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Autor Thema: Die am 10.05.1940 beschlagnahmten deutschen Schiffe in Niederländisch-Indien  (Gelesen 33711 mal)

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Albatros

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Re: Nachrichtenübermittlungen im WK 2
« Antwort #15 am: 30 April 2007, 20:48:35 »
äh,da muß ich mal ne Nacht drüber schlafen  :? und als die USA Kriegsführend wurden blieben die Verbündeten davon unberührt,richtig?.

Gruß, :MG:

Manfred

Offline Spee

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Re: Nachrichtenübermittlungen im WK 2
« Antwort #16 am: 30 April 2007, 20:57:04 »
@Albatros,

wie meinst du das?
Servus

Thomas

“It’s too bad that stupidity isn’t painful.”

Anton Szandor LaVey

Albatros

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Re: Nachrichtenübermittlungen im WK 2
« Antwort #17 am: 30 April 2007, 20:57:34 »
MONI RICKMERS


Moni Rickmers Rickmers Reederei, A.G., Hamburg. 1920 5272 10.5.1940 In Sabang von Holland beschlagnahmt. Neuer Name "Salando". 1949 an die Türkei verkauft, neuer Name "Messeret".

Link zum Bild  http://www.majosoft.com/sleepboten/assets/images/Moni_Rickmers.JPG

Moni Rickmers (ehemals War Gannet)kam 1937 zur Rickmers Reederei .Wurde ebenfalls am 10.05.40 beschlagnahmt und kam als Salando für Holland in fahrt.Sie überstand den Krieg und wurde 49 in die Türkei verkauft.1962 kam das Ende dann in Hong Kong.

 MONI RICKMERS Year: 1920
Builder: Readhead
Location of yard: South Shields
Keel: Launch Date: 8.12.19 Date of completion: 2.20
Type: Cargo ship Tons: 5241 DTW 7395
Length overall: LPP: 121.9 Beam: 16.0 Number of screws/Mchy/Speed(kn): 1T-11 kn
Owner as Completed: Flag: UK
Subsequent History:
[L as WAR GANNET] - 37 MONI RICKMERS - 40 SALANDO - 49 MESERRET - 59 YENI MESERRET


wrecked Green Is, Hong Kong 1.9.62 & bu Gin Drinke

Noch ein kurzer Text der Zeigt wie die Lage im März 40 dort war,:

23.3.1940
Indischer Ozean
Bildung der brit. »Malaya Force« zur Kontrolle des dt. Handelsschiffverkehrs in den ostindischen Häfen Hollands: die Zerstörer Stronghold und Tenedos vor Sabang observieren Lindenfels, Moni Rickmers, Sophie Rickmers, Wasgenwald, Werdenfels, der Kreuzer Durban vor Padang observiert Bitterfeld, Franken, Rheinland, Soneck, Wuppertal, die U-Boote Perseus und Rainbow vor der Sunda Straße, der Kreuzer Dauntless vor Batavia observiert Nordmark, Rendsburg, Vogtland, der Kreuzer Danae vor Soerabaya observiert Cassel, Essen, Naumburg, und die Sloop Falmouth vor Tjilatjap observiert Stassfurt

Gruß, :MG:

Manfred

Albatros

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Re: Nachrichtenübermittlungen im WK 2
« Antwort #18 am: 30 April 2007, 21:26:11 »
Sophie Rickmers,

Name: SOPHIE RICKMERS Year: 1920
Builder: Norddeutsche Wft 
Location of yard: Bremerhaven
Keel: Launch Date: 16.7.20 Date of completion: 15.10.20
Type: Cargo ship Tons: 6959 Naval or paramilitary marking : DWT:
Length overall: LPP: 134.5 Beam: 17.6 Number of screws/Mchy/Speed(kn): 1T-12 kn
Owner as Completed: Flag: GE
Subsequent History:

Disposal Data:
scuttled Sabang 10.5.40

Falls jemand das Wrack betauchen möchte. 8-)

 Nur wenige Minuten von der Tauchbasis entfernt liegt das 134 m lange Wrack der Sophie Rickmers in über 54 m Tiefe auf Grund. Die Steuerkabine liegt in etwa 37 m und das Deck befindet sich in 45 m Tiefe. Ein interessanter Tauchgang - aber nur für erfahrene Taucher!

