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Autor Thema: Friendly Fire in WW2  (Gelesen 39278 mal)

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Offline Darius

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Friendly Fire in WW2
« am: 06 Dezember 2006, 21:28:18 »
Hallo zusammen,

im Flieger-Forum unter http://forum.12oclockhigh.net/showthread.php?t=2670&page=30
wird seit einiger Zeit über Vorfälle zu "friendly fire" im 2. WK geposted.

Ich schlage einfach mal vor, dass wir hier auch ein solches Thema mit Seekriegsbezug aufsetzen sollten. Was haltet Ihr davon? Da kommen sicherlich einige Hundert Vorfälle zusammen. Angefangen von schußfreudigen ital. U-Booten, alles versenkenden brit. Typhoons bis hin zu Schäden durch eigene Flak. Kollisionen fallen ja wohl nicht darunter, aber absichtliches Ramming.

Gruß

Darius
« Letzte Änderung: 08 Dezember 2006, 00:00:25 von t-geronimo »

Offline Darius

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Re: Friendly Fire in WW2
« Antwort #1 am: 07 Dezember 2006, 22:12:17 »
Hallo zusammen,

traut sich keiner? Na dann fange ich mal an:

8.6.1942, 21.25 Uhr, Mittelmeer:
ital. U-Boot Alagi versenkt nördl. Cape Bon (38°09'N 11°00'E ) versehentlich den ital. Zerstörer Antoniotto Usodimare, der im Rahmen eine Geleitzugs von Neapel nach Tripolis läuft. 135 Überlebende, ?? Tote.

Darius

Offline Mario

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Re: Friendly Fire in WW2
« Antwort #2 am: 07 Dezember 2006, 22:26:27 »
Ich erinnere mich, gelesen zu haben, das ein deutsches U-Boot einen einlaufenden Blockadebrecher versenkt hat. Ich bin mir nicht sicher, aber ich meine, Ali Cremer wäre es gewesen. Auf jeden Fall wurde aber der betreffende Kommandant anschließend von jedem Vorwurf freigesprochen.
Auch bei Guadalcanal gab es soche Irrtümer, so z.B. am 12/13. November 1942 als während der nächtlichen Schlacht der schwere Kreuzer USS San Francisco die eigene USS Atlanta unter Feuer nahm.

Offline Peter K.

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Re: Friendly Fire in WW2
« Antwort #3 am: 07 Dezember 2006, 22:33:30 »
DOGGERBANK, ex SPEYBANK

... siehe hier: http://www.netherlandsnavy.nl/Speybank.htm auf der Website von VISJE!
Grüße aus Österreich
Peter K.

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Offline Darius

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Re: Friendly Fire in WW2
« Antwort #4 am: 07 Dezember 2006, 22:50:55 »
Hallo,

und da ist noch USS Extractor (ARS-15), versenkt am 24.1.1945 von USS Guardfish auf 15°44' N, 135°29' E im Pazifik. 6 Tote.

http://www.hazegray.org/danfs/auxil/ars15.htm
http://www.navsource.org/archives/09/37/3715.htm

Dann kommen noch da die ganzen U-Boote, die von den eigenen Leuten versenkt wurden (z.B. poln. ORP Jastrzab am 2.5.1942 mit 5 Toten und 6 Verletzten.

http://www.polishnavy.pl/ships/submarines/jastrzab/index.html
http://www.mw.mil.pl/index.php?akcja=news&id=365

Darius

Offline Teddy Suhren

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Re: Friendly Fire in WW2
« Antwort #5 am: 07 Dezember 2006, 23:01:07 »
Hai

Apropos Ali Cremer, ein friendly fire der etwas anderen Art erlebte eben der, als er mit seinem wiedermal wracken U333 in der Biskaya von HMS Graph angegriffen wurde. Vier Torpedos verfehlten U333.
HMS Graph ist das ehemalig deutsche U570 das Ende August '41 von den Briten gekapert wurde.
Gruß
Jörg

Nichts ist schwieriger als der geordnete Rückzug aus einer unhaltbaren Position.
(Carl Philipp Gottlieb von Clausewitz)

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Offline t-geronimo

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Re: Friendly Fire in WW2
« Antwort #6 am: 08 Dezember 2006, 03:36:13 »
14.10.1942

Beim vergeblichen Durchbruchsversuch des Hilfskreuzers Komet zu seiner 2. Feindfahrt werden die deutschen Torpedoboote T 4, T 19 und T 14 vor Cherbourgh vom Hilfskreuzer während eines Gefechts mit britischen Einheiten bei guter Sicht auf ca. 1000m mit den 2-cm-Geschützen beschossen.
15 Mann inklusive Flottillenchef Korvettenkapitän Wilcke sterben oder werden vermißt und alle drei T-Boote beschädigt.
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

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Offline Darius

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Re: Friendly Fire in WW2
« Antwort #7 am: 08 Dezember 2006, 21:22:29 »
10.9.1940:
brit. U-Boot Triton versenkt vor Obrestad das brit. U-Boot Oxley. 2 Überlebende, 53 Tote.
--> http://web.ukonline.co.uk/chalcraft/sm/page5.html,
--> http://www.old-merseytimes.co.uk/oxley.html.

22./23.2.1940:
Operation Wikinger: Durch dt. He-111 Bomber verursacht gehen die dt. Zerstörer Leberecht Maaß und Max Schultz unter. 590 Tote, 60 Überlebende.
--> http://www.wlb-stuttgart.de/seekrieg/40-02.htm,
--> http://www.german-navy.de/kriegsmarine/articles/feature4.html.


