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* HMA

Autor Thema: Operation Trident und Operation Python, 3./4. und 8./9. Dezember 1971  (Gelesen 236 mal)

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Offline 2M3

  • Oberleutnant zur See
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Der mW erste Einsatz von gelenkten Seezielraketen auf u. a. Küstenziele fand im Dezember 1971 während des dritten indisch-pakistanischen Krieges mit einem Angriff von indischen OSA-Booten auf die parkistanische Hafenstadt Karatschi statt. Neben mehreren Kriegs- und Handelsschiffen wurden dabei auch Öltanks im Hafengelände getroffen.

Zitat
Im Jahr 1971 setzte die indische Marine mit Erfolg die SS-N-2 im dritten indisch-pakistanischen Krieg ein. So versenkten indische Flugkörper-Schnellboote am 3./4. Dezember 1971 in einem Nachtgefecht vor dem Hafen von Karatschi den pakistanischen Zerstörer Khaibar und ein Minensuchboot durch je zwei Treffer mit SS-N-2. In der Nacht des 8./9. Dezember 1971 beschoss ein indisches Raketen-Schnellboot der Osa-Klasse den Hafen von Karatschi, wobei drei SS-N-2 Öltanks des dortigen Keamari-Öllagers trafen. Die ausbrechenden Großbrände verursachten sehr hohe Schäden und beeinträchtigten die Ölversorgung Pakistans für die gesamte Restdauer des Krieges. Bei dieser Attacke wurde auch der dort im Hafen liegende panamaische Tanker Gulf Star von einer SS-N-2 getroffen und brannte aus.

--> https://de.wikipedia.org/wiki/SS-N-2_Styx#Einsatz

Zitat
On the night of 8 December, in the second operation, Operation Python, the Osa-class boat Vinash, escorted by two frigates, fired missiles at Karachi in a six-minute action. One missile hit an oil tank, destroying it. The British ship Harmattan was sunk, the Panamanian ship Gulfstar was set on fire. The Pakistan Navy fleet tanker, PNS Dacca, was badly damaged and only survived because the commanding officer, Captain. S.Q. Raza S.J. P.N., ordered the release of steam in the pipes that prevented the fire reaching the tanks. Though anti-aircraft guns opened fire in response, they only managed to hit a Greek ship, Zoë, that was moored in the port and consequently sank.

In all these actions against large ships, the P-15 proved to be an effective weapon, with a devastating warhead. Out of eleven missiles fired, only one malfunctioned, giving a 91% success rate. This gave every Osa FAC the possibility of striking several targets. Big ships, without any specialized defence, were targets for P-15s.

--> https://en.wikipedia.org/wiki/P-15_Termit#Indo-Pakistani_War

3./4. Dezember 1971  --> https://en.wikipedia.org/wiki/Operation_Trident_(1971)

8./9. Dezember 1971 --> https://en.wikipedia.org/wiki/Operation_Python

Nach diesem Bericht war zumindest der Angriff am 4. Dezember mit der Zerstörung einiger Öltanks im Hafen von Karachi ein Werk der indischen Luftwaffe, die zum selben Zeitpunkt den Hafen bombardierten, wurde aber aus Prestigegründen der Navy zugeordnet.

--> http://indianexpress.com/article/explained/december-4-1971-when-navy-got-credit-for-iafs-strikes-on-karachi-oil-tanks/

Zumindest beim 2. Angriff am 8. Dezember traf mindestens eine Styx einen Öltank, was zu Folgebränden führte. Vier Raketen wurden gegen 23 Uhr aus 12 Seemeilen Entfernung über die Landzunge von Manora in Richtung der im Ölhafen liegenden Tanker abgefeuert.

Zitat
Around 10.00PM, December 8, 1971, Off Karachi harbour

A detachment of three vessels – the Osa class missile boat Vinash, escorted by the frigates Trishul and Talwar – are approaching Manora. En route they sink a vessel that is reporting the presence of the group. From Transition to Triumph describes what happens next: “During the approach to Karachi, Trishul's electronic surveillance reported that the radar at Karachi had stopped rotating and was pointed directly at the group, a sure sign that the group had been detected.”

11.00PM

At a distance of 12 miles from Karachi, the strike fleet detects a group of ships. Not wanting to lose the element of surprise Vinash fires all its four missiles. The first missile crashes into the oil
tanks and starts a huge fire, which sets off secondary explosions in the adjoining tanks. The second and third missiles home in on merchant ships. The British vessel Harmatton is blown up, killing three of its crew. The fourth missile hits the Pakistan Navy's tanker Dacca which had been camouflaged and anchored amidst the merchant ships. Laden with oil, it contributes to the fireball.

--> https://www.rbth.com/articles/2013/01/07/striking_at_sea_how_the_styx_strategy_paid_off_21465

Mir fällt im Moment kein weiterer Fall ein, bei dem der Einsatz von Schnellbooten zur schnellen Beendigung eines Krieges geführt hat. In diesem Fall darf man die beiden Raids auf Grund des Zusammenbruchs der parkistanischen Ölversorgung als durchaus kriegsentscheidend ansehen.

Zitat
Die ausbrechenden Großbrände verursachten sehr hohe Schäden und beeinträchtigten die Ölversorgung Pakistans für die gesamte Restdauer des Krieges.

Gruss Frank
Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

Offline RonnyM

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Re: Operation Trident und Operation Python, 3./4. und 8./9. Dezember 1971
« Antwort #1 am: 03 Dezember 2017, 18:48:40 »
...danke Frank, sehr aufschlußreich. Wenn ich heute im Nachhinein das betrachte, waren doch die OSA eine echte Bedrohung. Da hätten wir mit unseren "Torpedo S-Booten" ganz schön alt ausgesehen.
Tschuldigung Urs, aber manchmal ist die Wahrheit doch schmerzhaft...

Grüße Ronny
...keen Tähn im Muul,
over La Paloma fleuten...

Offline beck.Schulte

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Re: Operation Trident und Operation Python, 3./4. und 8./9. Dezember 1971
« Antwort #2 am: 03 Dezember 2017, 18:59:52 »
Ronny, da wir heute wissen, dass ein NATO- WP Krieg  ( so ab Kuba)  innerhalb von Stunden ein Atomkrieg auf beider deutschen Boden und Gewässern geworden wären, so ist die Frage besser oder schlechter angesichts der Millionen Toten "diesseits und jenseits der Elbe" eine rein akademische. Und würde für die Überlebenden -so es sie in Mitteleuropa geben würde - völlig belanglos sein. Urs siehst du doch ähnlich?
 Ronny ab auffn Weihnachtsmarkt  in Walsrode oder wenn der nix ist, komm nach Mitte.  :-D
Glühwein ohne Schuß 3,50 mit 4,00 €   8-)

Online Urs Heßling

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Re: Operation Trident und Operation Python, 3./4. und 8./9. Dezember 1971
« Antwort #3 am: 03 Dezember 2017, 20:10:02 »
moin,

Wenn ich heute im Nachhinein das betrachte, waren doch die OSA eine echte Bedrohung.
Ja, ich denke auch, daß wir die Fähigkeiten des P-15 (SSN-2 STYX) unterschätzt haben.

Exkurs :
Da hätten wir mit unseren "Torpedo S-Booten" ganz schön alt ausgesehen.
Tschuldigung Urs, aber manchmal ist die Wahrheit doch schmerzhaft ...
In den 60er Jahren, nur mit den Geradeausläufern, sicher.
Nach der Umrüstung der 142 auf den drahtgelenkten Torpedo hatten wir wieder eine schlagkräftige Waffe.
Die dann auf die "richtigen" Ziele (die Landungsschiffe) zu schießen, sahen wir als unser Hauptproblem.

Was uns zuversichtlich sein ließ, war die Tatsache, daß nach unseren nachrichtendienstlichen Erkenntnissen die OSAs der VM eine Seefahrtszeit von niedrigen zweistelligen Zahlen im Jahr hatten, während bei uns 120+ Tage die Normalität waren.

.. so ist die Frage besser oder schlechter angesichts der Millionen Toten "diesseits und jenseits der Elbe" eine rein akademische. Und würde für die Überlebenden -so es sie in Mitteleuropa geben würde - völlig belanglos sein. Urs siehst du doch ähnlich? 
Ja, so ähnlich, an eine "flexible response" konnte ich nie so ganz glauben.
Aber die Abschreckung hat glücklicherweise funktioniert  :angel:
- wie knapp es manchmal gewesen sein mag  :roll: werden wir wohl nicht mehr erfahren 8-)

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"