Link zum Bild der Sophie http://www.uw-fotoforum.de/Weh/images/5Tauchspots/Pria%20Laut/Sophie%20Rickmers.jpg

Hier noch ein Text zur Lage am 10.05.40

 10.5.1940
Niederländisch Indien
Nach Bekanntwerden des deutschen Einmarsches in Holland beschlagnahmen niederländische Behörden die in versch. Häfen liegenden deutschen Frachter, in Batavia Nordmark (7749 BRT), Rendsburg (6200 BRT) und Vogtland (7106 BRT), in Makassar Scheer (8142 BRT), in Menado Friderun (2327 BRT), in Padang Franken (7789 BRT), Bitterfeld (7659 BRT), Rheinland (6622 BRT), Soneck (2191 BRT) und Wuppertal (6737 BRT), in Sabang Lindenfels (8457 BRT) Moni Rickmers (5272 BRT), Sophie Rickmers (7033 BRT), Wasgenwald (4990 BRT) und Werdenfels (6318 BRT), in Soerabaja Cassel (6047 BRT), Essen (5158 BRT) und Naumburg (5878 BRT) und in Tjilatap Stassfurt (7395 BRT). Die Schiffe werden unter neuen Namen in alliierten Diensten eingesetzt, viele von ihnen gehen im weiteren Verlauf des Krieges, meistens durch Angriffe deutscher Unterseeboote, verloren.

Die Schiffsdaten habe ich von Miramar Ship Index

Gruß, :MG:

Manfred




Albatros

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Re: Nachrichtenübermittlungen im WK 2
« Antwort #19 am: 30 April 2007, 22:11:11 »
Wasgenwald der Hapag

Name: WASGENWALD Year: 1923
Builder: Deutsche Werft 
Location of yard: Tollerort 
Keel: Launch Date: 16.12.22 Date of completion: 3.3.23
Type: Passenger/cargo Tons: 4990 Naval or paramilitary marking : DWT: 6457
Length overall: LPP: 121.8 Beam: 16.5 Number of screws/Mchy/Speed(kn): 1T-10 Material of build:
Owner as Completed: Flag: GE
40 SEMBILANGAN

Disposal Data:
sm/t 42.26N/13.27W  am 13.3.43  von U-107 versenkt ,86 Tote.

Link zum Bild der Sembilangan auch hier sieht man deutlich die Bewaffnung am Heck. http://uboat.net/allies/ships/photos/nl/sembilangan.jpg  als Wasgenwald konnte ich kein Bild auftreiben.

10.05.1940 Dampfer WASGENWALD wird beschlagnahmt.

Der Hapag-Frachtdampfer WASGENWALD (Bj.1922/4990 BRT) wird in Sabang von den niederländischen Kolonialbehörden beschlagnahmt und kommt dort als SEMBILANGAN in Fahrt. Er wird am 13.3. 1943 im Atlantik vom deutschen U-107 versenkt.

Quellen :Miramar Ship Index,Karl Kaesen

Gruß, :MG:

Manfred


Albatros

  • Gast
Re: Nachrichtenübermittlungen im WK 2
« Antwort #20 am: 30 April 2007, 22:35:45 »
Hallo Spee,

hab Deine Antwort leider übersehen aber nun.Hat bei mir jetzt geklingelt,war da auf dem falschen Dampfer alles klar. :](*,)

Gruß, :MG:

Manfred

Online TD

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Re: Nachrichtenübermittlungen im WK 2
« Antwort #21 am: 30 April 2007, 23:38:51 »
Komme erst gerade wieder zu den lieben Schiffen.

Bevor hier die Sache etwas aus dem Ruder läuft möchte ich noch einmal etwas zu AN DIE KETTE LEGEN und INTERNIERUNG VON HANDESSCHIFFEN schreiben.