Darius

Offline winni

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Re: Friendly Fire in WW2
« Antwort #8 am: 09 Dezember 2006, 01:19:54 »
@Mario:Es war U 333 unter Führung von Kaptlt.Peter >Ali< Cremer.Er versenkte den Blockadebrecher Spreewald.
Er kam vor´s Kriegsgericht und wurde freigesprochen.Er konnte nachweisen das die Schuld beim Kapt.der Spreewald lag.
Es sind immer die Abenteurer die große Dinge vollbringen.


Montesquieu.

Offline Darius

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Re: Friendly Fire in WW2
« Antwort #9 am: 09 Dezember 2006, 20:59:05 »
Hallo zusammen,

03.10.1944, Pazifik:
US U-Boot Seawolf (SS-197) wird vom Geleitzerstörer USS Richard M. Rowell (DE 403) mit WaBo versenkt (02°32' N, 129° 18'E). 102 Tote (darunter 14 Heeressoldaten auf dem Weg nach Samar), keine Überlebende. 

--> http://www.history.navy.mil/photos/sh-usn/usnsh-s/ss197.htm,
--> http://home.st.net.au/~dunn/usnavy/ussseawolf.htm,
--> http://www.rddesigns.com/subs/197.html.

Darius

Offline Darius

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Re: Friendly Fire in WW2
« Antwort #10 am: 09 Dezember 2006, 23:30:40 »
Abend:

27.08.1944, Normandie:
Bei einem Angriff von Typhoons der RAF wird die brit. 1. Minensucherflottille schwer getroffen:
Minensucher Britomart und Hussar sinken, Salamander wird zum CTL, Jason und Trawler Colsay werden beschädigt. 77 Tote.

--> http://www.wlb-stuttgart.de/seekrieg/44-08.htm,
--> http://www.halcyon-class.co.uk/FriendlyFire/friendly_fire.htm

Darius

Offline Teddy Suhren

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Re: Friendly Fire in WW2
« Antwort #11 am: 10 Dezember 2006, 20:17:23 »
Hai

Am 24.Feb '43, abends beschießen deutsche Küstenbatterien eine vermeintliche Landungsflotte im Kanal.
Die Landungsflotte war ein deutsches Küstengeleit. Das ES schießen der Geleitschiffe wurde für Mündungsfeuer gehalten.
Getroffen hat niemand, weder bewirkte das ES-Schießen eine Feuereinstellung noch sind die Schiffe beschädigt worden.

Seekrieg im Kanal - Seite 101
Gruß
Jörg

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Offline Darius

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Re: Friendly Fire in WW2
« Antwort #12 am: 10 Dezember 2006, 20:21:06 »
Hallo Freunde,

danke für die Ergänzungen. Ich habe hier zwei weitere Vorfälle, bei welchen es Opfer und Schäden gab:

2.8.1943, Mittelmeer:

Das brit. U-Boot Unison (P.43) wird versehentlich von einem US-Tanker beschossen, als es sich zusammen mit U-Boot Unrivalled einem Konvoi von Bizerta kommend anschließen soll. Das Boot wird leicht beschädigt, 1 Toter, mehrere Verletzte.

--> http://web.ukonline.co.uk/chalcraft/sm/unison.html

4.3.1942, Australien:

Der austral. Hilfsminensucher HMAS Tambar wird wegen eines Mißverständnisses beim Erkennnungssignal von dem ominösen "Schuß vor den Bug" einer Küstenartilleriestellung getroffen. 3 Tote, mehrere Verletzte.

--> http://home.st.net.au/~dunn/friendlyfire/tambar.htm



Darius

Offline Darius

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Re: Friendly Fire in WW2
« Antwort #13 am: 11 Dezember 2006, 22:25:31 »
Ich mache mal weiter:

17.4.1943, Nordatlantik:

Bei der Versenkung des dt. U-Bootes U 175 am Geleitzug HX-233 wird das US-Küstenwachschiff Spencer "im Getümmel" von Schiffen des Geleitzugs beschossen, als es sich dem aufgetauchten U-Boot  nähert. 1 Toter, 25 Verletzte.

--> http://www.uscg.mil/hq/g-cp/history/WEBCUTTERS/Spencer_WPG_36.html,
--> http://www.uscg.mil/hq/g-cp/history/U175.html.

30.6.1943, New Georgia, Solomonen:

Der zuvor von jap. Luftwaffe mit einem Torpedo getroffene und im sinkendem Zustand befindliche US-Transporter McCawley ( APA-4) wird versehentlich von US-Schnellbooten mit Torpedos versenkt (08°25'S, 157°28'W).

--> http://troopships.pier90.org/ships/m/mccawley/default.htm u.a.

Hat jemand das Buch "At Close Quarters: PT Boats in the United States Navy
von Robert J. Bulkley Jr." von 1962. Steht ab Seite 114 etwas mehr zu diesem Vorfall?


Darius

Offline Darius

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Re: Friendly Fire in WW2
« Antwort #14 am: 16 Dezember 2006, 22:31:02 »
Hat jemand das Buch "At Close Quarters: PT Boats in the United States Navy
von Robert J. Bulkley Jr." von 1962. Steht ab Seite 114 etwas mehr zu diesem Vorfall?

@Theo: Es sollen Boote der Squadron 9 gewesen sein: PT-118,153,158,159,160 und 162, wobei PT-118 und PT-153 wohl Treffer erzielt haben.

Weitere Vorfälle:

8.4.1945, Südchinesiches Meer:
US U-Boot Bullhead wird von einer B-24 Liberator knapp mit drei Bomben verfehlt. Keine Schäden oder Verluste.

--> http://www.history.navy.mil/danfs/b10/bullhead-i.htm

19.4.1945, vor der Bucht von Tokio
US U-Boot Pogy wird von einer B-24 Liberator mit MG beschossen. Erhebliche Schäden.

--> http://www.history.navy.mil/danfs/p8/pogy-i.htm


Darius