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Autor Thema: U 393 Wer kann helfen ?  (Gelesen 910 mal)

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Offline Held

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U 393 Wer kann helfen ?
« am: 22 Januar 2018, 15:35:00 »
Mein Vater - Karl-Heinz Held - war bei der U-Boot Waffe im Funkbereich. Zuletzt meines Wissens Oberfunkmaat.
Über die letzte Fahrt erzählte er folgendes:
Auslaufen in Kiel in den letzten Kriegstagen Richtung Norden, Angriff von englischen Flugzeugen, alle Leute im Turm waren tot,
auch der Kommandant, Befehl eines Offiziers zur Selbstversenkung, alle Leute in die Schlauchboote und in Richtung dänische Küste gepaddelt.
Könnte das U 393 gewesen sein ? Der Bericht meines Vaters deckt sich in etwa mit einem Bericht über U 393 auf der Homepage vom Deutschen U-Boot Museum. Allerdings wurde danach das Boot in der Geltinger Bucht versenkt. Paddelt man dann an die dänische Küste ?
Auf welches Boot könnte der Bericht meines Vaters noch zutreffen ?
Ich freue mich auf Eure Hilfe. Grüße
Jürgen Held       

Offline Urs Heßling

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Re: U 393 Wer kann helfen ?
« Antwort #1 am: 22 Januar 2018, 16:02:30 »
moin, J

nach uboat.net wurde U 393 nordöstlich der Halbinsel Holnis, d.h. weiter "innen" in der Flensburger Förde und nicht in der Geltinger Bucht, versenkt.
Ein Paddeln von dieser Position in Richtung dänischer Küste, die weniger als 500 m entfernt ist, ist durchaus vorstellbar.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Offline 040652

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Re: U 393 Wer kann helfen ?
« Antwort #2 am: 22 Januar 2018, 16:52:20 »
Hallo,
ich kannte persönlich ein Besatzungsmitglied von U 393. Hier seine Angaben (Auszugsweise):

Am 04.05.45, gg. 17.40 Uhr, vor Holnis/Flensburger Förde, Eingang Kleiner Belt, durch Fliegerbomben der 9. USAAF XXIX TAC schwer beschädigt, auf Strand gesetzt und am 05.05.45, 05.00 Uhr, auf 54°53 N /09°37 O von der Besatzung gesprengt. 2 Mann der Besatzung, einschließlich Kommandant, gefallen.

Boot wurde später abgebrochen.

Der in der Litertur genannte Angriff der 236. unbd 254. Sqn. RAF galt tatsächlich U 2351, das bei dem Angriff leicht beschädigt wurde.

Anfang März 1945: Fahrt Travemünde - Kiel. Boot geht zu Restarbeiten in die Howaldtswerke, in den U-Bunker. Besatzung wohnt im U-Bootstützpunkt Kiel-Wilk. Starke Luftangriffe auf Kiel.
Mitte April 1945: Für den abkommandierten Kommandanten OLt. z.S.d.R. Seeger kommt der OLt. z.S.d.R. Herrle.
02.05.45: Boot wird unter fleißiger Mithilfe der Besatzung instand gesetzt, da ein Teil der Werftarbeiter nicht mehr zur Arbeit kommen. Am Spätnachmittag erfolgt Probelauf der Diesel.
03.05.45: Gegen 04.00 Uhr kommt der Befehl zur Vernichtung aller Geheimsachen und wichtiger Teile des Bootes. Gegen 08.00 Uhr soll der Engländer in Kiel einrücken. Der Kommandant beschließt mit dem Boot nach Flensburg und anschließend nach Norwegen zu gehen. Gegen 06.00 Uhr verholen in die Wik. Übernahme der Ausrüstung und Proviant. Tolle Wuhling im Stützpunkt. Gegen 08.30 Uhr läuft das Boot aus Kiel aus in Richtung Flensburg. Hier Übernahme der Fla-Waffen, Proviant etc.
04.05.1945: Boot wird in einen einigermaßen seetüchtigen Zustand gebracht. Tauch- und Trimmversuche in der Flensburger Förde. Nachmittags läuft das Boot in Richtung Norwegen aus. Wir laufen durch den Kleinen Belt, da der Große Belt vermint ist, im Verband mit mehreren anderen Booten. Gegen 17.40 Uhr wird das Boot von "Beaufighter", der 16th Group des Coastel Command angegriffen. Nach dem ersten Bombenabwurf taucht das Boot weg. Der Kommandant OLt. z.S.d.R. Herrle und der BtsMt Schneider fehlen, der I.WO, der II.WO und Heinz Gschwind sind durch Geschosse und Splitter verletzt. Boot macht durch zerschossenen Peilrahmen Wasser, sonst keine Beschädigung des Druckkörpers. Gegen 23.00 Uhr tauchen wir auf. Die Brücke ist zerschossen. Die Entlüftung der Tauchzelle V ist kaputt, muß öfters ausgeblasen werden. Boot läuft zurück in Richtung Flensburg.
05.05.45: Boot läuft gegen Morgen in die Geltinger Bucht ein. Die Besatzung wird mit Schlauchbooten an den Strand übergesetzt. Jeder kann nur die notwendigsten Dinge mitnehmen. Das Boot wird durch Öffnen der Entlüftungen versenkt. Mit uns versenken sich noch ca. 40 andere Boote in der Geltinger Bucht. Die Besatzung kommt in Scheunen und Stallungen der Bauern unter.
Mitte Mai 45: Die Besatzungen werden mit Schnellbooten von der Geltinger Bucht in das Lager nach Flensburg verlegt. Hier müssen wir die Schiffe entladen die später an die Engländer ausgeliefert werden sollen. Ein Teil der Leute werden für die neu aufzustellenden Minensucheinheiten angeheuert. Die Besatzung wird in alle Winde zerstreut.

