthalten hatte.
Gesamt sind dies etwa 120 Scans, meist von 1/100, seltener 1/40 oder noch detaillierter.
Gerade die vielfach gefalteten 1/100-er Pläne sind beim Scannen arg verruckelt ... und müssen mühsam entzerrt werden.-
Ob es noch mehr gibt? Sicherlich! (das war die kurze Antwort. Und jetzt : die lange)
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Der "Fonds Potsdam", aus dem diese Exemplare im Lauf der letzten Zeit ans Licht gekommen sind, umfasst insgesamt 167 Laufmeter, davon sind noch gute 70% unaufgearbeitet.
Nun ist es ja nicht so, dass dieses Material
geordnet vorliegt, d.h. Blatt für Blatt muss sachkundig neu zugeordnet werden (da kommt es denn schon mal vor, dass übereifrige, jedoch historisch nicht so ganz firme Mitarbeiter "Clémenceau"-Material dem später gleichnamigen Flugzeugträger zugeordnet haben ...).
Ein weiteres Biest sind die PLNP' s ... plan numero perdue (=Plan ohne Zuordnung). Hei da kommt Freude auf! Vor allem wenn weder Datierung, noch genauere Beschreibung dran sind.
Zur Codierung:
PL = Plan (mit meist vierstelliger Nummer, die fortlaufend vergeben wurde) = Konstruktionsunterlagen.
PLA = Plan des Arrangements = Detailplanung (hin bis zum kompletten Maschinenraum, aber manchmal auch nur ein Bullaugen-Typ).
S.T. (Service Technique) mit meist vierstelliger Nr, ebenfalls fortlaufend vergeben und nicht korrespondierend = Werftunterlagen (meist auch mit Werftangabe).
P N. = Projet N° = Zuordnung zu einer konkreten Schiffplanung, "Gascogne" ist z.B. P N. 279
Jeder Plan sollte rechts unten sein "fiche" haben, wo unter "réferences" auf andere PL, S.T., PLA oder unter "modifications" auf die Art der Änderung, bzw ihr Datum verwiesen wird, incl. Code.
Betonung liegt auf "sollte" ... manche fiches sind weder datiert, noch kontrollgezeichnet, haben auch keine Referenzen ...das sind dann Gesamtpläne, während derer Zeichnung eine gravierende Änderung eingetreten ist.
Manchmal war jemand so gnädig und hat groß FAUX! drübergeschrieben, dann weißt du, hier ist (interessante!) Sackgasse.
Bei der Recherche kannst du alle diese Zuordnungen querverknüpfen und -wenn das Material entsprechend dicht ist- so ziemlich genau herausfinden, was auf den verlorenen oder noch nicht aufgetauchten Plänen drauf sein könnte.
Damit es nicht zu einfach wird, liegt über dem ganzen noch das Archivmuster des "Amt für Kriegschiffbau, Berlin", da ist Gascogne dann zB "F 22" (is ja klar, nach deutscher Zählung wäre Gascogne das "Schlachtschiff F" der Franzosen, und dahinter dann eine fortlaufende Nummer nach deutscher Logik, also S.T. und PN buntest durcheinander, jedoch per Baugruppe. Haben wir hier 1/20 Detailzeichnung Lenzpumpen? Legen wir unter 1/100 Gesamtplan Verrohrung ab, und schreiben auf den Aktendeckel "22 - Verschiedenes").
Genug? Nein! - jetzt bitte nochmal kräftig mischen, Tusch:
Eine weitere Schicht drüber noch das sowjetische System (das ich bis jetzt nicht geknackt habe, mangels Russischkenntnis). Haben offenbar die deutschen Zuordnungen weitgehend belassen - jedoch das Material munter zwischen Leningrad und Moskau aufgeteilt, je nach Zuständigkeiten.-
Ach, eins hab ich vergessen: ich schrieb hier nur vom Fonds Potsdam ... also von 167 Laufmetern.
Das CAA beherbergt 80.000 Laufmeter Akten und Pläne, von denen bislang ca 40.000 lfm (~ 8,5 Millionen Dokumente) ausgewertet und katalogisiert worden sind; digitalisiert sind bislang nur wenige Prozent davon.
Soweit zu
"liegt eventuell dort noch mehr vor?", vermutlich ja