AN DIE KETTE LEGEN

Dieser Vorgang ist heute noch weitaus üblicher bei den vielen Yachten und Seelenverkäufern wie es 1939 und weitaus vorher üblich war.
Nach Kriegsausbruch wurden viele deutsche Schiffe in neutralen Staaten an die Kette gelegt, das heißt zur Sicherung von finanziellen Ansprüchen Dritter durch Hafenverwaltungen beschlagnahmt oder „festgehalten“
Oft wurde dieser Vorgang durch britische Stellen fingiert zur Schädigung des gegnerischen Handels und des Ansehen des deutschen Reiches.
Anderseits waren bei Kriegsausbruch natürlich viele Treibstoffrechnungen, Versicherungsgebühren, Reparaturen usw. aus den Vormonaten noch offen und konnten oft durch die Reedereien gar nicht mehr bezahlt werden, auch wenn diese Geld und Devisen hatten.
Dann waren ggf. von der Reederei Schiffe im Ausland gekauft worden die ein Schiffspfandrecht eingetragen hatten, (für Laien mit Ratenzahlung vergleichbar ) und die greifbaren Schiffe dieser Reedereien  wurden für diese Rechte  festgelegt.
Dazu kamen auch die ausländischen Schiffsladungen die nach Kriegsausbruch mit deutschen Schiffen in deutsche oder andere Häfen gelandet waren .

Oft waren es riesige Summen, dann wieder kleine Summen unter 10.000 Pfund welche hierzu führten.

Ähnlich normalen, auch heute gängigen Pfändungen, wurden diese Ansprüche durch die Hafenverwaltungen versucht einzutreiben , da die Schiffe recht wenig Devisen an Bord hatten klappte das meistens ja nicht, vorher wurden die großen Posten ja auch schon über Agenten der Reedereien überprüft und dann bezahlt, also kein Kapitän musste für Diesel, Öl, Kohle usw. selber zahlen, oft nicht einmal für die Verpflegung und Hafengebühren.

So wurden die Schiffe dann eben an die Kette gelegt, solange bis die Anwälte und Botschaften  geklärt hatten welche Ansprüche richtig waren und dann wurde durch die Reedereien ggf, die Summen über die diplomatischen Stellen bezahlt oder wie in Niederländisch Indien gab das Deutsche Reich eine Sicherungserklärung ab das die Summe bezahlt wurde.
Bei den Schiffen in Niederländisch Indien ging diese Erklärung Mitte April 1940 ein, ob die Schiffsführung, die Hafenverwaltung usw. bis zum 10.Mai wirklich alles erledigt hatten ist ja auch noch unklar.
Während des „ an die Kette liegens“ stand das Schiff unter Arrest, teilweise durften die Mannschaften nicht einmal die Schiffe verlassen, es durfte nichts von der Ladung oder vom Schiff verkauft werden und die Schiffe lagen eben in überschaubaren Hafenlagen unter Bewachung.



INTERNIERUNG VON HANDESSCHIFFEN

Ein in fast allen Quellen zur Schiffahrt, Schiffslebensläufen  der beiden großen Kriege werden  die in neutrale Häfen eingelaufenen Schiffe immer als interniert bezeichnet.

Diese Beschreibung ist absoluter Blödsinn und wird immer wieder neu übernommen.

Interniert wurden aber nur Kriegsschiffe, Hilfsschiffe und Hilfsbeischiffe der Kriegsmarinen oder Handelsschiffe denen kriegerische Tätigkeiten ( TACOMA !!) nachgewiesen bzw. zugesprochen wurden.

Nicht einmal zum polnischen Segelschulschiff DAR POMORZA lässt sich 1939 eine Internierung in Schweden finden.
So kann man auch bei diesen Schiffen nicht von Internierung sprechen:
03.09.39    Elbhof    22    1853    Shanghai    p    .    interniert    > cn CHUSAN
03.09.39    Hanna    27    1040    Shanghai    p    .    interniert    > cn CHUAN SHAN
                        
03.09.39    Möhlenhof    14    3407    Shanghai    p    .    interniert    > cn verkauft
                        
03.09.39    Pelikan    94    781    Shanghai    p    .    interniert    > cn verkauft
03.09.39    Pomona    38    3457    London    p    .    interniert    > br EMPIRE MERCHANT
+ 10.8.40 / U 100 (Wi)

POMONA wurde erst als Feindeigentum beschlagnahmt, später im Prisenverfahren als Prise eingezogen mit den Gegenstück NAPTA SKIPPER in Deutschland/ Hamburg.

In Shanghai blieb alles beim alten am 3. 9. 1939:

 So habe ich von einem Zeitzeugen zu der angeblich internierten PORTLAND erhalten:

Zur "Portland" kann ich Dir noch ein paar Daten beisteuern:
27. Juni 1939 ex Hamburg/30. Juni 1939 ex Hamburg/21. August 1939 an San Francisco/25. August 1939 an Everette (Seattle)/22. September 1939 an Coquimbo (Mannschaft war nicht interniert, sondern konnte sogar an Land arbeiten)/30. November 1940 ex Coquimbo/4. Dezember 1940 an Talcahuano (Dock)/11. Januar 1941 ex Talcahuano/Januar 1941 Treffen mit "Admiral Scheer, Nordmark, Pinguin und Kormoran" (Eine andere Quelle nennt folgendes: 26. Dezember 1940 treffen sich im Quadrat "Andalusien" (15° S, 18° W) "Admiral Scheer", Hilfskreuzer "Thor", Hilfskreuzer "Pinguin", das Troßschiff "Nordmark", die "Eurofeld" und die "Duquesa")/14. März 1941 Ankunft in Bordeaux/ Frankreich

Natürlich läuft ein Schiff zum Beispiel am 3.9.1939 in Lissabon ein und wird dort stillgelegt da es den Durchbruch zu Heimat nicht schaffen kann.

Für eine genaue Schiffs- Biograhie benötigt man Einlauftag und Einlaufhafen ggf. mit Nation, aber lasst um Gottes Willen den schon wichtig kriegerisch klingenden Eintrag interniert weg.

Dann habe ich noch irgendwo gelesen die Deutsche Handelsschiffahrt wurde im August 1939 dem Reichsverkehrsministerium unterstellt.
Einzelne Schiffe wurde vom RVM für bestimmte Leistungen nach dem Reichsleistungsgesetz für eine Reise, mehrere Fahrten oder bestimmte Dienst bis hin  zum Zwangsverkauf erfasst ( = zwangsgemietet) .

Der Rest führ, wenn das Schiff nicht für die Kriegsmarine oder anderen Reichsbehörden erfasst wurde,
in freier Fahrt nach Befehlen der Reederei welche allerdings durch bestimmte Weisungen des Verbandes Deutscher Reeder und später auch vom Reichskommissar für die Seeschiffahrt beeinträgtigt waren.
Aber das soll nicht auch noch die Sache weiter Ausholungen sein.

Haffe ich habe keinen auf die Füße getreten, ich gehöre ja auch nicht zu den Oberlehrern, aber das musste auch hier einmal geschrieben werden !

Schönen Feiertag

Theo



...ärgere dich nicht über deine Fehler und Schwächen, ohne sie wärst du zwar vollkommen, aber kein Mensch mehr !

Offline Spee

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Re: Nachrichtenübermittlungen im WK 2
« Antwort #22 am: 01 Mai 2007, 08:36:57 »
Servus Albatros,

alles klar  :-) .
Ich wollte auf den gleichen Fakt wie Theo hinaus. Aber eine ähnlich perfekte Erklärung wie Theo hätte ich nicht schreiben können.

@Theo,

grandios! Eine bessere Erklärung zum Thema habe ich nie gelesen  :TU:) !

Ich frage mich auch, ob nicht einige deutsche Reeder entgegen der Reichsorder ihren Kapitänen befohlen haben, bei Kriegsausbruch in Europa sofort einen neutralen Hafen anzulaufen und dort das hoffentlich schnelle Kriegsende abzuwarten. Die Schiffe waren Eigentum der Reeder und ein Verlust immer das Problem der Reeder. Ein Schiff 2 oder 3 Monate in einem neutralen Hafen festliegen lassen ist für einen Reeder die deutlich bessere Altenative, als das es irgendwo vor Südafrika von einem britischen Schiff aufgebracht oder versenkt wird.
« Letzte Änderung: 01 Mai 2007, 08:45:19 von Spee »
Servus

Thomas

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Anton Szandor LaVey

Albatros

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Re: Nachrichtenübermittlungen im WK 2
« Antwort #23 am: 01 Mai 2007, 09:25:23 »
Moin Theo,moin Spee,

schön das Theo mal klargestellt hat wie dies mit dem Internieren war und ist.Das mit der Beschlagnahme und dem an die Kette legen war mir klar,das mit dem internieren nicht so wirklich.
Hab mir da auch keinen Kopf drüber gemacht für mich war in dem Moment auch nur wichtig die Schiffe waren weg und wie ist es dazu gekommen und warum konnte es nicht verhindert werden.
Wobei meine eigentliche Frage sich auch auf die mangelhafte Nachrichtenlage und Übermittlung bezog.Da bin ich aber immer noch der Meinung das bei besserer Planung und Zusammenarbeit der verschiedenen Stellen einiges hätte besser laufen können.