Gruß
Horst

Offline Urs Heßling

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Re: U 393 Wer kann helfen ?
« Antwort #3 am: 22 Januar 2018, 17:31:17 »
moin,

.. und am 05.05.45, 05.00 Uhr, auf 54°53 N /09°37 O von der Besatzung gesprengt.

Mit uns versenken sich noch ca. 40 andere Boote in der Geltinger Bucht.
Die nach Breite und Länge angegebene Position ist aber nicht in der Geltinger Bucht, sondern hier
nördlich Holnis

Gruß, Urs
« Letzte Änderung: 22 Januar 2018, 17:39:43 von Urs Heßling »
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Offline Axel Niestle

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Re: U 393 Wer kann helfen ?
« Antwort #4 am: 22 Januar 2018, 17:59:26 »
Also U 393 war es sicher nicht, da der Name Held nicht in der Besatzungsliste aufgeführt ist, die der Funker Lothar Zinnau zusammen mit der Chronik für das Boot nach dem Krieg aufgestellt hat.

Die Geschichte hört sich eher wie U 2503 an.

Beste Grüße

Axel Niestlé


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Offline bettika61

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Re: U 393 Wer kann helfen ?
« Antwort #5 am: 22 Januar 2018, 19:14:08 »
Hallo,
für U 2503 weist duikboot http://historisches-marinearchiv.de/projekte/duikboot/eingabe.php?active_duik=result
Zitat
Boot selbstversenkt ZW/kust Ömö (Den.)5509n-1107o-AO75AO75
Mit "Ömö" könnte die Insel
Omø
4245 Skælskør Sogn, Dänemark
https://goo.gl/maps/dqkjZRA6HgQ2
gemeint sein
Den Abgleich mit Koordinaten und Marinequadrat überlasse ich lieber den Fachkundigen  :O/Y
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Offline Axel Niestle

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Re: U 393 Wer kann helfen ?
« Antwort #6 am: 22 Januar 2018, 20:53:49 »
Wenn es sich um den Funkmaat Held (Erkennungsmarke UO3932/39T) handelt, war er auf U 2503. 

Offline ARANTALES

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Re: U 393 Wer kann helfen ?
« Antwort #7 am: 23 Januar 2018, 19:13:20 »
Ja Bettika, mit Omö ist die Dänische Insel Omø gemeint.

Met vriendelijke groeten,
Walter

Offline bettika61

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Re: U 393 Wer kann helfen ?
« Antwort #8 am: 23 Januar 2018, 19:24:42 »
moin,

.. und am 05.05.45, 05.00 Uhr, auf 54°53 N /09°37 O von der Besatzung gesprengt.

Mit uns versenken sich noch ca. 40 andere Boote in der Geltinger Bucht.
Die nach Breite und Länge angegebene Position ist aber nicht in der Geltinger Bucht, sondern hier
nördlich Holnis

Gruß, Urs
Hallo,
Ist dieser Widerspruch im Versenkungort Geltinger Bucht oder Holnis zu klären?
Der Zeitzeugenbericht ist eindeutig "Geltinger Bucht"
Wie auch hier http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,20290.msg227149.html#msg227149
beschrieben .
Aber die können sicht bekanntlich auch irren und Ihre Erinnerungen mit gehörten und gelesenem vermischen.
Duikboot http://historisches-marinearchiv.de/projekte/duikboot/eingabe.php?site=5&var1=wert1&var2=wert2
Nennt auch beides  :?
Zitat
Boot selbstversenkt Geltingerbaai thv Holnis,5453n-0937o,na schade raid 9e USAAF XXIX TAC op 4/5/45
Grüße
Beate

