Forum Marinearchiv
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Autor Thema: Baubericht: SWATH Minensucher der Bundesmarine (Experimental)  (Gelesen 4353 mal)
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Dergl
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« am: 12 Juni 2008, 09:06:35 »

Hi Forum,

auch wenn ich noch genügend andere Projekte habe, juckt es mit doch in den Fingern, den SWATH anzufangen. Auf eine eMail an A&R habe ich einige Kataloge bekommen, eine DVD mit Videos, ein Mousepad mit einem Fotos des SWATH, und: großformatige Fotos!

Nun, Zeichnungen waren wie vermutet nicht dabei. Also werde ich diesen Baubericht in den ersten Monaten wohl damit füllen, wie ich das 3D-CAD-Modell erstelle, um daraus dann die Ziechnungen abzuleiten. Vorteil des 3D-CAD-Modells ist natürlich, das ich mir zuerst einmal genau Gedanken darüber machen kann, was ich wie und wo haben will. Ganz besonders wichtig ist dabei natürlich der grundsätzliche Aufbau der Schwimmkörper, weil ich da wohl nie mehr reinkomme.
Hier mal ein paar Ideen dazu:
- Batterien enthalten, um den Schwerpunkt tief zu halten
- Bürstenloser Motor (man kommt halt nie wieder dran)
- Trimmtanks zur Aufnahme von Gewichten (der Auftrieb soll immens sein, und wenn ich viel trimmen muss, dann unten)
- Zufuhrrohre zum Deck, um ggf. mal was Öl auf den Kardan zu träufeln und die Trimmtanks zu füllen
- Lüftungsrohre zur Batterielüftung. Vielleicht auch Kühlluft für den Motor runterfächeln, und die Abluft dann für den Dampfgenerator nutzen

Hier nun also in wahrscheinlich recht sporadischer Folge zuerst das 3D-CAD-Modell und dann der Bau. Mal sehen.
Wer Zeichnungen oder weitere Fotos hat, findet in mir einen dankbaren Abnehmer. Ganz besonders interessiert mich der Heckbereich, weil es dort anscheinend ein bewegliches Haltegestell für die Drohne gibt.

Detlef



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Dergl
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« Antwort #1 am: 14 Juni 2008, 17:34:34 »

Moin an den den´s interessiert,

hier mal der erste Entwurf: ein sogenanntes "Skelett" im CAD. Hier werden die Hauptmaße festgelegt und in diesem Falle auch die ersten Flächen definiert. Ganz schön kniffelig, wenn man nur von Fotos versucht, die Maße abzunehmen.
Von diesem Skelett werden dann später die einzelen Unterbaugruppen abgeleitet. Da diese Unterbaugruppen ihre Anschlußmaße aus dem gleichen Hauptskelett ableiten, passen sie an den Anschlußstellen zwangläufig zusammen. Änderungen am Hauptskelett werden also automatisch an die Unterbaugruppen übertragen, das Ganze wird neu durchgerechnet und voilá es pass wirder alles.

Als nächsten Schritt werde ich die Unterbaugruppe zum Spantengerüst des Schwimmers erstellen und die ersten Spanten einbauen. Dann habe ich den groben Bauraum, in dem ich den Motor und die Batterien unterbringen kann. Also Motor und Batterien in CAD modellieren und mal sehen, was wie wo passen könnte.

Fortsetzung folgt...

Detlef

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Dergl
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« Antwort #2 am: 15 Juni 2008, 14:47:55 »

Hi Forum,

wer mir einen Tipp geben kann, ist der willkommen: ich wurschtele mich durch einige Motorvarienten durch.
Aktuell basieren meine bdeiden Varianten auf
- Race 400 mit Unterstzungsgetriebe
- Mabuchi 550

Das CAD-Modell hat mittlerweile die ersten Spanten und den Antrieb. Die Spanten basieren auf 3mm Dicke. Die Beplankung wird 1mm dick und später zusätzlich mit GfK verstärkt, also ca. 1,5mm dick.

Auch werde ich eine "Stange" von Batterien selbst zusammenlösten und auch im Schwimmer unterbringen. Die käuflichen 6-Packs sind alle etwas zu breit.

Fortsetzung folgt...

Detlef

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Dergl
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« Antwort #3 am: 11 Juli 2008, 10:08:05 »

Hi Forum,

mein Projekt des MJ2000 kommt so langsam in Fahrt, zwar zunächst immer noch auf CAD, aber ich habe einen Plan:
- das Spantengerüst des Schwimmers ist soweit fertig. Vielleicht kommen ja noch Änderungen hinzu, wenn es um z.B. die Befestigung an den Rumpf geht
- der Rumpf ist angefangen. Hier habe ich mich für eine durchgehende Grundplatte entschieden, die mit Durchbrüchen versehen ist. Diese Grundplatte ergibt später beim Bau eine hervorragende Basisebene, um alle Hauptkomponenten zu befestigen
- der Antrieb steht fest: Mabuchi-Motor ohne Getriebe
- die Power Packs sind geteilt: es ist nun nicht mehr eine Stange mit 6 Akkus sondern in jedem Schwimmer 3 Stangen mit je 2 Akkus. Diese 2er-Bündelung hat den Vorteil, das ich irgendwann man wieder dran komme. Deshalb sind auch die Kabel jedes Akkubündels mit einer Lüsterklemme auf der Grundplatte zusammengeführt und in Reihe geschaltet.

Batterien, Motor und Holz habe ich schon. Jetzt kann ich das Stevenrohr (nach Maß) bestellen. STEBA-Modellbau bietet da was an.

Fortsetzung folgt...

Detlef

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madtatt
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« Antwort #4 am: 11 Juli 2008, 10:12:29 »

Schön, das du Fahrt aufnimmst, Detlef. Top
Bin auf dieses Projekt schon sehr gespannt!
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Mit freundlichen Grüßen, Jölle.

Dergl
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« Antwort #5 am: 03 August 2008, 10:03:20 »

Hi Forum,

bin wieder etwas weiter. Sowohl, was die Geometrie angeht, als auch bei der Auswahl der Materialien.

Ich habe mich grundsätzlich entschieden, Abachi-Leisten als Versteifungen einzusetzen. Weil das Material leichter ist und das Profil 1,8x10mm einiges an Sägearbeit einspart. Dazu musste ich mein CAD-Modell umbauen. Nun ja, wenn man parametrische CAD-öSysteme einsetzt, zeigen sich hier die Vorteile  grin
Einige der Strukturen habe ich auf 3mm Sperrholz belassen:
- Hauptdeck: weil es zwischen den Versteifungen noch massiv genug sein soll, um abzudichten.
- A-Deck: weil es als Verbindungsstück der Wände auch tragende Funktion hat und ich dafür viele Spanten spare
- Einige Spanten: nämlich diejenigen, welche für die Krümmung des H-Decks dienen. Hier müssen ja die Biegekräfte aufgenommen werden, um das Deck zu krümmen.

Vergessen hatte ich bei meinen ersten 3D-Skizzen die Krümmung des H-Decks. Weil ich hier bereits etliche Bauteile erstellt hatte, musste ich trotz parametrischem CAD dann doch 2-3 Stunden für Änderungen investieren.

Die Bordwände werden, soweit es geht, aus 1mm Polysterol-Platten erstellt. Das spart einiges an Oberflächenbearbeitung, weil die Platten so schön glatt sind.

Tja: so wie´s aussieht, könnte ich in´s Material gehen...

Detlef

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« Antwort #6 am: 03 August 2008, 16:15:12 »

...ich konnt´s nicht lassen und habe mal eben die ersten Sägepläne aus dem 3D-Modell abgeleitet.

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« Antwort #7 am: 05 September 2008, 18:03:37 »

Hatte ich erwähnt, das ich seit ein paar Wochen "im Holz" bin? grin

ok, ok, die Holzarbeit klappt ganz gut soweit. Ich habe nur mittlerweile das gefühl, das ich nicht genug Auftrieb hinkriege und alles absäuft.
Ich denke, sobald der erste Schwimmer seine Spanten hat, werde ich mal alles in eine Plastiktüte packen und sehen, ob´s irgendwie hinhaut, bevor ich noch mehr Arbeit reinstecke.

Detlef

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madtatt
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« Antwort #8 am: 05 September 2008, 18:18:53 »

Ahoi Detlef.
Wie ich sehe, nimmt dein Projekt Formen an.
Weiter so. Top
Ich hoffe das dein Auftrieb ausreichend ist und bin schon auf den Testverlauf gespannt.
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Mit freundlichen Grüßen, Jölle.

habichtnorbert
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« Antwort #9 am: 06 September 2008, 19:47:58 »

Hallo Detlef,

ein super Boot hast Du da gefunden und auch Deine Umsetzung ins Modell sieht gut aus, werde also  Deinen Modellbau weiter verfolgen,

ein Hinweiß  zum MAW-Katamaran,
auch die ehemalige Volksmarine hatte ende der 80ziger Jahre daran gearbeitet, unter der Projektnummer und -bezeichnung "425 - MAW-Katamaran" sollte von der Yachtwerft Berlin das Projekt bearbeitet werden, wobei als Baubeginn der Zeitraum 1995 - 1998 vorgesehen war, auf Grund der Wende wurde das Projekt, ebenso wie noch laufende MAW-Projekte Anfang 1990 eingestellt und abgebrochen,

 Matrose gruesst Norbert
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Gruß Norbert

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Dergl
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« Antwort #10 am: 07 September 2008, 10:34:08 »

kleiner Zwischenmeldung:

Die Spanten sind seit gestern drauf. Ich habe alles versuchsweise in eine Plastiktüte gesteckt... Wasserlinie liegt knapp unter Oberkante Schwimmer. Da sind also noch ein paar Reserven drin  grin

Detlef
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madtatt
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« Antwort #11 am: 07 September 2008, 10:40:06 »

Das freut mich.
Dann kann es ja weitergehen. Top
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Mit freundlichen Grüßen, Jölle.

Burkhardt
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« Antwort #12 am: 07 September 2008, 13:32:04 »



Toller Baubericht Top Top Da möchte man(n) gleich die Dekupiersäge rausholen und das Teil nachbauen!


Gruß
Burkhardt
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Dergl
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« Antwort #13 am: 22 September 2008, 16:33:19 »

et schwimmt!  grin

Ich konnte´s nicht abwarten: gestern habe ich die beiden Hälften des Stb-Schwimmers mit Harz überzogen. Zwar noch nichts geschliffen, aber dicht isset auf jeden Fall. Also rein damit in die Bütt (wohl dem, der sein Haus mit einer Badewanne ausstattet... beim nächsten Haus ganz bestimmt mit eigenem Teich!).

Die Wasserlinie liegt wirklich da, wo ich es berechnet habe. Beim letzten Test war ja nur eine Plastiktüte eingesetzt, weshalb ich nicht wirklich was erkennen konnte. Die Bilder zeigen die Rumpfhälfte im aufgeschwommenen Zustand. Da sind noch ein paar Gramm Reserve drin, aber nicht allzu viel. Leichtbau heist die Devise ab nun.

Detlef

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« Antwort #14 am: 04 Januar 2009, 18:13:43 »

wen´s interessiert:

Also: so wie´s aussieht, wird das mit dem Gewicht noch ein Problem!  shocked

Ich habe mittlerweile den Bb-Schwimmer nahezu fertig. Das Epoxidharz ist drauf und trocken, "nur" noch die Schleiferei fehlt. Als Bilder mal was aus dem Funktionstest und dem Dauerlauf, bevor beplankt wurde.

Beim Stb-Schwimmer habe ich mit glänzendem schwarzen Lack eine zusätzliche Schicht aufgebracht, um die Unebenheiten zu sehen: kaum zu glauben, da denkt man, das man fertig ist, aber die spiegelnden schwarzen Flächen zeigen alles. Also noch mal drübergeschliffen, mit 400er Schmirgel. Vorteil der glänzenden Oberfläche ist, das man an 3 Farben sieht, wie die Oberfläche ist: matt (geschliffen) zeigt die ebene Oberfläche, schwarz (glänzend) zeigt die Dellen und braun (durch die Epoxischicht sichtbares Holz) zeigt die ehemaligen, nun weggeschliffenen Erhebungen.

Die Längs- und Querstreben zur Befestigung beider Schwimmer sind stabil genug. Ich habe mich entschieden, zuerst einmal die Streben auf dem Stb-Schwimmer zu befestigen und gut austrocknen zu lassen. Natürlich muss ich hierbei besonders gut ausrichten. Aber dann habe ich einen guten Anschlag, um den Bb-Schwimmer anzusetzen. Testweise habe ich den Bb-Schwimmer mal mit Zwingen befestigt und alles in die Bütt gesteckt. Meine Wasserlinie ist bedenklich gesunken. Ich habe wohl noch 5-10mm Freiraum, was wohl 200-300 Gramm ausmacht. Könnte reichen. Ist aber echt knapp.

Interessanterweise ist der Rumpf bereits in der Badewanne anders, als andere Rümpfe: kleine Gewichtszunahmen (mit dem Finger angetippt) zeigen schnell Auswirkungen auf den Tiefgang. Beide Schwimmer tauchen schnell tiefer ein. Es ist ein sehr sanftes Eintauchen und wieder Auftauchen. Eine Schlinger-, oder Stampfbewegung des Bugs oder Hecks kommt kaum auf. Eher verhält sich der Rumpf brav horizintal (soll er ja auch - ist schließlich Zweck dieser Plattformen) aber wiegt sich lange, bis er wieder zur Ruhe kommt. Erinnert mich irgendwie an ein sehr weich gefedertes, französisches Auto.

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