Gruß an alle , :MG:

Manfred

Offline Mario

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Re: Nachrichtenübermittlungen im WK 2
« Antwort #24 am: 01 Mai 2007, 10:06:00 »
Theos Erklärungen bringen wirklich vieles in`s rechte Licht. Und das die Briten natürlich alle Tricks ausreizten, um die deutsche Handelsschiffahrt zu lähmen ist ja auch nachvollziehbar. Die deutsche Seite wird genauso gehandelt haben, allerdings hatten die Briten natürlich den weit größeren Einfluss in der Welt.
Im Zusammenhang mit der Ausgangsfrage vom Albatros würde mich jetzt mal interessieren, ob es an Bord der festgesetzten deutschen Handelsschiffe auch holländische Wachmannschaften gegeben hatte, die womöglich die wichtigen Einrichtungen der Handelsschiffe bewachten, um eine Sabotage zu verhindern.

Online TD

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Re: Nachrichtenübermittlungen im WK 2
« Antwort #25 am: 01 Mai 2007, 10:43:48 »
Habe eben noch mit einen Handelsschiffsspezi telefoniert.

Richtig heißt der Begriff " In die Kette legen" !

Früher wurde durch das Schiffsruder eine Kette gelegt damit sich das schiff nicht wegschleichen konnnte, heute sollen eNatürlich haben die Reeder immer versucht ihr Eigentum zu erhalten, teilweise haben auch die Kapitäne eigenmächtig neutrale Häfen angelaufen obwohl bei geringem Wagnis das Erreichen der Heimat möglich war.

Andere hatten nicht einmal die Order an Bord und wussten gar nicht was die Funksprüche zu bedeuten hatten.
Und dann gab es die Kapitäne welche noch im Klartext genau beschrieben wo sie standen, wohin sie wollten bzw. versuchten mit der Reederei und Behörden bei befohlener Funkstille Diskussionen auszufechten bew. Anweisungen zu erhalten u.a.

Wenn die Schiffe später noch die Heimat oder deutsch besetzte Häfen erreichten gab es mehrere Verhandlungen vor den einzelnen  See  - Disziplinar - Kammern und oftmals Strafen für dieses Verhalten mit Degradierung usw.

Aber alles waren eben Zivilisten in Friedenszeiten bei diesen Ordern.

Denkt  man bei den Umsturz in Italien als das Stichwort ACHSE gegeben wurden, zig stellen wussten nicht wie sich verhalten sollten und was ACHSE bedeutete.
Obwohl alle längere Zeit den Befehl hatten gab es in der Kriegsmarine, beim Heer und bei der Luftwaffe eine riesige Menge an Fehlern.

Gruß

Theo

s entsprechende Teile der Kommandoeinrichtung sein die von Bord genommen werden.
...ärgere dich nicht über deine Fehler und Schwächen, ohne sie wärst du zwar vollkommen, aber kein Mensch mehr !

Albatros

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Re: Nachrichtenübermittlungen im WK 2
« Antwort #26 am: 01 Mai 2007, 11:43:45 »
Hallo Theo,

man kann glaube ich aus heutiger Sicht sowieso nur versuchen zu Verstehen was zu den bekannten Ereignisse führte. Eine Beurteilung die der Sache gerecht wird kann man wohl ohnehin nicht machen.
Da wäre man auf Aussagen von Zeitzeugen und oder gut recherchierten Büchern angewiesen,ich zumindest versuche nur zu verstehen.
Das man dann leicht Sachen übernimmt die man irgendwo mal gelesen hat ist glaube ich nur verständlich.
So habe ich mich z.B. auf das Buch von Dinklage und Witthöft bezogen in dem eindeutig steht das ab dem 25.08.39 die Handelsflotte dem Reichverkehrsministerium unterstand.Das auf jedem Schiff über 1600 BRT sich ein versiegelter Umschlag befand der Anweisungen für den Kriegsfall beinhaltete.Ebenso waren die Schiffsführungen im Entschlüsseln der Meldungen geschult worden.
All das war doch zu dem Zwecke gemacht worden um genau das zu verhindern was dann Teilweise doch geschah.