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Offline Held

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Re: U 393 Wer kann helfen ?
« Antwort #9 am: 25 Januar 2018, 12:49:25 »
Moin,
vielen Dank allen, die mir so schnell geantwortet haben. Mit der Resonanz habe ich nicht gerechnet. Danke !
Jetzt gibt es neue Erkenntnisse für mich. Hinsichtlich U 393 bin ich etwas irritiert über den Versenkungsort. Mal Geltinger Bucht mal Holnis. Da muss ich wohl noch weiter recherchieren.
Der Name Held steht tatsächlich nicht auf der Besatzungsliste von U 393 . Aber war diese vollständig ? Auf ihr stehen nur 14 Personen. Ist es vorstellbar, dass ein U-Boot dieser Größe nur mit 14 Leuten ausgelaufen ist ?
Die Erkennungsmarkennummer von meinem Vater kenne ich nicht. Aber so viele Funkmaats mit Namen Held dürfte es nicht gegeben haben. Also kommt auch U 2503 grundsätzlich infrage.
Ich selbst bringe auch noch U 717 ins Spiel. Nach Beschädigungen durch britischen Luftangriff selbst versenkt am 2.5.1945
in Kupfermühlenbucht/Wasserlebenbucht. Mal wird die eine Bucht als Versenkungsort genannt, mal die andere. Beide Buchten
nahe Dänemark ? Wahrscheinlich hängt es davon ab, in welchem Teil der Bucht sich man befindet. Nochmals herzlichen Dank.   

Offline bettika61

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Re: U 393 Wer kann helfen ?
« Antwort #10 am: 25 Januar 2018, 18:32:41 »
Hallo Jürgen,
Warum suchst Du  nach Alternativen zu U 2503 ?
Zitat
Auslaufen in Kiel in den letzten Kriegstagen Richtung Norden, Angriff von englischen Flugzeugen, alle Leute im Turm waren tot,
auch der Kommandant, Befehl eines Offiziers zur Selbstversenkung, alle Leute in die Schlauchboote und in Richtung dänische Küste gepaddelt.
trifft alles zu und dann noch einen Funkmaat Held an Bord .


Grüße
Beate

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Offline Held

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Re: U 393 Wer kann helfen ?
« Antwort #11 am: 26 Januar 2018, 12:49:44 »
Es gibt eine gewisse Wahrscheinlichkeit für U 2503. Aber keine Gewissheit; und meine Lebenserfahrung sagt mir, der Teufel steckt immer im Detail. Was mich stutzig macht, ist z.B. ; dass der "Held"  an Bord von U 2503 Funkmaat gewesen sein soll. Der letzte Dienstgrad von meinem Vater war aber Oberfunkmaat. Jedenfalls hat er das erzählt. Außerdem hat er die Insel Omö nie erwähnt.
Man mag es fast nicht glauben,neben meinem Vater Karl-Heinz Held gab es mindestens noch zwei weitere Soldaten bei der U-Bootwaffe  mit demselben Namen und Vornamen; allerdings andere Geburts-und Sterbedaten. 
Dewegen bin ich noch nicht ganz zufrieden; aber ich bin Dir sehr dankbar, dass Du U 2503 ins Spiel gebracht hast.     
Für mich sind U 717 und U 393 noch nicht ganz raus. Ist die bekannte Crew-Liste von U 393 mit 14 Personen wirklich vollständig ? Liefen die U-Boote in den letzten Kriegstagen tatsächlich mit 14 Leuten aus ? Da ist doch noch nicht einmal jede Station besetzt oder täusche ich mich da ?
Ich habe jetzt  - um Klarheit zu bekommen - mich an die WASt gewandt. Aber es kann über ein Jahr dauern, bevor ich da Nachricht erhalte. Also ist Geduld angesagt. Sollte Euch noch etwas einfallen, wäre ich für jeden Hinweis sehr dankbar.

Offline bettika61

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Re: U 393 Wer kann helfen ?
« Antwort #12 am: 26 Januar 2018, 13:13:49 »
Grüße
Beate

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Offline Urs Heßling

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Re: U 393 Wer kann helfen ?
« Antwort #13 am: 26 Januar 2018, 13:36:56 »
moin,

.. Kupfermühlenbucht/Wasserlebenbucht. Mal wird die eine Bucht als Versenkungsort genannt, mal die andere. Beide Buchten nahe Dänemark ?
ja, die deutsch-dänische Grenze geht durch die Kupfermühlenbucht.


Was mich stutzig macht, ist z.B. ; dass der "Held"  an Bord von U 2503 Funkmaat gewesen sein soll. Der letzte Dienstgrad von meinem Vater war aber Oberfunkmaat. Jedenfalls hat er das erzählt.
Hier verwechselt Du eventuell etwas.
"Funkmaat" an Bord war eine Dienststellung (wie Kommandant oder Zentralemaat)
"Oberfunkmaat" war ein Dienstgrad wie Leutnant zur See oder Oberbootsmann.
Ein Oberfunkmaat X. konnte also durchaus Funkmaat eines U-Boots sein.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Offline bettika61

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Re: U 393 Wer kann helfen ?
« Antwort #14 am: 26 Januar 2018, 15:45:30 »
Zitat
Ist die bekannte Crew-Liste von U 393 mit 14 Personen wirklich vollständig
Was heißt hier "bekannt" , aus welcher Quelle?
Die HMA Crewliste http://historisches-marinearchiv.de/projekte/crewlisten/ww2/eingabe.php?site=2&var1=wert1&var2=wert2
Weist für U 393   68 Datensätze aus.
Grüße
Beate

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana