Mein letztes Projekt,der große Kreuzer Fürst Bismarck, ist ja nun fertig und da hieß es:
Watt nu?
Rumgammeln ist nicht mein Ding,also wurde das nächste Modell ausgeguckt.
Es sollte nicht mehr so groß und schwer sein wie FüBi, weil man da doch Probleme mit dem Transport bekommt.
Meine Wahl fiel auf SMS Sachsen als Fahrmodell.In 1:100 gerade mal 7,4 kg schwer und knapp einen Meter lang.
Auf jeden Fall wollte ich bei diesem Modell mal neue Wege gehen und zwar in zweifacher Weise.
Erstens:Der Rumpf sollte aus GFK sein:
Zweitens:Ich wollte gern die Rumpfbeplattung nachbilden bzw.andeuten.
Obwohl ich schon einige Modelle gebaut, und dabei auch GFK verarbeitet hatte, habe ich doch nie eine Form gebaut
und darin einen Rumpf laminiert.
Geschweige denn eine Rumpfbeplattung nachgebildet.
Beides ist absolutes Neuland für mich.
Deswegen kamen mir auch Zweifel, gleich einen 1 Meter Rumpf zu bauen, um daran zu üben.
Was lag also näher als an einem kleinen Rumpf zu üben.
Wenn der in die Hose geht,ist das zwar ärgerlich,aber der Aufwand ihn wieder zu überarbeiten, dann doch nicht so
groß wie bei dem Sachsenrumpf.
Ich hatte noch einen angefangenen Wesperumpf liegen,und zwar schon seit mehr als 20 Jahren.
1986 habe ich ein Standmodell der Wespe fertiggestellt.


Um die deutschen Küsten vor feindlichen Angriffen von See zu schützen,wurde in den siebziger Jahren des 19.Jahrhunderts
der Bau von Panzerkanonenbooten betrieben.Insgesamt liefen in den Jahren 1876 bis 1881 elf Schiffe dieses Typs-alle bei der A.G.Weser in Bremen gebaut-
vom Stapel.
Die Schiffe waren als Querspannt-Eisenbau auf 210 mm Teakholz entworfen und verfügten über eine Seitenpanzerung, die am Bug 200 mm stark war
und sich zum Heck hin auf 100 mm Dicke verringerte.
Der Grund für diese eigentümliche Panzerung resultierte aus der Tatsache,daß das 30,5 cm Geschütz nur in einem schmalen Winkelbereich in Vorausrichtung
schießen konnte.Infolgedessen mußte dem Gegner im Kampf immer der Bug zugekehrt werden.
Der Antrieb der Panzerkanonenboote bestand aus zwei zueinander geneigten 2-zylinder,Zweifach-Expansionsmaschinen mit einer Leistung von 880 PS.
Zwei Schrauben mit jeweils 2,5 m Durchmesser brachten die Boote auf eine maximale Geschwindigkeit von 10 bis 11 Knoten.
Die Namen der 11 Boote lauteten wie folgt:Wespe,Viper,Biene,Mücke,Skorpion,Basilisk,Chamäleon,Krikodil,Salamander,Natter,und Hummel.
Eine ganze Reihe von Spitznamen charakterisierte diese schwimmenden Laffetten.Der Seemann nannte sie Schlickrutscher und Wattwanzen.
Dank ihres flachen Rumpfboden konnten sie auf den Watten und Sänden der norddeutschen Küstengewässer trockenfallen und die
Flußmündungen stationär verteidigen.
Es waren sehr schlechte Seeschiffe,heftig schlingernd,stark luvgierig und die Decks schöpften bei Seegang sehr viel Wasser,so daß der Waffeneinsatz
bei Windstärken von 4 bis 5 schon nicht mehr möglich war.
SMS Wespe lief am 06.07.1876 vom Stapel und wurde am 20.11. desselben Jahres in Dienst gestellt.
Aus der Liste der Kriegsschiffe wurde das Schiff am 28.06.1909 gestrichen,und im Jahre 1910 für 52000 Mark als Pram nach Düsseldorf verkauft.
Länge:46,4 m
Breite:10,6 m
Seitenhöhe:3.9 m
Verdrängung:1100 t
Machinenleistung:880 PS
Besatzung:3 Offiziere,85 Mannschaften.
Bewaffnung:1 Ringkanone 30,5 cm.
Bewaffnung nach dem Umbau 1883:
1 Ringkanone 30,5 cm,
2 versenkbare Ringkanonen 8,7 cm
2 Revolverkanonen 3,7 cm
2 Unterwasser-Bugtorpedorohre 35 cm
Dem Standmodell sollte ein Fahrmodell folgen.Dazu ist es aber nie gekommen.
Den Rumpf wollte ich schon mehrfach wegwerfen,war mir aber immer bewust das:
Was man heute wegwirft, braucht man spätestens übermorgen.
Der alte Rumpf ist schon ein wenig vergilbt, in all den Jahren.

So sieht er nach dem Überarbeiten aus.
Decks aufgeklebt.gespachtelt und geschliffen.

demnächst mehr
Bis denne
Fuzzy