Gruß, :MG:

Manfred

Albatros

  • Gast
Re: Nachrichtenübermittlungen im WK 2
« Antwort #27 am: 01 Mai 2007, 12:58:09 »
Tach auch,

weiter geht es mit den Schicksalen der Schiffe. :-)

BITTERFELD ( 1930 - 1943 )

Reederei: Hamburg – Amerika Linie ( HAPAG )

Werft: Fried. Krupp AG, Germaniawerft, Kiel

Tonnage: 7659 BRT

Stapellauf: 09.01.1930

Länge: 145,10m

Breite: 19,20m

Jungfernfahrt: 06/1930

Namen: Mariso



Die Bitterfeld gehörte zur Neumark-Klasse der Hamburg-Amerika Linie. Das Schiff besaß zwei Masten, einen Schornstein sowie eine Geschwindigkeit von 14,5Kn.

Der Stapellauf erfolgte am 9. Januar 1930 und im Juni startete sie zu ihrer Jungfernfahrt von Hamburg nach Australien.

Im September 1939 wurde sie auf Grund des Ausbruchs des 2. Weltkrieges in Padang aufgelegt.

Am 10. Mai 1940 wurde das Schiff von Holland beschlagnahmt und kam unter dem Namen Mariso für die Nederl.-Indische My. Voor Zeevaart wieder in Fahrt.

Am 20. März 1943 befand sie sich auf der Reise von Bahia nach Suez. Das U-Boot U-518 torpedierte und versenkte den einst deutschen Frachter auf der Position 13.2 S – 37.25 W.

Link zum Bild des Schiffes,habe leider kein besseres entdecken können.

http://tbn0.google.com/images?q=tbn:f_W_OtRH_mbpzM:http://www.wivonet.nl/warsmn24.jpg

Auch hier wird davon gesprochen das die Bitterfeld "aufgelegt"wurde.Dies ist nun wieder ein neuer Begriff der vielleicht einer Erklärung bedarf.Ein Schiff wird aufgelegt wenn es aus der Fahrt genommen wird.In Friedenszeiten nehmen Reeder diese Mittel gerne um Tonnage aus dem Markt zu nehmen um z.B.die Preise für Frachtraten hoch zu halten.In diesem fall kann es ein Hinweis darauf sein das die Reeder eventuell Kosten sparen wollten (Versicherungen z.B.)und die Schiffe bis zu einem baldigen Frieden aufgelegt haben.

Gruß, :MG:

Manfred

Albatros

  • Gast
Re: Nachrichtenübermittlungen im WK 2
« Antwort #28 am: 01 Mai 2007, 14:31:56 »
Zur Franken des NDL

Name: FRANKEN Year: 1926
Builder: Bremer Vulkan
Location of yard: Vegesack
Keel: Launch Date: Date of completion: 4.26
Type: Passenger/cargo Tons: 7789 Naval or paramilitary marking : DWT: 0
Length overall: LPP: 149.8 Beam: 19.5 Number of screws/Mchy/Speed(kn): 1T-13 kn
Owner as Completed: Flag: GE
Subsequent History:
40 WANGI WANGI

Disposal Data:
sm/t 5.24N/12.00W 25.5.41 durch U-Boot versenkt


Franken Norddeutscher Lloyd, Bremen Bj.1929  7789 BRT am 10.5.1940 In Padang durch das britische Kriegsschiff "Java" gekapert, neuer Name "Wangi Wangi'*. Am 25. 5.1941 durch deutsches U-Boot im Atlantik versenkt.

Ling zum Bild der Wangi Wangi ex Franken

http://tbn0.google.com/images?q=tbn:PabjbaJbsR_OrM:http://www.wivonet.nl/warsmn17.jpg

Zur Franken hätte ich da mal ein paar Fragen,komme da alleine nicht weiter.
Stimmt es das sie von der Java gekapert wurde?.Und von welchen U-Boot wurde sie versenkt?.

Gruß, :MG:

Manfred

Quellen,Miramar Ship Index
« Letzte Änderung: 01 Mai 2007, 17:18:23 von Albatros »

Albatros

  • Gast
Re: Nachrichtenübermittlungen im WK 2
« Antwort #29 am: 01 Mai 2007, 16:49:47 »
Also,bei der "JAVA" müßte es sich eigentlich um den Holländischen Kreutzer Java handeln und nicht um ein britisches Schiff.

Hier ein Bild vom Holländer,
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/thumb/b/bf/Leichter_Kreuzer_Java.jpg/800px-Leichter_Kreuzer_Java.jpg

Gruß, :MG:

Manfred