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Autor Thema: Rauchwolke um Schlachtschiff Tirpitz wurde in Norwegen zum Umweltproblem  (Gelesen 688 mal)

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Offline jockel

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Rauchwolke um Schlachtschiff Tirpitz wurde in Norwegen zum Umweltproblem
Deutsche Forscher konnten Verbindung zwischen ökologischen und historischen Ereignissen herstellen

(11.4.2018/Wien) Manche historischen Ereignisse sind nicht nur in menschlichen, sondern auch in natürlichen Chroniken aufgezeichnet. Von einem solchen Beispiel berichtete nun Claudia Hartl von der Uni Mainz bei einer Geowissenschafts-Konferenz in Wien: Im Zweiten Weltkrieg sollte das vor Norwegen liegende deutsche Schlachtschiff Tirpitz vor Angriffen durch die Alliierten verborgen werden, indem es in Rauch gehüllt wurde. Das hatte Einfluss auf das Wachstum der Bäume in der Region, der noch heute an ihren Jahresringen ablesbar ist. >>> hier weiterlesen

Gruß
Klaus

Offline bettika61

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Hallo,
Die Bezeichnung "Rauchwolke" trifft es nicht richtig.
Zitat
Dazu verwendete man laut historischen Quellen Gase, die Chlor und Schwefel enthielten. Diese reagierten mit Wasserdampf unter anderem zu Salz- und Schwefelsäure
Hiermit  ist die künstliche Vernebelung gemeint, verwendet wurden dabei Titan-, Siliciumtetrachlorid, Chlorsulfonsäure und Schwefeltrioxid.
Zur Erzeugung des  künstlichen Nebels werden die hygroskopische Stoffe
in der Luft feinverteilt. Mit der vorhandenen Luftfeuchtigkeit bildet sich sofort eine Nebelwolke. 
 Dabei entstehen u.a. Salz- und Schwefelsäure
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Offline Theo

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Hallo!!

In dem Bericht steht folgendes:

Zitat
In der unmittelbaren Umgebung hatten zwei Drittel der Bäume keinen Jahresring für das Jahr 1945, so Hartl. Bei manchen davon fehlten sie sogar für die folgenden vier bis acht Jahre.

Kann mich unwissenden mal jemand aufklären wie man fehlende Jahresringe zählt?? :/DK:

Gruß Rainer

Offline Herr Nilsson

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Die Jahresringe sind nicht alle gleich dick und so ergibt sich über die Jahre hinweg ein charakteristisches Muster der unterschiedlichen Dicken für Bäume einer Region. Fehlende Jahresringe würden sich dann als Lücke in dem Muster zeigen....ungefähr so, als sein in einer bekannten Morsennachricht plötzlich der Code für einen oder mehrere Buchstaben verschwunden.
Gruß Marc

Offline Teddy Suhren

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  • Jörg K.
Hört sich alles ziemlich ungesund an was da im Nebel war. Neben den Auswirkungen auf die Bäume - wie sah es den mit Auswirkungen auf den Menschen, also die Matrosen aus?

Offline kalli

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Hört sich alles ziemlich ungesund an was da im Nebel war. Neben den Auswirkungen auf die Bäume - wie sah es den mit Auswirkungen auf den Menschen, also die Matrosen aus?

Die Frage kann ich nicht beantworten. Aber ohne Nebel waren die Folgen möglicherweise gesundheitsschädlicher.

Offline bettika61

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Hallo,
An der Logik von kalli kommt man nicht vorbei :-D
Ansonsten aus der "Bibel" des Luftschutz von Erich Hampe
https://www.bbk.bund.de/DE/Service/Fachinformationsstelle/DigitalisierteMedien/HampeDerzivileLuftschutzimZweitenWeltkrieg/Hampe_Der_zivile_Luftschutz_im_zweiten_Weltkrieg.html S.357
Zitat
Der Nebelstoff
Zur Erzeugung des künstlichen Nebels diente die als Nebelsäure bekannte Chlorsul-
fonsäure, eine farblose Flüssigkeit, die beim Versprühen durch den Wasserdampf der
Luft in hyroskopische Schwefelsäure und Salzsäure gespalten wird. (GI: HSOaCL +
H20 = H2S04 + HCI). Beide Säuren ziehen aus der Luft energisch Wasser an und
bilden feine Nebeltröpfchen.
Bei Verwendung der Nebelsäure war größte Vorsicht geboten, da sie Stoffgewebe und
Leder zerfraß, vor allem aber die menschliche Haut erheblich schädigte und bösartige
Ktzwunden verursachte. Auch das Einatmen selbst geringer Mengen noch nicht zer-
setzter Nebelsäure konnte lebensgefährdende Schädigungen der Atemorgane und -wege
hervorrufen. Die Bedienungsmannschaften an den Geräten arbeiteten daher, ausge-
rüstet mit Handschuhen, Gesichtsmaske oder Schutzbrille, grundsätzlich nach Er-
stellung des Luftpolsters im Säurefaß auf der der Sprührichtung abgewendeten Seite.
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Offline Theo

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Die Jahresringe sind nicht alle gleich dick und so ergibt sich über die Jahre hinweg ein charakteristisches Muster der unterschiedlichen Dicken für Bäume einer Region. Fehlende Jahresringe würden sich dann als Lücke in dem Muster zeigen....ungefähr so, als sein in einer bekannten Morsennachricht plötzlich der Code für einen oder mehrere Buchstaben verschwunden.

Ah...das bedeutet,daß dann zwischen zwei Jahresringen ein Hohlraum ist. Daß ich das nicht gleich kapiert habe :BangHead:
Als damals in der Schule Dendrochronologie dran war muß ich wohl krank gewesen sein. :-D

Gruß Rainer


Offline Herr Nilsson

  • Kapitänleutnant
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Nein, kein Hohlraum, sondern es fehlt einfach eine Sequenz. Sagen wir mal die Buchstaben im Wort "Rind­fleisch­eti­ket­tie­rungs­über­wa­chungs­auf­ga­ben­über­tra­gungs­ge­setz" würde die Jahresringe eines unbelasteten Baumes in der weiteren Region für einen bestimmten Zeitraum repräsentieren, dann ergäbe sich für Jahresringe in der Nähe von Tirpitz' ehemaligen Liegestelle für den gleichen Zeitraum möglicherweise "Rind­fleisch­eti­ie­rungs­über­wa­chungs­auf­ga­ben­über­tra­gungs­ge­setz".
Gruß Marc

Offline jockel

  • Leutnant zur See
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Den fehlenden Jahrringen kamen die Wissenschaftler durch den Vergleich mit den Bäumen gleicher Spezie, die nicht dem Nebel ausgesetzt waren, auf die Spur.

Zitat
...Mit Kollegen habe sie standardmäßig das Wachstum der Kiefern in norwegischen Fjorden anhand ihrer Jahresringe untersucht [...]. Die Wissenschafter entdeckten, dass viele der Bäume im Jahr 1945 kaum oder gar nicht gewachsen sind, dass heißt, der betreffende Jahresring war entweder ganz schwach ausgeprägt, oder fehlte gar.[...] In der unmittelbaren Umgebung (der Tirpitz) hatten zwei Drittel der Bäume keinen Jahresring für das Jahr 1945, berichtete Hartl. Bei manchen davon fehlten sie sogar für die folgenden vier bis acht Jahre... Quelle

Bei Interesse: Methoden der Jahrringforschung


Gruß
Klaus